05.07.2012 07:55 zum Dahinschmelzen

Für Besucher ein Schlaraffenland - Heiß auf Eis: Einsamer Bio-Bauernhof im Tölzer Land verwöhnt Wanderer mit 100 selbst gemachten Sorten

Fotos: Beindlhof

Von: Judith Kunz - 3 Bilder

Der Beindlhof, auf dem Bäuerin Monika Kniegl mit der Eisproduktion ihr zweites Standbein geschaffen hat, ist für Besucher ein Schlaraffenland zum Dahinschmelzen

Wandern ist langweilig? Nicht, wenn es zum Beindlhof im Tölzer Land geht. Sogar Teenager legen noch einen Zahn zu, denn schließlich erwartet sie am Ziel ein Schlaraffenland zum Dahinschmelzen. Vor sieben Jahren hat Monika Kniegl (29) ihr erstes Eis auf dem einsam gelegenen Bio-Bauernhof gemixt, inzwischen stehen ihre köstlichen Kreationen im Umkreis von 40 Kilometern auf zahlreichen Speisekarten.

Am besten aber schmeckt’s immer an der Quelle. Egal, ob Klassiker wie Erdbeere, Schoko und Vanille oder ausgefallene Sorten wie Rosmarin- und Kürbiskernöl-Eis. Das Angebot ist saisonabhängig, wobei die pfiffige Jungunternehmerin insgesamt 100 verschiedene Geschmacksrichtungen im Repertoire hat. Bevor eine neue Sorte in Produktion geht, müssen Helena und Hansi als Testesser ran.

„Auf das Urteil meiner Kinder kann ich mich verlassen“, weiß Monika Kniegl. Früher arbeitete sie als pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte. Im Erziehungsurlaub suchte sie tendenziell nach neuen Herausforderungen und fand im Eis ein zweites Standbein auf dem 400 Jahre alten Bio-Bauernhof, in den sie eingeheiratet hatte.

„Wir haben die Milch von unseren 20 Kühen und jede Menge frisches Obst. Nur Exotisches wie Bananen oder Melonen muss ich zukaufen“, erzählt die Eiskünstlerin. Egal, welche Geschmacksrichtung: Ihr Geheimrezept ist immer „ein wenig mehr von allem“. „Mehr Eigelb, mehr Milch, mehr Sahne, mehr Frucht – so, wie’s die Leute früher gemacht haben.“

Dabei ist das Bauernhofeis, das der höchsten Qualitätsstufe entspricht und bei Bedarf eine Mahlzeit ersetzt, frei von Konservierungsstoffen, künstlichen Aromen und Färbemitteln. Damit Pistazie dennoch leicht grünlich aussieht, setzt Monika Kniegl Brennesselextrakt zu.

Wer auf den Geschmack gekommen ist, wird leicht zum Wiederholungstäter. Figurbewusste Schlemmer wissen es zu schätzen, dass der Parkplatz einen halben Kilometer vom Beindlhof entfernt ist und der Genuss zwangsläufig an einen kleinen Fußmarsch gekoppelt ist. Viele Gäste verbinden ihren Besuch im Eisparadies gleich mit einer richtigen Wanderung. Eine wunderschöne Route führt von Bad Tölz über den Isarwanderweg.

Nach einer guten Stunde ist das bayerische Bilderbuchdorf Arzbach erreicht. Von hier aus ist es nur noch eine Viertelstunde zum einsam gelegenen Beindlhof. Nach der Eis-Mahlzeit geht‘s über die Pestkapelle in Wackersberg wieder zurück nach Bad Tölz.

Über das Tölzer Land
Das Tölzer Land repräsentiert als Tourismusmarke die 21 Städte und Gemeinden des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen. Die Region erstreckt sich südlich von München bis zur Tiroler Grenze. Der Starnberger See im Westen, Kochel- und Walchensee im Süden und der Sylvenstein-Stausee im Osten bieten zahlreiche Erholungsmöglichkeiten – ebenso wie Isar und Loisach, die sich als blaue Bänder durch die Bilderbuchlandschaft schlängeln.

Der höchste Gipfel ist der Schafreuter (2101 m). Bergbahnen führen auch im Sommer auf den Herzogstand (1731 m) am Walchensee, auf das Brauneck (1555 m) in Lenggries und auf den Blomberg (1248 m), den Hausberg von Bad Tölz.

Weitere Infos
Tölzer Land Tourismus, Prof.-Max-Lange-Platz 1, 83646 Bad Tölz, Tel.: 08041 / 505206,
info@toelzer-land.de, www.toelzer-land.de