01.09.2019 Demokratie kaputt machen

Sollen sich Unternehmen und Verbände in die Politik einmischen?

von: GFDK - Marketing News - W&V Holger Schellkopf

Holger Schellkopf, Chefredakteur bei W&V, ist der Meinung, Unternehmen und Verbände müßten Haltung zeigen, auch in der Politik. Da muß ich ihm dieses mal widersprechen.

Die CDU/CSU, die SPD, die Grünen, und auch die Linke würden es sich lauthals verbieten, wenn man sich in ihre Politik von Unternehmen reinreden lassen müßte. Nur weil es gegen die AfD geht, ist das keine Rechtfertigung. So kann man Demokratie auch kaputt machen, und der Schuß könnte sogar nach hinten losgehen.

Lieber Herr Böhmer,

wenn es um Marken geht, dann sind seit einiger Zeit die Stichworte Haltung und Purpose meist nicht sehr weit. Es lässt sich wunderbar darüber streiten, wie viel davon ernst gemeint ist, wer einfach nur auf einen fahrenden Zug aufspringt und nicht zuletzt: was das alles Unternehmen bei ihrem zumeist wichtigsten Ziel bringt, nämlich Geld zu verdienen.

Vor Wahlen sieht das ein klein wenig anders aus. Hier geht es um Haltung, aber auch darum, sich für Rahmenbedingungen einzusetzen, die auch in Zukunft ein brauchbares Arbeitsumfeld gewährleisten.

Vor diesem Hintergrund ist es dann nicht ganz so überraschend und dennoch durchaus respektabel, dass sich Firmen und Verbände im Umfeld der anstehenden Landtagswahlen klar positionieren.

Aktuell geschieht dies beispielsweise durch den Bundesverband Deutsche StartUps und den Sammeltaxi-Anbieter Clever Shuttle. Beide machen deutlich, dass ein Erfolg der Rechtsausleger der Zukunftsfähigkeit in den Ländern nicht gerade zuträglich wäre. "Wie grün wählen.

Auch wenn manche braun denken" heißt es bei Clever Shuttle, noch etwas direkter macht es der StartUp-Verband: "In einem Land mit AfD-Regierung würde ich kein Startup gründen!"

Manchmal ist Haltung eben doch mehr als ein Marketing-Instrument.

Gutes Marketing könnte, um in der Politik zu bleiben, schon seit einiger Zeit die SPD gebrauchen. Vielleicht sorgt dafür ja jemand, der durchaus als Profi in dem Bereich betrachtet werden darf.

Die ohnehin schon in manchen Aspekten unfreiwillig Comedy-taugliche Suche nach der/dem/den neuen Vorsitzenden wird aktuell um die Komponente Satiriker erweitert. Jan Böhmermann hat öffentlichkeitswirksam angebliche Ambitionen auf den SPD-Vorsitz verkündet.

Wie so oft bei Böhmermann weiß zunächst niemand so wirklich, wie viel davon Ernst gemeint ist. Möglicherweise hat sich die Sache auch morgen schon wieder erledigt. Andererseits:

Wer hätte wohl in der Ukraine gedacht, dass ein Komiker namens Wolodymyr Selenskyj tatsächlich zum Präsidenten gewählt wird? Immerhin:  Vier von fünf nötigen SPD-Unterbezirken hat Böhmermann schon hinter sich.

Alles wohl immer noch besser als die Regentschaft der Horrorclowns, die wir gerade in einigen nicht ganz irrelevanten Ländern erleben müssen.

Viel Spaß beim Lesen. - Und ein schönes Wochenende

Holger Schellkopf

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