11.06.2019 das neue Pilotprojekt SoKo24

Die Erfolgsgeschichte des innovativen Gastronomiekonzepts Roecklplatz

von: GFDK - Essen und Trinken

Das Roecklplatz feiert im Juli 11 turbulente Jahre, 29 erfolgreich abgeschlossene Ausbildungen, die anstehende fünfte Ausbildungsrunde, ein Bundesverdienstkreuz und das neue Pilotprojekt SoKo24.

 
Die Erfolgsgeschichte des innovativen Gastronomiekonzepts Roecklplatz hat im September 2008 als revolutionäre Neuheit in München begonnen. Gastronomin Sandra Forster und Angela Bauer, Geschäftsführerin und Vorständin des Jugendhilfeträgers hpkj e.V., bieten nun seit einer Dekade sozial benachteiligten Jugendlichen eine Perspektive und konnten das Roecklplatz von Beginn an als kulinarisches Highlight etablieren.

Ein hochqualifiziertes Team bestehend aus Küchenchefs, Servicekräften und Sozialpädagogen kümmert sich um die professionelle Ausbildung und Betreuung der Jugendlichen, die meist schwierige Schicksale mitbringen.

Die Auszubildenden sollen eine echte Chance auf dem Arbeitsmarkt bekommen, damit sie in der Zukunft ein attraktives und eigenständiges Leben führen können.

Angela Bauer: „Junge Menschen ohne Perspektive wenden sich häufig destruktiven Lebenswegen mit Kriminalität, Sucht und Gewalt zu. Auch im Kinderschutz ist berufliche Stabilität ein wichtiger Faktor: Junge Familien in prekären Lebensverhältnissen ohne berufliche Perspektiven haben ein erhöhtes Risiko für Kindeswohlgefährdung und Gewalt.

Auch deshalb möchten wir benachteiligten jungen Menschen durch ihre Ausbildungsstätte Anbindung, Unterstützung und Sicherheit bieten."


Jeder Auszubildende ist von Anbeginn ein wichtiger Teil des Teams und mitverantwortlich für die Tragfähigkeit des ganzen Systems. Die selbstständige Übernahme von Aufgaben wird stark unterstützt, wodurch die Jugendlichen eine neue Art des Selbstbewusstseins durch ihre eigenen beruflichen Leistungen und Erfolge erfahren.


Die Gastronomie hat den Vorteil, dass jeden Tag alles neu beginnt. Fehler vom Vortag spielen keine gravierende Rolle und so birgt jeder Tag auch eine neue Chance. Pädagogische Fachkräfte stehen für alle Themen und Probleme der Azubis zur Verfügung, eruieren Ressourcen der jungen Menschen und kümmern sich um Problem- und Konfliktlösung.


In den letzten elf Jahren haben 29 junge Frauen und Männer ihre Ausbildungen als Koch/Köchin oder Restaurantfachkraft erfolgreich abgeschlossen. Danach folgten vier Hochzeiten, neun Babys, eine Weiterbildung zur Restaurantmeisterin, sowie Jobs bei Top Restaurants wie Dallmayr, Charlie, Goldenes Kalb, Marais Soir, Hilton Airport und Blitz Restaurant.

Die Erfolgsstory setzt sich auch kulinarisch fort:  Das Roecklplatz tritt nach außen ganz bewusst als Restaurant und nicht als Sozialprojekt auf. „Wir möchten keinen Mitleidsbonus, sondern als eine gute Gastronomie auf hohem Niveau wahrgenommen werden“, sagt Sandra Forster.

Die bewährten Klassiker wie das Wiener Schnitzel mit Senf-Dill Sauce oder der Caesar Salad sind ebenso gefragt, wie die raffinierten und wechselnden Menüs. Momentan macht zum Beispiel ein gebeizter Saibling mit Gelbe Beete Carpaccio und Wildkräutern Lust auf einen Besuch im Roecklplatz.


Das erfolgreiche Kooperationsprojekt von sozialem Engagement und freier Wirtschaft finanziert die hohen Personalkosten für aktuell 9 Auszubildende und deren pädagogischer Betreuung zu 80% aus dem eigenen Umsatz. Eine wirtschaftlich starke Leistung eines sozialen Projekts.

Nur die verbleibenden 20% werden durch regelmäßige Spenden und einen Zuschuss der Stadt München gedeckt. Damit ist das Roecklplatz auch ein Projekt der städtisch geförderten, berufsbezogenen Jugendhilfe.

Im Dezember 2010 kam Angela Bauer eine ganz besondere Ehre zuteil. Christian Wulff, der damalige Bundespräsident, zeichnete Angela Bauer u.a. für das von ihr initiierte Münchner Ausbildungsrestaurant mit dem  Bundesverdienstkreuz aus.

Geehrt wurde ihr Engagement gegen soziale Ausgrenzung und für die soziale Integration benachteiligter Menschen.

Das Roecklplatz Team arbeitet laufend an neuen Ideen zur sozialen Integration. So ist das Pilotprojekt SoKo24 (Soziale und sprachliche Kompetenz in 24 Monaten) entstanden.

Das Münchner Ausbildungsrestaurant bietet seine Kompetenz nun auch anderen Gastrobetrieben an, die junge geflüchtete Menschen ausbilden möchten.

Das bedeutet, die Jugendlichen werden durch intensive Sprachkurse gefördert und der Ausbildungsbetrieb in seinen Strukturen unterstützt. Aktuell läuft das Pilotprojekt im Blitz Restaurant.


Das Roecklplatz bedankt sich bei seinen treuen Unterstützern und Wegbegleitern: Landeshauptstadt München, Gewinn-Sparverein der Sparda-Bank München e.V., Edith-Haberland-Wagner-Stiftung, Serafin Unternehmensgruppe GmbH, Baywobau, Pacha München, Vendoleo GmbH

Ohne diese Unterstützer hätte das Roecklplatz nicht entstehen können: Ans Werk e.V., Biss, Bayerische Landesbank, Wogeno

Die Ausstattung und Inneneinrichtung verdankt das Roecklplatz folgenden Spendern: Classicon, Thonet, TPACC, Zwiesel Kristallglas

Save the Date: Die große 11 Jahres Party findet am 20. Juli 2019 im Roecklplatz statt.

Noch viel mehr Aktuelles aus der kulinarischen Welt findet ihr unter Essen und Trinken

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