Präsentation von Künstlern und ihren Werken

09.07.2017 Die Halsbandaffaire

GFDK - Annabelle Meinhold

Bei Die Halsbandaffaire erzählen Schmuckstücke Geschichten. Wer Schmuck nicht nur gerne trägt, sondern auf der Suche nach außergewöhnlichen Unikaten ist, der findet in der Franz-Joseph-Straße 44 sein Traumaccessoire.

Schmuckexpertin Christiane Scharrer-Sieb achtet bei der Auswahl ihrer Schmuckstücke auf deren Persönlichkeit, Geschichte und Ästhetik. Prunkstück in Ihrer Halsbandaffaire ist derzeit das Vintage-Schmuckset Sputnik, das der berühmte Juwelier Hans Stern 1950-60 aus Anlass des ersten Satelliten in der Erdumlaufbahn kreierte. Ein außergewöhnliches Stück Goldschmiedekunst, das Geschichte schrieb. Und bis heute nichts an seiner Strahlkraft verloren hat.

Sputnik als Inspiration

Halbkugeln in funkelndem Gold, besetzt mit farbenprächtigen Edelsteinen. Das Design des außergewöhnlichen Schmucksets – bestehend aus Ring, Anhänger und Ohrclipsen –  erinnert an Sputnik, den ersten sowjetischen Satellit im All.

Er erreichte 1957 – also vor 60 Jahren – die Erdumlaufbahn und brachte damit auf einen Schlag die geltenden Weltansichten ins Wanken. Sputnik wird zum Symbol der Entgrenzung und beflügelt die Faszination der Menschen für den technischen Fortschritt. Sputnik wird zur Ikone eines neuen Zeitalters, dessen Ästhetik auch viele Künstler und Designer in ihren Werken aufgreifen.

Hans Stern – Ausnahmejuwelier

Darunter auch der berühmte brasilianische Juwelier Hans Stern. Er gehört zu den faszinierendsten Schmuckdesignern des letzten Jahrhunderts. Geboren 1922 im Ruhrgebiet flieht Stern Ende der 30er Jahre vor den Nazis zu seinem Onkel nach Rio. Hier gründet er, der sich zunächst auf den Edelsteinhandel spezialisiert hatte, 1945 sein Unternehmen H.Stern und kreiert fortan seine charakteristischen Schmuckstücke. Sie sind eine Hommage an die vielfarbigen Edelsteine Brasiliens.

Mit innovativen Marketingkonzepten und Kooperationen mit Celebrities führt er die Marke zu weltweitem Erfolg. Nicht nur das Design und der Verkauf der Schmuckstücke obliegt dem Unternehmen, H.Stern übernimmt den kompletten Wertschöpfungsprozess, von den eigenen Minen bis hin zu den mehr als 160 Verkaufsstellen weltweit.

Hommage an die schöne Frau

Hans Sterns Schmuckstücke sind ein Fest der Farben. Seine Vorliebe für bunte Edelsteine sind Ausdruck des gemmologischen Reichtums seiner Wahlheimat Brasilien und des Lebensgefühls seiner Zeit. Sein Schmuck soll Spaß machen. Es sind Pretiosen für die moderne Frau, hochwertig, modern und erschwinglich; ebenso tagsüber wie auch abends tragbar. Ein innovatives Konzept, das H.Stern in den 60ern zum drittgrößten Schmuckunternehmen der Welt werden lässt.

Vintage Schmuckset

Hans Sterns Fokus, die Leidenschaft für Farb-Edelsteine zeigt sich in kaum einem Entwurf so deutlich wie in seiner Sputnik Serie. Auf goldenen Halbkugeln sitzen in hohen Zargenfassungen Aquamarine, Amethyste, Citrine, Granate sowie rosa und grüne Turmaline. Jedes Objekt der Sputnik Serie hat sein ganz individuelles Erscheinungsbild, das je nach Anordnung und Kombination der verwendeten Edelsteine variiert.

Mit seinem markanten Design traf Hans Stern genau den Zeitgeist der 50er/60-er Jahre des letzte Jahrhunderts. Sputnik umschreibt nicht nur ein neues Zeitalter und eine richtungsweisende Ästhetik, seine Wortbedeutung im Russischen steht auch für Begleiter oder Weggefährte. Einen schöneren und passenderen Name kann man für ein solch hochkarätiges Schmuck-Ensemble kaum finden, das bis heute nichts an seiner Modernität und Strahlkraft verloren hat.

Sputnik Vintage Schmuckset, Hans Stern um 1950-60, 3.500,00 €

bestehend aus Ring, Anhänger und Ohrclipsen

Gelbgold 750 / 18 Kt. Edelsteine von zusammen ca. 13,8 Carat.

Die Halsbandaffaire, Christiane Scharrer-Sieb

Franz-Joseph-Straße 44

80801 München

www.halsbandaffaire.de

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17.05.2017 Kunst als Erinnerungsarbeit

GFDK - Jörg Schwarz

„Du musst endlich politische Bilder malen“ sagte Professor Jörg Immendorff zu mir,  als ich mit gerade mal 19 Jahren in seine Klasse an der Kunstakademie in Düsseldorf kam“, erinnert sich die Düsseldorfer Künstlerin Johanna R. Wiens. Den Ratschlag (oder war es eine Anweisung) ihres Lehrers hat Wiens jedoch nie vergessen.

Nach dem Abschluss ihres Studiums bei Immendorff und Gerhard Merz (bei dem sie Meisterschülerin war) führte sie ihr Weg nach China, Taiwan und Japan….weg von Europa, weg von der europäischen Kultur, Geschichte und Politik hin zu ganz neuen Erlebnissen und Erfahrungen. „Das große Bild hat keine Form!“ das ist es, was ich in Asien gelernt habe, betont die im Saarland auf gewachsene Künstlerin und führt aus: „Ich habe mich ganz intensiv mit der asiatischen Kunst beschäftigt – mit flüchtigen, verschwommenen, fast schon verschwindenden Formen. Dabei habe ich im Kopf die absolute Freiheit empfunden.“

Asiatische Kunst

Hintergrund: Der chinesische Maler - und insbesondere der Landschaftsmaler - muss sich nach Ansicht der Theoretiker vielmehr in einen inneren Zustand der Entleerung, der Entsättigung, der daraus resultierenden Erweiterung, des Gelöstseins, der Sammlung, der inneren Disponibilität und Konzentration begeben, er muss sich von jeder zielorientierten Darstellungsintention befreien, um sich geistig "frei durch das Konkrete" bewegen zu können und "es kommunizierend-operierend zu halten".

Malerei der Gegenwart

Insgesamt lebte die Künstlerin drei Jahre auf dem fernen Kontinent. Neben der Auseinandersetzung mit der asiatischen Kultur hat Wiens versucht, die europäische Kultur aus fremder Perspektive zu betrachten, um ihre Eigenart besser zu begreifen. Wiens erklärt das so: „Die Lebensauffassung, die hinter der chinesischen Malerei steht, ist eine ganz andere als jene, von der die abendländische Malerei geprägt ist. Sich in chinesische Bilder zu versenken, bedeutet nicht nur eine neue Welt kennenzulernen, sondern die alte Welt neu zu sehen.“

Kunst als Erinnerungsarbeit

Ende 2010 kehrte die Künstlerin nach Europa zurück. Wiens: „Ich spürte die absolute Freiheit und den Willen, einen klaren Blick auf die europäische Kultur zu entfalten.“ Wiens war bereit, Immendorffs Wunsch und Aufforderung umzusetzen! Einen Auftrag aus Köln, den Untergang des Stadtarchivs künstlerisch umzusetzen, nahm sie gerne an. Denn: Wiens versteht Kunst als Erinnerungsarbeit, als künstlerisch gestaltetes Gedächtnis.

Ausstellung in Essen

Nun zeigt sie auf Einladung des Landgerichts Essen und des Vereins Justiz und Kultur im Landgerichtsbezirk Essen e.V. unter dem Titel „Das Gedächtnis der Städte“ ihre aktuelle richtungsweisende Arbeit „Aneurysma“ auf der die Göttin Europa am Kopf mit einen roten Faden genäht wird. Konrad Adenauer und Charles de Gaulle beobachten besorgt die Operation. Wiens erklärt: „Mit der Arbeit reagiere ich auf die derzeitig bedenkliche Situation in Europa!“

Neben „Aneurysma“ werden 15 weitere Arbeiten der Düsseldorfer Malerin präsentiert.

Die Ausstellungseröffnung ist am Mittwoch, dem 10. Mai 2017, um 18.30 Uhr im Landgericht Essen, Zweigertstraße 52, 2. Obergeschoss. Zu der Vernissage sind Sie herzlich eingeladen. Die Ausstellung läuft bis Ende August 2017.

Johanna R. Wiens, geb. 1976, studierte an der Kunstakademie Düsseldorf als Schülerin von Jörg Immendorff und Meisterschülerin von Gerhard Merz. Sie lebte nach dem Studium einige Jahre in China, Taiwan und Japan und beschäftigte sich mit den dortigen Geistes- und Kulturformen. Ihre Arbeiten zieren mehrere Sammlungen. Auch die Sparkasse Essen hat drei Gemälde von ihr in ihre Kunstsammlung aufgenommen.

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15.03.2017 schöne Form mit kunstvollem Inhalt

GFDK - Herwig Nowak

Ohne Frage, es gibt sie: die Schönheit der Form in der Kunst. Dabei ist der menschliche Körper zentraler Gegenstand der schönen Darstellung. In oft idealistischer Gestalt symbolisiert er Schönheit und Begehren, hinter denen wir die göttliche Schöpferhand ahnen.

Unter den geometrischen Figuren ist es der Kreis, der das größte Vergnügen und Wohlgefallen bereitet, ihn als bloße Form zu betrachten.

Kunst - Ein Genuss für die Sinne

Gila Abutalebi, deutsch-iranische Künstlerin, in Köln arbeitend, ist es, die sich die schöne Form des Kreises zu Nutze macht und daraus meisterhafte Kunstwerke schafft. Quasi füllt sie die bloße schöne Form mit kunstvollem Inhalt. Ein Genuss für die Sinne!

Schicht für Schicht arbeitet sie sich vom Grund ihrer Bilder bis an ihre Oberfläche. Zwei bis vier Ebenen machen das Gesamtwerk aus, das auf transparenten Materialien, Plastik und Glas, entsteht. In völliger Meditation kreist sie in ihren mehrdimensionalen Arbeiten umher, schreibt immerzu den Buchstaben "M". Überhaupt sind es die Buchstaben, die geradezu zu ihrem Spielzeug, ihrem Ausdrucksmittel geworden sind, waren es einst Texte und Wörter. Jahrelang war es das "K", seit zwei Jahren nun das "M". Dennoch könnte man sagen, dass die reine Buchstabentrennung unterblieben ist, denn "K" und "M" kommen in ihren Werken durchaus auch gemeinsam vor. Für eines aber hat sie sich definitiv entschieden: für den Kreis.

Die Magie der Kreise

Der Kreis ist ein Signalsymbol, das für Ganzheit und Harmonie steht. Solange wir Menschen leben, von der Prähistorik bis zur Gegenwart sind wir vom Kreissymbol fasziniert; es lädt uns ein; es beruhigt uns: ob Kulturkreis, Kreis der Familie, Freundeskreis: der Kreis als Zeichen der Bindung. Alles Leben unterliegt einem Kreislauf. Im gesamten Universum wirkt die kreisrunde Form. Seit jüngstem übrigens wirkt ein neues Gestaltungselement in ihre Arbeiten hinein: der Punkt, nicht streng angeordnet nach pointilistischer Manier, sondern wild und effektvoll eingesetzt. Aber auch der Punkt ist letztlich nichts anderes als ein Kreis.

Ausstellung Gila Abutalebi

Buchstaben hin und Kreise her. Der Betrachter der Werke merkt, dass sie letztlich bloße Mittel sind, um die künstlerische Schale mit schönem Inhalt zu füllen. Und das ist reine Emotion. Was zählt, ist nicht der Buchstabe und auch nicht der Kreis, sondern die Empfindung, die beim Betrachter ausgelöst wird. Der Rezensent wünscht Ihnen lebhafte Emotionen beim Betrachten der Kunst von Gila Abutalebi. Die Voraussetzungen dafür sind optimal!

Herwig Nowak

Ausstellungseröffnungen:

Pullman Cologne & LAB12, Helenenstr. 14, Köln Innenstadt,

Vernissage am 14. März 2017, 18 Uhr

Ausstellungsdauer: 14. März. - 31. Juli 2017

Galerie Mitte, Karin Weber, Striesener Str. 49, 01307 Dresden

Vernissage am 22. März 2017, 19:30 Uhr

Midissage am 20. April 2017, 19:30 Uhr

Monsieur K und Lady M: Die Magie der Kreise“ vom 22.März - 6. Mai 2017

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08.12.2016 Poesie der Farben

GFDK Redaktion

In ihrer abstrakt expressionistischen Malerei richtet Sonja Kalb ihr Augenmerk auf das Wesentliche – die Farbe und ihre Verläufe. Bewusst verzichtet die Künstlerin auf Gegenständlichkeit. Farbkontraste, Komposition, Linien und Flächen, Oberflächenstrukturen und Texturen sind die Elemente, aus denen Sonja Kalb ihre „Farbverwebungen“ gestaltet.

Farbwelten, die immer neue Assoziationen wecken

Mal sind es dynamisch-abstrakte Rhythmen und Emotionen, die sich den Weg in rote und orange Kompositionen bahnen, mal verarbeitet die Künstlerin die Eindrücke einer Skandinavienreise in hinreißenden Blau-Grün-Silber-Variationen, in denen der Beobachter die Farben der nordischer Fjorde geballt wahrnehmen, ja geradezu „schmecken“ kann. Unmittelbar werden Assoziationen von Wasser und Land, von untergehender Sonne oder nachlebbaren Traumsituationen geweckt. Die fließenden Verflechtungen in Sonja Kalbs Bildern laden den Betrachter ein, die Gedanken wandern – und in ganz eigene Vorstellungen münden zu lassen:

„Die schönsten Auszeichnungen spiegeln sich in den Augen und den Worten meiner Käufer wider. Es ist schön, etwas Bleibendes zu schaffen, mit dem ich die Menschen zum Nachdenken anrege.“

Sonja Kalb – international erfolgreich

Die in Stuttgart geborene Künstlerin lebt und arbeitet heute in Düsseldorf.
Seit 2009 werden Sonja Kalbs Arbeiten kontinuierlich mit großem Erfolg auf diversen Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Belgien, Österreich, Italien, Spanien, Türkei, Iran und USA gezeigt. Ihre Bilder sind in renommierten Privat- und Firmensammlungen vertreten.

Ausstellung in Düsseldorf

„Poesie der Farben“ – so heißt die neue Ausstellung der Düsseldorfer Künstlerin Sonja Kalb, die die Galerie Kellermann vom 1. bis 4. Dezember im Ballhaus Nordpark am Aquazoo präsentiert. Die Vernissage findet in Anwesenheit der Künstlerin am 1. Dezember um 19.30 Uhr statt und wird von Livemusik der Ratinger Band Cottonfields begleitet.

Ausstellungen seit 2010 (Auswahl)

2015
Galerie Kellermann, Düsseldorf
Frauenmuseum, Bonn
Galerie Art Cuestion, Ourense / Spanien
Galerie Heidefeld & Partner, Krefeld
Kulturbunker, Köln

2014
Quasr Museum Garden, Teheran, Iran
V. Internationale Biennale, Hamburg
Kunstverein Duisburg

2013
Frauenmuseum Bonn
Galerie Heidefeld & Partner, Krefeld
National Art Gallery Izmir, Türkei
The New York Art Connection Gallery, USA

2012
Affordable Art Fair, Rom, Italien
Gallery M, Wien, Österreich
Art Beijing, Art Fair, China
1. Internationale Biennale, Hamburg
Galerie Heidefeld & Partner, Krefeld

2011
International Art Fair Gent, Belgien
Galerie Heidefeld & Partner, Krefeld
Galerie Richter, Lenningen / Stuttgart
Zeche Zollverein, Essen
Frauenmuseum, Bonn
Künstlerverein Malkasten, Düsseldorf

2010
Galerie Heidefeld & Partner, Krefeld
Galerie Anne Malchers, Bergisch-Gladbach
BBK Kunstforum Düsseldorf

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24.08.2016 freie Meinungsäußerung bedroht

GFDK - Redaktion

Stijn Peeters lebt und arbeitet in Eindhoven (NL). Seit seinen Anfängen an der Koninklijke Academie voor Kunst en vormgeving ’s Hertogenbosch (NL) und der Jan van Eyck Academie, Maastricht (NL) besteht seine Praxis aus Zeichnen und Schreiben.

Er sagt dazu: Die Bewegung meiner Hände unterstützt mein Denken. Ich kann mich dann besser an Informationen erinnern und es hilft mir die Dinge die ich gesehen und erlebt habe zu analysieren und zu internalisieren. Etwas später kam auch die Malerei dazu, die in Ihrem Gestus aber immer dem Zeichnen nahe steht. Der Künstler strebt in seinen Gemälden danach, sowohl die Anfänge als auch die Details sowie die unterschiedlichen Phasen der Erschaffung zu zeigen. Auf diese Weise kann der Zuschauer den Werdegang jedes Werkes erleben.

Seine Arbeiten waren bisher in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen vorwiegend in den Niederlanden zu sehen. 1992 erhielt er den Philip Morris Preis. Seine Arbeiten sind unter anderen Teil der Sammlungen des Museum van Bommel van Dam in Venlo und dem van Abbe Museum Eindhoven.

Ausstellung in Bonn

Im ESSZIMMER zeigt Stijn Peeters neue Arbeiten der letzten 1-2 Jahre und er präsentiert sein Publikations-Projekt Ezel, von dem es aktuell 4 Ausgaben gibt – alle autobiographisch. In dieser Ausstellung stellt er zudem eine neue Ausgabe vor, die 10.000 heißt (eine Zahl, die mit der Einschätzung der vermissten Flüchtlingskinder übereinstimmt) und ungefähr der Hälfte der Größe der anderen Ezel Magazinen entspricht.

Ezel (dt.: Esel) basiert auf den Erfahrungen von Stijn Peeters als Mensch und als Künstler und reflektiert sowohl über die großen wie auch die alltäglichen Dinge, die sich gedanklich und visuell ineinander verschränken. Peeters verarbeitet in Ezel sein analoges Archiv aus Tagebüchern, Briefen, Transkripten davon, Telefon Notizen, Büchern, Tageszeitungen und vielem anderen aus der nicht-digitalisierten Welt.

Werk der Woche

In und durch die Kunst kann ich mich mit Dingen beschäftigen die ich für wichtig halte. Zum Beispiel warum es zentral ist, dass jeder Mensch seine Meinung äußern kann und seine demokratischen Rechte dies zu tun in Anspruch nehmen sollte. Peeters bezieht sich mit dieser Aussage auf seine eigenen Kämpfe unter den sich verändernden Bedingungen in den Niederlanden, wo Populismus die freie Meinungsäußerung bedroht und suggeriert, dass sich die kulturelle und intellektuelle Elite außerhalb der Gesellschaft befinden würde.

Ausstellung 27. August – 8. Oktober 2016

Das Esszimmer
Mechenstrasse 25
D - 53129 Bonn
www.dasesszimmer.com




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13.03.2016 eine phantastische Traumwelt

GFDK - Sophie Blady M.A.

Photo meets Manga ist ein generationsübergreifendes Werk, das in Zusammenarbeit mit der 14-jährigen Tania Schaubhut entstanden ist und erstmals 2005 dem Publikum präsentiert wurde. Die Dortmunder Künstlerin Eva Horstick‐Schmitt entschied nach einer Karriere als Choreografin und Fotografin, sich gänzlich der Kunst zu widmen und ihren Beobachtungen, Gedanken und Träumen durch die Fotografie Ausdruck zu verleihen. Jetzt stellt Eva Horstick-Schmitt Ihre Manga-Werke in Brüssel aus.

Bunt, naiv und frech erobert das Manga die alltägliche westliche Welt in den Fotografien von Eva Horstick‐Schmitt. Malerei und Fotografie treffen in ihren Bildern ebenso aufeinander wie die Kontinente Asien und Europa, doch was macht ihre Kunst tatsachlich so einzigartig, ist doch das Manga derzeit in aller Munde und gibt es doch bekannte, japanische Mangaka, deren Abbildungen ohne Frage an Kunstfertigkeit und Authentizitat kaum zu ubertreffen sind.

Eva Horstick-Schmitt erobert die Welt der Mangas

Nicht ohne Grund entsprechen die Manga in den Bildern Horstick‐Schmitts diesen Darstellungen jedoch nicht, sie gleichen vielmehr einer jugendlichen Neuinterpretation und erinnern teilweise nur noch vage an ihren japanischen Ursprung. Die 14‐Jährige deutsche Manga‐Zeichnerin Tania Schaubhut malte die bunten Figuren in die Fotografien der Künstlerin ein und schuf auf diese Weise ein Sinnbild für eine fremde Kultur in der vertrauten Heimat, da sie selbst Japan bislang nur aus Zeitschriften, Filmen und Spielen kennt.

Auf ganz subtile Weise macht Eva Horstick‐Schmitt mit diesem Kunstwerk bereits 2005 auf die aktuelle sozialpolitische Debatte des Kulturtransfers aufmerksam. In ihren Bildern wird deutlich, dass Kulturen nicht mehr nebeneinander bestehen, sondern miteinander: Grenzen öffnen sich, verschwimmen und lösen sich schlieslich ganzlich auf. Das Manga, ein Ausdruck der japanischen Popkultur, vereint sich in den Bildern Horstick‐Schmitts mit seiner Umgebung, die das Lokalkolorit des Westens deutlich erkennen lasst.

Fotografien von Eva Horstick‐Schmitt

Der transparente Korpus des stark konturierten Mangas nimmt die Oberflächenstruktur des Westens an; so scheint beispielsweise die Gardine eines bürgerlichen Interieurs sowie die Industrielandschaft vor dem Fenster durch das Gewand und den Körper des Mangas hindurch. Ost und West, Asien und Europa vereinen sich zu „Eurasien“: ein neuer Zustand, in dem sich die Form der japanischen Kultur und Tradition mit dem Geist Europas vereint. So tut sich eine phantastische Traumwelt auf, die fernab von Regeln und Gesetzen verzaubern möchte.

Fiktion und Realitat treten in ein beeindruckendes Gefecht, das durch die Intermedialität von Fotografie und Malerei, die fiktive Comic‐ Figur und das reale Abbild der Künstlerin animiert wird: Während das Manga oftmals aus dem Bild heraus in die Realität tritt, indem es dem Betrachter neckisch zuzwinkert oder ihm gar winkt, bleibt die Künstlerin in ihrer Bildwelt meist eingeschlossen.

Mangas sind in Deutschland nicht mehr wegzudenken

Das Manga ist seit den 1990er Jahren auch in Deutschland nicht mehr wegzudenken, bekannte Charakteristika wie die grossen, ausdrucksstarken Augen, das buschig voluminöse Haar und ganz besonders die ausergewöhnliche Themenvielfalt der Geschichten lösten einen regelrechten Manga‐Hype aus. Beachtlich ist jedoch die optische Diskrepanz der Manga zu der japanischen Physiognomie, die besonders in der Augenpartie deutlich wird. Die Übersteigerung des Kindchenschemas ist Ausdruck der Amerikanisierung der japanischen Comicfigur Ende der 1970er Jahre, die zwar dem Schönheitsideal der Japaner entspricht, nicht aber dem Erscheinungsbild der Menschen.

Der Bildtransfer zwischen Asien, Amerika und seit den 1990er Jahren Europa macht das Manga zum interkulturellen Sinnbild unseres Zeitalters, das markante Merkmale wie Flexibilitat, Schnelllebigkeit und Kulturtransfer vereint. So stellt sich die Frage: Gibt es überhaupt noch ein japanisches Manga?

Text von Sophie Blady M.A., Gesamtwerk und Fotografien von Eva Horstick‐Schmitt

Die international arbeitende Fotokünstlerin Eva Horstick-Schmitt stellt in der Brüsseler Galerie
Artbeat aus:

aus ihrer Serie
Photo meets Manga 
24 Werke , die zwischen 2004 und 2015 entstanden sind.

14. April bis 14. Mai 2016. Rue de'Aqueduc 104. 1050 Brussels.
Dienstags bis Freitags von 11.30 bis 18 Uhr, samstags von 12 bis 17 Uhr.
Kontakt: 0485893747.
www.art-beat.be

www.arteve.de

 

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15.02.2016 Wasser bewirkt alles

GFDK - Herwig Nowak

BOOT und Wasser gehören zusammen, das ist keine neue Erkenntnis. Dass BOOT, Wasser und Kunst zusammengehören, ist weniger geläufig.

Aber sie bilden eine Einheit, seitdem die Verwaltung der Düsseldorfer Messe eine Kooperation mit der Fachhochschule Aachen, Fakultät für Gestaltung, abgeschlossen hat, die künstlerische Aussagen zum Thema" Wasser" zum Inhalt hat. In diesem Jahr verdienen unter dem Titel "Reflect" dreidimensional gegossene, oder gesägte, jedenfalls geformte weisse Unterwasserkörper, Submiser genannt besondere Beachtung, die dem ansonsten schwarzen Raum Leben und Aussage verleihen.

Kunst von Patricia Victoria Schrock

Beherrscht wird der schwarze Raum aber durch die grossdimensionierte Videoinstallation "Water Symphonie" von Patricia Victoria Schrock. Fast raumhoch und von mehr als Meterbreite wird die Illusion eines Wasserfalls erzeugt. Ebenso kraftvoll, vielfältig und energiegeladen, wie in der Natur, stellt sich das Kunstwerk dar. Mal zentriert sich das Wasser an einer Stelle, mal strömt es als breiter Strom über die ganze Fläche der Installation. Wasser bewirkt alles. Es ruft gute ebenso wie angstvolle Emotionen hervor. Hier aber offenbart es schiere Kraft.

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01.01.2016 neue weiblichkeit

GFDK - Eva Wiest

Frau im Slip bekleidet in einen leerend Schrank blickend, Frau mit Eule beim Café oder Kopf über vom Baum baumelnd - die malerische Welt der Rosa Loy entführt in weibliche Phantastereien, die so skurril wie leichtfüßig daher kommen und auf merkwürdige, eine beruhigende Weise fesseln.


Ganz wunderbar, unmittelbar bis selbstverständlich führt die Künstlerin die Stärke des schwachen Geschlechtes vor Augen, ohne dessen Sanftmütigkeit zu verleugnen, die Schönheit in den Schatten zu stellen oder die weiche Seite einer harten weichen zu lassen.
Kurzum, die Künstlerin Rosa Loy erschafft in ihren Bildern eine neue Weiblichkeit, die den Macherinnen dieser heutigen Gesellschaft den Weg bahnt, den Machern die Angst nimmt und allesamt verzaubert, für sich einnimmt und liebkost - wer gehörte da nicht gerne zum betrachtenden Publikum?

Die Ausstellung „Lichtung“ mit neuen Arbeiten von Rosa Loy läuft noch bis einschließlich 10.1.2016.

Die 30 klein- und mittelformatigen Arbeiten in Kasein auf Leinwand aus den letzten drei Jahren, ergänzt durch neue Zeichnungen geben der Vertreterin der Neuen Leipziger Schule einmal mehr recht: als phantastische Wegweiserin hin zu einem neuen, selbstbewussten und sensiblen Frauenbild, das durchaus der ehemaligen, emanzipierten DDR entspringt.

1958 in Zwickau geboren, studierte Rosa Loy erst Diplomgartenbau in Berlin, bis es sie 1985 schließlich an die Hochschule für Graphik und Buchkunst nach Leipzig zog; ihr Diplom legte sie bei Professor Felix Müller ab, Meisterschülerin wurde sie von Professor Rolf Münzner. Seither lebt und arbeitet sie in der sächsischen Metropole an der Seite von Neo Rauch mit Atelier in der legendären Baumwollspinnerei und Ausstellungen weltweit.
Ob in USA, Südasien oder Europa, Rosa Loy beeindruckt und berührt mit ihren ausschließlich von Frauen beherrschten Bildwelten, die ihre ostdeutsche, sozialistische Vergangenheit ebenso erahnen lassen wie ihre Affinität zu Pflanzen oder auch die Nähe zum Künstler Neo Rauch.
Ihre Arbeiten sind in zahlreichen renommierten Privatsammlungen und öffentlichen Museen vertreten wie dem MOCA, Los Angeles, dem MOMA, New York, oder der Pinakothek der Moderne, München.

Im Studio zeigen wir neue Arbeiten von Szilard Huszank.


Rosa Loy in 2015:

25.11.2015 – 24.1.2016
Tightrope Walk: Painted Images After Abstraction
Gallery White Cube Bermondsey
London

ab 30.10.2015
Mein geliebtes Land
Villa Katzorke
Essen

2.10. bis 4.12.2015
Perlmutt
Rosa Loy - Neo Rauch
Kunstverein Freunde Aktueller Kunst e.V.
Zwickau

19.6. bis 20.9.2015
Desperates Houswives? Künstlerinnen räumen auf
Gruppenausstellung
Museum im Kulturspeicher
Würzburg

29. 5 bis 30.8.2015
Die bessere Hälfte
Malerinnen aus Leipzig
Gruppenausstellung
Kunsthalle der Sparkasse Leipzig
Leipzig

27.2.2015 bis 28.3.2015
Empire of the Senseless
Nina Chanel Abney| Francesca DiMattio | Sara-Vide Ericson | Natalie Frank | Kristina Jansson | Rosa Loy
Friedmann Bender Gallery
New York

Die GALERIE NOAH besteht seit 2002 und befindet sich ebenfalls im Glaspalast.
Ausstellungsschwerpunkte sind die zeitgenössische Kunst der Bereiche Malerei und Skulptur.

Galerie Noah
Beim Glaspalast 1
86153 Augsburg

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19.12.2015 5 Min. für ein Mädchen von Morgen!

GFDK - Eva Horstick-Schmitt

Die Arbeiten versuchen ein Bild der Zeit wiederzugeben - eine Zeit, in der SEX das Symbol von Macht geworden ist. Sex sells everything. Informationsfluten überwältigen uns gerade durch das ZUR-VERFÜGUNG-STEHEN jeglicher Informationen . Das macht die Zeit schnelllebig und beliebig.

Wir haben weniger Zeit und doch verschwenden wir die Restzeiten im Orbit des Netzes. Ich habe diese Serie ohne Assistenten und ohne Make-up-Artisten etc. allein erstellt. Sie soll ein Bild wiedergeben vom Chaos der Welt , in der wir zu Hause sind.

Chaotisches Durcheinander des Angebotes, welches uns zur Verfügung steht. Die Arbeiten sind ein Blick auf das, was im Inneren abgeht. Eine Mischung aus Bürowelt, Sex,Freizeit, Bürgerlichkeit und Vorstellungen, die ich damit hinterfragen möchte.

Wir leben nicht die Zeit , sondern die Zeit lebt uns?!

Das Mädchen auf dem Bild , welches in die Kamera blickt - im Hintergrund ein Mann, der sie argwöhnisch betrachtet, als wäre sie aus einem anderen Universum in den ORT herein katapultiert. Das Bild hinterfragt den Zaun , den wir uns selbst errichten, den Blick, dem wir nicht trauen.Das Foto mit dem Hochzeitspaar wurde in einem alten Gebäude von Hoesch aufgenommen. Diese Gebäude existieren nicht mehr. Sie sind einem See gewichen , der zum ORT für Häuser wurde, in denen reiche Menschen - Ehepaare leben, die die Vergangenheit dieses Ortes nicht kennen und nunmehr an diesem Ort auf dem Schrott der ausbeuterischen Vergangenheiten leben. 

Fotografien von Eva Horstick-Schmitt

Ich habe Mädchen nach ihren Zukünften befragt und diese Interviews lassen erkennen, dass sie allesamt heiraten möchten und auch Kinder wollen.

Sie möchten einen Beruf, um sich selbst zu verwirklichen. Freunde wollen sie, echte Freunde. Liebe und Frieden.Funktioniert das in einer überfluteten Gesellschaft, die sich schneller dreht als die Erde.

Was heute "in" ist, ist morgen vergessen. Nichts ist älter als die Nachricht von gestern.  Das, was uns manche Medien vorgaukeln, ist weder authentisch noch nachahmenswert. Es ist eine Welt, die sich an sich selbst aufgeilt.

Es geht nicht mehr um authentische Informationen, sondern um die Vergabe des EGOISMUS. Wer die Einschaltqoten schafft, erschafft einen Hype. Wer im Hype ist - ist in.

Sex sells - provokante Fotografien von Eva Horstick-Schmitt

Wir als Wesen dieses Planeten müssen sondieren lernen, wichtiges von unwichtigen Dingen zu trennen. Wie soll das gehen bei all den Informationen von CNN, BBC und co.? Wie sollen das die jungen Menschen schaffen, die von einem Hype in den nächsten katapultiert werden.Der drive, dem wir alle ausgesetzt sind, wird weggespült von unseren Hirnen oder im Traum verarbeitet?

Ich verarbeitet meine Sicht der Dinge in den Fotoarbeiten, die ich mit meinen "Nichtmodels" inszeniere. Die "Models" sind normale Menschen von der Strasse.

Hausfrau und Mutter, Arzthelferin und Geliebte, gelernte und ungelernte Kräfte aus unserer Gesellschaft. Frauen, die etwa zu sagen haben, egal welchen Bildungsstand sie haben.Ihre Sprache ist oft einfach, aber in dieser Einfachheit liegt oft viel Wahrheit. Mehr Wahrheit als in vielen der intellektuellen Ergüsse einer sich selbst hypenden Medienwelt. Da zählen nur die Auflagen und diese liegen wie sie sehen als Müll in jeder Ecke. 

Sammeln wir den Müll oder versammeln wir unsere Gedanken an eine Welt, die morgen vielleichtmehr ist als das Heute? Eine, die das Chaos ein wenig ordnet, nicht umzäunt, nur etwas behutsamer ihre Nachrichten auswählt, die sie in die Welt transportieren.Wenn wir in der Schnelligkeit weiter machen wie bisher, werden die Mädels von Heute mit der Erziehung ihrer Kinder von Morgen völlig überfordert sein.

Bilder aus der Serie:

"5 Min. für ein Mädchen von Morgen!", Phoenix, Eva Horstick-Schmitt

 

 

 

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22.09.2015 hautnah

GFDK - Kerstin Eberhard

Diesen Monat stellen die Freunde der Künste Werke der beiden Künstlerinnen Vera Schranz und Antonia Wöhrer vor, die sich dem Thema Haut widmen. Warum gerade "Haut"? Als vielseitiges Organ des menschlichen oder tierischen Organismus übernimmt die Haut wichtige Funktionen des Stoffwechsels und der Immunologie, erklären die beiden Künstlerinnen.

Mit ihren Anpassungsmechanismen dient sie als Hüllorgan der Abgrenzung von Innen und Außen und dem Schutz vor Umwelteinflüssen. Sie repräsentiert uns in unserem Sosein, ist Kommunikationsinstrument und hilft dabei unser inneres Gleichgewicht zu bewahren.

Sprichwörter rund um die Haut

Manchmal sind wir eine ehrliche Haut, wir möchten unsere Haut retten, mit heiler Haut davon kommen, wir möchten nicht in der Haut eines anderen stecken oder aus unserer Haut fahren, wir werden rot vor Zorn oder Scham, grün vor Neid und blass vor Schreck. Kaum ein anderes menschliches Organ versammelt um sich derart viele Phrasen und Sprichwörter. Grund genug für die beiden Malerinnen Vera Schranz und Antonia Wöhrer das Thema genauer unter die Lupe zu nehmen und Assoziationen Raum zu geben.

Kunst von Vera Schranz

Die gebürtige und in Graz lebende, montenegrinische und akademische Malerin Vera Schranz heimste 2014 den 1. Platz des Annenstraße-Weibsbilder-Preises ein und präsentiert in dieser Folgeausstellung surrealistische Werke inszenierter, aber auch realistischer Welten und deren Mischformen. Die Zustände, die sie rund um das Thema und in ihrer Umgebung ortet, fasst sie in komprimierten Bildaussagen zusammen. Und wie kommt man dazu ein Bild zu malen, das einen traurig anmutenden, offenbar geschlechtstransformierten Mann zeigt, der mit dem Ergebnis seiner Geschlechtsumwandlung nicht zufrieden zu sein scheint? Oder ein erschütterndes Bild – das ein Selbstporträt sein kann, dass Frida Kahlo gemalt haben könnte? Oder ein Bild, das einen Raum zeigt, aus dessen Wand das Skelett eines Dinosaurier kriecht, das sich auf dem Weg zu einem Menschen befindet, der ruhend auf einer entrollten Rasenmatte liegt und auf dem Rücken ein Drachen-Tatoo hat?

Zitat: „Jugoslawien, der Ort meiner Geburt, ist von der Landkarte gelöscht. Um letztlich nach Graz zu kommen, musste ich viele Grenzen überqueren. Ich gehöre zu denen, die sich durch Bilder besser ausdrücken können als mit Wörtern. Es ist ein Privileg, Illustratorin des Zustandes zu sein. Mit Malerei versuche ich nicht Menschen zu enträtseln, ein paar Farben und Linien können das nicht leisten. Manchmal frage ich jemanden, „Wie geht es dir?“ und erhalte ein Bild als Antwort“.  

Ausstellung von Vera Schranz und Antonia Wöhrer

In der Gegenüberstellung befinden sich die Werke der gebürtigen Kärntnerin und in der Steiermark beheimateten Malerin Antonia Wöhrer. Mehrere Personalen in der Galerie Blaues Atelier zeigten bereits ihre in der Sozialarbeit wurzelnden und positionierten bildnerischen Statements, die im Gegensatz zu Schranz´ Werken subtiler wirken, weil sie reduzierter erstellt werden.

In mehreren Schichten und Japan-Spachteltechnik angelegt, schimmert Wöhrers Ambition in ihren Bildern deutlich hervor: immer ist der Mensch im Mittelpunkt, aufbrechend – im wahrsten Sinne des Wortes – in andere Welten, sei es als Flüchtling auf der Suche die eigene Haut zu retten, oder als Einheimischer, der darum bangt, dass seine Wohlstandsidylle verloren gehen könnte und dadurch zur Hetze gegen Fremde neigt. Zitat: „Wir sind gewillt fremde Menschen, auch mit anderer HAUTFARBE, als solche wahr zu nehmen, wir reisen und  surfen im Internet in fremde Länder und genießen das Exotische daran. Nur hier haben wollen wir die andere Hautfarbe nicht“. 

Welche Auf- und Umbrüche in den Menschen und in der Gesellschaft vor sich gehen, wie „Namenlose im Mittelmeer“ anders aussehen als im Fernsehen oder in der Zeitung, wie Transpiration dargestellt werden kann, wie es unter der Haut, also hinter der Fassade aussieht, all das spiegelt sich in den unterschiedlichen Interpretationen der beiden Künstlerinnen gezielt und gekonnt wider.

Text. Kerstin Eberhard, Graz 2015, Zitate in kursiv Vera Schranz und Antonia Wöhrer

Galerie Blaues Atelier, Annenstraße 33, 8020 Graz

Öffnungszeiten: Di, Mi, Do, Fr. 15-18 u. n. t. V.

Ausstellungsdauer: 07.10.-30.10.2015

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