Präsentation von Künstlern und ihren Werken

27.09.2017 Sie kann es einfach nicht lassen

GFDK - Redaktion

Sie kann es einfach nicht lassen. Schon wieder hat sie es getan, schon wieder nackt. Es gibt wohl kaum einen Ort, wo die Künstlerin nicht schon nackt aufgetreten ist. Am 22.09.2017 um 19:00 Uhr hat Milo Moiré mit ihrer Performance „Ceci n’est pas une femme nue“  ,auf deutsch: „Das ist keine nackte Frau“ in Rijeka, Kroatien das "Museum of Modern and Contemporary Art" (MMSU) eröffnen. 

Dabei spaziert Milo nackt mit der VR-Brille und Schriftzügen auf dem Körper von der Innenstadt bis ins Museum. Der Blick aus der VR-Brille wurde auf Milo’s Facebook-Seite gestreamt und kann live verfolgt und kommentiert werden.

Am Folgetag (23.Sept) hatte Milo ihre Plopegg-Painiting-Performance im Museum durchführen. Nach der Plopegg-Premiere 2014 auf der Art Cologne ist es das zweite Mal das Milo diese Performance erneut öffentlich aufführt. Die Leinwand ist mit Bildern zum Thema „Bad news travels fast“ collagiert. Dazu titelt der "Berliner Kurier" Mitten in Touri-Paradies. Milo Moiré presst wieder Eier aus ihrer Vagina.

Dazu schreibt Paul in einem Kommentar auf "heute.at"

Wir brauchen mehr Kunstförderung. Die Alternative (Ausbau der Irrenanstalten) würde uns noch mehr kosten ;-)

Zu sehen sind u.a. Erdogan, Merkel, Trump, (auf diese läßt sie ihre Eier ab) Kriegsszenen und Katastrophenbilder. Darauf presst Milo auf Leitern stehend verschieden farbgefüllte Eier nach und nach aus ihrer Vagina.

Es ist eine Gruppenausstellung mit Arbeiten von international renommierten Performancekünstler wie beispielsweise Tomislav Gotovac (CRO).

Der Skandal ist das Programm von Milo Moiré

Die Schweizerin Milo Moiré ist 34 Jahre alt und lebt in Düsseldorf. Zur "Art Cologne" 2014 reiste sie nach Köln und sorgte für einen handfesten Skandal.

Die hübsche Künstlerin und Psycholog spanisch-slowakischer Abstammung zog sich pudelnackt aus, stellte sich auf ein selbstgebasteltes Podest und legte Eier. Was das mit Kunst zu tun hat? Milo füllte sechs Eier mit Tinte und Acrylfarbe, führte sie in ihre Vagina ein und "gebar" sie. Durch das Hinunterfallen zerbrach die Schale und die Farbe spritzte auf die Leinwand.

Kann man Kunst gebären?

Nackt, auf einem Podest "gebar" sie die Farbeier auf die Leinwand
Ihre Performance zelebrierte Milo genau vor dem Gebäude, in dem die große Kölner Kunstmesse stattfindet - ohne Erlaubnis, versteht sich. Das Ergebnis nannte Moiré "The PlopEgg Painting Performance # 1 - A Birth Of a Picture" (Die PlopEier Malperformance Nr. 1 - Die Geburt eines Bildes). Für die 33-Jährige sei das Erschaffen ihrer Kunst eine "persönliche, intuitive Erfahrung", wie sie der Zeitung "Le Matin" verriet. "Ich verwende die Urquelle der Weiblichkeit, meine Vagina."

So erklärt die Künstlerin ihre Performance (Text von Elaine Abrams auf der Page der Künstlerin):


"Mühevoll verlässt das Ei den Geburtskanal der Künstlerin und zerschellt auf der Leinwand, rote Farbe fließt raus. Das nächste Ei birgt eine andere Farbe und so entsteht nach und nach, begleitet nur von lauten „Plops“, ein abstraktes Werk – archaisch, unkontrollierbar und intuitiv.

Am Schluss der fast meditativen Art-Birth-Performance wird die befleckte Leinwand zusammengeklappt, glatt gestrichen und auseinander gefaltet zu einem symmetrisch gespiegelten Bild von überraschender Farbgebung und kraftvoller weil universeller Symbolik.

Das vaginal entstehende Bild

Das unmittelbar aus der Vagina entstandene Bild setzt augenblicklich Gedankenketten frei – über die Schöpfungsangst, die symbolische Kraft des Beiläufigen und die kreative Macht der Weiblichkeit. Ein Vergleich zu wilden Assoziationen kommt auf und durch die Intensität des Gesehenen und (Mit)-Erlebten wird klar, dass die Kunst wie so oft die Körperlichkeit braucht, um sich manifestieren zu können."

Zuschauer sahen interessiert zu - aber nicht alle wegen der Kunst
Die Zuschauer zögerten nicht, ihre Handys zu zücken und fleißig mitzufilmen. Die Meinungen der Zuschauer waren geteilt. Eine Dame machte sich laut "20 Minuten" Sorgen, wegen des Platzes, den sechs Eier bräuchten. Andere wandten sich angeekelt ab. Viele sahen gespannt zu, allerdings nur ein Teil der eifrigen Zaungäste war auch an der Kunst interessiert.

Moiré hat kein Problem mit Nacktheit, im Gegenteil. Vor einem Jahr (er)regte sie die Düsseldorfer auf, als sie nackt Straßenbahn fuhr.

Kunstexperten sind übrigens nicht aus dem Häuschen wegen des Bildes. Seit Nitschs Blut-Schüttbildern in den 60ern echauffiert sich in der Kunstszene niemand mehr wegen Körperflüssigkeiten und ähnlichem.

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27.09.2017 Bilder über die Einsamkeit der heutigen Menschen

Paulina Sadowska/GFDK

"Die Realität einzufangen, um sie dann still zu legen, um sie zu überraschen an der Grenze ihres Doppelgängers.” Jean Baudrillard

Wenn man sich Gedanken über das Bildnis der heutigen, zeitgenössischen Kunst macht, dann sollte man bemerken, daß außer den traditionellen plastischen Techniken audiovisuelle Arbeiten derzeit einen Boom erleben.

Die visuellen Medien wurden zu einem wichtigen künstlerischen Werkzeug, welches das Schaffen von sowohl einfacheren wie auch visuell und narrativ sehr komplizierten Kunstwerke erlaubt. Manche Realisationen der zeitgenössischen Künstler grenzen schon an artistische oder Unterhaltungsfilme und sind diesen hinsichtlich Qualität oder Produktionsaufwand nicht unterlegen.


Neben herausragenden in Galerien präsentierten Werken, enstehen auch Werke mit einem niedrigen künstlerischen Anspruch, die man für billigere Marktwerbung benützt. Und gerade solche unprofessionelle und banale Digitalfotos faszinierten die junge, polnische Malerin Aga Migdalek. Die Künstlerin schuf eine Reihe von Gemälden basierend auf Stock-Photography, welche Werbezwecken von mobilen und kabellosen Geräten dienen sollte.

Von den Leinwänden Migdaleks lächeln uns Kinder, die Playstation oder Computer Games spielen, zu. Jugendliche vertieft in die Musik ihrer MP-3 Player und auf die Bildschirme ihrer Laptops schauend, merken nicht einmal, dass neben ihnen niemand ist.


In Wirklichkeit sind die Gemälde Aga Migdaleks Bilder über die Einsamkeit der heutigen Menschen, welche versunken im Netz der virtuellen Realität nicht fähig sind Beziehungen zu anderen Menschen außerhalb dieser zu pflegen.

Die Bekannten und Freunde aus dem Internet und den sozialen Netzwerken sind greifbarer als ein an uns vorbeigehender Mensch auf der Straße. Damit er unseren virtuellen Lebensraum nicht überschreitet, sollte man sich von ihm mit hochqualitativen Kopfhörern abgrenzen.

Gerade diese Versenkung in eine unreale, künstlich generierte Welt ist eine Bestätigung der Worte des französische Soziologen und Philosophen Jean Baudrillard: „Wir leben in einer Welt der Simulation, in welcher es das Höchste ist die Realität auszulöschen und gleichzeitig ihr Verschwinden zu verstecken”.


Von dieser Theorie fasziniert zeigt Aga Migdalek auf wunderbare Weise die Diskrepanz zwischen der Fülle des Lebens im Netz, welches sich auf der intellektuellen und Fantasieebene abspielt, und der visuellen Leere, der Einsamkeit und der Deformation des natürlichen Bedürfnisses nach menschlicher Nähe.

Um diese Entwurzelung der Emotionalität in der Epoche der globaler Kommunikation verstärkt zu zeigen manipuliert Migdalek die Stock-Fotos und deformiert sie mit einfachen Photoshop Filtern. Auf diese Weise verliert sie den Realismus zugunsten des Effektes schnipselartiger, koloristischer Abstufung.

Zusätzlich verzerrt sie die Fläche in den Raum und vermittelt dadurch den Eindruck von schizophrenen Erscheinungen, welche die künstlich glückliche Welt der billigen Fotos zerschlagen. Die Künstlerin tut das bewußt und mit voller Absicht um die tiefe Leere und Sinnlosigkeit jener Scheinwelt zu zeigen.


Paulina Sadowska

Galerie Sandhofer
Claudiastr 10
6020 Innsbruck
Austria

Tel: +43-(0)650-7283828

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www: www.galerie-sandhofer.com

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27.09.2017 komplexe und doppelbödige Malereien

GFDK - Redaktion

Malerei von Bernd Selle. An einem unbestimmten Ort erhebt sich im Dunkel der Nacht ein gläserner Kubus. Das Leuchten der Sterne, des Mondes und der Schimmer einer Horizontlinie dringen in dieses in grelles Neonlicht getauchte surreale Szenario eines "Gewächshauses".

Eine in Resignation versunkene Dame, deren Oberkörper auf einem Sockel angewachsen zu sein scheint, ist umgeben von floralen Fromen, die sich windend und kriechend in einer Art metamorphosen Verwnadlung zu befinden scheinen.

Gefangen im eigenen Ich, gefangen in jenem Glaskasten und völlig allein in einer weiten Ebene wird das ganze Szenario durchdrungen von einer gewissen Spiritualität, die an Caspar David Friedrich erinnern läßt.

Andere Malereien von Bernd Selle wiederum, denen ebenfalls ein eigener Zauber innezuwohnen scheint, rücken Szenen und Personen, welche der Welt des Varietés und der poetischen Bühnenwelt zu entstammen scheinen, in das Zentrum des Bildes: Zauberer, Artisten, Musiker - spirituelle Typen -, die in ihrer eigenen Stimmungslage gefasst sind.

Inspirationsquellen Selles sind dabei traditionelle wie zeitgenössische Positionen der Malerei - Caravaggio, Tizian, Beckmann und Baselitz beispielsweise -, Bilder des Films, die der künstlerischen Fotografie sowie Assoziationen zu Musik und Beobachtungen von Szenen oder Gegenständen, welche dem Künstler im Alltag plötzlich überraschend "gegenüberstehen".

Dies verschmilzt zu inneren Vorstellungsbildern, die meist in halbwachen Phasen "eintreten"; in kleinen Skizzen festgehalten werden, welche die Grundidee des Bildes formulieren; vergrößert auf der Leinwand sind sie Ausgangspunkt des Malens, das dynamisch und spielerisch gehandhabt spontanen Einfällen auf der Leinwand nachgeht.

Dabei entstehen komplexe und doppelbödige Malereien, die ein thematisch weit gefächertes Spektrum offenbaren: Schönheit, Geisterhaft- Dämonisches, Verzaubertes, Skurriles, Humoristisches vereinen sich in einer pastosen lustvoll - leidenschaftilichen Malerei, die sich sowohl den Erscheinungen der Realität als auch der Malerei an sich - Form und Farbe - verpflichtet fühlt.

 

galerie gerken, Tanja Gerken
Linienstraße 217, 10119 Berlin
Tuesday - Saturday, 12 - 6 pm
info@galerie-gerken.de
www.galerie-gerken.de
Tel.: +49 (0) 30 978 940 66
Fax: +49 (0) 30 978 940 67

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18.09.2017 Faszination für Japan

Die Faszination für Japan kann man den Arbeiten von Georg Matthes anmerken. Seine Bildsprache und die Ästhetik lassen sich wie eine Biographie lesen. Matthes Wurzeln sind spürbar in der Manga-Welt zu finden. 1972, nach seinem Umzug nach Japan, beginnt er seine Ausbildung bei Ishinomori Shotaro zum Cartoon Zeichner.

In den darauf folgenden Jahren macht er sich in Japan einen Namen als Zeichner mit regelmäßigen Karikaturen und Artikeln in der größten überregionalen Tageszeitung „Yomiuri“.

Der Japanspezialist begibt sich parallel dazu auch in das Filmmetier: er ist als Moderator und Schauspieler im japanischen Fernsehen vor und als Produzent hinter der Kamera aktiv.

Der gebürtige Düsseldorfer startet eine eigene Videoproduktion für modernes Ballett. Die Tanzwelt wird ihn lange Zeit beschäftigen. Bis heute hat er mehr als 450 Tanzfilme und Filme von Bühnenaufführungen geschaffen.

Seit den 80er Jahren verarbeitet er die Tanzeindrücke nicht nur filmisch sondern auch zeichnerisch in seinen Mangas (Cartoons) und fotografisch. Die Bewegung des Films kombiniert der 1942 geborene Künstler mit der Farbigkeit und den grafischen Elementen aus seiner Manga-Zeit. So hat er seinen eigenen Stil entwickelt, der zugleich plakativ wie auch leicht ist.

Seit 1996 ist Georg Matthes zumindest teilweise wieder zurück in Deutschland mit Ausstellungen unter anderem im Ludwig Forum Aachen, dem Staatlichen Museum in St. Petersburg, Tivat Montenegro und zahlreichen internationalen Galerien.

Aber Japan ist nicht vergessen. Er produziert Dokumentarfilme über Japan, japanische Ballettaufführungen im Tanzhaus NRW, Düsseldorf, Rockkonzerte zum Japanjahr in Düsseldorf und unterrichtet Jugendliche in der Kunst des Mangazeichnens.

Die Ausstellung in der Galerie Nero zeigte Fotos von Tanz und Theater sowie Videostills aus Matthes Videoproduktionen.

Vertreten wird der Künstler von der Galerie Nero, Wiesbaden www.galerie-nero.de

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15.09.2017 Thema weibliche Körperlichkeit

GFDK - Paulina Sadowska

Die Kunst des XX. Jahrhunderts hat sich nach dem Trauma der zwei Weltkriege wie niemals zuvor auf das Thema der Diskriminierung von Individuen und sozialen Gruppen konzentriert. Gerade in 70er-Jahren fanden die ersten artistischen Aktionen von Frauen statt.

Obwohl die Bewegung der Suffragetten ihre Aktivitäten schon in der ersten Hälfte der XIX. Jahrhunderts begann, sind die Frauenrechte faktisch erst nach dem I. Weltkrieg anerkannt worden.

Den echten Beginn der Adaptierung der weiblichen emanzipatorischen Errungenschaften zeichneten allerdings die Performances der 70er-Jahre des XX. Jahrhunderts u.a. die der Österreicherin Valie Export und der Kubanerin Ana Mendieta.

Eben diese Künstlerinnen erhoben in ihrem Schaffen die weibliche Körperlichkeit zum Thema, das vorher bei der patriarchalischen Gesellschaft lediglich gegenständlich zugegen war.

Obwohl seit dem Erscheinen der ersten emanzipierten Künstlerinnen so viele Jahre vergangen sind, ist das Thema des weiblichen Körpers noch immer ein Explorationsfeld für ihre Nachfolgerinnen.

Mit dieser Thematik korrespondiert die neueste Ausstellung in der Galerie Sandhofer, welche die Werke der jungen, polnischen Malerin Agnieszka Borkowska zeigt.

Ihre Bilder sind auf ihre Art und Weise ein malerisches Notizbuch, das Frauen in banalen alltäglichen Situationen zeigt, welche ein Vorwand sind um versteckten Emotionen zu offenbaren.

Eingefangen in den Sequenzen auf Borkowskas Leinwänden sind die Heldinnen junge selbstbewusste Frauen. Sie rauchen Zigaretten, sitzen in relaxten Posen mit Sicht auf ihre Unterwäsche. Sie scheinen nicht befangen durch die Frivolität der Posen oder gar ihre Nacktheit.

Sie sind in ihre Gedanken versunken, und ihr Blick richtet sich auf eine unbestimmte Stelle. Sogar wenn sie den Zuschauer direkt anblicken, scheinen sie mehr sich selbst zu betrachten und den Beobachter beachten sie nicht.

Diese Abkehr ins Innere wird durch den sauberen aus flachen abstrakten Flächen komponierten Hintergrund betont. Die weiblichen Gestalten sind aus der ihnen bestimmten Dimension „ausgeschnitten“.

Sie ist entbehrlich, weil die Heldinnen Borkowskas sich selbst von ihrer Umgebung abgeschnitten haben. Der Verzicht auf einen realistischen Hintergrund erlaubt uns sich auf die porträtierten Frauen zu konzentrieren.

Wie Egon Schiele betont Borkowska ihre Sexualität, deutlich markiert sie die intimen Stellen, die unter den zarten Kleidungsstoffen durchscheinen. Diese Schaustellungen sind um einiges sinnlicher als solche, die fast nackte Körper zeigen, ähnlich wie in Die bekleidete Maja von Francisco de Goya.

Die Nacktheit in Borkowskas Bilder scheint eine symbolische Funktion zu erfüllen. Die Künstlerin multipliziert die porträtierten Frauen und erreicht damit den Effekt der Surrealität. Das mehrfache Vorzeigen von derselben Person ist wie ein Spiegelbild.

Sehr deutlich sieht man das auf dem Bild, das ein dreifaches Frauenporträt in weißem Kleid zeigt. Es ist für uns schwer zu unterscheiden, welche der Gestalten die Spiegelung und welche die sich anschauende ist.

So wie es auch einer Frau selbst schwer fällt ihre zwei mit sich kämpfende Naturen in Einklang zu bringen – die eine erfüllt von Ruhe und Freude, die andere die voll von Rastlosigkeit und Begehren.

Die geschwind geschriebenen, und danach verwischten Inschriften unterstreichen den Kampf mit diesen konträren Emotionen. Schwer zu lesen, weil die Worte oft übereinander geschrieben wurden, sind sie der Schlüssel zu den versunkenen Gedanken der Frauen.

Auch auf dem Bild auf dem man ein dunkelhaariges hockendes Mädchen sieht, entziffern wir unter ihr die schwer lesbare Aufschrift: „tyle lat razem i nic...“. „ so viele Jahre zusammen und nichts....“.

Paulina Sadowska

Galerie Sandhofer

Claudiastrasse 10, A-6020 Innsbruck

Tel: +43-650-7283828

mail@galerie-sandhofer.com

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10.09.2017 Galerie Adler präsenterte Susanna Majuri

GFDK - Galerie Adler

„Das Wasser ist ausserordentlich bemerkenswert. Es trägt Koerper. Wasser ist Farbe. Meine Hauptcharaktere prüfen die verschiedenen Möglichkeiten der Existenz. Luft wird zu einem Wasserlauf. Ist da ein Licht, ein Weg?“ (Susanna Majuri, 2008)

„Ich begebe mich bei diesen Shootings in eine fiktive Realität. Mein Herz schlägt schneller, wenn ich die Anwesenheit von Überraschungen fühle. Du bist verliebt, hast dich aber trotzdem von dem Kanal verabschiedet.

Du vergisst das Schiff und es sinkt.“Geschichten sind etwas Wunderbares! Man kann in ihnen versinken, eine andere Gestalt annehmen und dennoch steckt in jedem Märchen ein Fünkchen Wahrheit. Die finnische Fotokünstlerin Susanna Majuri (*1978) ist die Geschichtenerzählerin des Nordens und in ihren Gedanken ist sie dabei stets in Island, dem Land ihrer Träume.

Die wunderliche Insel mit ihren Gletschern, Wasserfällen und Geysiren hat es ihr schon lange angetan. Die Ideen für ihre Arbeiten kommen aus dem Land der Märchen, Fabeln, Geschichten und der Musik.

Ihre Impressionen verknüpft Majuri dann zu Bildergalerien ihres eigenen Lebens und ihrer eigenen Gefühle. Susanna Majuri porträtiert Menschen in Island, Dänemark, Norwegen und Schweden, denn wenn es nach Majuri geht, steckt in allen nordischen Ländern ein Stück Island.

Diese landschaftlichen Gemeinsamkeiten begeistern Susanna Majuri genauso wie die Sprachenvielfalt, die in diesen Ländern vorherrscht. So gibt sie ihren Arbeiten auch stets Titel in verschiedenen Sprachen, denn diese sollen verschiedene Zugänge zu den Bildern ermöglichen.

Man könnte auch sagen, dass Majuri Geschichten illustriert, so als seien sie Bilder einer gemeinsamen Sprache aller nordischen Länder. Selbstverständlich sind ihre Bilder reine Fiktion, so wie Menschen die Geschichten über ihr Leben erzählen. Und doch hat man teilweise den Eindruck, einigen Gestalten aus den Märchenbüchern der Gebrüder Grimm, von Hans Christian Andersen oder Selma Lagerlof zu begegnen.

Die Fotografien gleichen Filmstills, die aus einem Märchenfilm, einem Thriller oder einer unglücklichen Romanze stammen könnten. Dies zeigt das enorme narrative Potential, welches ihre Arbeiten genauso auszeichnet wie das Gespür für Komposition und Inszenierung.

In den Fotografien außerhalb des Wassers erschafft sie Panoramen, welche die Gemütszustände und Gefühle der Figuren transportieren, und das obwohl sie uns nie ihre Gesichter zeigen. Ihr mysteriöses Verhalten scheint der Landschaft eine tiefe emotionale Bedeutung zu geben. Das Wasser kann dabei schützend und einladend sein, aber auch verschlingend und bedrohlich.

Für ihre neueren Arbeiten hat Susanna Majuri bis zu sechs Meter breite und mit Motiven bedruckte Wachsstoffe produziert, die sie dann auf den Grund eines Schwimmbades herablässt. Ihre Modelle tauchen dann hinab und Susanna Majuri wird zur Regisseurin. In diesen Szenarien geht es ihr nicht um die Hintergründe als vielmehr um die geheimen Geschichten, die ihre Mädchen in sich tragen.

In ihren Fotografien zeigt sie das gesamte Spektrum des Mädchenseins, von der Schwester zur Freundin und zur Geliebten, meist porträtiert im Moment der eigenen Körpererfahrung. Die Protagonistinnen spielen stets eine dualistische Rolle, sie sind Heldinnen der Geschichte und Objekte sexueller Begierde zugleich.

Die Modelle sind nur leicht bekleidet, erscheinen oft bewusstlos, vielleicht sogar tot. Sie werden von den dunklen Strömen des Meeres umspült oder werden von der kristallinen Transparenz eines Schwimmbades umgeben. Das Wasser wird hier auch zum Ort der Gefahr, an dem die Protagonistinnen schwerelos werden und ihnen keine Luft zum Atmen bleibt.

Majuri lässt die Körper verschwimmen und die Wasseroberfläche erscheint wie von Pinselstrichen erschaffen. Sie nutzt das Wasser als sei es Farbe und setzt es mit seiner absorbierenden und metaphorischen Dimension sehr bewusst ein.

All die seltsamen Geschichten, die Sehnsüchte und verborgenen Geheimnisse verdichtet Susanna Majuri zu Bildatmosphären, die uns bei aller Märchenhaftigkeit dennoch plausibel erscheinen. Schließlich übernimmt der Betrachter den abschließenden Teil des Geschichtenerzählers, denn er ist es, der mit seinen eigenen Projektionen die „Geschichten des Nordens“ zum Leben erweckt.

„Ich möchte zeigen, dass man Fantastisches auch ganz in der Nähe finden kann. Fiktion vermischt sich mit unserem Leben. Die Fantasie ist in Wirklichkeit gegenwärtig.“

Galerie ADLER Frankfurt am Main  

Hanauer Landstraße 134

60314 Frankfurt a. M.,

Germany

tel  +49-69-43053962

mail@remove-this.galerieadler.com

 

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10.09.2017 fokussiert sich auf das Wesentliche

GFDK - Redaktion

Man fühlt in der Ausstellung förmlich den Einfluss des Spanischen Barock.In dieser Schaffensperiode von Sala Lieber wirkt alles reduzierter und strenger.Man Spürt die Macht der Katholischen Kirche in der damaligen Zeit.

Alles Überflüssige wird weggelassen, so können die Figuren eine maximale Präsenz und Dominanz ausüben. Die Darstellung beschränkt sich auf das Nötigste und fokussiert sich auf das Wesentliche.

In der "Mitternachtsfütterung" lockert die Künstlerin diese Strenge auf, mit einem fürsorglichen Mann in der Hauptrolle, der spät in die nacht seinen Sprössling füttert.

Damit die Bilder Ihre Wirkung optimal entfalten können wurden alle Wände der Galerie grau gestrichen. Falls die Besucher der Ausstellung Lust haben, könne Sie mit lila, schwarzen oder Roten Kleidern zu dem Gesamtbild beitragen.

Kontakt: mail@remove-this.salalieber.com

Sala Lieber - Vita

 * 11.03.1980 in Budapest (Ungarn)

1999-2001 Kunstakademie Dresden, Studium der freien Malerei,

Prof. Elke Hoppfe, Prof. Siegfried Klotz, Prof. Max Uhlig

2001-2005 Kunstakademie Düsseldorf,

Prof. Jörg Immendorff, Prof. G. Merz, Prof. H. Brandl

Februar 2006 Abschluss mit Akademiebrief, Meisterschülerin bei Prof. H. Brandl

Gaststudentin bei Karin Kneffel, Bremen

Ausstellungen (Auswahl)

2011       "Blackout" Einzelausstellung Art Galerie7 Köln

               Gruppenausstellung mit Künstlern der Galerie Klose, in der OS Galerie

               in Südkorea

               Gruppenausstellung"Weibsbilder"Galerie Klose, Essen

               Gruppenausstellung, Galerie Voigt, Nürnberg

               Art Karlsruhe, A.Cerny, und Art Galerie7

               ART Innsbruck, Galerie Klose

               Einzelausstellung"Save Water, Drink Wine" Cerny&Partner, Wiesbaden

               Große Kunstausstellung NRW Forum Düsseldorf, im Museum Kunstpallast

 

2010       Gruppenausstellung Samuelis Baumgarte Galerie, Bielefeld

               Gruppenausstellung Christian Marx Galerie, Düsseldorf

               Gruppenausstellung"Weibsbilder" Galerie Kose, Essen

               Einzelausstellung, Art Galerie7, Köln

               Art Fair, Köln mit der Art Galerie7

               Kunstsalon, Kunstmesse Berlin, mit der Galerie Christian Marx

               Einzelausstellung Kunstverein Aurich

               Kunstmesse KIAF, mit der Galerie Klose, Südkorea

               Einzelausstellung, Kunstverein Heinsberg

               "Reich sein" Gruppenausstellung Künstlerverein Walkmühle,

               Wiesbaden

               Einzelausstellung in der Fördergesellschaft zeitgenössischer Kunst

               (Katalog), Essen

               Große Kunstausstellung NRW Forum Düsseldorf, im Museum Kunstpalast

 

2009        Coutlog Internationale, Paris

               Einzelausstellung Galerie Schriever, Köln

               Art Karlsruhe mit Art Galerie7, Art Fair mit Galerie Schriever,

 

2008       Art Karlsruhe

               Große Kunstausstellung, NRW Forum Düsseldorf

               Im Museum Kunstpalast, Gruppenausstellung in Mykonos/Grichenland,

               Gruppenausstellung im Art Galerie 7. Art Fair, Köln

 

2007       „Eine Woche Junge Kunst“ Gruppenausstellung, Köln, mit Katalog

               Einzelausstellung Schloss Neersen, Stadt Willich

               Art Fair, Köln

               Jam Art, Palma de Mallorca, Spanien

               „Düsseldorfer Schule“ Gruppenausstellung, Art Galerie 7

               Art Karlsruhe bei Galerie Blaeser, One Man Show

 

2006       Dezember, Benefiz Versteigerung in der K21 in Düsseldorf

               „Neue Werke auf Papier“ Einzelausstellung bei Galerie Edition  

                Kunstwerk, Düsseldorf

               „Eine Woche Junge Kunst“ Gruppenausstellung, Köln, mit Katalog

               St. Petersburger Grafikbiennale, Russland

 

2005       Gruppenausstellung Galerie Jürgen Kalthof, Essen

Preise

2010       ZVAB-Phönix Kunstpreis, Finalistin

2008       Kaiserswerther Kunstpreis

2008       Förderpreis der NRW Forum, Düsseldorf, Museum Kunstpalast

2005       Kunststipendium Schneider-Stiftung, Düsseldorf

2003       Teilnahme an dem internationalen BBB Berliner Buddy Bären Projekt, Berlin

1998       Erster Preis Desi, Ungarn

1995       Erster Preis nationaler Malwettbewerb  Budapest, Ungarn

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04.09.2017 Verborgenes, Ungelebtes, Vertuscht- und Verschleiertes

GFDK - Olaf Nenninger

Mit der Serie Claudias Welt greift dirkson ein Thema auf welches immer wieder in seinen Arbeiten auftaucht! -"Unsere dunkle Seite" . Verborgenes, Ungelebtes, Vertuscht- und Verschleiertes.


Mit einem Augenzwinkern zerrt er die deutsche Sauberfrau "Claudia" an die Front, uns zu zeigen und uns daran zu erinnern wer wir wirklich sind.

dirkson's Bilder sind in ihrer Farbigkeit sehr intensiv. Dennoch spürt man beim Betrachten unwillkürlich eine gewisse Distanz. Auf den Fotografien in Verbindung mit Acrylfarbe werden die geschossenen Objekte aus ihren nur noch erahnbaren Kontext gerissen. Das so völlig anders Präsentierte lässt damit auch einen anderen Blick zu. Die Folge ist, dass man beginnt, genauer hinzusehen.

Durch dirkson's Arbeiten geschieht genau das, was Kunst in ihrem Anspruch im Sinn hat: nämlich die Automatismen unserer alltägliche Wahrnehmung zu brechen, die Gegenstände wieder sichtbar zu machen, indem der Künstler (oder das Kunstwerk) die Dinge da draußen verfremdet.

Es ist eine Art der Freudschen Unheimlichkeit, die dirkson in seine Bilder einschreibt. Wenn man von Unheimlichkeiten spricht, dann meint man die Momente in den Bildern, die so geheimnisvoll, verborgen und unergründlich sind, dass sie unsere ganze Aufmerksamkeit gefangen nehmen.

dirkson's Figuren machen glauben, dass sie sich absolut nicht für ihre Betrachter interessieren. Ihre Körper gehen auf Distanz, versuchen befremdlich zu wirken, aber gerade diese zur Schau getragene Fremdheit führt uns wieder zu den eigentlichen Dingen zurück.

(Laudatio von Olaf Nenninger)

 

Bilder: Claudias welt, 2005, Collage, 17 x 24 cm

Atelier dirkson

Dirk Stegmeyer

Danzigerstraße 47

10435 Berlin

 

030-42 80 34 81

0179-693 88 11

www.dirkson.de

info@remove-this.dirkson.de

Vita dirkson

1970 in Köln geboren, wuchs dirkson am Tegernsee in Oberbayern auf. Er studierte Industrial Design an der Fachhochschule für Gestaltung München. 1996 erhielt er den Bayrischen Designförderpreis. Es folgten zahlreiche Ausstellungen seiner Arbeiten in München, Köln, Weimar, Bielefeld, Potsdam und Berlin.Heute lebt und arbeitet er als freier Maler und Gestalter in Berlin.

Ausstellungen

 

2009 „Strahl dich aus“ Galerie Baumgarte, Bielefeld

2007 Einzelaustellung, Galerie Tornado / Berlin

2007 Gruppenausstellung, Ausstellungsraum Jürgen Bahr / Köln

2006 Gruppenausstellung, Galerie Kuckucksnest / Berlin

2006 Gruppenausstellung, Ausstellungsraum Jürgen Bahr / Köln

2006 Ausstellung Departmentstore Q206 / Berlin

2006 Wandmalerei Kidsclup, Grandhotel Heiligendamm

2005 Gruppenausstellung, InterArte / Berlin

2005 Einzelausstellung, Galerie Tornado / Berlin

2005 Teilnahme am 3. Designmai / Berlin

2004 Gruppenausstellung, Kunstbehandlung / München

2004 Einzelausstellung, Cafe November / Berlin

2004 Gruppenausstellung, Stiftung Starcke / Berlin

2004 Ankauf durch DRK Klinik Westend / Berlin

2004 Ankäufe durch Comdirekt Private Finance / Berlin

2003 Gruppenausstellung, Ausstellungsraum Jürgen Bahr / Köln

2003 Einzelausstellung, Dermot O'Dyna / Berlin

2003 Gruppenausstellung, Ausstellungsraum Jürgen Bahr / Köln

2002 Einzelausstellung, Ausstellungsraum Jürgen Bahr / Köln

2002 Einzelausstellung, Galerie Markt 21/ Weimar

2001 Einzelausstellung, Promotion Impact / Berlin

2001 Einzelausstellung, Delicut / Berlin

2001 Gruppenausstellung, Pixel Park/ Berlin

2001 Gruppenausstellung, Galerie Frameless / Berlin

2001 Gruppenausstellung, Stiftung Starke / Berlin Grunewald

2001 Gruppenausstellung, Galerie Anton / Berlin

2001 Einzelausstellung, LSVD / Berlin

2001 Einzelausstellung, Galerie Moving ART / Berlin Mitte

2000 Einzelausstellung, Galerie Kuckucksnest / Berlin

2000 Gruppenausstellung, Galerie Kunst-Stück/ Berlin

2000 Einzelausstellung, Erdbeerbar / Berlin

1997 Einzelausstellung, Atlantis Travel / München

1998 Einzelausstellung, Freudenhaus Optik / München

1998 Gruppenausstellung, Kunstpark Ost / München

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04.09.2017 kein Mann der großen Worte

GFDK/ Atelier Jungwirth

Der 1955 in Wels geborene Fotograf Josef Hoflehner ist kein Mann der großen Worte, viel lieber lässt er seine Bilder sprechen. Mit zwanzig Jahren erwarb er eine Kamera und bald fotografierte und experimentierte er immer leidenschaftlicher. Nach dem Abschluss einer Hotelfachschule machte er sich als Fotograf selbstständig.

Es folgten die ersten Auszeichnungen, die eine künstlerische Karriere zu einer realistischen Option machten. Seit 2005 stoßen seine minimalistischen und doch dramatischen Aufnahmen von Landschaften, Architekturen und Objekten international auf großes Interesse.

Nie war das Schroffe und Abweisende, das Spröde und scheinbar Unbedeutende attraktiver und interessanter als in den ruhigen und konzentrierten Auseinandersetzungen, die Hoflehner mit der Landschaft, mit dem Himmel, mit Gebäuden oder – in seiner Serie „Jet Airliner“ – mit Flugzeugen führt.

2007 wurde er zum Nature Photographer of the year gewählt. Seine Fotografien sind meist schwarzweiß, auf das Wesentlichste reduziert und daher auch ungemein markant. Sie lassen dem Betrachter viel Platz für eigene Interpretationen und laden zur Diskussion ein.

Hoflehner setzt wie kein zweiter das Mittel der Kontraste ein, fast scheint es, als würde es in seinen Bildern nur das eine oder das andere geben, das Weiße und das Schwarze. „Josef Hoflehner nimmt eine Landschaft und verwandelt sie in Kunst“, schrieb die britische Journalistin Elizabeth Roberts.

In zahlreichen Büchern wie „Frozen History“ und „Unleashed“ und in Einzelausstellungen, zuletzt in Los Angeles, New York, Paris und Salzburg, zeigt er, dass es auch ohne üppige Farben oder spektakuläre Close-ups von Stars geht.

Seine Bilder finden sich mittlerweile in wichtigen privaten und öffentlichen Sammlungen. Für die sich ausbreitende Bekanntheit des Österreichers ist auch sein Engagement im Social Web mit verantwortlich. Zuerst über einen Blog, mittlerweile vor allem über Facebook publiziert er seine Bilder, auch hier wieder ohne große Zusatzerklärungen. Rund 8.000 Fans hat seine Seite bereits und es werden täglich mehr.

Wer Hoflehners vielgerühmte Aufnahmen aus der Serie „Jet Airliner“ sowie insgesamt 43 Bilder aus allen Teilen der Welt sehen wollte, war ab Anfang Oktober im Atelier Jungwirth in Graz an der richtigen Adresse. Es war dies die erste Ausstellung im Atelier mit Arbeiten eines österreichischen Fotografen – und es war dies zweifellos eine würdige Premiere.

Der Künstler war zur Eröffnung  im Atelier Jungwirth am 1. Oktober 2011 um 11 Uhr anwesend sein und stand  für Interviews gerne zur Verfügung.

Bitte folgenden Bildcredit zu verwenden: atelierjungwirth.com/ Josef Hoflehner

Alle ausgestellten Bilder können erworben werden.

 

Die Ausstellung von Josef Hoflehner war am  4. Oktober 2011 bis 14. Jänner 2012 zu sehen.

Atelier Jungwirth, Opernring 12, 8010 Graz, +43.316.815505

www.atelierjungwirth.com

 

Bücher von Josef Hoflehner: ZNZ (2011). Unleashed 3 (2010). China (2009). Jet Airliner (2009). Nine (2008). Li River (2008). Unleashed Two (2007). Iceland (2006). Yemen (2006). Unleashed (2005). Gegendum (2004). Frozen History (2003). Southern Ocean (2002)

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04.09.2017 inszenieren Räume und Situationen

GFDK - Artpark

Passend zur dunklen Jahreszeit präsentieren unter dem Titel "Das Helle im Dunkel – Zwei Lichtgestalten aus Österreich" Christoph Luckeneder und Manfred Kielnhofer aus Linz/Österreich ihre Lichtgestalten. Beide Künstler beziehen in ihrer Arbeit das Umfeld mit ein und inszenieren Räume und Situationen so, dass man Objekte, Architektur und Natur anders wahrnehmen und neu entdecken kann.

Die zeitlichen Wächter
Der umsichtige und vielseitige Medien- und Lichtkünstler Manfred Kielnhofer bestätigt mit seinen zeitlosen Installationen „Die Wächter der Zeit“, dass die Menschheit seit jeher aus historischen und mystischen Gründen Beschützer hat. Nur sind die Menschen manchmal die größte Gefahr für sich.

Kielnhofer fasst dieses Vorlangen nach Geborgenheit in jeder Phase gut auf und zeigt durch seine Werke sehr viel Verständnis für die aktuellen, wie historischen Befindlichkeiten seiner Umgebung. Mit gekonnten Licht- und unterschiedlichen Materialkombinationen bestechen seine Arbeiten.
Von Alexander Lass

Manfred Kielnhofer ist ein vielseitiger Künstler, er fotografiert und betätigt sich als Bildhauer im selben Ausmaß. Vor allem die letzten drei Jahre waren fruchtbar, er beschäftigte sich mit der Methode der
Polyesterskulptur und fand zu außergewöhnlichen Lösungen. Seine Faltenwürfe erinnern an mittelalterliche Madonnen in neuem Gewand. Timeguards nannte er die erste Serie, Spiritguards gesellten sich dazu. Ob Mumie oder Pieta, der Tod scheint in allen seinen Skulpturen eine Allgegenwärtigkeit zu sein.


Beinahe kontrapunktisch seine Fotografie: Akt der stilvollen Art, als Kalender 2010 ediert, ästhetisch und dennoch künstlerisch. Er begnügt sich nicht mit dem bloßen Akt eines Hamilton, ihn interessiert vor allem die Spiegelung. Dazu kommt die Malerei, überbordend auf der einen, diszipliniert auf der anderen Seite, abstrakt das eine, gegenständlich das andere. Er scheint mit allen Stilmitteln zu spielen und sein Publikum immer wieder verblüffen zu wollen.
Text: Dr. Thomas Seywald


Christoph Luckeneder
Den hier abgebildeten Saguaro-Kaktus mit der wissenschaftlichen Bezeichnung “Carnegiea gigantea” habe ich im Jahre 1992 im Saguaro-Nationalpark im Südwesten der USA fotografiert. Seither begleitet er mich durch mein künstlerisches Leben. Bei dieser Reise in eine der unwirtlichsten Gegenden unseres Planeten erblickte ich sie zum ersten Mal, die „Giganten der Wüste“.


Vom ersten Aufeinandertreffen an übten sie auf mich eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Ich gehöre nicht zu den den leidenschaftlichen Kakteen-Sammlern, es war aber eine Art Respekt, die in mir ausgelöst wurde, der Respekt vor einem Lebewesen, das der feindlichen Umgebung trotzt.

Ein Kaktus kann nicht verdorren, dazu ist sein Bau viel zu ausgeklügelt, er kann schlechtestenfalls ersäufen. Er zeigt es  seinen Feinden mit den Stacheln, die ihm eine perfekte Rüstung sind. Mit seinem inneren Feuchtigkeitsgehalt (bis zu 5 Tonnen Wasser) ist er vielen Lebewesen ein Retter in der Not.


Seine Früchte sind nahrhaft und erfrischend. Und er hat eine hohe Lebenserwartung, bis zu 200 Jahre, sofern er nicht den vielen Gefahren, die ihm durch Mensch und Tier widerfahren, erlegen ist. Was mich von Anfang an an diesen Geschöpfen faszinierte, war der symbolische Charakter, den sie ausstrahlten, dieser herbe Charme. Wie man sich in so einer feindlichen Umgebung behaupten kann, aus dieser sogar einen Nutzen für sich und seine Umgebung erzielt, das zeugt auch von einer gewissen sozialen Intelligenz.


Und es war sozusagen ein Fingerzeig, ein „stechender“ Appell, sich dem Diktat der heutigen Gesellschaft zu widersetzen, zu trotzen, sich nicht dem Mainstream von Genuss und geistiger Öde hinzugeben.
Damals schon hat sich die Idee in mir verfestigt, den Kaktus als Symbol, als Metapher für die gesellschaftlichen Auswüchse unserer Zeit einzusetzen.

Die Frage war bloss wann und wie. Wie kann man einen Kaktus erschaffen mit Mitteln, die ihn verfremden, die ihn aber auch als glaubhafte Metapher darstellen lassen? Erst als ich mich eingehend mit Reflexionen, Transmissionen und anderen Phänomenen des Lichts beschäftigte, kam das Thema Kaktus immer und immer wieder.

 

ARTPARK manfred_kielnhofer@public.linz.at

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