Präsentation von Künstlern und ihren Werken

21.04.2013 Erinnerung und Phantasie im Wechselspiel

GFDK - Professor Jost Funke

Die Kunst der Malerin Nina Nolte bezaubert durch die Lebendigkeit ihrer Sujets und die Brillianz der Ausführung. Ihre Bilder zeigen vertraute Themen der Kunstgeschichte, jedoch versteht es die Künstlerin, sie so darzustellen, als sähen wir sie zum ersten Mal. In einer klaren Bildsprache, die die Gegenstände zeichenhaft vereinfacht, realisiert sie eine Malerei, deren Farbigkeit überwältigt.

Dabei gelingt der Malerin mühelos die Synthese von Intellekt und Emotion. Dem beschreibenden Bildelement Zeichnung, das die Form der Objekte fixiert, fügt die Farbe die subjektive Deutung hinzu.

Der Grundton eines jeden Bildes wird mit dem flächig aufgetragenen Hintergrund festgelegt – vor diesem entsteht dann, nur durch Umrisse und Binnenzeichnungen definiert - das eigentliche Thema. Nina Noltes Farben sind stehts intensiv-leuchtend, oft in überraschenden, brillanten Kombinationen, die zur Verfremdung der Bildgegenstände beitragen.

Auf die Welt und den Menschen

Erinnerung und Phantasie der Künstlerin wirken in einem Wechselspiel zusammen, das die Realität mit Sinnlichkeit wahrnimmt, aber auch das Sinnliche in die Realität eines Kunstwerks überführt.

Die Vielfalt der Themen im bisherigen Werk der Künstlerin verschmilzt in der inneren Verwandschaft, mit der die bildnerische Handschrift der Malerin die Vielheit der Gegenstände zur Einheit der künstlerischen Botschaft verdichtet.

Für den Betrachter verbindet sich dadurch der Reiz des Wiedererkennens mit dem Erlebnis einer individuellen malerischen Sicht auf die Welt und den Menschen.

Geheimnis und Offenbarung

Die Unbeschwertheit, mit der die Malerin ihre Deutung von Wirklichkeit vorträgt, wird erst durch eine souveräne Beherrschung der bildnerischen Mittel möglich.

Der Perfektion der Zeichnung entspricht der meisterliche Umgang mit dem Phänomen Farbe, sodaß aus der Beschreibung von Welt unter den Händen der Malerin eine Neuschöpfung von Welten geschieht, die Alltägliches und Flüchtiges in die poetische Zeitlosigkeit der Kunst transponiert.

Darin liegt das Geheimnis und zugleich die Offenbarung der Kunst Nina Noltes.

Jost Funke Professor für Bildende Kunst und Kunstgeschichte an der Hochschule Bremen

Galleriekontakt:

thomas punzmann fine arts - germany
weckmarkt 1
60311 frankfurt am main, germany
tel.: + 49 - (0)69 - 244 50 191
cellphone: + 49 - (0)170 - 565 1982

Nina Nolte nina@ninanolte.com

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16.04.2013 neue bildwirklichkeit

GFDK - Galerie Parrotta Contemporary Art - 6 Bilder


Agata Madejska (geb. 1979 in Warschau, lebt und arbeitet in London und Essen) findet ihre oftmals erst auf den zweiten Blick erkennbaren Bildmotive im urbanen Raum. In ihren Bildern löst sie prägnante architektonische Strukturen wie Denkmäler oder Wolkenkratzer aus dem sie umgebenden Stadtraum heraus und überführt sie mit den grundlegenden Mitteln der Fotografie wie Licht, Kontrast, Komposition und Entfremdung in eine neue Bildwirklichkeit.

Sowohl historisch stark aufgeladene Objekte wie das Denkmal des Kleinen Aufständischen im ehemaligen Warschauer Ghetto als auch temporäre Installationen wie der Sky Mirror von Anish Kapoor in London werden in ihren Fotografien zu abstrakten Zeichen, die den Bildraum dominieren. In ihrer manifesten, geradezu theatralischen Anwesenheit sind die Dinge jedoch umso mehr abwesend. Madejskas Fotografien lassen sie als das erscheinen, was sie sind: prekäre Projektionsflächen einer sich immer wieder selbst vergewissernden Kultur.

Sie isoliert in ihren fotografischen Serien architektonische Strukturen – beispielsweise Denkmäler und Spielplatzobjekte, wie Rutschen oder Schaukeln – von dem Stadtraum, der diese umgibt. Ihre sehr präzise und langsame Arbeitsweise – Madejskas Werkgruppen umfassen kaum mehr als zehn Fotografien und entstehen über mehrere Jahre hinweg – spiegelt die Perfektion ihrer Bildsuche und -behandlung. Fast wissenschaftlich nähert sich die 1979 in Warschau geborene Künstlerin einem Thema. Sie recherchiert, macht Skizzen und Notizen und sucht lange, bis sie ihre Bildmotive gefunden hat.

Ein fast konservativ wirkendes, dabei dezidiert künstlerisches Verständnis des fotografischen Mediums ist in ihren Arbeiten erkennbar. Alle Aufnahmen entstehen analog, ohne künstliches Licht, unter Einbeziehung der natürlichen Witterungen. Ideogram (2007–2009) – eine Serie von acht Bildern, die jeweils ca. 60 x 45 cm – fotografierte Madejska bei grauweiß bedecktem Himmel. Die Serie zeigt Hochhäuser, die durch die Konzentration auf die oberen Gebäudeteile von dem Stadtraum isoliert wirken.

Alles Störende ist ausgespart. Diese Porträts von Gebäuden sind kühl und zart zugleich. Sie haben eine stark zeichnerische Ästhetik, ähnlich einer Architekturskizze, und werden allein durch die Streben der Glasfassaden strukturiert. Farblich sind die Aufnahmen fast monochrom. Eine Rücknahme der Farbigkeit findet sich in allen Arbeiten von Agata Madejska, auch ihrer neuesten, 2010 begonnen Serie The Order of Solids. Erneut grenzt Madejska ihre Bildmotive – Denkmäler, Skulpturen und Springbrunnen - von der Umgebung ab.

Die bilddominierenden Objekte des öffentlichen Raumes können in der Abstraktion der Darstellung zum Teil erst durch den schmalen Bildrand, in dem Häuser und Bäume zu sehen sind, entziffert werden. Sie interessieren Madejska in ihrer Funktion als Projektionsflächen eines kulturellen Kontextes und können als eine übermächtige und gleichzeitig abstrahierende Auseinandersetzung mit der Geschichte und ihrer Repräsentation verstanden werden. The Order of Solids verdeutlicht darüber hinaus Madejskas Interesse und ihre Hinwendung zur Skulptur, zur Dreidimensionalität sowie ihr Verständnis von Fotografie als Ausgangs- aber nicht Endpunkt ihres künstlerischen Schaffens. In der Präsentation der Bilder versucht sie stets ihren Bildraum skulptural zu erweitern.

Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich wie in der neuesten Entwicklung ihrer Arbeiten tatsächlich um Objekte im Raum handelt oder ob sich dieses spezifische Interesse für den Raum in der Rahmung der Bilder ausdrückt. Die Präzision ihres Arbeitens zeigt sich in ihrem gesamten Werk – in der Stringenz des Motivs und der Kontrolle des Abzuges, der Präsentationsform und der Installation. Text: Lisa Marei Schmidt

Agata Madejska, 1979 in Warschau geboren, lebt und arbeitet in London und Essen. Sie studierte an der Folkwang Universität der Künste in Essen und am Royal College of Art in London. Im vergangenen Jahr erhielt sie das Förderstipendium des Landes Nordrhein-Westfalen sowie ein Stipendium der Kunststiftung NRW für eine monographische Publikation. In der kestnergesellschaft Hannover war sie an der Ausstellung 'MADE IN GERMANY ZWEI' beteiligt. Zeitgleich zur Ausstellung in Stuttgart sind Madejskas Arbeiten auch in 'Twisted Entities. Zeitgenössische polnische Kunst' im Museum Morsbroich Leverkusen zu sehen.

 

Kontakt

Galerie Parrotta Contemporary Art
Augustenstr. 87-89
D - 70197 Stuttgart
T +49.711.69 94 79 10
F +49.711.69 94 79 20
mail@parrotta.de

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03.04.2013 sozial engagierte Fotografie

GFDK - Christoph Lieck - 9 Bilder

Der deutsche Fotograf Thomas Karsten (55) erhält den diesjährigen Fotopreis der Michael Horbach Stiftung. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre an Künstler vergeben, die gesellschaftlich relevante Themen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen. Thomas Karsten erhält den Preis für seine Arbeiten „60 Bicycles for Uganda“ und „Foundation MUKISA, Uganda“ aus den Jahren 2011.

„60 Bicycles for Uganda“ ist Dokument einer Hilfsaktion, in der unter großem persönlichen Einsatz Fahrräder an bedürftige Familien verteilt wurden, mit denen diese ihren Lebensunterhalt als Kurierfahrer bestreiten. „Foundation MUKISA“ porträtiert Mütter mit behinderten Kindern – ein nicht nur in Uganda mit vielen Vorurteilen und Ängsten belegtes Thema.

„Thomas Karsten fotografiert mit einem zugewandten und zugleich unaufgeregten Blick, der sich über sein Gegenüber weder erhebt noch den Fotografen zum heimlichen Gegenstand  des Bildes macht. Ganz im Gegenteil: Seine subtilen Kompositionen, seine diskrete Lichtführung und sein Einfühlungsvermögen für andere stellen diejenigen in den Mittelpunkt, um die es in sozial engagierter Fotografie gehen sollte: Die Menschen und ihre Lebensumstände“, so Stiftungsgründer Michael Horbach über den Preisträger.

Über Thomas Karsten


Thomas Karsten wurde 1985 in Eisenach, Thüringen geboren. Vom DDR-Regime an einer akademischen Ausbildung gehindert, fand er in den frühen 80er Jahren in der Fotografin und Hochschuldozentin Evelyn Richter eine erste fotografische Mentorin.


1982 verließ Karsten die DDR in Richtung Westen und setzte seine Karriere als freier Fotograf und Assistent von Stefan Moses in München fort. Seit 1983 selbstständig, machte er sich mit Porträt- und Aktarbeiten einen Namen und arbeitete unter anderem für Stern, Art, Eltern, Nerve (New York) und Capital. Sein erster Bildband im Verlag C.J. Bucher „Thomas – mach ein Bild von uns“ erhielt 1988 den renommierten Kodak Fotobuchpreis. Viele seiner seither erschienenen 17 Buchpublikationen gelten als Ikonen der Akt- und
Porträtfotografie. Seine Arbeiten werden in zahlreichen Galerien und Museen des In- und Auslands ausgestellt.

Seit rund fünf Jahren ist Thomas Karsten auch als Kameramann aktiv. Sein Kurzfilm „A good catholic girl“ (2011) lief im Programm des Filmfestivals Cannes, sein Langfilm “State Research Bureau” (2010) wurde auf dem Pearl Film Festival mit dem Preis für die beste Kameraarbeit ausgezeichnet. Thomas Karsten ist seit 2010 mit der Uganderin Joanita Karsten (geb.Tusubira) verheiratet und hat seither mehrere Arbeiten in dem ostafrikanischen Land fotografiert, darunter die beiden jetzt prämierten Serien. Mehr Info: www.thomaskarstenphotography.com


Über „60 Bicycles for Uganda“ und „Foundation MUKISA“


„60 Bicycles for Uganda“ dokumentiert eine Hilfsinitiative der Michael Horbach Stiftung, nämlich die Verteilung von Fahrrädern an bedürftige Familien in Uganda. In den meisten ländlichen Gebieten Ugandas gibt es keine öffentlichen Transportmittel. Der Besitz eines Fahrrades kann den ugandischen Familien daher die Möglichkeit eröffnen, als Kleinunternehmer tätig zu werden. Sie können mit dem Fahrrad beispielsweise Güter transportieren oder Taxidienste anbieten und sich damit eine eigene Existenz aufbauen.


Die gestifteten Fahrräder wurden von Thomas Karsten und seiner Frau vor Ort an die Familien verteilt – ein aufgrund der lokalen Verhältnisse mit großen logistischen Schwierigkeiten behaftetes Unterfangen. Die Bilder zeigen in der Manier klassischer, inszenierter Familienporträts die Empfängerfamilien unmittelbar nach der Übergabe der Fahrräder. „Foundation MUKISA“ ist eine Serie von Einzelporträts von ugandischen
Müttern mit ihren Kindern, die an einer Behinderung leiden. MUKISA ist der Name einer Stiftung, die sich um dieses Familien kümmert und in der Thomas Karsten die Menschen porträtierte.

„In Afrika ist eine Behinderung oft mit einem Stigma verbunden. Für Kinder, die davon betroffen sind, ist es besonders schwer: Es gibt keine Gesetze, die sie schützen, sie haben keine Rechtsansprüche. Hinzu kommt der in vielen Teilen Afrikas noch weit verbreitete Aberglaube. Mütter von behinderten Kindern werden oft noch der Hexerei beschuldigt und nicht selten von ihren Männern verlassen. Sie schämen sich für ihre Kinder und verstecken sie vor den Augen der Gemeinschaft. Mein Anliegen war, diesen Schleier zu lüften und den Frauen und ihren Kindern ein Gesicht zu geben“, so Thomas Karsten über seine Serie.

Über Michael Horbach und die Stiftung


Michael Horbach (62) stieg im Jahr 2000 aus einem erfolgreichen Unternehmerleben aus und gründete die Michael Horbach Stiftung, die Entwicklungsprojekte in Ländern der sogenannten Dritten Welt fördert und
sozial engagierten Künstlern eine Plattform bietet. Schon während seiner Unternehmertätigkeit hat er sich einen Namen als Sammler und Galerist gemacht.

Seine Fotosammlung „Die andere Seite der Schönheit“ wurde 1995 erstmals im Rheinischen Landesmuseum Bonn ausgestellt und befand sich dort bis 2011 als Dauerleihgabe in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Photo Archiv e.V. (Prof. Klaus Honnef). Von 1996 bis 1991 führte Horbach neben seinem Unternehmen die Galerie Hans Müller mit Künstlern wie Blalla W. Hallmann, Thomas Huber, Marie-Jo Lafontaine und Heinz Zolper. „Mein Cuba“ ist die erste große Einzelausstellung seiner Werke.


Christoph Lieck

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Kunsträume der Michael Horbach Stiftung
Wormser Str. 23
50677 Köln
T. 0221.168223-27
presse@michael-horbach-stiftung.de
www.michael-horbach-stiftung.de

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05.11.2012 nehmen ihren Ausgang im Alltäglichen

GFDK - Kunstverein Trier Junge Kunst -7 Bilder

Die Arbeiten der Bildhauerin Katharina Maderthaners oszillieren zwischen skurrilem Postamt-Charme und Minimalismus-Bekenntnis: sie fordert das Überwiegen eines dieser Elemente in den verschiedenen Objekten und Skulpturen heraus, ohne es zu entscheiden. Die Objekte halten sich so in einem rätselhaften Zwischen, muten jedoch (oder gerade deshalb?) nicht hermetisch an. 

Alle Arbeiten nehmen ihren Ausgang im Alltäglichen. Diese Anleihe ist offenkundig, wenn sie auch nicht mimetisch kalkuliert ist. Indem Teile addiert, Situatives ironisch gewendet, Banales heroisiert, Industrielles handgefertigt wird, findet stets eine Verschiebung der wesentlichen Eigenschaften des Vorgefundenen statt, die diese jedoch nie vollständig umdeutet, vielmehr durchlässig für sie bleibt. 

Die Widersprüchlichkeit zwischen Rauputz-Romantik und radikal reduzierter Ästhetik, zwischen Gewöhnlichem und Gefügtem wird in den Objekten Maderthaners nicht aufgehoben oder bagatellisiert, sondern jeweils ausgehalten. 

In der Ausstellung "maybe" im Kunstverein Trier Junge Kunst zeigt die Künstlerin eine eigens für den Raum entwickelte Installation, in der sie den Bogen zwischen stereotyper Photoshop-Ästhetik und real-plastischen Verputz-Strukturen spannt.

 


3. November bis 1. Dezember 2012


Galerie Junge Kunst
Karl-Marx-Straße 90, 54290 Trier
0651 / 9 76 38 40

kunstverein@remove-this.junge-kunst-trier.de

 

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28.09.2012 donumenta 2012: 14 x 14 – Vermessung des Donauraumes

Davide Gallo

Die Gemälde „Summer Time is Over”, „Every Day is a Same” und „Dark is the Forest” vermitteln Themen, deren Ergründung Biljana Djurdjević am Herzen liegt: Ein Konflikt und der Ausgleich zwischen den Kräften, Gleichgewicht in Komposition, darüber hinaus ein Element der Andeutung. In „Summer Time is Over” befinden sich männliche Figuren, die ein und dieselbe Person in drei verschiedenen Positionen darstellen.

Der Protagonist ist die zentral angeordnete Figur. Er hält die Macht in der Hand, dargestellt durch seinen rechten Arm, der auf seinem Gürtel ruht, während die linke Hand einen Anti-Stress-Ball zusammenpresst. Er strömt geballte Energie aus. Er ist der Motor der Kommunikation, da seine Augen den Betrachter konfrontieren. Links ein Skinhead, der einen Hund zurück hält, rechts von ihm ein auf Befehle wartender Mann mit einem Kegel in den Händen, die er hinter seinem Rücken versteckt hält.

Alles hängt vom Mann in der Mitte ab. Er hat die Macht, eine Schlacht, eine Revolution auszulösen. Dennoch passiert nichts. Er konzentriert alle Energie auf sich selbst und verhindert so den Ausbruch der Gewalt. Der Blick der beiden anderen Männer, die Energie, die aus ihren Körpern strömt … alles fließt zusammen und hängt von der zentralen Figur ab.

Das Ergebnis ist totale Stille. Der Kampf zwischen den Kräften ist das zentrale Thema des Werks „Every Day is a Same”. Das Gleichgewicht ist offensichtlich gestört, hiermit auch die Perspektive, die absichtlich nach links gelenkt wird. Hier wiederum lenkt einer der beiden Männer das Spiel, der eine Waffe in seiner rechten Hand fest hält, um seinen Gegner anzugreifen.

Der andere Mann starrt ihn an, erwartet Befehle, eine Kette in der Hand umklammernd, bereit zu töten. Und wieder passiert nichts. Djurdjevićs Helden sind unschuldig: Nicht deshalb, weil sie Gewalt ignorieren, sondern weil sie sich bewusst entscheiden, diese nicht anzuwenden. „Dark is the Forest” besteht aus einem zentralen und zwei seitlich angeordneten Paneelen. Die Abbildung zeigt das zentrale Paneel.

Das Gemälde ist inspiriert vom allegorischen Gedicht „Hypnerotomachia Poliphili” aus der Zeit der italienischen Renaissance, in dem Poliphilos Liebe zu Polia zu einem Instrument der geistigen Askese wird. Ausgangspunkt ist der Wald mit seinen verborgenen Gefahren. Die Symbole zur Entschlüsselung des Gemäldes sind ebenfalls verborgen. Zunächst zeigt jede dargestellte Blume eine Tugend oder eine Sünde. Wie sind diese aber zu unterscheiden?

Die Künstlerin gibt keine Antwort hierzu. Hier ist die Spannung nicht zwischen den Kräften im Ungleichgewicht, sondern im Verhältnis von Licht/Schatten, offen/ verborgen zu spüren. Dieser Konflikt ist es, der die Spannung schafft sowie den strukturellen als auch inneren Raum der Arbeit prägt.

Text: Davide Gallo

Foto: Biljana Djurdjević, Every day is a same, 2008, oil on canvas, 130 × 205 cm. Courtesy: the artist. Collection: Gian Luca Teppati, Pavia, Italy

„14 x 14“Vermessung des Donauraumes. Positionen aktueller Kunst.

Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg 28. September - 4. November 2012
Oberpfälzer Künstlerhaus I Galerie Schwandorf 30. September - 4. November 2012

Fotoausstellung im Donau-Einkaufszentrum 5. November bis 24. November 2012

donumenta e.V.

Am Wiedfang 5

D-93047 Regensburg

Tel. +49 (0) 941 55133

Fax +49 (0) 941 5998320

mail: info@donumenta.de

http://www.donumenta.de

 

http://www.facebook.com/donumenta

www.europaeische-bewegung.de/index.php

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20.09.2012 atmosphärische Wirkung seiner Aufnahmen

GFDK/ BUCHMANN GALERIE BERLIN - 3 Bilder

In den 1960ern gehörte Yutaka Takanashi zu den Gründungsmitgliedern von Provoke. Ziel dieser ephemeren jedoch einflussreichen Gruppe und des gleichnamigen Fotomagazins war es, eine neue visuelle Grammatik zu finden, die den Wandel in der japanischen Gesellschaft der Nachkriegszeit und der Ära des amerikanisch-japanischen Sicherheitsabkommen widerspiegelte. Die Gruppe wandte sich gegen das narrativ-dokumentarische Bild, mit dem das Establishment das neue, industrialisierte und urbanisierte Japan präsentierte.

Der Fotoband Toshi-e erschien in diesem Kontext in sehr kleiner Auflage.
Für Yutaka Takanashi stehen „diese Bilder [seine Fotografie] als gleichwertige Dokumente neben Sprache und Ideologie”. Aus diesem Grund bevorzugte er schnelle Bilder, die er mit einer tragbaren 35mm-Kamera schoss – manchmal aus einem fahrenden Wagen heraus und vorzugsweise „are, bure, boke“
(„rau, unscharf, unfokussiert“). Die Unschärfe im Bild diente gleichzeitig dazu, die Ideologie zu verwischen und unterstrich die atmosphärische Wirkung der Aufnahmen.


Menschen sind bei Yutaka Takanashi oft in Seitenansicht zu sehen, tauchen ins Dunkel ein oder sind angeschnitten – was den Eindruck der Entfremdung betont. In Buffet Toyota (1965) liegt das Gesicht des jungen Mannes im Schatten. Die Komposition des Bildes setzt ihn jedoch in einen Rahmen, der aus dem Fenster und dem Poster einer westlich aufgemachten Frau gebildet wird. Der Mann blickt uns
nicht entgegen, wirkt wie losgelöst von seiner sich wandelnden Umgebung.
Auch in Tsunohasu-1 (1965) ist das Motiv des Rahmens präsent. Im Autofenster spiegelt sich ein Reklameschild – es scheint sich dadurch selbst in ein Schaufenster mit Kindern zu verwandeln.


Yutaka Takanashi zeigt das kaleidoskopische Porträt einer unbekümmerten Jugend, die bereits auf der „Überholspur“ lebt, so wie sie auch in japanischen Filmen jener Zeit, beispielsweise Nagisa Oshimas Nackte Jugend (Seishun Zankoku Monogatari), zu sehen ist. Einzige frontale und unbewegte Figur ist die im Spiegelbild in Hachiko Square (1965). Yutaka Takanashi, der „Bilderjäger“, wie er sich selbst während seiner Arbeit an Toshi-e nannte, gelang es hier, das Unsichtbare – die Kontemplation – in einer neuen, industrialisierten Konsumgesellschaft festzuhalten.


Yutaka Takanashi hatte kürzlich eine Einzelausstellung in der Fondation Henri Cartier-Bresson in Paris, sowie verschiedene Gruppenausstellung, unter anderem Creating with Light - The Manipulated Photograph im Metropolitan Museum of Photography in Tokyo und Breaking news. Fukushima and the consequences im Kunst-Werke Berlin. Seine Arbeiten finden sich in Museen wie dem National Museum of Modern Art, Tokyo, dem Tokyo Metropolitan Museum of Photography und dem Setagaya Art Museum, Tokyo.

 

BUCHMANN GALERIE BERLIN
Charlottenstrasse 13
D - 10969 Berlin
T. +49-30-258 999 29
F. +49-30-258 999 39
info@buchmanngalerie.com
www.buchmanngalerie.com
Tue - Sat 11am - 6pm

 

Bildlegende:

Yutaka Takanashi
Buffet Toyota, 1 Tsunohazu, Shinjuku-ku, from the series "Toshi-e", 1965
gelatin silver print
20,7 x 30,7 cm

Yutaka Takanashi
Tsunohazu-1, Shinjuku-ku, from the series "Toshi-e", 1965
gelatin silver print
20,7 x 30,7 cm

Yutaka Takanashi
cmHachiko Square, Shibuya Station, Shibuya-ku, from the series "Toshi-e",
1965
gelatin silver print
20,7 x 30,7 cm

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10.09.2012 Landschaft, Atmosphäre, Vegetation, Mensch

GFDK/ Angelika Blaeser - 4 Bilder

Die teils großformatigen Gemälde der Essener Künstlerin Christine Prause sind ein Stück weit eine Art Schule des Sehens. Auf den ersten Blick scheint es sich bei ihren Bildern um pure abstrakte Malerei zu handeln. Bei längerer Betrachtung und aus der Distanz betrachtet entschlüsselt der Beschauer klar komponierte Farbräume.

Christine Prause, Jahrgang 1957, studierte in den 70er Jahren Kunst und Kunstwissenschaft an der Düsseldorfer Kunstakademie, war Meisterschülerin von Karl Bobek. Prause thematisiert die Natur. Landschaft, Atmosphäre, Vegetation, Mensch. Sie sichtet und prüft die ästhetischen Erfahrungen und die daraus resultierenden Erkenntnisse. Farbe und Form. Fläche und Raum. Hell und Dunkel. Sie sucht nach einer Balance zwischen Gegenstand und Abstraktion, zwischen Motiv und Struktur. Christine Prause zielt darauf, das Motiv, das Gesehene zu übernehmen, Strukturen nachzuempfinden und neue zu entfalten. Der künstlerische Antrieb dabei ist der Zweifel an dem, was uns faktisch gegeben scheint.

 

Motive spielen in der Malerei Christine Prauses eine untergeordnete Rolle, dennoch sind die Motive vorhanden. Sie machen häufig eine Art Metamorphose, eine Art Verwandlung durch. Oftmals werden sie bis zur Unkenntlichkeit herangezoomt. Menschengruppen können sich dabei wie Landschaftsformationen auftürmen, die vielen alten Autos, die bei uns als Oldtimer gelten und in Kuba zum normalen Straßenbild gehören, haben die Künstlerin auf ihrer Reise besonders fasziniert und so tauchen sie dementsprechend zahlreich in den Bildern auf. Auch hier ist es keinesfalls eine konkrete Wiedergabe, sie steigern sich zu Bergen oder gehen in der Vegetation auf.

 

Das Faszinierende an ihren Bildern ist die Ambivalenz aus Gegenstand und Abstraktion, die allen Werken zu eigen ist. Ihre Arbeiten verfügen gerade über so viel Struktur, dass das menschliche Auge daraus Formen und Gegenstände zuordnen kann. Bei längerer Betrachtung zerfallen diese Formen zugunsten tieferliegender Strukturen. Hieraus erwächst beim Beschauer die Ahnung, dass die beispielsweise Landschaften Christine Prauses gar keine Landschaften sind, sondern dass diese Landschaften hinter der vordergründigen landschaftlichen Folie abstrakte Gemälde sind. Ein scheinbares Paradoxum, das fasziniert und begeistert.

 

Bilduntertitel: Christine Prause, Kuba – Fiesta, 2007, Acryl auf Nessel, 100
x 110 cm, ©Prause

Bilduntertitel: Christine Prause, Kuba – Grünes Auto, 2007, Acryl auf
Nessel, 200 x 200 cm, ©Prause

Bilduntertitel: Christine Prause, Kuba – Straße, 2007, Acryl auf Nessel, 200
x 200 cm, ©Prause

Bilduntertitel: Christine Prause, Kuba – Straße, 2007, Acryl auf Nessel, 100
x 120 cm, ©Prause



Galerie Angelika Blaeser
modern & contemporary art
Bastionstr. 10
40213 Düsseldorf

+49 (0)211 877 44 582
+49 (0)172 977 44 00

www.galerie-angelika-blaeser.de 

Öffnungszeiten: Di. – Fr. 11 – 18 Uhr, Sa. 11 – 15 Uhr, sowie nach
Vereinbarung


 

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01.09.2012 verdichtung städtischer Räume und bedeutender Orte

GFDK/ Rolf K. Weber-Schmidt - 6 Bilder

Die kraftvollen Kaltnadelradierungen Alfonso Mannellas bestechen durch eine anspringende Energie und haben eine autonome Position neben Malerei und Zeichnung. Hier verdichten sich Ansichten städtischer Räume und bedeutender Orte zu einer Bildhaftigkeit, die das Wesen der heutigen Großstadt als Sehnsuchtsort, in seiner dynamischen aber auch zerstörerischen Kraft bewusst macht.


Daneben entstehen experimentelle Arbeiten im Spannungsfeld zwischen Fotografie, Malerei und Druckgrafik. Auch eine Serie von „City-Spots“ – schnelle tagebuchartige Zeichnungen mit Collage-Elementen - die Alfonso Mannella auf seinen Reisen anfertigt, werden zu sehen sein. Sie sind Grundlage für die großformatigen Malereien, die in den letzten Jahren einen stärkeren Anteil im
Werk Mannellas einnehmen. Freuen Sie sich auf Bildwelten, die in ihrer Dynamik und Intensität einzigartig sind. Exklusiv für die Galerie wagte Mannella einen Blick vom eingerüsteten Westturm des Mainzer Domes. Die entstandenen Kaltnadelarbeiten werden im Rahmen der Ausstellung vorgestellt.


Der Künstler ist Mitglied der Pfälzischen Sezession und im Berufsverband Bildender Künstler Rheinland-Pfalz. Alfonso Mannella hat verschiedene Preise und Auszeichnungen erhalten, z. B. den 1. Preis für Grafik im Landeswettbewerb Rheinland-Pfalz, das Förderstipendium der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und den Kunstpreis „Mainzer Stadtdrucker“ der Stadt Mainz.


Alfonso Mannella ist zur Vernissage anwesend.


Wir freuen uns ganz besonders, dass Herr Prof. Peter Voß, Präsident der Quadriga Hochschule in Berlin und Intendant a.D. des Südwestfunks (SWR), anlässlich der Eröffnung dieser Ausstellung in die gezeigten Exponate einführen wird. Die Musiker Matthias Knab (Saxophon) und Florian Luig (Gitarre) gestalten zur Eröffnung der Ausstellung den musikalischen Rahmen.
Die Ausstellung endet mit einer Finissage am Samstag, 20. Oktober 2012. Um 11 Uhr und um 13 Uhr wird Alfonso Mannella in den Galerieräumen auf einer Handpresse ein Stadtlandschaft-Motiv drucken und Einblick in seine Arbeitsweise geben.

 

 

Zitate aus der Presse 2003-2010 zur Arbeit von Alfonso Mannella

 

„... die großformatigen Farbblätter (...) lenken den Blick vom Menschen weg auf Großstädte wie New York,  Chicago, Berlin und Frankfurt. An Piranesi erinnernde, dunkel schraffierte Stadtansichten, aber auch stillgelegte Fabrikhallen, Industrieanlagen und Baustellen sind Motive seiner Bilder, die er mit Winkelschleifer und Bohrer in die schweren Kupferplatten fräst – manchmal bis die Funken sprühen. (...)“

( FAZ, 28.5.2010 zur Ausstellung in der Galerie Netuschil, Darmstadt )

 

 

 

„... Kraftvoll, allein durch die starke Präsenz des Schwarz(...), fällt Mannellas Kunst der führende Part im Tanz der Exponate zu. Von eindringlicher Ernsthaftigkeit zeugt sein lineares Koordinatensystem städtischer Architekturen. Eine Fläche, die in Nahsicht aus einer Vielzahl dicht gesetzter Linien und Striche besteht, ein leuchtend gelber Papierstreifen, der in Nacharbeit auf das in Mischtechnik ( Kaltnadel auf Fotografie und Öl ) gefertigte Werk gesetzt wird; all das sind „Handgriffe“, deren Leidenschaft der Betrachter sich kaum entziehen kann.“

Mainzer Allgemeine Zeitung vom 21.3.2007 zur Ausstellung in der GALERIE MAINZER KUNST! mit Anne Kuprat)

 

 

„... Die bisweilen düstere Präsenz seiner Radierungen zieht den Betrachter in die pulsierende Energie seines täglichen Umfelds. Die urbane Szenerie verdichtet Stimmungen, hat den Sog von etwas Dunklem und Mächtigem. (...) In dunkles Rot getaucht, in tiefem Blau, schwarz und erdtonig erhebt sich unser Lebensraum übermächtig in seinen Bildwelten...“

(Mainzer Allgemeine Zeitung vom 31.3.2006 zur Ausstellung „Statt Natur“ im SWR Mainz)

 

 

„...Grafische Strenge durch entschieden gesetztes schwarzes Strichwerk legt Alfonso Mannella in seinen großen Grafiken von Berliner Baustellen an den Tag. Spezifische Wirkung

zieht er aus einer Technik, die farbige Kaltnadelradierung mit Monotypie verbindet, so dass jedes Blatt als Original betrachtet werden muss...“

 (Main–Echo, 19.11.03)

 

 

Vita des Künstlers:

 

1965 geboren in Piazza Armerina ( Sizilien )

1985 – 1993 Studium der Bildenden Kunst an der Johannes-Gutenberg-Universität, Mainz

 

Der Künstler lebt und arbeitet in Oppenheim und Ludwighafen am Rhein

 

Ausstellungen (Auswahl)

Kunsthalle Darmstadt,

Gutenberg Museum Mainz,

Pfalzgalerie Kaiserslautern,

KUNSTKÖLN

Schloss Waldthausen Mainz,

Pfälzer Sezession, Zehnthaus Jockrim,

Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Berlin,

Großer Kunstausstellung Düsseldorf,

Kunstverein Trier – Galerie Junge Kunst,

Galerie auf Zeit am Deutschen Theater Berlin,

Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Brüssel,

Galerie Sophien-Edition Berlin,

Galerie Netuschil Darmstadt,

Galerie Arspectus, Neustadt

Südwestrundfunk Mainz,

Galerie Mainzer Kunst! in Mainz,

Abgeordnetenhaus des Landtages Rheinland-Pfalz

 

Mitgliedschaften

seit 2003 Berufsverband Bildender Künstler Rheinland-Pfalz,

Mitglied in Pfälzer Sezession

 

Auszeichnungen und Preise

1991 Förderpreis Kunstverein Eisenturm Mainz; 1992 1. Preis für Grafik im Landeswettbewerb Rheinl.-Pfalz, 1992 Förderstipendium der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

1993 Kunstpreis „Mainzer Stadtdrucker“, Arbeitsstipendium an der Europäischen Akademie für Kunst in Trier

2005/2006 Filmportraits des Südwestfunks/Kulturredaktion

 

Arbeiten des Künstlers befinden sich in öffentlichem und privatem Besitz

 

 

 

 

Galerie Mainzer Kunst!


Inh. Rolf K. Weber-Schmidt
Weihergarten 11
55116 Mainz / Rhein | Tel.: 06131.9720840 bzw. mobil 0178.5566707

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 11 Uhr bis 18 Uhr | Samstag: 11 Uhr bis 16 Uhr

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27.08.2012 ART trifft auf DESIGN

GFDK/ Contemporary Artpark - 8 Bilder

Die minimal und gleichzeitig spektakuläre Design – Kunst/Skultpur von Manfred Kielnhofer. Dynamik kontra Statik

 Der Künstler Manfred Kielnhofer bietet mit seiner analytisch, künstlerischen Arbeit
the “Glowing Light Ball Bench” mehr als nur eine möglich Antwort auf diese Thematik. Kielnhofer fordert den Betrachter regelrecht zu einer intellektuellen Auseinandersetzung und gedanklich, philosophischen Stimulanz auf.

Ausgehend von kunst und design- relevantne Aspekten, liegen dieser Arbeit philosophische Denkmuster zugrunde, die sich mit sozialen Auswirkungen durch Anwendung und Wechselwirkung ergänzen. Material und urbane Positionierung sind weitere Variablen, welche dem Kunstwerk diese einzigartige Vielseitigkeit und Anwendbarkeit verleihen.

Ob bewegt, statisch, leuchtend, schwimmend, fahrend, besetzt oder isoliert freistehend – die Aktion selbst definiert die Gratwanderung Design künstlerisch zu nutzen oder Kunst designorientiert zu gebrauchen.

In dem Moment, wo man versucht das Kunstwerk in Gedanken und Worte zu fassen, wird einem bewusst, dass dieses Unterfangen beinahe grenzenlose Variationen, Standpunkte und Ansätze bietet. Kielnhofer löst mittels aus Form und Material resultierender Funktionalität eine Lawine an Lösungen/ Ergebnissen auf unterschiedlichsten Wahrnehmungsebenen aus.



ERGEBNIS – Art und Design in Wechselwirkung

KUNST/DESIGN = Skulptur + Design + Funktion = multifunktionale ART- gerechte Anwendung
FORM = Kreis, Ring, Scheibe, Kugel : Linie, Rechteck, Rahmen,
PHYSIK = statisch : dynamisch
MATERIAL= künstlich : natürlich
SOZIAL = unsozial : sozial : erweiterbar
PSYCHOLOGISCH = Härte : Flexibilität
WAHRNEHMUNG = minimal : visuell, kinetischen Erlebnis
URBAN = Natur : Zivilisation
ANWENDUNG = multifunktionale ART-DESIGN Synergie mit sozialem Wirkungsgrad

Es ist ein wahrer Genuss sich in der Wirkung dieser Arbeit hinzugeben, sich in den Bann ziehen zu lassen. Ein wahres Feuerwerk der Wahrnehmung und Interpretation. (ZITAT: RON MORISSON)

 

Manfred Kielnhofer

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24.07.2012 Schönheit überdimensional

GFDK/ Birgit Enge - 6 Bilder

1957 in Kinshasa im Kongo geboren, wendet sich Marc Lagrange zuerst dem Ingenieurwesen zu. Erst relativ spät entdeckt er die Fotografie für sich und beginnt in der Mode- und Magazinwelt Fuß zu fassen. Bald wird er in der – stets nach Etiketten suchenden – Branche mit dem großen Helmut Newton und mit Peter Lindbergh verglichen. Kein Wunder, auch Lagrange liebt dramatische Inszenierungen des weiblichen Körpers, vorzugsweise spärlich bis gar nicht bekleidet.

Die Bilder sind oft in Schwarzweiß-Tönen gehalten, zuweilen verlassen sie sich ganz auf die Schönheit der Modelle. Schon im nächsten Moment, sprich beim nächsten Foto, interpretiert Lagrange die Rolle des Fotografen allerdings gänzlich anders und baut ein Setting auf, das an die Welt des Kinos erinnert.

Kein Wunder, dass der in Antwerpen lebende Belgier nicht nur wunderschöne Bildbände veröffentlicht hat, sondern auch zunehmend mit dem Medium Video arbeitet. In Sachen Fotografie bevorzugt Langrange seit den 1990er Jahren Polaroid-Bilder und großformatige Analog-Aufnahmen.

Kenner werden an den Arbeiten von Marc Lagrange auch Reverenzen an seine Geburtsstadt wiederfinden. Nicht nur, dass immer wieder dunkelhäutige Models im Mittelpunkt stehen, auch die Inszenierung erinnert zuweilen an traditionelle starke Frauenrollen in den afrikanischen Gesellschaften. Übrigens: Auch wenn Lagrange oft sehr viel Haut zeigt, geht er dabei stets sensibel vor und überschreitet nie die letzte Grenze der Intimität.

Mittlerweile konstatieren Fotoexperten einen deutlich eigenen Stil, der sich von den erwähnten Altmeistern klar abhebt. Das erklärt wohl auch den immer größeren Erfolg von Ausstellungen, die sich seinen Fotografien widmen. „Die Umgebung und die Schönheit der Frauen motivieren mich jeden Tag“, sagt Marc Lagrange. Daher ist nicht damit zu rechnen, dass die immer größere Popularität des Belgiers in absehbarer Zeit den Zenit überschreitet. Große Präsentationen in Belgien, den Niederlanden und Frankreich haben zuletzt auch international für Aufsehen gesorgt.

Nicht nur die Bilder von Marc Lagrange werden die Besucher fesseln, auch der Ort des Geschehens spielt eine entscheidende Rolle. Die Halle 8 in der Waagner Biro Straße wird nach dieser Großausstellung unwiderruflich dem Erdboden gleich gemacht. Insgesamt stehen für diese letzte Präsentation sensationelle 3.200 m2 zur Verfügung.

 

Weitere Informationen und Bilder finden Sie unter www.lagrange.be

 

Birgit Enge, Atelier Jungwirth, Opernring 12, A-8010 Graz. l. +43/(0)316-815505 /mail@atelierjungwirth.com, www.atelierjungwirth.com

 

Fotos: (c) atelierjungwirth.com/ Marc Lagrange

 

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