09.12.2020 Ligurien auf der Zunge, der Pandolce

Die traditionsbewussten Einwohner Liguriens und ihr Weihnachtskuchen

von: GFDK - Essen und Trinken

Rund, aromatisch und gespickt mit Pinienkernen, Pistazien, Sultaninen und kandierten Früchten – das ist Pandolce. Das wortwörtliche „Süßbrot“ mit der unverkennbaren Anis-Note darf an keiner Weihnachtstafel vom Ligurischen Meer, über Genua bis in die Berge fehlen. Auch wenn es an den bekannteren Panettone erinnern mag: Wehe, man nennt es so.

Dann verscherzt man es sich mit den traditionsbewussten Einwohnern Liguriens, die stolz sind auf die Geschichte ihres Weihnachtskuchens. Die Ursprünge des Pandolce gehen viel weiter zurück als die ihres lombardischen Vetters, den Panettone.

Es war Mitte des 16. Jahrhunderts, als der Doge Andrea Doria einen Wettbewerb unter den Konditoren der Region ausschreiben ließ. Ziel war es, ein Süßgebäck zu kreieren, das auch auf langen Schiffsreisen knusprig und aromatisch blieb.

Heute gibt es Pandolce in zwei Varianten: einen lockeren, hohen Kuchen und einen kompakten, eher flachen, der mit dem Zusatz „antico“ bekannt ist und als der Schmackhafteste gilt. Traditionell wird der Pandolce auf einem Lorbeerzweig angerichtet und nach dem Weihnachtsessen serviert.

Der oder die Jüngste am Tisch schneidet den Kuchen an, und der oder die Älteste verteilt die Stücke. Traditionsgemäß wird eine Scheibe für Arme und eine für den 3. Februar aufbewahrt. An diesem Feiertag ehren die Ligurier den Heiligen San Biagio, den Schutzherren des Rachens.

Und so „genießen“ die Einheimischen direkt nach dem Aufstehen das altbackene Stück Pandolce. Es gilt als uraltes Wundermittel gegen jegliche Halsentzündung.

Wer zum Jahresende mit diesem süßen Gruß aus Ligurien seinen Lieben „Alles Gute“ wünschen möchte, der bekommt Pandolce Genueser Art im Internet, unter anderem hier:  https://www.oliocarli.ch.

Wer sich selbst versuchen will, der findet im Internet allerlei Rezepte. Geht übrigens auch ohne kandierte Früchte: einfach die gleiche Menge mit Schokoladentropfen oder Pistazien ersetzen.

So der Tip von Stefania Lettini vom Lettinis Düsseldorf /Deutschland, die ihren Pandolce wie folgt backt:

Zutaten:

200 g Mehl Typ 00

150 g Puderzucker

65 g weiche Butter

1 Ei

150 g Rosinen (zuvor in 100 ml Orangensaft ca. 1 Stunde einweichen)

50 kandierte Orangen in Streifen schneiden

3 g Fenchelsamen

3 g Trockenhefe oder Backhefe

25 g geröstete Pinienkerne

80 g geschälte Mandeln

15 g Milch

15 g Orangensaft

20 g geschälte Mandeln (für die Oberfläche)

1 Eigelb zum Bepinseln der Oberfläche

Zubereitung:

Mehl, Puderzucker, weiche Butter und Ei in einer großen Schüssel vermengen. Nacheinander ausgedrückte Rosinen, kandierte Orangen, Fenchelsamen, Trockenhefe, Pinienkerne, Mandeln, Milch und Orangensaft unterheben und vorsichtig vermengen. Der Teig bleibt relativ weich.

Auf Backpapier einen runden, flachen Kuchen formen. Mit den restlichen Mandeln belegen. Dann mit dem Eigelb leicht bepinseln. Den Teig bei 170 Grad Celsius Umluft etwa 20 Minuten backen. Der Teig darf nicht komplett trocken sein, da sonst der saftige Effekt verloren geht.

Guten Appetit & Frohe Weihnachten

(Rezept-Quelle: ZDF Fernsehen „Volle Kanne“, Sendung vom 2.12.2019)

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