05.08.2014 09:25 Kulinarische Wanderung

Für Käseliebhaber: Wandern auf der Sbrinz-Route

Reisen Sbrinz Route

Über den Griespass und die Bettelalp kommen sie mit Pferden, Maultieren, Eseln und einer großen Menge Sbrinz-Käse nach Riale. © S. Nazzarro

Reisen Formazza TalReisen Riale di Formazza
Von: GFDK - Redaktion

Die letzten Etappen des historischen Säumerzugs führen durch die italienischen Täler Formazza und Antigorio nordwestlich des Lago Maggiore Am 21. August 2014 ist es wieder so weit: Dann erreichen die Sbrinz-Routen-Wanderer, die ein paar Tage zuvor im schweizerischen Sachseln gestartet sind, italienischen Boden.

Über den Griespass und die Bettelalp kommen sie mit Pferden, Maultieren, Eseln und einer großen Menge Sbrinz-Käse nach Riale. Von dort wandern sie weiter durch die beiden italienischen Täler Val Formazza und Valle Antigorio bis nach Domodossola im Herzen der Ossola-Täler nordwestlich des Lago Maggiore.

Sowohl in der Schweiz als auch in Italien gilt: Wo die Karawane durchzieht, wird sie mit einem zünftigen Fest empfangen! Oftmals haben die Dorfbewohner eigens für den hohen Wanderbesuch ihre traditionelle Tracht angelegt, es gibt Musik und leckere Erfrischungen. Und während sich auch die Tiere bei Heu und Wasser ausruhen können, wiegen die Säumer auf einer alten Waage den noch immer äußerst beliebten Sbrinz-Käse zum Verkauf ab.

Damit wird an die historische Bedeutung der Wege erinnert, über die die Sbrinz-Route führt: Als kürzeste alpenquerende Strecke von der Zentralschweiz ins italienische Piemont dienten die Säumerwege bereits im 16. Jahrhundert einem regen und überaus wichtigen Handelsaustausch zwischen beiden Ländern. Der namensgebende Sbrinz-Käse – ein köstlicher Rohmilch-Hartkäse aus der Innerschweiz – war zum damaligen Zeitpunkt ein Exportschlager, der es bis
nach Rom an die Tafel des Papstes schaffte.

Bei den heutigen Wanderungen auf der Sbrinz-Route steht nicht mehr der Handel, sondern das intensive gemeinschaftliche Natur- und Kulturerleben im Mittelpunkt. Die abwechslungsreiche Gebirgslandschaft, durch die es geht, bietet eine Flora und Fauna voller Schönheit und von bemerkenswertem Reichtum. Darüber hinaus lernen die Wanderer viele verschiedene kulturelle Traditionen sowie die kulinarischen Besonderheiten eines jeden Ortes kennen.

Während es für die ersten Etappen durch die Schweiz zwei Wegvarianten mit verschiedenen Ausgangspunkten gibt, bleibt der Abschnitt zwischen Riale und Domodossola durch die Täler Formazza und Antigorio im Großen und Ganzen unverändert. Zu den eindrucksvollsten Naturschauspielen zählt hier Europas größter Wasserfall, die „Cascata del Toce“, die sich 145 m in die Tiefe stürzt.

Darüber hinaus kommen die Wanderer unterwegs an vielen malerischen Bergdörfern vorbei und erhalten vor Ort einen guten Einblick in die traditionsreiche Walserkultur – beispielsweise im Ethnografischen Museum „Casa Forte“ in Ponte Formazza. Wer das Ganze selbst einmal ausprobieren möchte, dem bieten sich vor Ort viele Möglichkeiten. Für den sommerlichen, achttägigen Jubiläums-Zug mit seinen zahlreichen Säumerfesten vom 17. bis 24. August 2014 haben sich bereits 85 Wanderer angemeldet.

Unter der Führung von 35 Schweizer Säumern werden sie Etappe für Etappe erwandern, mit dabei sind zwei Maultiere, neun Pferde und zwölf Esel. Darüber hinaus wird in diesem Jahr vom 28. September bis 05. Oktober noch eine weitere von Säumern geführte Sbrinz-Tour angeboten – auch diese in Begleitung von Tieren, die im Übrigen stets den Rhythmus vorgeben, dem sich die Wanderer anpassen müssen. Wer die Route lieber nach eigener Lust und Laune erkunden möchte, kann dies im Rahmen diverser individueller Angebote tun (drei bis acht Tage).

Viele weitere Informationen zur Geschichte der Sbrinz-Route, zu ihren Besonderheiten und den Möglichkeiten, sie zu erwandern, erhalten Sie unter . Und unter sowie finden Sie Wissenswertes rund um die italienischen Täler Formazza und Antigorio.

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