Präsentation von Künstlern und ihren Werken

30.03.2015 Bilder aus dem Kosovo

GFDK - Redaktion

Zu dem Thema Krieg und Frieden entstanden mehrere Werkreihen u.a. die Arbeiten "verbrannte Momente". Reportage-Bilder aus dem Kosovo, die die Künstlerin Eva Horstick-Schmitt am Brandenburger Tor mit 11 Freunden in einer Performance verbrannte.

Eine Antikriegs Demonstration gegen das Vergessen von Opfern und Kriegen

In dem anschliessend die Reste der Bilder eingescannt  und gross gezogen wurden entstand ein neues Werk. Wie auch aus der sinnlosen Zerstörung des Krieges ebenso Neues entstehen muss, erinnert Eva Horstick-Schmitt so an die vergessenen Opfer und deren Traumata.

Ebenso zeigt sie einen malträtierten Körper, den sie als Selbstportrait  mit einer Mittelformatkamera inszenierte. Mit Streichhölzern und Brandmalen versehen zeigt das Bild stellvertretend die Gewalt gegen Frauen und an Hautflächen.Diese Serie benannte Eva Horstick-Schmitt " Eva - jenseits von Eden" - entstanden 2003/4.

Krieg und Verantwortung

Die Serie trägt den Namen "2490 ", denn erst im Jahr 2490 sind (nach einer UN Studie) Frauen weltweit gleichberechtigt in Politik, Kultur, Beruf und Tagesgeschehen. Stellvertretend zeigt Eva Horstick-Schmitt u.a. ein verbranntes Peacezeichen mit dem Portrait einer Frau.

Was für Eva Horstick-Schmitt  bedeutet, dass Frauen auch erst dann in der Lage wären Kriege zu verhindern, weil sie genug Mitspracherechte geltend machen würden in Politik und Wirtschaft. Damals hatten Frauen ja nicht mal das Recht zu wählen.Der 1. Weltkrieg, sowie alle weiteren Kriege danach wurden von Männern angezettelt und der leidvollen Bedeutung zugeführt zu unserer schmerzvollen Geschichte zu werden.

Ausstellung im Frauenmuseum Bonn

Gesamtschau von mehreren Künstlerinnen zum Thema Krieg und Frieden.

Die Eröffnung ist am 19.4. 2015 

Ausstellungsdauer bis zum 08.11.2015

www.frauenmuseum.de

Kontakt zur Künstlerin:

www.ArtEve.de

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02.02.2015 Belebte Räume

GFDK - Herwig Nowak

 

Nicht das handwerklich-raumausstattende ist Gegenstand der Arbeit des Kölner Künstlers Jo Pellenz. Der Raum, der öffentliche Raum zumal, ist es zwar, mit dem der sich der Autodidakt, Jahrgang 1959, beschäftigt.

Aber er möchte dessen Aufgaben herausstellen, die Aufgaben, die der Raum für den Menschen hat. Mit anderen Worten die Relation Raum-Mensch künstlerisch darstellen, aufzeigen. Also bringt er den Menschen in den Raum und lässt beide interaktiv aufeinander wirken.

Menschen aus Papier

Der Mensch ist aus Papier, eine Art Pergamentpapier, bevorzugt weiss, dem die menschlichen Formen durch Schnitte, Risse, Doppelungen eindrucksvoll zu eigen gemacht werden. In den sozialen Räumen ist der Mensch nie allein. Man könnte sagen, er tritt in Rudeln auf, was dem Künstler die Möglichkeit eröffnet, eindrucksvoll das Miteinander aber auch das Gegeneinander des Menschen zu dokumentieren: liebevoll, helfend, aufeinander zugehend ebenso wie aggressiv und bösartig.

Jo Pellenz kreiert belebte Räume

Besonders eindrucksvoll sind Installationen dieser Art in kirchlichen Räumen zu sehen, deren Aura Jo Pellenz eine besondere Sinndeutung vermittelt. Das war zuletzt im Mai 2014 in St. Agnes in Köln der Fall und ist bis zum 8.2.2015 in Frechen- Buschbell zu sehen.

Ausstellungsort:

Alt St.Ulrich, inklusives Begegnungszentrum der Gold-Krämer-Stiftung, Ulrichstrasse 110, Frechen-Buschbell


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20.01.2015 digitales zeitalter

Redaktion GFDK

Viktoria Binschtok geht dem komplexen Verhältnis zwischen Funktion und Repräsentation fotografischer Bilder in einer globalisierten Welt nach. Durch die Verschiebung von Kontexten verleiht sie dem täglichen Gebrauch und Konsum von Fotografien einen tiefen Einblick in die vielschichtige Verwendung von Bildinformationen.


Im Kunstverein Göttingen präsentiert die in Russland geborene und in Berlin lebende Künstlerin ausgewählte Werke ihrer neusten „Cluster“-Serie. In dieser setzt Viktoria Binschtok die Suchmaschinen des Internets auf ihre eigene künstlerische Arbeit an und reflektiert die Bedeutungsgebung und Lesart im Zeitalter der digitalen Zirkulation von Bildern.

Viktoria Binschtok setzt Suchalgorithmen ein

Die Künstlerin gibt ihr eigenes fotografisches Bildmaterial in den digitalen Prozess ein und untersucht, welche Bilder durch die Suchalgorithmen auf rein kompositorischer und farblicher Ebene gefunden werden. Diese Treffer werden von der Künstlerin reinszeniert und in einen neuen Zusammenhang mit dem Ausgangsbild gestellt.

Die daraus entstehenden Bildergruppen sind völlig aus ihrem Kontext genommen und lassen keine Unterscheidung zwischen Original und generierten Bildmaterial mehr zu. Mit dem Auflösen von Ursprung, Hierarchie und inhaltlicher Verwendung von Fotografien öffnet die Künstlerin einen Betrachtungsraum, der neue Zugänge und Assoziationsketten zulässt.

Binschtok's „Cluster“ bestehen aus Diptychen, Triptychen und skulpturalen Anordnungen deren Produktionsprozess, Material und Format variiert. Dabei verwendet sie unterschiedliche installative Arrangements, wodurch die Arbeiten in den Raum hinein wirken.

Auseinandersetzung mit digitalen Medien

Die „Cluster“-Serie ist nicht nur eine Auseinandersetzung mit neuen Strategien der Bildgenerierung im Kontext der digitalen Medien. Sie dient auch der Untersuchung der visuellen Sprache, die von der heutigen Bildschirm basierten Kultur geprägt wird. Matthias Harder schreibt:

„Binschtok greift eine neue Entwicklung in der massenhaften, computergesteuerten Fotografie auf und kommentiert sie... Sie treibt ein faszinierendes Spiel mit dem Medium Fotografie und seinen Resten des Authentischen. Dabei lotet sie erneut seine Möglichkeiten aus.“
Zur Ausstellung erscheint im Verlag argobooks ein Künstlerbuch zur „Cluster“-Serie, Design Studio Jung.

Presse Kunstverein Göttingen
Carola Gottschalk
presseinfo@kunstvereingoettingen.de

Ausstellung in Göttingen | Viktoria Binschtok | 11.01. - 22.02.2015

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14.12.2014 Final Fantasy

GFDK - Magdalena Cos

Die Bilder aus dem Zyklus „Final Fantasy“ von Magdalena Peszkowska sind eine Serie subtiler, figurativen Kompositionen, die in eine verlassene, aus der Hektik herausgerissene, monotone, und scheinbar erstarrte Landschaft platziert wurden.

Von beunruhigender Vegetation bewachsen wird sie zur magischen Dimension. Das ist nicht mehr der Hof, es ist ein Schutzraum für die Hauptfiguren. Als ob die Künstlerin ihnen einen sichereren Platz zuweisen würde und sie gleichzeitig isolierte, um ihnen die Bedingungen für ihre intimen Begegnungen zu schaffen.

„- Weil die Seele, mein Herr, leichter als Wodka ist; und wenn einer sich einen hinter die Binde kippt, dann steigt die Seele in die Höhe auf, bis sie endlich herausgeschwemmt wird.

- Und nur dann kann man sie in einem Menschen sehen?

- Jawohl.

- Und wenn einer zu viel trinkt, kann die Seele vollständig ausfließen und nicht mehr zurückkehren?

- So ist es, und der Mensch stirbt.“

Janusz Korczak - Fragment einer Reportage

Verschmolzen in formlose Formen

Die erstarrten Helden dieser Bilder mit regungslosen Blicken in die Leere sind allesamt „Trinker“. Mit alkoholischen Getränken in der Hand, in der Gruppe stehend, Gruppen bildend, werden sie zu einer sternbildartigen Konstellation. Sie verbinden sich, trennen sich, verschmelzen miteinander. Letztendlich sind sie keine einzelnen Gestalten, auch keine Gruppe. Integriert, miteinander und mit ihren Haustieren verbunden bilden sie formlose Formen. Wir sehen sie in der Ferne, in einem intimen Format sehr deutlich. Leicht von oben betrachtet, niedriger als die Augenhöhe des Betrachters platziert, werden sie in der Tat - umgekehrt - erhaben.

Auf grauem Karton gemalt

Sehr präzise Ausführung, Finesse, akribische Arbeit mit einem Pinsel, der den Durchmesser eines Haares hat, Geduld und Rücksicht, mit der die Künstlerin die Details behandelte, macht aus den Trinkern beinahe Heilige. Nicht ohne Bedeutung ist hier auch die Anknüpfung an die malerische Sprache der frühen Renaissance und ihre sakralen Vorführungen. Nur dass Peszkowskas Bilder statt auf Leinwand auf grauem Karton gemalt und mit matter Farbe bedeckt wurden, da vermischt sich das Heilige und das Profane. Die Schlaumeier rauchen Zigaretten mit den Philosophen. Sie verschlingen Wurst, sind zärtlich zueinander, machen Geschäfte miteinander, streicheln ihre Hunde, und „saufen Wodka“. All das außerhalb der Wohnung, daher öffentlich, kollektiv in ihrer gegenseitigen Gesellschaft fühlen sie sich wohl und entspannen. Verdeckt durch die Büsche, vom Gras und der Dunkelheit eingehüllt schwelgen sie in ihrer „final fantasy“.

Peszkowska baut ein Mysterium auf

Die Wodkaflasche ist nur ein Vorwand, ein Werkzeug, die einfachste Weise um die Seele zu streicheln (wer von uns hat auch nicht manchmal versucht sie so zu beruhigen?), mit ihrer Hilfe wird die tiefere Bedeutung des Phänomens enthüllt.

Final Fantasy – Schluss-Fantasie

Ein Traum, das ist der Titel dieses Zyklus. Etwas erwartetes, Erlösung bringendes. Erleichterung im Finale. Das Extreme. Schwankend über einem Abgrund. Der Moment, in dem wir uns ergeben, vielleicht hingeben, die Kontrolle verlieren. Diese eine der intimsten menschlichen Erfahrungen wird hier zum Leitmotiv. Final Fantasy ist auch ein nicht zufälliges Zusammentreffen mit dem Titel der berühmten japanischen Reihe von Computerspielen. Auch wenn wir hier in der formellen Form keine direkten Zusammenhänge haben, ist das mechanische der Gestalten von großer Bedeutung. Die Figuren sind wie programmiert, durch ihre Natur determiniert, unvollständig, vereinfacht, in Relation mit der Gruppe verstrickt. Geformt, bearbeitet und in einen imaginären Raum eingefügt. Feinde von sich selbst, gestärkt miteinander verbunden, trotzen sie den Kräften von außen.

Welcher Sucht unterliegen wir?

Düstere, großteils dunkle Farbtöne, kontrastreiche, minimalistische Ebenen, die Zusammenstellung von Details mit dynamischen Elementen, verstärken das Gefühl der unter die Haut gehenden Spannung. Als ob irgendwo unter der Oberfläche etwas pulsiert und sprudelt. Was wird das Finale dieser Fantasie sein? Ob die in Reflexion eingefrorenen Gestalten ihre gewünschte Ruhe finden? Mit welcher Hilfe wird sich die Spannung entladen? Peszkowska weckt uns mit ihren „Trinker Kreationen“ aus einem Traum voller Routine und zwingt zu der Überlegung, ob unsere „erhöhte Perspektive“ wirklich eine Daseinsberechtigung hat. Ob uns nur die Requisiten und Kostüme zufällig von den „Berauschten“ unterscheiden? Welcher Sucht unterliegen wir und welcher ergeben wir uns. Wen grenzen wir aus und was für Recht haben wir dazu?

Magdalena Cos

 

Ausstellung in Salzburg Final Fantasy von Magdalena Peszkowska

29.11.2014-14.01.2015

 

Kontakt:
Öffnungszeiten:

Mo bis Fr 17:00 bis 19:00 Uhr

Samstag nach Vereinbarung

Galerie Sandhofer
Dietrichsteinstraße 6a/12
5020 Salzburg
Tel: +43-650-7283828
info@galerie-sandhofer.com
www.galerie-sandhofer.com

 

Vita MAGDALENA PESZKOWSKA

Born in 1980 in Gdańsk, Poland. Studied in Department of Painting at Academy of Fine Arts in Gdańsk (1999-2004). Diploma with special recognition in painting in 2004.

Collective selected exhibitions:

2004- „Na marginesie” MM Gallery, Gdańsk Shipyard

2005- „Wiosna młodych” Refektarz Gallery, Kartuzy

2008- „Cielesność figury” Na Jesionowej Gallery, Gdańsk

2009- the exhibition of Sandhofer Gallery artists, Palaise Hauser, Austria

2010- 1st Gdańsk Art Biennale finalists’s exhibition „Tożsamość miejsca”,

2010- 8th Triennale Miniatur finalists’s exhibition, Wozownia Gallery, Toruń

2012- the opening exhibition of Po co?Gallery, Wrocław

2013- "Poco sztuka w Agorze" CK Agora, Wrocław

2014- Gallery U Birthday, Wrocław

2014- „Inne“ Platon Gallery, Wrocław

Individual selected exhibitions:

2004- „The stands” Academy of Fine Arts, Gdańsk

2009- „Kupie suknie” Szewska 36 Gallery, History of Art Institute, Wrocław

2010- „The stands” Sandhofer Gallery, Austria

2010/2011- „Schwarzwald” Sandhofer Gallery, Austria

2012- “Situation” U Gallery, Wrocław

2014- “The stands” Capitol Theatre, Wrocław

2014 – “Final Fantasy” Sandhofer Gallery, Salzburg, Austria

Accomplishments:

2010 finalist of 1st Gdańsk Art Biennale „Tożsamość miejsca”,

2011 finalist of 40th “Bielska jesień 2011” Painting Biennale, BWA Bielska Gallery, Bielsko-Biala

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14.11.2014 Circus

GFDK - Ute Bauermeister

Rolf Knie stammt aus der berühmten Schweizer Zirkusdynastie und war selbst lange Jahre als Clown in der Manage, bevor er sich für die Malerei entschied. Seine Motive findet er nach wie vor überwiegend in der bunten Zirkuswelt: wilde Tiere, gelenkige Artisten und deren waghalsige Kunststücke.

Zirkus sei eine Show von Menschen für Menschen, keine virtuelle, sondern eine reale Welt, so Rolf Knie. Mit seinen 65 Jahren hat der populäre Künstler noch genauso viel Lust und Freude am Ausprobieren und an Veränderungen wie als Jugendlicher. Seine blauen Augen blitzen verschmitzt, er ist offen, neugierig und humorvoll, ein Maler, Künstler, Bildhauer, Freigeist. Auf Mallorca, seiner zweiten Heimat, lässt sich Knie den Wind um die Nase wehen und findet Inspiration für neue Motive.

Rolf Knie hat den Zirkus im Blut

Der Übergang von Zirkus zu Malerei ist für ihn fließend, das eine bedingt das andere. „Schon in meiner Kindheit und Jugend bin ich mit vielen berühmten Malern in Kontakt gekommen. Viele Künstler waren vom Zirkus begeistert und besuchten regelmäßig die Vorstellung. Oskar Kokoschka, Jean Miró und Marc Chagall kamen bei uns vorbei, sie alle haben Zirkusmotive gemalt, ich war mit Jean Tinguely befreundet, der uns oft besuchte. All diese Künstler haben mich geprägt. Durch den engen Kontakt zu ihnen bin ich wie durch eine Kunstschule gegangen“, erinnert er sich.

Von 1968 bis 1983 stand er selbst als Clown in der Manege, danach hat er Film und Theater gespielt. Seit den 1990ern malt, zeichnet, modelliert er und beherrscht alle Varianten des Druckes. Er arbeitet mit Acryl, Kohle, Leimfarben Fettkreide auf lithographierten Zirkusplakaten. Immer wieder nutzt er auch das geliebte Zirkuszelt selbst als Bildträger.

Kunstwerke von Rolf Knie

Die farbenfrohen Gemälde von Rolf Knie sind kraftstrotzend, dynamisch, voller Fantasie und Fröhlichkeit. Seine Zebras haben blaue, gelbe und pinkfarbene Streifen und auch die Elefanten sind alles andere als grau. Er malt frech, lebendig mal direkt auf Zirkuszeltplane oder auch auf Leinwand und Plakate. Immer mit Respekt vor der großen bunten Welt der Manege.

Rolf Knies Kunst ist weltweit zu sehen

Kürzlich hatte er eine Ausstellung in China. In Thailand entstehen gerade drei lebensgroße Elefanten aus Bronze. Und auch im Europa-Park war Rolf Knie schon einmal sehr erfolgreich: Bereits 2001 verzauberten über 200 Exponate des Schweizer Malers im Botta Dome die Besucher.

Legendär ist die tiefe Freundschaft zwischen Rolf Knie und Charlie Chaplin. Das Kino-Genie Charlie Chaplin hat Rolf Knie immer wieder im Circus besucht und nach seinem Tod vermachte er seinem Freund Rolf Knie sogar seinen Rolls Royce, der dieses Kleinod bis heute hegt und pflegt. Charlie Chaplin sagte: "Wer das Leben zu ernst nimmt, braucht eine Menge Humor, um es zu verstehen." Rolf Knie hat viel von Chaplins Weisheiten übernommen.

Fantasiewelt Zirkus

In der neuen Winterausstellung steht erneut die fantasievolle Welt des Zirkus im Mittelpunkt. Eine besondere Aura strahlen die Arbeiten auf Zirkuszeltplanen aus, deren Struktur mit Ösen und Stricken dem Bild einen ganz eigenen Charakter verleihen. Affen im Frack, Pferde im Galopp, Löwen im Sprung tummeln sich auf den Bildern, kopfüber und in neuen Perspektiven. Man schnuppert beim Betrachten von Knie’s Werken direkt Zirkusluft.  „Es ist mir wichtig, die Kunst zu den Menschen zu bringen. Kunst soll mit Freizeit und Unterhaltung verbunden werden, der Europa-Park ist dafür der beste Platz“, kommentiert Rolf Knie.

Übrigens, wer sich für die Bilder von Rolf Knie interessiert, kommt im Europa-Park immer auf seine Kosten: Viele Zeichnungen und Gemälde hängen dauerhaft in den Hotels und beispielsweise in der Bar „El Circo“ im Hotel „El Andaluz“. Eine monumentale Eisenskulptur von Rolf Knie mit Artisten und Clowns "begrüßt" vor dem Mario Botta Dome am Haupteingang des Europa-Park die Gäste.

Ausstellung im Europa-Park Rust

Familie Knie und Familie Mack sind eng miteinander verbunden. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg hat die Familie Knie die ersten aufwendigen Zirkuswagen vom "Mutterunternehmen"  Mack Waldkirch besessen. Die Ausstellung "Rolf Knie – Circus" steht in einer Reihe mit sehr erfolgreichen  Kunstausstellungen, bei denen der Europa-Park in den vergangenen Jahren unter anderem Arbeiten der Künstler Marc Chagall, Tomi Ungerer und Raymond Waydelich gezeigt hatte.

Info:

"Rolf Knie – Circus"

Eine große Kunstausstellung rund um das Thema Zirkus im Europa-Park

22.11. 2014 – 11.1.2015 in der Mercedes-Benz Hall

Die Kunstausstellung ist eine der Attraktionen während der Winteröffnung.

Der Besuch der Ausstellung ist im Parkeintritt inbegriffen.

Öffnungszeiten: 11 -  19 Uhr  

(längere Öffnungszeiten an den Wochenenden und in den Ferien)

24. + 25.12. geschlossen

Weitere Infos und Voranmeldung unter: Tel. 0049 (0) 1805/ 77 66 88

(14 Cent/Minute aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk max. 42 Cent/Minute)

oder: www.europapark.de

Rolf Knie

geb. 1949 in Bern

Clown, Vater, Zirkusmensch. Maler, Bildhauer, kreativer Kopf. Für ihn ist das Leben eine dauernde Veränderung. Mutter: Profitennisspielerin und Eiskunstläuferin, Vater: Zirkusdynastie Knie. Verbrachte Kindheit reisend im Zirkus, 1973 Heirat mit Erica Brosi. 1977 Geburt seines Sohnes Gregory. 1991 heiratete er zum zweiten Mal. Seine Frau Anabela Lorador-Rodriguez ist eine portugiesische Artistin.

www.rolfknie.ch 

www.saltonatale.ch

Ansprechpartner Presse: Ute Bauermeister

bauermeister@koppelstaetter-media.de

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17.10.2014 Wasser ist der Ursprung allen Lebens

GFDK - Helge Baumgarten

Ein Moment, den jeder kennt und schon einmal erlebt hat. Wenn sich der Kopf langsam unter Wasser senkt bis die Augen auf Höhe des Wasserspiegels sind, der den Blick teilt und man buchstäblich zwischen den Welten schwebt. Unten die Stille des Meeres, oben das ganze Diesseits der Welt, Wind, der Wellen kräuselt, Sonnenstrahlen, Licht.

Giuseppe Gonella nennt das Bild, das diesen Moment festhält Unter the Skin of the Sea, und in ihm ist das Thema der Ausstellung gefasst: De aeterno reditu, von der ewigen Wiederkehr.

Wasser ist der Ursprung allen Lebens, und so ist es bezeichnend, dass unter jener Haut in Form von fluoreszierenden Partikeln, die als Kleinstlebewesen den Beginn der Evolution darstellen, Lebendigkeit pulsiert, während gleichzeitig in der sich aus demselben Wasser erhebenden diesseitigen Ferne die Insel Pontikonisi abzeichnet, vermutlich das Vorbild zu Arnold Böcklins Die Toteninsel.

Zeit, Leben, Tod und Neubeginn

Die großen Urthemen Zeit, Leben, Tod und Neubeginn, die Gonella in jedem seiner Bilder verhandelt, sind der kontextuelle Bezug, der die Ausstellung zusammenhält und sie zu einem Ganzen gestaltet. Ausgangspunkt seiner Betrachtungen ist die direkt auf die größte Galeriewand aufgetragene Wandmalerei, die eine monumentale Ruinenlandschaft zeigt:

Umgestürzte Säulen, Jahrhunderte alte Zeugen, die bereits alle Bilder der Lebenserzählung gesehen haben, die in den Gemälden aufgefächert wird. Auch jene Bilder, die diese Lebenserzählung bis zu ihrem Ende noch bereithalten wird, werden sie begleiten. Vom Wandgemälde eingefasst sind zwei kleine Leinwände:

Dem Guardian of the Sun, einem gelben Vogel, der mehrfach in den Bildern auftaucht, ist der Guardian of the Night entgegen gesetzt, eine unheimliche, in sich ruhende Figur ohne Gesicht, umhüllt von einem verzerrten Schachbrettmuster. Es wundert nicht, dass Giuseppe Gonella auf das Schachspiel verweist, Paraphrase auf die Gesellschaft zugleich, auf Partien um Leben und Tod, um das Dunkle der Nacht zu versinnbildlichen.

Solche Gegensätze, wie sie sich in Unter the Skin of the Sea andeuten, finden sich im Zusammenspiel der Gemälde häufiger. Jeder dieser Gegensätze lädt dazu ein, sich seinem Spannungsfeld auszusetzen. Hier eine stillende Mutter, Sinnbild der Lebensspenderin, doch eine Art Cyberkreatur, dort die Andeutung des mythischen Fabelwesens Ouroboros, das sich selbst genügt: "Allem Zukünftigen beißt das Vergangene in den Schwanz".

Eine trostlose Endzeitlandschaft

In einem anderen Gemälde, Reassuring Horizons, schreitet eine in ein transparentes Regencape gewandete Gestalt durch eine trostlose Endzeitlandschaft, während sich in Sunny Side Up mehrere Menschen in paradiesischer Nacktheit um einen mächtigen Baumstamm gruppieren.

Einer DNA gleich durchziehen neonfarbene Leuchtspuren die Bilder, die Erinnerungen und Emotionen evozieren. Manchmal erwachsen aus diesen Linien grelle Flächen, Farbfragmente, die zusammengesetzt den Grund ergeben, auf dem Gonella Figuratives zumeist nur andeutet.

Die Menschen in seinen Bildern sind selten komplett ausgearbeitet, stattdessen sind sie häufig sich selbst überlappend und durchscheinend dargestellt, wie in den beiden Gemälden In the Same Breath #1 und #2, als seien sie nicht wirklich gegenwärtig, sondern im Übergang zwischen den Zeiten begriffen.

So vereinen die meisten Bilder Giuseppe Gonellas mehrere Momentaufnahmen, die zeitlich nicht zu fassen sind. Dieses Wechselspiel aus Endlichkeit und Unendlichkeit erweitert das Spannungsfeld der inhaltlichen Gegensätze um eine apokalyptische Dimension

In seinen Bildern gibt es ein Überleben

Stellvertretend für den Betrachter ist es der Hofnarr in Portrait of the Court Jester Gonella – Tribute to Jean Fouquet, der sich der Wucht dieser Bilder aussetzt, und dem der Schrecken buchstäblich ins bleiche Gesicht gezeichnet ist. Es ist – wie auch in Mente locale, wieder eine verstörende Landschaft – kein gutes Ende, das Gonella andeutet, und es fällt nicht leicht, sich dem zu stellen.

Einziger Trost: In seinen Bildern gibt es ein Überleben, auch wenn es nicht das der Menschheit zu sein scheint. Man wünscht sich zurück unter Wasser, Under the Skin of the Sea, in die traumverlorene Stille mit ihren bunten, pulsierenden Partikeln, aus der das Leben entsteht, in der Hoffnung, dass die Evolution einen anderen Weg einschlägt und sich die friedliche, paradiesische Vision, die Giuseppe Gonella ebenfalls darzustellen vermag, durchsetzt.

© Helge Baumgarten, Berlin

Giuseppe Gonella – De aeterno reditu, Malerei

September 6 – October 18, 2014

Egbert Baqué Contemporary Art

Fasanenstraße 37

10719 Berlin

www.berlin-contemporary-art.com

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19.09.2014 das Jetzt-Gefühl authentisch transportieren

GFDK - Dr. Stefanie Lucci

Wenn sich Menschen in Facebook, Twitter und Co. virtuell begegnen, ist das das Lebensgefühl von heute. Es ist lebendig, schnell und voller visueller Eindrücke.

Carola Paschold ist fasziniert von den Ausprägungen unserer Zeit. Sie spürt der Flut der ständig wechselnden Eindrücke nach, sichtet die Medien und die Werbung, hört die aktuelle Musik, sieht die angesagten Filme, klickt sich durchs Netz und nimmt teil an den Lebenswelten ihrer jungen Töchter. Dabei ist sie stets auf der Suche nach ausdrucksstarken Menschen, die das Jetzt-Gefühl authentisch transportieren.

Anonyme Modelle aus der Werbung, Gesichter unserer Zeit
Diese Menschen bannt sie in ihren großformatigen Bildern Portrait XXL als Ikonen ihrer Zeit. Die Menschen sind anonyme Modelle aus der Werbung, Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Medien, Menschen mit Migrationshintergrund, Teenager, Schauspieler und Sänger. Es sind Gesichter unserer Zeit, - wie Anna.  

Carola Pascholds Malereien sind dynamisch und vibrieren. Sie leuchten von innen heraus. Die Malweise reflektiert die Ästhetik der Popkultur. Damit verweist Carola Paschold auf ein Merkmal der Gegenwart, die populär kulturelle Ausprägung aller Lebensbereiche, von Infotainment bis hin zu Superstar.

Ausdruck einer ganzen Generation
Die extremen Formate der Bilder zitieren die Dimensionen von Großbilddisplays und Werbeleinwänden, wie sie beispielsweise im Außenbereich an Häuserwänden über mehrere Stockwerke hinweg zu finden sind. Der Titel der Werkreihe greift damit ein weiteres Phänomen der Gegenwart auf, die visuelle Ausuferung über traditionelle Bildgrenzen hinweg in den öffentlichen Raum hinein.

Mit Portrait XXL lotet Carola Paschold diese Überlagerung verschiedener kultureller und künstlerischer Sphären aus, verbunden mit ihren sich ständig verschiebenden Wertigkeiten. Portrait XXL sind Portraits unserer sich wandelnden Gegenwart, verkörpert durch Menschen, als Posing and Action Subjects, als Various Actors und Unknowing Objects. Portrait XXL ist kollektives Bildgedächtnis.

Dr. Stefanie Lucci

 

Carola Pascholds künstlerische Wurzeln reichen über Generationen bis nach Gera und Odessa. Ihr Urgroßonkel Hermann Paschold war Maler in Gera, im Künstlerkreis um Otto Dix, ihr Großvater der Geiger
Alexander Samoilowitsch-Geier aus Odessa.

Carola Paschold in Rheydt/ MG geboren, lebt und arbeitet seit 2012 in Düsseldorf(27 Jahre in Korschenbroich). Die Diplom Designerin studierte an der FH Düsseldorf und ist seit 1998 als professionelle, bildende Künstlerin bei der IGBK in Berlin anerkannt. Im Künstlerverein Malkasten Düsseldorf, im BBK Düsseldorf und Köln sowie in der GEDOK A 46 ist sie seit Jahren offizielles Mitglied, außerdem eingetragen in das Künstlerverzeichnis der Stadt Düsseldorf. Zahlreiche Ausstellungen und Kunstmessen in den vergangenen Jahren zeigen ihre künstlerische Aktivität.

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11.09.2014 Gipfelstürmerin

GFDK - takeOFFGallery

2024 plant Alina Atlantis die erste Ausstellung auf dem Mars. „Unsere Welt ist immer so groß, wie wir sie denken können. Gipfel liegen immer in uns selbst. Grenzen auch. Unsere Suche im Äußeren ist immer das Suchen unser eigenen Kraft, Stärke und Vollständigkeit.

Das Ziel ist das SOWOHL-ALS- AUCH“, so die künstlerische Vision von Alina Atlantis, die sie in dieser Ausstellung wieder einmal mit kraftvoll, dynamischem Malstil visualisiert. Gleichzeitig sind die einzelnen Werke eine Art Zeitlupensicht auf die einzelnen Schritte der Wandlung, die die wesentlichen Elemente der Metamorphose festhalten. In über zwei Dutzend Gemälden, ergänzt um einige Skulpturen, gibt die Künstlerin Einblick, wie der „Gipfelstürmer" in uns uns verändert und wir uns oder uns in der Gemeinschaft entdecken oder verlieren können.

Das alles überlagernde Thema des künstlerischen Schaffens ist der Anti-Dualismus von VORSTELLUNG und REALITÄT.

Ein Zusammenspiel wie in der Digitalität: Das Zusammenspiel von Null und Eins, Strom und Nichtstrom. Ohne Null gibt es kein Morsen, keinen Ton, keine Kommunikation, keine digitale Vernetzung. Das Eine bedingt das Andere. Nur als gegensätzliches Paar existieren unendliche Möglichkeiten. In der Umkehrung fehlt uns ein gemeinsamer Nenner für Dinge, die wir erleben, jedoch nicht begreifen können. Es ist etwas Universales, was „unter der Zeit“ liegt.

Gewaltige Bilderwelten prägen heute unser Bewusstsein. Wir wählen sie aus, wir machen die Bilder - Bilder prägen Bewusstsein. Was bewusst ist, wird real erlebt. Was real wird, wird zu Realität.

 

 VORSTELLUNG UND REALITÄT - OHNE TRENNUNG.

Durch mit dynamischer „Linienführung“ der Künstlerin mit Öl-Tempera bzw. Öl-Kreide - man könnte die Arbeitsweise auch als eine Mischung des Action-Paintings von Willem de Kooning und dem neoexpressionistischen Schaffensstil von Georg Baselitz vergleichen - werden, für sich eigenständige Werke, geschaffen, die durch die konsequenter Reduzierung der Farben auf meist zwei Grundtöne, den Betrachter mit ihrer großen Ausstrahlungskraft sowie durch das häufig gewählte große Format (bis 4 x 7 Meter) augenblicklich in ihren Bann ziehen.

Kontakt: takeOFFGALLERY

Spielberger Weg27,
40474 Düsseldorf
dp@takeOFFGALLERY.de

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05.08.2014 bildraum als bühne

GFDK - Redaktion

Im Vietnamkrieg bezeichnete man mit Mad Minute eine kurze Zeit heftigsten Einsatz automatischer Waffen. Axel Sanson verwendet den Begriff für das konzentrierte Zusammenfügen signifikanter Elemente in einem Bild.

Für Axel Sanson ist der Bildraum eine Bühne, auf der er Elemente komponiert, die, traumgleich, in keinem (zumindest keinem offensichtlichem) Zusammenhang stehen, ja sich gelegentlich sogar widersprechen.

Auf der Suche nach dem Kick

Junge Frauen, gelangweilt sich immer neu erfindend, mit mondänen Pelzcapes und schweren Samtschleifen im langen Haar. Selbstverliebt, versunken im Zauber der eigenen Ausstrahlung, stehen diese Geschöpfe etwas unsicher in der Welt, immer auf der Suche nach einem neuen, kleinen und amüsanten Kick.

Kriegsgeräte werden zur Folklore

Die Gefahr der sie umgebenden Szenerien dringt nicht in ihr Bewusstsein. Rauchende Kriegsschiffe, trudelnde Flugzeuge, in Rüstungen gepackte Samurai. Der Blick der Unschuldigen fällt, ohne das Geschehen wahr zu nehmen, durch diese bizarren Kulissen. Gefahren wirken niedlich, das Drohpotential der von Axel Sanson komponierten Fiktion, ist in dieser Welt nicht mehr real. Das Kriegsgerät vergangener Zeit mutiert zur Folklore, gibt die Bühne für den modischen Auftritt des Zeitgeistes. Wie in der Lasurtechnik legt Axel Sanson diese verschiedenen Zustände der Wirklichkeit übereinander.


Axel Sanson malt mit stark verdünnten Ölfarben, in Grautöne aller Schattierungen, auf Leinwand. Erweitert wird seine Farbpalette von blauen, rosanen, gelben, roten und grünen Pastelltönen. Seine Malweise ist schnell und der Aquarellmalenerei nicht unähnlich. Sein Bildaufbau erinnert, mit seinem Faible für Pyramidal- und Kreiskomposition und seinen Skalierungen der abgebildeten Personen und Objekten, an Vorlagen der Renaissance.

Axel Sanson wurde 1975 in Paris geboren, wo er auch lebt und arbeitet. Er studierte Jura und Kunstgeschichte.

Kontakt: Thomas Punzmann Gallery Frankfurt

info@punzmann-gallery.com

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08.07.2014 Malerei mit Hund

Redaktion/ Florinda Ke Sophie

Stefanie Hödlmoser bittet nicht nur Menschen, sondern auch einen Hund Platz zu nehmen und sich porträtieren zu lassen. So unterschiedlich wie die Gründe zum aus der Haut fahren sein können, sind auch die Gefühle die geweckt werden - wütend, angeekelt oder einfach nur fertig, genervt, resigniert.

Oder abwartend, bis man vor Spannung platzen oder aus der Haut fahren könnte. So wurden die zu Portraitierenden darum gebeten an etwas zu denken, bei dem sie aus der Haut fahren würden. Die Titel der einzelnen Portraits verraten die individuellen Gründe. Der Hund wird gebeten an einen Keks zu denken. Damit ihm das leichter fällt, hält ihm sein Frauchen einen Keks vor die Nase und nimmt ihn dann vorerst wieder weg. Das Frauchen weiß: „Ja, jetzt ist sie richtig genervt“. So entstanden Werke mit ungewöhnlichen Titeln wie "Jetzt gib mir endlich meinen Keks" oder "Das Geräusch vom Strumpfhosenanziehen".

Stefanie Hödlmoser portraitiert Mensch und Tier

Stefanie Hödlmosers Werkzyklus "Aus der Haut fahren" schließt mit der Materialität an die 2013 erstmals auf Müllsack gemalte Serie "plastic people" an. Neu im Schaffen der Künstlerin ist die dezidierte Konzentration und Reduktion in der Malerei auf den Gesichts/Gefühlsausdruck der Portraitierten. Ist in früheren Arbeiten noch das Gesicht Teil der Gesamtkomposition zugunsten eines einheitlichen Eindruckes, so ist er in Hödlmosers Personale der ungeteilte Mittelpunkt der Arbeit. Die Künstlerin schafft an den ersten Müllsack-Zyklus angrenzend neun weitere Ölmalereien auf (neuwertigen) grünen Plastiksäcken, die auf Keilrahmen gespannt sind. Wie eine sehr feine und verletzliche Haut spiegeln die Kompositionen in grüner Transparenz die jeweiligen Antlitze und deren situationsbedingte Emotionalität der Porträtierten wieder. Als Porträtistin erweist sich die Künstlerin als sehr empathisch, denn schon die ersten drei Müllsack-Werke zeigen viel Verletzlichkeit von Menschen, die auf der Straße und dort mit und ebenso aus dem Inhalt von Müllsäcken leben.

Stefanie Hödlmoser, geboren und aufgewachsen in Wels, Oberösterreich, studierte von 2006 - 2010 Industrie Design an der FH Joanneum Graz. 2009 wird ihr das erste Mal ein Künstleratelier im Rondo für ihre Malerei vom Land Steiermark zuerkannt. Nach ihrem Dipl.-Ing. (FH) Abschluss studierte  sie noch zwei Semester Kunstgeschichte an der KF-Uni Graz und machte sich 2012 als Designerin in Graz selbständig.

Mit einem neuerlichen Stipendium ist sie 2013/14 wieder im Rondo vertreten und beschäftigt sich dort mit Kunst und Design. Ihre überzeugenden Arbeiten präsentierte sie erstmals in einer Ausstellung in der Galerie Blaues Atelier.

Text: Florinda Ke Sophie

 

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