03.08.2016 über die Entstehung des Tonfilms

Ein fulimanter Reigen - Wolfgangs Krachts neuer Roman "die Toten"

von: GFDK Redaktion

Wolfgang Kracht schreibt über den Selbstmord eines Offiziers. Ein geisterhafter Start in den Roman, verspricht Gracht, am Ende geht es schnell zum Ende, alle müssen schnell erledigt werden. Charlie Chaplin macht er sogar zum Mörder. Kracht kann Chaplin nicht ertragen. Er war ein Popstar in Japan. Im Offizierswesen in Japan gab es eine Gegenbewegung gegen Chaplin und die hätte ihn am liebsten umgebracht.

Heinz Rühmann zeigt eine glanzvolle Vorstellung in Krachts Roman

Der Schweizer Filmregisseur Emil Nägeli plant einen Horrorfilm und jettet zwischen Berlin, Tokio und Hollywood hin und her. Unterwegs begegnet er Menschen, die sich in der Filmbranche einen großen Namen gemacht haben. in Hollywood Charly Chaplin, in Berlin dem deutschen Schauspieler Heinz Rühmann und Alfred Hugenberg, dem ersten Medienmogul.

Die Wiedergeburt der gothic novel aus dem Geist des Kinos

Christian Krachts neuer Roman »Die Toten« führt uns mitten hinein in die gleißenden, fiebrigen Jahre der Weimarer Republik, als die Kultur der Moderne, besonders die Filmkultur, eine frühe Blüte erlebte.

Hier, in Berlin, »dem Spleen einer unsicheren, verkrampften, labilen Nation«, versucht ein Schweizer Filmregisseur, angestachelt von einem gewissen Siegfried Kracauer und einer gewissen Lotte Eisner, den UFA-Tycoon Hugenberg zur Finanzierung eines Film zu überreden, genauer gesagt: eines Gruselfilms, genauer gesagt: in Japan. Das überschneidet sich mit ebensolchen Plänen im dortigen Kaiserreich, mit denen man dem entstehenden Hollywood-Imperium Paroli bieten will ...

Ein Roman in betörend-magischer Sprache, der das Geheimnis des Films als Kunstwerk der Moderne feiert, seine großen Meister von Murnau bis Lang, die Sehnsucht großer Künstler nach Transzendenz und Erlösung und die Erinnerung als Quelle unseres Ichs. Ein Roman über die Geister, die ständig unter uns sind, ob wir es wollen oder nicht.

»Die Toten sind unendlich einsame Geschöpfe, es gibt keinen Zusammenhalt unter ihnen, sie werden alleine geboren, sterben und werden auch alleine wiedergeboren.«

In Saanen in der Schweiz wurde Christian Kracht am 29. Dezember 1966 geboren. Nach der Schule nahm er in den USA das Studium der Filmwissenschaften auf, arbeitete bei verschiedenen Presseerzeugnissen und begann dann zu reisen - durch Asien ebenso wie nach Schwarzafrika oder durch den Südpazifik. Er zählt zu den modernen deutschsprachigen Schriftstellern. Seine Werke sind in mehr als dreissig Sprachen übersetzt.

Kiepenheuer&Witsch (8. September 2016)