24.07.2020 Che wurde zum Mythos, seine Popularität

Che Guevara, Frauenheld und Menschenfreund

von: GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

„Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche,“ sagte er einst. Noch heute sehen manche in ihm einen Terroristen, andere einen Helden. Am 9. Oktober 1967 wurde Ernesto „Che“ Guevara, marxistischer Revolutionär und Mitkämpfer der kubanischen Revolution, von bolivianischen Streitkräften gefangen genommen und erschossen.

Che wurde zum Mythos, seine Popularität - bis hin zur Werbeikone - ist bis heute ungebrochen. Jetzt hat das zweite Mitglied der Familie Guevara ein Buch über ihn herausgebracht.

„Mein Bruder Che“ ist bei Tropen (www.tropen.de) erschienen, kostet 22 Euro und hat 352 Seiten, die sein jüngerer Bruder Juan Martín, der wegen seiner politischen Aktivitäten und der Beziehung zu Che mehr als acht Jahre lang hinter Gittern der Militärjunta saß, gemeinsam mit der französischen Journalistin Armelle Vincent mit sehr viel Leben gefüllt hat.

Juan Martín läßt Che wieder aufleben, berichtet von einer Zeit, die er 1959 inmitten der kubanischen Revolution an seiner Seite erlebte und präsentiert uns einen idealistischen Abenteurer ebenso wie einen engagierten Intellektuellen, der alles war, Arzt, Freund, Kampfgefährte, charismatisch und grausam, ein Frauenheld und Menschenfreund, ein echter Typ eben, der den Kongo genauso befreien wollte wie Bolivien und ganz Lateinamerika.

Der Mythos Che ist unerträglich,“ schreibt Juan Martín, „die Menschen kennen nur eine völlig entstellte Ikone.“ Diese in der Tat einzigartige Familienbiografie, in der Che zwar der Mittelpunkt, aber nicht das ganze Universum ist, gibt intime Einblicke in das Leben eines Mannes, der bis in die Gegenwart eine Quelle der Inspiration geblieben ist.

Ob gerechtfertigt oder nicht, sei dahingestellt. „Mein Bruder Che“ auf jeden Fall liest sich spannend und hat sehr viel Herz. Das allein reicht schon.

Sönke C. Weiss

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