21.11.2012 08:30 Traditionsmanufaktur

Königliches Porzellan aus Berlin - KURLAND begründet einen neuen Stil in der Porzellankunst

Königliches Porzellan aus Berlin - KURLAND begründet einen neuen Stil in der Porzellankunst

Königliches Porzellan aus Berlin © KURLAND

Von: Andrea Präkels - 4 Bilder

Um 1790 gab Herzog Peter von Kurland der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin den Auftrag für ein Tafelservice. KURLAND begründete einen neuen Stil in der Porzellankunst: den Klassizismus. Es ist eine Hommage an die Ideale und Formgebungder antiken Welt - Sachlichkeit, Strenge und Symmetrie vereinen sich zu einer edlen,geschlossenen und zeitlosen Form.

So gilt KURLAND als das wohl bedeutendste Berliner Service des Klassizismus.Der Klassizismus orientiert sich an antiken Formen, er zeichnet sich aus durch klare Umrisse und strebt ausgewogene, harmonische Proportionen an. In dieser Zeit prägten namenhafte Künstler wie Karl Friedrich Schinkel, Johann Gottfried Schadow und Christian Daniel Rauch die Porzellane der KPM.

Charakteristische Merkmale des Porzellans:

- Klare, gradlinige Formen (zylindrisch, konisch); kantige Henkel (à la greque), gerade Tüllen und Pinienzapfen als Deckelgriff

- Reliefschmuck reduziert sich auf Bordüren aus Perlstäben, Lorbeerfestons und Tuchgehängen

- Anspruchsvolle, botanische Blumenmalerei; Blumensträuße aus einheimischen Wildblumen; reicheVergoldungen mit Gravur, ornamentale Bordüren und Farbfonds

- Bevorzugt wird eine kühle Farbgebung: Apfelgrün, Türkisgrün, Zitronengelb, Blau

- Blütezeit der Vedutenmalerei (Landschaften, Gebäude und Städteansichten), hier überwiegend Berlin und Potsdam

- Figuren wurden bevorzugt in Biskuitporzellan (unglasiertes, zweimal gebranntes Porzellan) hergestellt; Feinheiten der Modellierung treten im Spiel von Licht und Schatten markanter hervor

Um 1790 gab Peter Biron, Herzog von Kurland (1724-1800), der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin den Auftrag für ein vielteiliges Tafelservice. Nach dem höfischen Rokoko mit seinem Muschel- und Rankenwerk wird um 1770 der Rückgriff auf die Antike zum beherrschenden Stilmittel. In der Berliner Manufaktur entsteht ein Service in streng klassizistischer Form, genannt Service mit antiquer Kanthe. Zu Ehren des Herzogs wird es später in KURLAND umbenannt.

Bei dem unter der Bezeichnung Herzog von Kurland hergestellten, sehr aufwändigen Dekor werden die goldenen Perlkanten, Eierstäbe und Goldlinien hochglanzpoliert, die vergoldeten Tuchgehänge auf dem grünen Fond werden mit dem Achatstift graviert. Bukettkompositionen aus Feld- und Wiesenblumen mit Gräsern und Schmetterlingen zieren das Geschirr. Das Tafel-, Kaffee-, Tee- und Moccaservice KURLAND wird mit mehr als 13 verschiedenen Malereidekoren angeboten.