03.10.2015 11:41 Kalifornische Küche

Kulinarik und Philosophie im Ikarus, Hangar-7 mit Gastkoch Christopher Kostow

Gastkoch Christopher Kostow

Christopher Kostow ist Gastkoch im Oktober 2015 im Ikarus, Hangar-7 ©Helge Kirchberger Photography / Red Bull Hangar-7

Von: GFDK Redaktion

Was kann man wirklich wissen? Was ist Glück, was Schönheit? Und inwiefern gehört die Kultur zur Natur des  Menschen? Möglicherweise kann Christopher Kostow diese Fragen dank seines Abschlusses in Philosophie beantworten. Wichtiger ist jedoch: Er hat sich letzten Endes ganz der Kulinarik des Napa Valleys in Kalifornien verschrieben – und dabei für seine Küche eine bislang einzigartige Form der Klarheit erlangt.

Mit seinem Abschluss in Philosophie und keiner klassischen Ausbildung zum Koch ist Christopher Kostow nicht gerade der typische Küchenchef. Doch vielleicht liegt es gerade daran, dass er das Napa Valley aus einer tieferen, umfassenden Perspektive betrachtet. So hat Kostow eine starke Bindung zu der Umgebung seines Schaffens entwickelt und sich dabei kulinarisch wie im Leben tief in der Region verwurzelt.

Leidenschaft für Kulinarik

Obwohl Kostow schon immer eine Leidenschaft für das Kulinarische besaß, entschied er sich zunächst gegen eine Karriere in der Küche. Erst nach einem Studium der Philosophie am Hamilton College in New York stand sein weiterer Lebensweg für ihn fest.

Küche aus Kalifornien

Genau der richtige Zeitpunkt, denn bereits kurz nachdem Kostow begonnen hatte, sich ernsthaft mit der Gourmetküche zu beschäftigen, wurde Trey Foshee – gerade von der Fachzeitschrift Food & Wine als „Bester neuer Küchenchef“ prämiert – auf ihn aufmerksam. Schon nach wenigen Monaten im George’s at the Cove in San Diego bot Foshee dem damals gerade 22-jährigen Kostow die Möglichkeit, eigene Gerichte zu kreieren.

Drei Jahre darauf hatte sich Kostow in der Hierarchie nach oben gearbeitet – und begab sich auf die Reise nach Frankreich. Hierbei sei das Sterne-Restaurant Le Jardin des Sens in Montpellier als weiterer Meilenstein seines kulinarischen Werdegangs erwähnt.

Ausgezeichnet mit zwei Michelin-Sternen

Zurück in den Vereinigten Staaten, wurde Kostow in San Francisco zunächst Souschef unter der Leitung von Daniel  Humm im mehrfach ausgezeichneten Campton  Place Restaurant, anschließend Chef im Chez  TJ  im kalifornischen Mountain View. Zwei Michelin-Sterne später zog es Kostow in das Napa Valley – wo er dem The Restaurant at Meadowood prompt zwei Michelin-Sterne und sich selbst die Auszeichnung Best Chef: Pacific der James Beard Foundation erkochte. Im Jahr 2011 erhielt Kostow schließlich vom Guide Michelin drei Sterne – als zweiter amerikanischer Chef und bis dato als Drittjüngster.

Diesen Erfolg erklärt Kostow – ganz der studierte Philosoph – mit seiner Entscheidung, auf Dauer im Napa Valley bleiben zu wollen: Einmal dort angekommen, gab er sich ganz dem Leben und der Küche des Valleys hin. Mehr noch, er fühlte sich der Region und ihrer Regionalität verpflichtet, verinnerlichte die dort herrschende Lebensart und die dort gelebten Ideale und stellte seine Fähigkeiten ganz in deren Dienst. Diese Einstellung verhalf Kostow zu der vielprämierten Klarheit, durch die sich seine Küche nun auszeichnet.

Der von Kritikern gefeierte Kostow porträtiert in seinen Kreationen sein eigenes Amerika und gibt spielend leicht die einzigartige Schönheit und Reichhaltigkeit des Napa Valleys wieder. Durchdacht, persönlich und im Einklang mit der Umgebung. In Kombination mit der meisterlichen Beherrschung verschiedenster Kochtechniken gelingt es Kostow, eine authentische Reflexion des Lebens im Valley zu erschaffen – und seine Ansichten darüber einfließen zu lassen.

Gastkoch im Ikarus, Hangar 7

Ob man beim Genuss von Kostows Kreationen Antworten auf die Fragen des Lebens erhält, ist ungewiss. Sicher ist jedoch, dass man im Oktober im Hangar-7 die einzigartige kulinarische Philosophie Kostows über das Wesen des Napa Valleys erleben kann.