02.01.2013 08:00 Individuell auf Bestellung statt Massenware

Schlitten für die Weltmeister - zu Besuch beim letzten traditionellen Schlittenbauer Tirols

Bild 1-4: ©Silberregion Karwendel

Von: mk Salzburg - 4 Bilder

Was haben Lindsey Vonn, der Tiroler Bischof und der ehemalige Tiroler Landeshauptmann gemeinsam? Sie schwören auf die Qualität der Gallzeiner Rodeln aus der Silberregion Karwendel. Stolz führt Chef Bernhard Lederwasch durch seine Werkstatt. Rodel über Rodel steht im Eingangsbereich. Von der Kinderrodel über die klassische Rodel für Erwachsene bis hin zur Rennrodel. Sie alle warten darauf von Resi, Kurt oder Tanja abgeholt zu werden – diese Namen sind auf den Sitzflächen eingestickt. Keine Rodel gleicht der anderen! Der Tiroler Handwerksbetrieb baut sie nicht als Massenware, sondern individuell auf Bestellung. Damit ist die Familie Lederwasch der letzte handwerklich geführte Rodelbauer in den Alpen.

 

Viele Kunden schätzen das, denn die Rodeln kosten nicht so viel mehr als Fließbandware und überzeugen durch mehr als nur besonderes Aussehen. Bei der Bestellung suchen sich Kufenfans neben der Art auch die Größe, die Farbe und die Länge aus. Die Rodel kann auch auf den individuellen Körperbau des Besitzers angepasst werden: Größere Menschen brauchen eine längere Rodel, wer breiter ist, kann in einem breiteren Modell besser sitzen. Die Rodel wird maßgeschneidert, wie eine Hose oder eine Jacke. Apropos Bekleidung und Stoffe: Aus unterschiedlichen Stoffen und Farben kann der Bezug des Sitzes gewählt werden, damit die Rodel dann wirklich unverwechselbar ist, kann auf der Sitzfläche auch der Name oder ein Motiv eingestickt werden. Individuell und maßgefertigt, wie jeder eben möchte. In der Werkstatt staubt es und es riecht nach Holz. „Einige Kunden freuen sich über den Holzgeruch, wenn sie bei uns eine Rodel bestellen“, berichtet Bernhard Lederwasch.

„Es ist vielen gar nicht mehr bewusst, dass eine Rodel aus Holz hergestellt wird“. In zweiter Generation führt er nun mit seiner Frau Helga die Firma „Gallzeiner Rodel“ seit dem Jahr 2004. Gegründet wurde „Gallzeiner Rodel“ von Helgas Vater. Als die Übergabe der Firma anstand bot Bernhard an, von Koch auf Tischler umzulernen. Seine Liebe galt fortan nicht nur seiner Frau, sondern auch dem Rodelbau. Beide sind eingefleischte Rodler und stolz darauf die Tradition des Vaters fortzusetzen. Dieser hatte in den 1960er Jahren damit angefangen und zuerst nur für sich privat eine Rodel gebaut.

Da diese gut funktionierte und sogar Rennen gewonnen wurden, bekam auch der Rest der Familie Rodeln von Vater Brunner. Durch das Fahren auf den Rodelbahnen der Region und viele Siege bei Turnieren sprang das Interesse an der Brunnerschen Rodel auf andere über. „Kannst du uns nicht auch solche Rodeln bauen?“, wurde zur häufig gestellten Frage. Dies führte zur Firmengründung. Anfangs nebenbei geführt entwickelte sich nach und nach das Geschäft. Da der Vater damals im Weiler Gallzein wohnte, bekam die Firma den Namen „Gallzeiner Rodel“. Auch der Enkel des Gründers, Phillip Lederwasch, ist mit dem Rodelvirus infiziert. Er besucht die Tischler-HTL und absolviert die Ausbildung, um von seinem Vater die Firma zu übernehmen. Am Wochenende hilft er schon mit.

 

Rodel für Profis, Ottonormalverbraucher und Rodelbahnen

Österreichische und Tiroler Rodelmeister schwören auf die Gallzeiner ebenso wie Hobby- und Freizeitrodler. Auch der Naturbahnrodel-Weltmeister von 1979, Werner Prandl fährt eine Gallzeiner Rodel. Bernhard Lederwasch ist stolz darauf, dass die Rodeln aus seiner Werkstatt ein internationales Publikum finden. Viele Gäste, die in der Region Urlaub machen, finden den Weg zu ihm. Getestet werden die Gallzeiner Rodeln natürlich auf den Rodelbahnen der Region. Mit seinen, je nach Schneelage, bis zu 20 Rodelbahnen bietet die Silberregion Karwendel beste Voraussetzungen für einen abwechslungsreichen Winterurlaub für die ganze Familie.

Während es für die kleinen Kinder ein Vergnügen ist, kürzere Rodelstrecken immer wieder hinunter zu sausen, sind die Größeren schon für kilometerlange Abfahrten zu begeistern. Zwei Rodelbahnen haben eine Länge von sieben Kilometern – das ist einzigartig in den Alpen. Sie führen zur Weidener Hütte, die im Winter auch bewirtschaftet ist, bzw. zur herrlich gelegenen Nonsalm. Wer beim Rodeln vor allem den Abfahrtsspaß genießen möchte, fährt per Kellerjochbahn hinauf. In der Silberregion Karwendel hat beinahe jede Ortschaft eine eigene Rodelbahn und da ist für jeden das Richtige dabei. In den vielen Hütten, die zur Einkehr laden warten urige, gemütliche „Stuben“ mit Tiroler Köstlichkeiten und gastfreundlichen Wirtsleuten. Fans freuen sich auf kilometerlange Rodelabfahrten in abwechslungsreicher und unterhaltsamer Vielfalt.

 

Alle Wege führen in die Silberregion

Urlauber, die aus Deutschland, den Niederlanden oder Belgien mit dem Auto kommen, fahren am besten über die Autobahn München-Kufstein und die Inntalautobahn A12 bis zu den Autobahnausfahrten Jenbach, Schwaz und Vomp. Wer aus Frankreich oder der Schweiz mit dem Auto anreist, fährt über den Arlberg kommend Richtung Innsbruck und nimmt die A12-Ausfahrten Vomp, Schwaz oder Jenbach. Aus Ostösterreich empfiehlt sich die Anreise über Salzburg Richtung Innsbruck-Kufstein. Als nächstgelegene Flughäfen sind Innsbruck, München oder Salzburg anzuraten. Wer mit der Bahn anreisen will, wählt idealerweise die Zielbahnhöfe Jenbach oder Schwaz, die von allen relevanten Schnellzügen angefahren werden.

 

 

 

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