22.11.2019 tierquälerische Prozedur bei Schafen

Einkaufsratgeber Wintermode - ein Herz für Tiere zum Fest der Liebe

von: GFDK - Kultur und Medien - Tierschutz

Jedes Jahr in der (Vor-)Weihnachtszeit steigt die Nachfrage nach Winterbekleidung. Zum einen wappnen sich viele Deutsche mit neuen warmen Jacken, Schals oder Pullovern gegen die Kälte, zum anderen sind diese Textilien beliebte Weihnachtsgeschenke.

Wer nicht nur ein Herz für seine Liebsten, sondern auch für die Tiere hat und auf tierleidfreie Einkäufe Wert legt, der sollte bei Kleidung aus Daunen, Wolle, Pelz, Kunstpelz oder Leder einiges beachten. Martina Stephany, Direktorin für Nutztiere und Ernährung bei VIER PFOTEN Deutschland, gibt einen Überblick, was aus Tierschutzsicht beim Einkauf von Wintermode unbedingt zu beachten ist.

"Warme und gemütliche Kleidung geht auch tierfreundlich! Am besten ist es, wenn VerbraucherInnen auf pflanzliche Naturfasern wie Baumwolle setzen. So können sie ganz sicher sein, dass kein Tier für ihren Pulli oder Schal leiden musste. Wenn es doch Wolle oder Daune sein soll, immer unbedingt auf Gütesiegel achten und beim Hersteller nachfragen", sagt Martina Stephany, Direktorin für Nutztiere und Ernährung bei VIER PFOTEN Deutschland.

Wolle
Bei der in Deutschland erhältlichen Bekleidung aus Wolle ist vor allem das so genannte „Mulesing“ problematisch. Beim Mulesing werden Lämmern meist ohne Betäubung große Streifen Haut in der Nähe des Schwanzes herausgeschnitten. Diese tierquälerische Prozedur wird in Australien betrieben, woher ein Großteil der weltweit produzierten Merinowolle stammt.

Grund für das Mulesing ist die sogenannte Myiasis (Fliegenmadenkrankheit), die durch das Entfernen der Haut verhindert werden soll. VIER PFOTEN spricht sich vehement gegen die Anwendung von Mulesing aus und betreibt Kampagnenarbeit, damit Textilunternehmen zukünftig auf Wollprodukte in ihrem Sortiment verzichten, deren Wolle von Schafen stammt, die der grausamen Mulesing-Prozedur ausgesetzt waren.

Auch beim Einkauf von Wollgarnen für den selbstgestrickten Pullover für den Enkel ist Vorsicht geboten. Denn Wollgarne können von australischen Schafen stammen, die die Mulesing-Prozedur über sich ergehen lassen mussten. Mulesing-freie Wolle, die über die gesamte Lieferkette zurückverfolgt werden kann, wird bereits von großen Wolllieferanten angeboten.

Daunen
Daunen in Jacken, Kissen, Decken und ähnlichen Produkten stammen in der Regel von Gänsen und Enten aus der Intensivtierhaltung. Und damit nicht genug – im schlimmsten Fall leiden die Tiere unter grausamem Lebendrupf oder Stopfmastproduktion. Wenn der Verbraucher Tierleid komplett ausschließen möchte, empfiehlt VIER PFOTEN, auf Daunen-Alternativen zurückzugreifen.

Denn diese nehmen es in Punkto Wärme und Qualität locker mit Daunen auf. Wer auf Daunen nicht verzichten möchte, sollte auf entsprechende Standards wie Responsible Down Standard (RDS), Global Traceable Down Standard (Global TDS) oder Downpass 2017 achten, um Tierqual mit größtmöglicher Sicherheit auszuschließen.

Pelz und Kunstpelz
Pelzbommel, Fellbesatz an Kapuzen, Krägen, Handschuhen oder Schuhen: Hinter jeder noch so kleinen Pelzapplikation kann sich enormes Tierleid verbergen. Denn trotz massiver Aufklärung halten sich noch immer viele Irrtümer: So wird Echtpelz nicht immer gekennzeichnet, sondern oft als Kunstpelz deklariert.

Auch die Annahme, dass es tierfreundlich hergestellten Echtpelz gibt, ist ein Irrglaube. Zertifizierungen wie „ethisch korrekter Pelz“ oder „tierfreundlicher“ europäischer Pelz sind Bezeichnungen, die sich Modehersteller überlegt haben, um den Abverkauf dieser Pelzprodukte zu fördern.

VIER PFOTEN setzt sich für ein pelzfreies Europa ein und ist als Repräsentant des „Fur Free Retailer Program“ in Österreich, Deutschland, Bulgarien, Südafrika und Australien maßgeblich daran beteiligt, große Modehäuser zu einer pelzfreien Zukunft zu bewegen.

Leder
Leder wird oft als sogenanntes Nebenprodukt der Fleischproduktion wahrgenommen. Aber auch die Herstellung von Leder ist mit Tierleid verbunden. Informationen darüber, woher Unternehmen Leder für Schuhe, Gürtel oder Jacken beziehen, gibt es kaum – und somit gibt es auch keinen Tierschutzstandard.

Außerdem sind bisher kaum Herkunftslandbezeichnungen auf Lederprodukten zu finden. VIER PFOTEN ist derzeit kein Unternehmen bekannt, dass die komplette Lederlieferkette im Hinblick auf Tierschutzaspekte transparent offenlegt. Deshalb rät VIER PFOTEN tierfreundlichen Verbrauchern dazu, auf Lederprodukte komplett zu verzichten.