Präsentation von Künstlern und ihren Werken

04.09.2017 inszenieren Räume und Situationen

GFDK - Artpark

Passend zur dunklen Jahreszeit präsentieren unter dem Titel "Das Helle im Dunkel – Zwei Lichtgestalten aus Österreich" Christoph Luckeneder und Manfred Kielnhofer aus Linz/Österreich ihre Lichtgestalten. Beide Künstler beziehen in ihrer Arbeit das Umfeld mit ein und inszenieren Räume und Situationen so, dass man Objekte, Architektur und Natur anders wahrnehmen und neu entdecken kann.

Die zeitlichen Wächter
Der umsichtige und vielseitige Medien- und Lichtkünstler Manfred Kielnhofer bestätigt mit seinen zeitlosen Installationen „Die Wächter der Zeit“, dass die Menschheit seit jeher aus historischen und mystischen Gründen Beschützer hat. Nur sind die Menschen manchmal die größte Gefahr für sich.

Kielnhofer fasst dieses Vorlangen nach Geborgenheit in jeder Phase gut auf und zeigt durch seine Werke sehr viel Verständnis für die aktuellen, wie historischen Befindlichkeiten seiner Umgebung. Mit gekonnten Licht- und unterschiedlichen Materialkombinationen bestechen seine Arbeiten.
Von Alexander Lass

Manfred Kielnhofer ist ein vielseitiger Künstler, er fotografiert und betätigt sich als Bildhauer im selben Ausmaß. Vor allem die letzten drei Jahre waren fruchtbar, er beschäftigte sich mit der Methode der
Polyesterskulptur und fand zu außergewöhnlichen Lösungen. Seine Faltenwürfe erinnern an mittelalterliche Madonnen in neuem Gewand. Timeguards nannte er die erste Serie, Spiritguards gesellten sich dazu. Ob Mumie oder Pieta, der Tod scheint in allen seinen Skulpturen eine Allgegenwärtigkeit zu sein.


Beinahe kontrapunktisch seine Fotografie: Akt der stilvollen Art, als Kalender 2010 ediert, ästhetisch und dennoch künstlerisch. Er begnügt sich nicht mit dem bloßen Akt eines Hamilton, ihn interessiert vor allem die Spiegelung. Dazu kommt die Malerei, überbordend auf der einen, diszipliniert auf der anderen Seite, abstrakt das eine, gegenständlich das andere. Er scheint mit allen Stilmitteln zu spielen und sein Publikum immer wieder verblüffen zu wollen.
Text: Dr. Thomas Seywald


Christoph Luckeneder
Den hier abgebildeten Saguaro-Kaktus mit der wissenschaftlichen Bezeichnung “Carnegiea gigantea” habe ich im Jahre 1992 im Saguaro-Nationalpark im Südwesten der USA fotografiert. Seither begleitet er mich durch mein künstlerisches Leben. Bei dieser Reise in eine der unwirtlichsten Gegenden unseres Planeten erblickte ich sie zum ersten Mal, die „Giganten der Wüste“.


Vom ersten Aufeinandertreffen an übten sie auf mich eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Ich gehöre nicht zu den den leidenschaftlichen Kakteen-Sammlern, es war aber eine Art Respekt, die in mir ausgelöst wurde, der Respekt vor einem Lebewesen, das der feindlichen Umgebung trotzt.

Ein Kaktus kann nicht verdorren, dazu ist sein Bau viel zu ausgeklügelt, er kann schlechtestenfalls ersäufen. Er zeigt es  seinen Feinden mit den Stacheln, die ihm eine perfekte Rüstung sind. Mit seinem inneren Feuchtigkeitsgehalt (bis zu 5 Tonnen Wasser) ist er vielen Lebewesen ein Retter in der Not.


Seine Früchte sind nahrhaft und erfrischend. Und er hat eine hohe Lebenserwartung, bis zu 200 Jahre, sofern er nicht den vielen Gefahren, die ihm durch Mensch und Tier widerfahren, erlegen ist. Was mich von Anfang an an diesen Geschöpfen faszinierte, war der symbolische Charakter, den sie ausstrahlten, dieser herbe Charme. Wie man sich in so einer feindlichen Umgebung behaupten kann, aus dieser sogar einen Nutzen für sich und seine Umgebung erzielt, das zeugt auch von einer gewissen sozialen Intelligenz.


Und es war sozusagen ein Fingerzeig, ein „stechender“ Appell, sich dem Diktat der heutigen Gesellschaft zu widersetzen, zu trotzen, sich nicht dem Mainstream von Genuss und geistiger Öde hinzugeben.
Damals schon hat sich die Idee in mir verfestigt, den Kaktus als Symbol, als Metapher für die gesellschaftlichen Auswüchse unserer Zeit einzusetzen.

Die Frage war bloss wann und wie. Wie kann man einen Kaktus erschaffen mit Mitteln, die ihn verfremden, die ihn aber auch als glaubhafte Metapher darstellen lassen? Erst als ich mich eingehend mit Reflexionen, Transmissionen und anderen Phänomenen des Lichts beschäftigte, kam das Thema Kaktus immer und immer wieder.

 

ARTPARK manfred_kielnhofer@public.linz.at

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27.08.2017 tägliche spontanität ist gefragt

GFDK - Atelier Winkler

Was ist das Wesentliche bei der Abstraktion? Eigentlich handelt es sich ja nicht um Abstraktion, sondern um gegenstandslose Malerei. Was wir sehen und hören, haben wir gespeichert - in der Umsetzung in ein Medium der bildenden Kunst ist es so, daß man auf einen seelisch-geistigen Gehalt reduziert.

Abstraktion ist nicht literarisch, eine Wiedergabe in ablesbarer Form, sondern es ist die Auseinandersetzung mit einem Thema, das rein von der seelisch-geistigen Konzeption herkommt.


Die Auseinandersetzung mit der folterkammerähnlichen Situation im Atelier, wo man die weiße Fläche vor sich hat - egal ob Holz, Leinen oder Papier - ist so, wie sie viele Maler schon hatten: den ersten Strich oder Punkt zu machen und nicht ein Bild entstehen zu lassen, das schon vorher im Kopf da war. Das wäre nur eine Wiederholung eines bereits gemalten Bildes.


Dabei fehlt die Spontanität und der Kampf, der sich - nach meiner Erfahrung - so entwickelt, daß irgendwann am Beginn des Arbeitsprozesses das Bild einen Moment erreicht, in dem es mir Antwort gibt. Das klingt zwar kompliziert, aber unter Antwort verstehe ich den Dialog zwischen Maler und Werk.

Erst dann beginnt der richtige Arbeitsvorgang, während dem man ein Bild immer wieder neu erzeugen muß, Die Schwierigkeit liegt auch darin, sich beim nächsten Bild nicht zu wiederholen, die Angst davor habe ich jedes Mal.

Man sollte nicht beim ersten Bild schon sagen können, man habe das drilte auch schon gesehen usw. Es ist eine lebendige Geschichte wie eine Vereinigung zwischen Mann und Frau, weil auch das Erotische eine große Rolle spielt und für mich thematisch sehr wesentlich ist.

Das ist vielleicht das Credo meiner Malerei, wenn man von der rein farblichen Auseinandersetzung und Sensation, die sich aul einem Bild abspielt, zu dem geht, was unter der Bildfläche ist und immer wieder zum Durchbruch kommt.


Ein Bild muß so weit offen sein, daß es für jeden Betrachter die Möglichkeit einer weiteren Diskussion bietet, er soll die Auseinandersetzung, die ich mit dem Bild hatte, fortsetzen. Das erst gibt ihm den Wunsch, das Bild zu besitzen, weil er das Gefühl hat, daß der Erzeuger dieser Oberfläche einen Kampf hinter sich gebracht hat, der für den Beschauer weitergeht.

Viele der Erwerber meiner Bilder, die nie zuvor ein abstraktes Bild besessen haben, waren sofort von der Komposition eingenommen, ohne den Namen des Künstlers zu kennen, aber die Kraft kam aus dem Bild zu ihnen.


Man braucht ein Konzept, ohne literarisch zu sein, aus dem man schöpfen kann. Von der Geburt bis zum Tod ist alles, was Leben ausmacht - Sexualität, Leiden und Probleme - neben den Standortbestimmungen des Alters, in denen die Summe der Erfahrungen mitschwingt, in diese künstlerische Aussage integriert.

Dies ist meine Spange von Alpha zu Omega: die Erotik, die sich nach Freud wie ein roter Faden durchs Leben zieht, all die kleinen Tode, die man auch in der Vereinigung erlebt. Beim Malen bin ich ein vollkommen eruptiver Mensch, der die Farbe und den Inhalt benützt, um sich in seiner Sprache auszudrücken.

Viele Dinge im Leben werden geistig-seelisch erfaßt und man kann nicht achtlos  vorübergehen, alles hat Bedeutung, es gibt aber Schwerpunkte. Der Künstler sollte in seiner Zeit Seismograph sein, nicht politische Dinge aufsaugen und sich für einen politischen Maler ausgeben oder Psychotherapeut, der mit seinen Bildern heilen will, sondern die Inhalte sollten substantiell sein.


Ich male auch nicht gerne, aber ich bin von der Malerei besessen. Dabei erreichen nur wenige Bilder einen gewissen Grad an Perfektion, die für den Zeitpunkt, an dem sie gemalt wurden, einmalig war und unwiederholbar bleibt.

Die Reduzierung der Farbe hat sich nach der langen Abstinenz von der Malerei ergeben. Begonnen hatte ich im Umkreis der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, man kannte damals nichts anderes, vor allem nicht das, was international passierte.

Als ich nach Jahrzehnten wieder begann, hatte ich das Glück, kurze Zeit wie ein Kind zu malen, unbeschwert mit breiten Pinseln, Farbbahnen ziehend, eruptiv. Bis die Malerei dann eine andere Position in meinem Leben einnahm.

Dabei kam die Erkenntnis, daß Buntheit eine gefährliche Möglichkeit des Ausdrucks ist, da man sich in ihren Sensationen verliert.  Sie übertünchen Fehlerquellen wie auch das Handwerk zu diesem Vertuschen dienen kann.

Es kam der Anspruch, sich mit Wenigem, aber substantiell auszudrücken; sich mehr zu konzentrieren durch Reduktion von Form und Farbe, auf das, was man sagen will. Dabei gibt es Vorbilder, ohne die man nicht auskommt - Tapies ist dabei ein wichtiger Mentor für mich, den man glücklicherweise nicht kopieren kann, ich versuche diese Mauerbilder, die er als einer der ersten in die Malerei einbrachte, in meine Sprache umzusetzen.

Es sind Dinge wie spontane Kritzelei oder der natürliche Verwitterungsprozeß, die einen Oberflächenreiz entwickeln und ich konnte mein Kürzel gut nebeneinandersetzen, ohne einen Zusammenhang herzustellen, der ein Aussageproblem mit sich bringen würde. Ohne die eigene Sprache zu verlieren, trotz Veränderung oder veränderter Aussage bleibt der ehrliche Künstler stets erkennbar.


Das ,,Freiarbeiten", die Entwicklungsschritte bei den Papierarbeiten, sind für die Entstehung der großen Bilder äußerst wichtig. Die Malerei ist für mich täglich ein Neubeginn, mit all seinen Problemen, der Kampf ist jeden Tag der gleiche.

Josef Winkler über seine Malerei

Josef Winkler wurde am 15. November 1925 in Wien geboren.

1946 studierte er an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt - 1947/48 folgte ein Studium an der Akademie der bildenden Künste bei Josef Dubrowsky und Herbert Boeckl.

Von 1948-1950 war der Künstler Stipendiat an der Art School in Guildford, England.

In diesen Jahren war Winkler stilistisch mit der Gruppe, der Wiener Phantastischen Realisten Verbunden und fand auch in dieser Zeit seine eigenen Facetten.

Nach den ersten Erfolgen unterbrach Winkler seine künstlerische Arbeit und verschrieb sich dem Kunsthandel.

Diese lange Beschäftigung ließ den Künstler reifen.

Als er 1990 schließlich selber wieder zum Pinsel griff, ja dem Kunsthandel den  Rücken zuwandte, um sich ausschließlich der Malerei zu widmen, war er geprägt von den Künstlern und Formen des abstrakten Expressionismus und verschrieb sich immer mehr dem Informell.

Heute zählen Winklers Werke zum festen Bestandteil verschiedenster privater Sammlungen in Österreich, Deutschland und der Schweiz.

Kontakt

Josef Winkler
email: office@atelier-winkler.com









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26.08.2017 SINNLICHE FORMEN Akt & Natur

GFDK - Redaktion

Sehr starke Bilder von Jörg Pfeifenbring. Es war und ist die Freude an der Schönheit, der Schönheit des menschlichen Körpers und der Natur, die den Fotografen und Musiker seit Jahrzehnten bewog, diese mit der Kamera festzuhalten und künstlerisch zu bearbeiten. Als "Jäger und Sammler" sucht sich der Künstler alles, was ihn anspricht, fotografisch zu eigen zu machen.

Handwerk bleibt Handwerk auch in der Kunst

Dabei nutzt er Formen aus der Natur u.a. als überlagernde Hintergrundmotive. Mit Hilfe der Sandwich-Technik war es möglich, mehrere Dia-Positive übereinander zu belichten. Die allgemein übliche Verfremdung mittels Computer ist seine Sache nicht, auch aktuell sind Bildbearbeitungen die Ausnahme. Er meint nach dem Warum befragt:

Grenzbereiche gewohnter Sichtweisen

"Handwerk bleibt Handwerk. Das auch, um der überbordenden Selvie-Hysterie etwas entgegen zu setzen. Kunst braucht Zeit." Die Fototechnik hat sich enorm entwickelt, was unter heutigen technischen Voraussetzungen wesentlich schärfere Ergebnisse zeitigt, die Aussage betreffend aber nicht immer von Vorteil ist. Beides zeigt Jörg Pfeifenbring, sodass der geneigte Betrachter selbst vergleichen kann.

Es geht Jörg Pfeifenbring nicht um das voyeuristische Herzeigen

Freunde und Bekannte, die von den Arbeiten des Fotografen angetan waren, vermittelten weitere weibliche und männliche Modelle, sodass er auch zunehmend in Grenzbereiche gewohnter Sichtweisen vordringt. So sind in seinen Arbeiten auch Männerakte und Paardarstellungen zu entdecken.

Es handelt sich folglich nicht um voyeuristisches Herzeigen, sondern vielmehr um das Spiel mit sinnlichen Formen und Farben. An der Natur reizt den Künstler wiederum besonders das Schöne, sodass er häufig seine Modelle in der Natur fotografiert, woraus eine hocherotische Symbiose entstehen kann. Und wie es mit aller Kunst beschaffen ist, vollendet sich das Werk erst im Bild des Betrachters.

Jörg Pfeifenbring wurde 1960 in Weimar geboren. Er ist gelernter Schlosser. Sein fotografisches Interesse überkam ihn schon in seiner Jugend mit der ersten Pouva-Start. Später war er jahrelang als freier Presse-Fotograf unterwegs, bevor er sich der künstlerischen Fotografie verschrieb. Heute ist er u.a. als freiberuflicher Musiker "weltweit" im Deutsch-Folk-Genre und bei der "Wiederbelebung" historischer Musikinstrumente aktiv.

Sehr herzlich dankt Jörg Pfeifenbring der Galerie Markt 21 für das Zustandekommen dieser seit langem geplanten Ausstellung, die sich einreiht in vergangene Expositionen in Jena, Apolda, Gera, Berlin, Weimar, Braunschweig, Toulouse, Montpellier und anderen Orten.

Das „Duo Lied-Fass“ aus Weimar (Jens Sachse & Jörg Pfeifenbring)
spielt Folklore und freche Lieder zum Mitsingen und Zuhören .

Programm zur Vernissage am Freitag, dem 25. August 2017 ab 21 Uhr:

vom 26.08. bis 20.09.2017 - täglich von 16 bis 23 Uhr geöffnet, Eintritt frei

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26.08.2017 Performance als Prozess des Produzierens

GFDK - Clemens Baier

Die deutsche Künstlerin Anna Witt, wohnhaft in Wien, hat in Zusammenarbeit mit der schwedischen Designergruppe Uglycute ein Projekt für die EMSCHERKUNST.2013 entwickelt: „Breaking New“. Über den gesamten Ausstellungzeitraum (22. Juni – 6. Oktober) wird eine Gruppe DuisburgerInnen als mobiles Konstruktionsteam agieren.

Der Schwerpunkt der Performance ist der Prozess des Produzierens: Gefundene, weggeworfene Materialien werden (wieder) in funktionale Objekte transformiert – beispielsweise in Stühle, Tische oder Hocker. Wo auch immer wiederverwertbares Material abgeladen wurde, entsteht ein neues Objekt und dort wird es auch zurückgelassen, um benutzt, neu platziert oder mitgenommen zu werden. Die PerformerInnen operieren, ausgestattet mit einem mobilen Kit an Werkzeugen, in den Straßen von Duisburg-Marxloh und Umgebung.

Im Vorfeld der EMSCHERKUNST.2013 wurden die PerformerInnen in einem Workshop mit Uglycute in die Arbeitsweise eingeführt. Dieser fand vom 10. bis 12. Mai im Künstler-Hauptquartier an der Wiesenstraße in Duisburg-Marxloh statt. Das Hauptquartier ist ausgestattet als Lager, Versammlungsort, Dokumentations-Archiv und dient als Anlaufstelle für Besucher.

Die Räumlichkeiten sind mit einem von Uglycute entwickelten  Modulsystem ausgestattet, das die verschiedenen Funktionen des Raums verbindet. Dieses modulare System mimt den industriellen Prozess in der Herstellung sowie die industrielle Ästhetik und ist inspiriert von Marxlohs Flair, wo sich die glitzernde Brautmodenindustrie mit den Auswirkungen der Industrie des Ruhrgebiets treffen.

Die Künstlerin Anna Witt über ihre ersten Erfahrungen: „Das Thema Sperrmüll sorgt in der Region für Kontroversen, was mich auf die Idee brachte, ihn als Ressource zu betrachten. ‚Breaking New‘ will nicht auf ein Problem verweisen, sondern produktiv damit umgehen.“

Anna Witt betonte, dass es für sie eine Notwendigkeit ist, sich mit den Bedingungen der alltäglichen Realität vor Ort auseinander zu setzen. „Wichtig ist es mir, ein Projekt zu entwickeln, das im Dialog mit den Bewohnern steht und verfügbar ist. Ich wünsche mir, dass es sich ins alltägliche Leben integriert.

Es ist mir wichtig, das Projekt mit den Menschen vor Ort und direkt in den Straßen entstehen zu lassen“, so die Künstlerin. Uglycute zu ihren Beweggründen: „Das Design ist inspiriert von der Marxloher Ästhetik. Es ist eine interessante Kollision zwischen der glitzernden Hochzeitsindustrie und der rostenden Industrie.“

Kurator Prof. Florian Matzner, der bereits die erste Ausgabe der EMSCHERKUNST im Kulturhauptstadtjahr 2010 kuratierte, ging auf die Bedeutung des Projekts für die Region ein: „Kunst muss für mich raus aus dem ‚white cube‘ des Museums – dafür sprechen unsere ungewöhnlichen Ausstellungsorte wie leerstehende Ladenlokale, ehemalige Industrieanlagen oder unentdeckten Landschaften, aber auch all die Nebenschauplätze und ‚Unorte‘ zwischen Gelsenkirchen und Dinslaken.“

Matzner ist es ein Anliegen in den urbanen Raum, direkt zu den Menschen, zu gehen. Katja Aßmann, Künstlerische Leitung Urbane Künste Ruhr ergänzte: „Die EMSCHERKUNST ist in erster Linie für die Menschen vor Ort gemacht.

Die Kunst begibt sich in den Alltag der Emschertalbewohner und macht Lust mitzumachen. Urbane Künste Ruhr tratt neben Emschergenossenschaft und Regionalverband Ruhr erstmals als Veranstalter der EMSCHERKUNST. 2013 auf. Wir freuen uns auf den gemeinsamen Start in den diesjährigen Kultursommer.“

Anna Witt
Anna Witts performative Interventionen und Videoinstallationen beschäftigen sich mit der Konstruktion kultureller Stereotype und der Positionierung von Individuen innerhalb sozialer Systeme. Ihre Arbeiten können sowohl fiktionalen als auch dokumentarischen Charakter haben. Witt studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München und bei Monica Bonvicini in Wien. 2005 erhielt Anna Witt ein Vollstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes. Zuletzt bekam sie 2010 ein Staatsstipendium für Video- und Medienkunst in Österreich.


Uglycute
Das Kollektiv Uglycute bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Design, Kunst und Lehre. Ihr Interesse gilt experimentellen Produktionsprozessen und den Auswirkungen von Design auf die Gesellschaft. Eine wesentliche Fragestellung ihrer Arbeit ist die Wertigkeit von Materialien und ihre Tätigkeit umfasst nicht nur die Produktion, sondern auch das Schreiben, Unterrichten und das Abhalten von Workshops.



Pressekontakte:
Urbane Künste Ruhr, Kultur Ruhr GmbH, Leithestraße 35, 45886 Gelsenkirchen
Bettina Steindl, bs@urbanekuensteruhr.de
Clemens Baier,  cb@urbanekuensteruhr.de
Ausstellungsbüro EMSCHERKUNST, Emschergenossenschaft, Kronprinzenstraße 24, 45128 Essen
Patricia Bender, bender.patricia@eglv.de
Regionalverband Ruhr, Kronprinzenstraße 35, 45128 Essen
Jens Hapke, hapke@rvr-online.de

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11.08.2017 emotionale Dimensionen

GFDK - Helene Bosecker

Nikita Schmitz begreift Systeme und Programmatiken der heutigen Welt als statische rationale und empirische Prozesse.

Auch wenn sich die Geschichtsbücher aufgrund neuer Entdeckungen theoretisch alle vier Jahre einer Kompletterneuerung unterwerfen müssten, bleibt der Wunsch nach einer historischen Festlegung bestehen.

Nikita Schmitz thematisiert die Unbegreiflichkeit

Nikita Schmitz` Malerei sucht die Befreiung von eben diesen gesetzten Grenzen von wahr und falsch, möglich und unmöglich und fragt nach dem Geschehen hinter, vor und über logischen Denkweisen. Das Unbekannte, das die Angst als treuen Begleiter an der Hand hält, ist Inspiration und Motiv zugleich.

Neben einer abstrakten Formensprache sind gegenständliche Bezüge das Mittel, um an einen kollektiven Erinnerungsschatz anzuknüpfen und eröffnen dadurch emotionale Dimensionen.

Die Unbegreiflichkeit von Innen und Außen bleibt das thematische Zentrum der Malerei von Nikita Schmitz, die der menschlichen Furcht vor Neuem eine fremde und magische Schönheit verleiht.

 

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09.08.2017 der pott der gegensätze

Redaktion GFDK - Funda Toprak

Ein Porsche erzählt von der Welt des Mangels...ein vom Zerfall gekennzeichnetes Haus wiederum entlarvt die Oberflächlichkeit einer Scheinwelt...somit dient die Begegnung zweier Welten als Spiegel für die Welt des Gegenpols...

Armut bedingt Reichtum....Reichtum bedingt Armut...sie stehen in einer unauflöslichen Verbindung

Luxus-Autos im Revier

Was bei mir persönlich ankommt, ist der Blick für das Wesentliche...Eva erzählt oftmals mit einem Blick die dualen Gegensätzlichkeiten zwischen illusionärem Streben und dem, was wir Realität nennen...

In Gelsenkirchen haben wir den kleinsten Puff des Reviers erkundschaften mit Hilfe eines Ortskundigen.

Der Ruhrpott - ein Revier voll Gegensätze

Ich fand es immer schrill, wie hier im Revier die Menschen auf Autos abfahren, aber eben günstig einkaufen gehen, wie in das Matratzenlager oder auch in eine Spielhölle einkehren.

Art@Live.de

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09.07.2017 Die Halsbandaffaire

GFDK - Annabelle Meinhold

Bei Die Halsbandaffaire erzählen Schmuckstücke Geschichten. Wer Schmuck nicht nur gerne trägt, sondern auf der Suche nach außergewöhnlichen Unikaten ist, der findet in der Franz-Joseph-Straße 44 sein Traumaccessoire.

Schmuckexpertin Christiane Scharrer-Sieb achtet bei der Auswahl ihrer Schmuckstücke auf deren Persönlichkeit, Geschichte und Ästhetik. Prunkstück in Ihrer Halsbandaffaire ist derzeit das Vintage-Schmuckset Sputnik, das der berühmte Juwelier Hans Stern 1950-60 aus Anlass des ersten Satelliten in der Erdumlaufbahn kreierte. Ein außergewöhnliches Stück Goldschmiedekunst, das Geschichte schrieb. Und bis heute nichts an seiner Strahlkraft verloren hat.

Sputnik als Inspiration

Halbkugeln in funkelndem Gold, besetzt mit farbenprächtigen Edelsteinen. Das Design des außergewöhnlichen Schmucksets – bestehend aus Ring, Anhänger und Ohrclipsen –  erinnert an Sputnik, den ersten sowjetischen Satellit im All.

Er erreichte 1957 – also vor 60 Jahren – die Erdumlaufbahn und brachte damit auf einen Schlag die geltenden Weltansichten ins Wanken. Sputnik wird zum Symbol der Entgrenzung und beflügelt die Faszination der Menschen für den technischen Fortschritt. Sputnik wird zur Ikone eines neuen Zeitalters, dessen Ästhetik auch viele Künstler und Designer in ihren Werken aufgreifen.

Hans Stern – Ausnahmejuwelier

Darunter auch der berühmte brasilianische Juwelier Hans Stern. Er gehört zu den faszinierendsten Schmuckdesignern des letzten Jahrhunderts. Geboren 1922 im Ruhrgebiet flieht Stern Ende der 30er Jahre vor den Nazis zu seinem Onkel nach Rio. Hier gründet er, der sich zunächst auf den Edelsteinhandel spezialisiert hatte, 1945 sein Unternehmen H.Stern und kreiert fortan seine charakteristischen Schmuckstücke. Sie sind eine Hommage an die vielfarbigen Edelsteine Brasiliens.

Mit innovativen Marketingkonzepten und Kooperationen mit Celebrities führt er die Marke zu weltweitem Erfolg. Nicht nur das Design und der Verkauf der Schmuckstücke obliegt dem Unternehmen, H.Stern übernimmt den kompletten Wertschöpfungsprozess, von den eigenen Minen bis hin zu den mehr als 160 Verkaufsstellen weltweit.

Hommage an die schöne Frau

Hans Sterns Schmuckstücke sind ein Fest der Farben. Seine Vorliebe für bunte Edelsteine sind Ausdruck des gemmologischen Reichtums seiner Wahlheimat Brasilien und des Lebensgefühls seiner Zeit. Sein Schmuck soll Spaß machen. Es sind Pretiosen für die moderne Frau, hochwertig, modern und erschwinglich; ebenso tagsüber wie auch abends tragbar. Ein innovatives Konzept, das H.Stern in den 60ern zum drittgrößten Schmuckunternehmen der Welt werden lässt.

Vintage Schmuckset

Hans Sterns Fokus, die Leidenschaft für Farb-Edelsteine zeigt sich in kaum einem Entwurf so deutlich wie in seiner Sputnik Serie. Auf goldenen Halbkugeln sitzen in hohen Zargenfassungen Aquamarine, Amethyste, Citrine, Granate sowie rosa und grüne Turmaline. Jedes Objekt der Sputnik Serie hat sein ganz individuelles Erscheinungsbild, das je nach Anordnung und Kombination der verwendeten Edelsteine variiert.

Mit seinem markanten Design traf Hans Stern genau den Zeitgeist der 50er/60-er Jahre des letzte Jahrhunderts. Sputnik umschreibt nicht nur ein neues Zeitalter und eine richtungsweisende Ästhetik, seine Wortbedeutung im Russischen steht auch für Begleiter oder Weggefährte. Einen schöneren und passenderen Name kann man für ein solch hochkarätiges Schmuck-Ensemble kaum finden, das bis heute nichts an seiner Modernität und Strahlkraft verloren hat.

Sputnik Vintage Schmuckset, Hans Stern um 1950-60, 3.500,00 €

bestehend aus Ring, Anhänger und Ohrclipsen

Gelbgold 750 / 18 Kt. Edelsteine von zusammen ca. 13,8 Carat.

Die Halsbandaffaire, Christiane Scharrer-Sieb

Franz-Joseph-Straße 44

80801 München

www.halsbandaffaire.de

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17.05.2017 Kunst als Erinnerungsarbeit

GFDK - Jörg Schwarz

„Du musst endlich politische Bilder malen“ sagte Professor Jörg Immendorff zu mir,  als ich mit gerade mal 19 Jahren in seine Klasse an der Kunstakademie in Düsseldorf kam“, erinnert sich die Düsseldorfer Künstlerin Johanna R. Wiens. Den Ratschlag (oder war es eine Anweisung) ihres Lehrers hat Wiens jedoch nie vergessen.

Nach dem Abschluss ihres Studiums bei Immendorff und Gerhard Merz (bei dem sie Meisterschülerin war) führte sie ihr Weg nach China, Taiwan und Japan….weg von Europa, weg von der europäischen Kultur, Geschichte und Politik hin zu ganz neuen Erlebnissen und Erfahrungen. „Das große Bild hat keine Form!“ das ist es, was ich in Asien gelernt habe, betont die im Saarland auf gewachsene Künstlerin und führt aus: „Ich habe mich ganz intensiv mit der asiatischen Kunst beschäftigt – mit flüchtigen, verschwommenen, fast schon verschwindenden Formen. Dabei habe ich im Kopf die absolute Freiheit empfunden.“

Asiatische Kunst

Hintergrund: Der chinesische Maler - und insbesondere der Landschaftsmaler - muss sich nach Ansicht der Theoretiker vielmehr in einen inneren Zustand der Entleerung, der Entsättigung, der daraus resultierenden Erweiterung, des Gelöstseins, der Sammlung, der inneren Disponibilität und Konzentration begeben, er muss sich von jeder zielorientierten Darstellungsintention befreien, um sich geistig "frei durch das Konkrete" bewegen zu können und "es kommunizierend-operierend zu halten".

Malerei der Gegenwart

Insgesamt lebte die Künstlerin drei Jahre auf dem fernen Kontinent. Neben der Auseinandersetzung mit der asiatischen Kultur hat Wiens versucht, die europäische Kultur aus fremder Perspektive zu betrachten, um ihre Eigenart besser zu begreifen. Wiens erklärt das so: „Die Lebensauffassung, die hinter der chinesischen Malerei steht, ist eine ganz andere als jene, von der die abendländische Malerei geprägt ist. Sich in chinesische Bilder zu versenken, bedeutet nicht nur eine neue Welt kennenzulernen, sondern die alte Welt neu zu sehen.“

Kunst als Erinnerungsarbeit

Ende 2010 kehrte die Künstlerin nach Europa zurück. Wiens: „Ich spürte die absolute Freiheit und den Willen, einen klaren Blick auf die europäische Kultur zu entfalten.“ Wiens war bereit, Immendorffs Wunsch und Aufforderung umzusetzen! Einen Auftrag aus Köln, den Untergang des Stadtarchivs künstlerisch umzusetzen, nahm sie gerne an. Denn: Wiens versteht Kunst als Erinnerungsarbeit, als künstlerisch gestaltetes Gedächtnis.

Ausstellung in Essen

Nun zeigt sie auf Einladung des Landgerichts Essen und des Vereins Justiz und Kultur im Landgerichtsbezirk Essen e.V. unter dem Titel „Das Gedächtnis der Städte“ ihre aktuelle richtungsweisende Arbeit „Aneurysma“ auf der die Göttin Europa am Kopf mit einen roten Faden genäht wird. Konrad Adenauer und Charles de Gaulle beobachten besorgt die Operation. Wiens erklärt: „Mit der Arbeit reagiere ich auf die derzeitig bedenkliche Situation in Europa!“

Neben „Aneurysma“ werden 15 weitere Arbeiten der Düsseldorfer Malerin präsentiert.

Die Ausstellungseröffnung ist am Mittwoch, dem 10. Mai 2017, um 18.30 Uhr im Landgericht Essen, Zweigertstraße 52, 2. Obergeschoss. Zu der Vernissage sind Sie herzlich eingeladen. Die Ausstellung läuft bis Ende August 2017.

Johanna R. Wiens, geb. 1976, studierte an der Kunstakademie Düsseldorf als Schülerin von Jörg Immendorff und Meisterschülerin von Gerhard Merz. Sie lebte nach dem Studium einige Jahre in China, Taiwan und Japan und beschäftigte sich mit den dortigen Geistes- und Kulturformen. Ihre Arbeiten zieren mehrere Sammlungen. Auch die Sparkasse Essen hat drei Gemälde von ihr in ihre Kunstsammlung aufgenommen.

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22.03.2017 Aufstand der Puppen

Prof. Dr. Claudia Rademacher

Puppen, Barbiepuppen, Schaufensterpuppen…Trendsetterin, Ikone, Traumfrau? Sie machen jede Mode mit, schlüpfen in jede Uniform und passen sich flexibel dem jeweiligen Zeitgeist an! Opportunistinnen als Ideal?

Die Künstlerin Eva Horstick-Schmitt lebte 2005 ein halbes Jahr mit über 7 Schaufensterpuppen und hat diese in ihrem alltäglichen Umfeld fotografisch inszeniert. Daraufhin kam sie auf die Idee, die Puppen als Installation zum Thema der Fußball-WM in Dortmund 2006 zu gestalten mitsamt ihrer Barbiepuppenvollversammlung.

Eva Horstick-Schmitt greift dabei in die gestylte Fassadenwelt der Schaufensterpuppen ein und verknüpft Fotokunst und Performance zur Verstörung des gewohnten Blicks: lebendig aussehende Schaufensterpuppen als Parade und Barbiewahn zum Quadrat.

Allerdings zeigen sich die schön geschmückten Schaufensterpuppen nicht wie gewohnt hinter schützendem Glas, unantastbar gestylt und aufgemotzt hinter Scheiben. Die Welt der Puppen wird lebendig, in einer Kunstperformance kreativ zur Schau gestellt. Die Realität transformiert sich zur bühnenhaften Inszenierung, in der das alltägliche Sein im Design erfroren ist.

Mit ihren Puppen-Installationen greift die Künstlerin Eva Horstick-Schmitt den grundlegenden Schöhnheitswahn der Gegenwartsgesellschaft auf. „Körperkult und Schönheitswahn“ – ein Diskurs, der in der soziologischen Forschung aktuell intensiv unter der Herrschaftskategorie „Bodyismus“ diskutiert und analysiert wird, erfährt durch die fotokünstlerische Performance irritierende und verstörende Einsichten.

„Babaismus“ nennt die Fotokünstlerin ihr Projekt, mit bewusstem Verweis auf dadaistische Traditionen. Schon 1999 erstellte Eva Horstick-Schmitt Anzüge mit Frauengesichtern, Fotoarbeiten und ließ diese zur Eröffnung des Coloneums Köln von zwei Models vorführen. „Modelwahn zum Quadrat!“ Eva nahm die Barbies mit auf Reisen, veränderte ihr Gesicht und machte sie zu einer Begleiterin als Mahnmal für unseren Schönheitswahn zum Quadrat.

In der Galerie Camera Obscura präsentierte sie 2009 und 2008 ihre Barbiepuppenfotografien neben ihren Reportagen aus dem Kosovo zum Thema Menschenhandel, stellte Rauminstallationen auf mit Videos, Modemagazinen, Zeitungsausschnitten von Opfern und dem Torso einer gequälten Puppe – als Stimme gegen Krieg und Gewalt, sowie mit Paketband auf den Boden geklebte schwarz-weiß Fotografien von Opfern und Massengräbern. Sie scheute sich nicht die Besucher*innen der Galerie auf diese Weise auf die Greultaten und Grausamkeiten in Kriegs- und Krisengebieten aufmerksam zu machen. „Eva – jenseits von Eden“ nannte sie diese Serie.

Prof. Dr. Claudia Rademacher

 

 

 

 

 

 

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15.03.2017 schöne Form mit kunstvollem Inhalt

GFDK - Herwig Nowak

Ohne Frage, es gibt sie: die Schönheit der Form in der Kunst. Dabei ist der menschliche Körper zentraler Gegenstand der schönen Darstellung. In oft idealistischer Gestalt symbolisiert er Schönheit und Begehren, hinter denen wir die göttliche Schöpferhand ahnen.

Unter den geometrischen Figuren ist es der Kreis, der das größte Vergnügen und Wohlgefallen bereitet, ihn als bloße Form zu betrachten.

Kunst - Ein Genuss für die Sinne

Gila Abutalebi, deutsch-iranische Künstlerin, in Köln arbeitend, ist es, die sich die schöne Form des Kreises zu Nutze macht und daraus meisterhafte Kunstwerke schafft. Quasi füllt sie die bloße schöne Form mit kunstvollem Inhalt. Ein Genuss für die Sinne!

Schicht für Schicht arbeitet sie sich vom Grund ihrer Bilder bis an ihre Oberfläche. Zwei bis vier Ebenen machen das Gesamtwerk aus, das auf transparenten Materialien, Plastik und Glas, entsteht. In völliger Meditation kreist sie in ihren mehrdimensionalen Arbeiten umher, schreibt immerzu den Buchstaben "M". Überhaupt sind es die Buchstaben, die geradezu zu ihrem Spielzeug, ihrem Ausdrucksmittel geworden sind, waren es einst Texte und Wörter. Jahrelang war es das "K", seit zwei Jahren nun das "M". Dennoch könnte man sagen, dass die reine Buchstabentrennung unterblieben ist, denn "K" und "M" kommen in ihren Werken durchaus auch gemeinsam vor. Für eines aber hat sie sich definitiv entschieden: für den Kreis.

Die Magie der Kreise

Der Kreis ist ein Signalsymbol, das für Ganzheit und Harmonie steht. Solange wir Menschen leben, von der Prähistorik bis zur Gegenwart sind wir vom Kreissymbol fasziniert; es lädt uns ein; es beruhigt uns: ob Kulturkreis, Kreis der Familie, Freundeskreis: der Kreis als Zeichen der Bindung. Alles Leben unterliegt einem Kreislauf. Im gesamten Universum wirkt die kreisrunde Form. Seit jüngstem übrigens wirkt ein neues Gestaltungselement in ihre Arbeiten hinein: der Punkt, nicht streng angeordnet nach pointilistischer Manier, sondern wild und effektvoll eingesetzt. Aber auch der Punkt ist letztlich nichts anderes als ein Kreis.

Ausstellung Gila Abutalebi

Buchstaben hin und Kreise her. Der Betrachter der Werke merkt, dass sie letztlich bloße Mittel sind, um die künstlerische Schale mit schönem Inhalt zu füllen. Und das ist reine Emotion. Was zählt, ist nicht der Buchstabe und auch nicht der Kreis, sondern die Empfindung, die beim Betrachter ausgelöst wird. Der Rezensent wünscht Ihnen lebhafte Emotionen beim Betrachten der Kunst von Gila Abutalebi. Die Voraussetzungen dafür sind optimal!

Herwig Nowak

Ausstellungseröffnungen:

Pullman Cologne & LAB12, Helenenstr. 14, Köln Innenstadt,

Vernissage am 14. März 2017, 18 Uhr

Ausstellungsdauer: 14. März. - 31. Juli 2017

Galerie Mitte, Karin Weber, Striesener Str. 49, 01307 Dresden

Vernissage am 22. März 2017, 19:30 Uhr

Midissage am 20. April 2017, 19:30 Uhr

Monsieur K und Lady M: Die Magie der Kreise“ vom 22.März - 6. Mai 2017

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