12.11.2020 Start der Aktion ist am Donnerstag

FENSTER AUF für Musik, Tanz, Schauspiel und Gesang

von: GFDK - Kultur und Medien

Wegen der erneuten Corona-Beschränkungen werden Kunst- und Kulturbetriebe erneut für mindestens einen Monat geschlossen. Ein Verbund von Initiator*innen und Künstler*innen engagiert sich nun in der Aktion „FENSTER AUF!“, um Musik, Tanz, Schauspiel und Gesang zu den Bewohner*innen Bochums zu bringen.

Der Kreativbereich musste bereits im Frühjahr mit existenziellen Herausforderungen kämpfen, da er nicht als „systemrelevant“ gilt und sich wenig im medialen Fokus befindet. Mit den neuesten Einschränkungen seit Anfang November wird es nun aber kritisch.

Nicht nur für die Kunstschaffenden, sondern auch für die, die sonst in Theater-, Film- und Konzertvorstellungen sitzen: Dunkle Wochen mit wenig zwischenmenschlichen Kontakten und ohne Kulturleben.

Einige Kulturschaffende im Ruhrgebiet wollen sich damit nicht abfinden. Sie gehen auf die Straßen und Plätze vor den Wohnhäusern Bochums und rufen:

„FENSTER AUF!“ Mit vielen kleinen künstlerischen Auftritten will der Verbund, dass die Menschen auch in dieser Zeit gesehen und geschätzt werden.

Zudem erhalten Künstler*innen eine dringend notwendige Einkommensquelle. Über 1,5 Millionen Beschäftigte arbeiten in der Branche und besonders freischaffende Menschen sehen sich in ihrer Existenz bedroht.

Start der Aktion ist am Donnerstag, 5. November ab 18.00 Uhr. Sieben Künstler*innen werden jeweils an drei Orten in Bochum auftreten.

In verschiedenen Sprachen wird laut gerufen „FENSTER AUF!“, um die Anwohner*innen auf eine je 20-minütige Performance aufmerksam zu machen.

Die einzelnen Orte werden aber geheim gehalten. Denn die Menschen sollen explizit in ihren Häusern bleiben, um gemeinsam die Infektionswelle zu brechen.

„Trotzdem sollen sich die Menschen nicht allein gelassen fühlen“, fordert Mitinitiatorin und Radio-Bochum Moderatorin Katja Leistenschneider. „Wir wollen zeigen, was auch in dieser Zeit geht und was Kultur bewirken kann!“

„Wenn die Menschen nicht ins Theater können, dann müssen wir das Theater zu den Menschen bringen“, sagt Aysel Osmanoglu, Vorständin der GLS Bank.

Geplant ist, die Aktion jeden Donnerstag im November mit verschiedenen Künstler*innen aus unterschiedlichen Bereichen aus Gesang, Schauspiel und Tanz stattfinden zu lassen.

Künstler wie Jani Weichsel von Kapelsky, Mambo Kurt aber auch Streetart Performer wie Urbanatix sind bei der Premiere dabei. Die Bochumer*innen dürfen also gespannt sein.

Finanziert wird die Aktion mit 10.000 Euro der GLS Bank. Zusätzlich sollen Spenden zum Weiterführen der Aktion gesammelt werden, damit auch im Dezember in den Straßen zu hören ist: „FENSTER AUF!“ Denkbar ist die Beteiligung auch über die Grenzen Bochums hinaus.

Für die Aktion haben sich mehrere Initiator*innen zusammengeschlossen. Unter anderem auch die GLS Bank, die bereits im Frühjahr mit der eigens geschaffenen Kunstnothilfe begonnen hat, Spenden für in Not geratene Künstler*innen zu sammeln.