Präsentation von Künstlern und ihren Werken

25.06.2013 Annährung an das Weibliche

GFDK - Anja Szech - 7 Bilder

Bilderwelten von Barbara Petzold sind von rätselhaften Frauen bewohnt. Man begegnet Ihnen auf der Strasse, am Strand, in Bars, im Wasser, im Wald, an gewöhnlichen und weniger gewöhnlichen Orten. Zauberhafte Wesen, die wie schwebend aus den durch feine Lichtregie gestalteten Farbräumen auftauchen.

Träumend, in sich versunken, mal poetisch, mal spielerisch, gehen sie ihren Beschäftigungen nach. Nur schwer zu erraten, wer sie sind und woher sie kommen, wirken sie sehr verführerisch in ihrer irdischen und doch so geheimnisvollen Art. So nah und gleichzeitig unnahbar, lassen sie viel Raum für Phantasie und Interpretation.

Die Malweise trägt zur Fragilität und Sinnlichkeit dieser Figuren bei. Im zeitaufwendigen Verfahren werden die Farben mit einer speziellen Pinselführung Schicht für Schicht aufgetragen. Ob tiefes Blau, Braun, Violett oder zarte und doch intensive Grüntöne der offenen Naturflächen entfalten die Farben eine starke Tiefenwirkung. Die Gemälde erscheinen wie ein Übergang zwischen dieser Welt und einer Welt der Träume. Die Farben sind intensiv und transparent zugleich. Wie im Zwielicht changieren sie zwischen Licht und Schatten.

Wie verträumt und märchenhaft sie auf den ersten Blick auch wirken mögen, man kann diese Bilder auch in Bezug auf die Identität einer Frau und ihrer Wahrnehmung in der Gesellschaft befragen. Welche Rollenbilder verstecken sich hinter diesen Darstellungen? Sind diese Frauen bewusst Verführerinnen oder sind sie auch ungewollte Projektionsflächen für Träume und Wünsche?

Das Motiv der Braut, das hier eines der zentralen Themen ist und das üblicherweise mit romantischem Klischee von Liebe verbunden ist, wandelt sich schnell zum Unheimlichen.

Die Frauen befinden sich oft im Wald, einem O

rt, an dem viele Märchen geschehen, doch sie sind immer allein. Zwar sind sie von märchenhaften Motiven, solchen wie Frösche oder Zauberpflanzen umgeben, doch entfalten sich diese sehr schnell von ihrer den Unheil bringenden Seite. Der Frosch hat sich nicht in den Prinzen verwandelt und beim aufmerksamen Betrachten sieht man ein kleines Rinnsal am Handgelenk der Braut hinablaufen. Ist sie am Verbluten?

Die magische Wirkung der Tollkirsche (so ein Bildtitel) wurde schon seit dem Mittelalter mit Frauen und ihrer Fähigkeit zum Verzaubern oder sogar zum Verhexen in Verbindung gebracht und somit als Symbol der weiblichen Macht gedeutet.

Schwarze Tollkirsche, auch als Belladonna bekannt, ist ein Nachtschattengewächs. Sie galt nicht nur als Heilpflanze, sondern auch als ein Mittel der Verführung. Einige Tropfen in die Augen gegeben führen zur Pupillenerweiterung, was als erotisches Signal bewusst oder unbewusst wahrgenommen wird. Diese magische Pflanze kann aber auch eine tödliche Wirkung haben. Das Einnehmen von Beeren führt zu Atemstillstand und Tod.

Die von der Malerin inszenierten malerischen und emotionalen Situationen sind sanft und beklemmend zugleich. Ihre Bilder sind wie die Annäherung an das Weibliche. Die von ihr geschaffenen Frauen sind verträumt, doch nie abwesend. Schwer fassbar, aber nie geisterhaft. Sie sind verführerisch und verletzbar zugleich. Ihre Körper sind wie Träume, wie Erinnerungen, wie Phantasien. Und genau wie diese könnten sie jederzeit entschwinden.

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Text von Anja Szech/ Assistant Curator, Fondation Beyeler, Basel

info@barbara-petzold.de

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11.06.2013 wasser als geheimnisvolles element

GFDK - Kasia Sandhofer - 6 Bilder

Wasser ist die Quelle des Erkennens, des Lebens, der Aufklärung und der Wiedergeburt aber auch die des Todes. Als Element ist es voll von Geheimnissen und Gefahren. Die Meerestiefen bergen in sich seltene und gefährliche Geschöpfe.

Dieses Potenzial von Bösem und Dunklem kontrastiert mit der besänftigenden Sicht des Meeres und dem relaxierenden Wellenrauschen. Doch der moderne Mensch vergisst oft auf diese duale Natur des Wassers, und beschränkt sich auf die in den Reisekatalogen abgelichtete Attraktivität.

Gerade diese Sorglosigkeit und die Hingabe an den angenehmen Aufenthalt am Meer wurden zum Ausgangspunkt und zum Hauptthema des Werkes der jungen, polnischen Malerin Julita Malinowska. Die in der Ausstellung „At the Sea-Side“ in der Galerie Sandhofer präsentierten Bilder bilden gleichsam ein Resümee des bisherigen Schaffens der Künstlerin. Die Leinwände stammen aus 2010 und gehen zurück bis 2006, sie ergänzen einander und vermischen sich inhaltlich.

Ausstellung in Salzburg

Malinowska widmet sich, wie auch Claude Monet, der endlos seine berühmten Seerosen malte, dem Thema des Strandes als eines Ortes, der psychosoziologisch ungewöhnlich ist. Einerseits ist es ein öffentlicher Platz, auf dem wir überdeutlich sichtbar sind. Menschen in Badeanzügen stellen sich zur Schau und sind den kritischen Blicken anderer Strandbesucher ausgesetzt.

Jedoch bewirken die Hitze, die entspannte und verspielte Atmosphäre, dass die Menschen schrittweise lockerer werden und sich auf sich selbst konzentrieren und vergessen dabei die Regeln, die auf öffentlichen Plätzen normalerweise gelten. Wie die Künstlerin selbst bemerkt: Die Anwesenheit eines Individuums unter der unzähligen Masse gibt das Gefühl der Anonymität, was einem erlaubt sich gehen zu lassen. Auf dieser Weise wird der Strand zur riesigen Bühne, auf welcher unzählige Auftrittszenen statt finden. Gerade diese sind das Thema von Julita Malinowskas Bildern.

Die Aufmerksamkeit des Zuschauers konzentriert sich auf die Helden dieser Szenen – Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Die Leinwände aus 2006 zeigen thailändische Kinder, die unbekümmert im Meer spielen. Die Künstlerin verewigte sie zwei Jahre zuvor auf ihren Fotos um sie später zu malen und ihre reine und aufrichtige emanierende Lebensfreude aufs Neue auf Leinwand zu bannen. Die dunkle Hautkarnation der Kinder erinnert an die polynesischen Frauen Gauguins.

Bildende Kunst

Besonders augenfällig wir dies auf den Bildern „Gesten IV“ und „Gesten V“: Vor klarem, puristischem Hintergrund, dominieren Kindersilhouetten den Bildausschnitt. Ihre expressive Haltung drückt ihre gegenseitige Relationen und Emotionen aus. Aus ihnen emaniert die Natürlichkeit und der Mangel an Scham angesichts ihrer eigener Nacktheit; so muss das verlorene Paradies ausgesehen haben. Die Nacktheit der Kinder in Malinowskas Bildern ist rein und ursprünglich. Es erinnert an die Antike und die Liebe zum eigenen Körper wie z.B. im Bild „By the swimming-pool“ (2008), das nackte Jünglinge beim Springen in den Pool und beim Verlassen des Pools zeigt.

Malinowska registriert auch ungeniertes Zeigen von Zuneigung auf den Strand.
Besonders interessant ist ein Bild, auf welchem sich drei Paare küssen und sinnlich im Wasser umarmen. Bis zur Hüfte eingetaucht, scheinen sie vollständig vergessen zu haben, dass sie von anderen Menschen beobachtet werden. Indem sie auf diese Szene zurückgreift, zeigt uns die Künstlerin, dass Wasser einen erotischen Anklang hat und auf natürliche Weise mit körperlicher Liebe verbunden ist.

Freunde der Kunst

Obwohl Wasser und Strand sehr wichtige Elemente in den Bildern Malinowskas sind, wurden sie nicht realistisch gemalt. Sie wurden eher wie eine Szenografie behandelt: als unaufdringlicher Hintergrund der es dem Zuschauer erlaubt seine Aufmerksamkeit auf die menschlichen Verhaltensweise, Emotionen und gegenseitige Relationen zu richten.

Der Himmel, das Meer und sandige Strände erzeugen des Öfteren flach postierte Farbflächen. Diese Einfachheit macht die gemalten Motive unreal, sodass sie als Kompositionen schön und angenehm fürs Auge wirken. Durch diesen Griff führt die Künstlerin den Betrachter in die Irre. Statt Beunruhigung empfinden wir Begeisterung, bei dem Betrachten von Menschen die von einem unsichtbaren Kliff in das tiefe Meer springen.

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Über die Künstlerin:

Julita Malinowska studierte Malerei an der Kunst Fakultät der Marie Sklodowska Curie Universität  in Lublin. 2003 bekam sie das Socrates-Erasmus Stipendium und es folgte ein Aufenthalt in  Wolverhampton England. Danach studierte sie Malerei an der Akademie in Krakau wo sie 2005 mit Auszeichnung diplomierte. 2008 folgte ein Stipendium "Artist in Residence" in Tammisaari, Finland.

2013 stellt sie ihre Werke bei SCOPE Basel aus.

Malinowska hatte über 27 Einzel und über 300 Gemeinschaftsausstellungen.

Galerie Sandhofer
Dietrichsteinstraße 6a
125020 Salzburg
www.galerie-sandhofer.com
info@galerie-sandhofer.com


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02.06.2013 Johannes Lotz umkreist die menschliche Figur

GFDK - GALERIE PARROTTA CONTEMPORARY ART - 6 Bilder

Johannes Lotz lässt in seinen Gemälden auf Leinwand und Holztüren Bildwelten entstehen, die bevölkert sind von bizarren Figuren auf verschlungenen Wegen zu seltsamen Orten. Sie scheinen mal mehr und mal weniger in vertraute Märchen zu führen, deren Geschichten jedoch durch die Zerstücklung der Narration und formale Uneinheitlichkeit gebrochen sind und damit verschlüsselt bleiben.

Ähnlich wie  Märchen auf eine bedrohliche und schwer zu ergründende Welt verweisen, führen Lotz` Arbeiten in brüchige und ambivalente Lebensräume, die hintergründig auch gesellschaftliche Mechanismen reflektieren. Nicht nur die Thematik der Bildwelten, sondern auch deren malerischer Prozess erinnert an Vorgehensweisen, die uns aus Literatur und Malerei mitunter aus dem Kreis der Surrealisten bekannt sind.

Allen voran prägte André Breton die Écriture automatique, welche Texte und Bilder anstrebte, die ohne jede Kontrolle der Vernunft entstehen sollten. Vergleichbar bedient sich Lotz der Kraft psychischer Prozesse, mit der er die kontrollierende Realitätswahrnehmung des Bewusstseins teilweise bricht und das Ergebnis in seinen Gemälden bannt und ausformt.

In seiner künstlerischen Arbeit umkreist Johannes Lotz die menschliche Figur, um sie malerisch entweder zu verorten oder ihr jeden Bezugspunkt zu entziehen. Mal wird sie zur Randfigur einer übersteigerten Umwelt, mal gewinnt sie eine labile Dominanz über den Bildraum, der sich zurückzuziehen scheint wie in ein schwarzes Loch. Hier liegt der Grat, an dem sich die Ausstellung orientiert und der sich im Werk des Künstlers abzeichnet.

So sind die Bildflächen bei Johannes Lotz zum Teil vollständig von dynamischen Elementen beherrscht, die an den malerischen Gestus fauvistischer, frühkubistischer und expressionistischer Tradition denken lassen. Die gleichsam aus einem exaltierten Wirbel heraus geborenen Figuren sind lediglich Elemente eines vielstimmigen Raumes. Weite Teile des Bildraums antworten den Figuren auf der Handlungsebene nicht. Sie scheinen in einer zeitlosen, »absurden Einsamkeit« (Johannes Lotz), in eine von ihnen nicht zu kontrollierende Umgebung verwickelt.

Diesem Horror Vacui steht eine Ausdrucksform gegenüber, die eine radikale Trennung, einen Bruch zwischen Figur und Lebensraum forciert. In den Gemälden verhalten sich die farbigen Figuren kontrapunktisch zu einem entleerten und fast steril wirkenden Hintergrund. Die Figuren sind isoliert und im Dialog mit sich selbst, eingebettet in eine unbestimmbare Beziehungs- oder Dingwelt. Es sind Motive, die der Welt der Phantasie und Groteske zu entspringen scheinen, um dabei die menschliche Bandbreite und ihre Abgründe zwischen Eros und Thanatos wie in einer gauklerischen Halluzination zu verhandeln.

Zahlreiche Ausstellungen in Deutschland

Johannes Lotz (*1975) studierte an der Akademie der bildenden Künste in Mainz bei Friedemann Hahn und in München bei Gertraud Schottenloher. Nach verschiedenen Einzelausstellungen, u.a. in der Galerie Michael Janssen in Berlin und Köln und im Künstlerhaus Saarbrücken, widmete ihm die Galerie Parrotta bereits zum zweiten Mal eine Ausstellung. (C) Galerie Parrotta Contemporary Art Stuttgart / Berlin.

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GALERIE PARROTTA CONTEMPORARY ART

Augustenstrasse 87–89
70197 Stuttgart
T +49.711.69 94 79 10
F +49.711.69 94 79 20
mail@remove-this.parrotta.de
www.Parrotta.de

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21.04.2013 Erinnerung und Phantasie im Wechselspiel

GFDK - Professor Jost Funke

Die Kunst der Malerin Nina Nolte bezaubert durch die Lebendigkeit ihrer Sujets und die Brillianz der Ausführung. Ihre Bilder zeigen vertraute Themen der Kunstgeschichte, jedoch versteht es die Künstlerin, sie so darzustellen, als sähen wir sie zum ersten Mal. In einer klaren Bildsprache, die die Gegenstände zeichenhaft vereinfacht, realisiert sie eine Malerei, deren Farbigkeit überwältigt.

Dabei gelingt der Malerin mühelos die Synthese von Intellekt und Emotion. Dem beschreibenden Bildelement Zeichnung, das die Form der Objekte fixiert, fügt die Farbe die subjektive Deutung hinzu.

Der Grundton eines jeden Bildes wird mit dem flächig aufgetragenen Hintergrund festgelegt – vor diesem entsteht dann, nur durch Umrisse und Binnenzeichnungen definiert - das eigentliche Thema. Nina Noltes Farben sind stehts intensiv-leuchtend, oft in überraschenden, brillanten Kombinationen, die zur Verfremdung der Bildgegenstände beitragen.

Auf die Welt und den Menschen

Erinnerung und Phantasie der Künstlerin wirken in einem Wechselspiel zusammen, das die Realität mit Sinnlichkeit wahrnimmt, aber auch das Sinnliche in die Realität eines Kunstwerks überführt.

Die Vielfalt der Themen im bisherigen Werk der Künstlerin verschmilzt in der inneren Verwandschaft, mit der die bildnerische Handschrift der Malerin die Vielheit der Gegenstände zur Einheit der künstlerischen Botschaft verdichtet.

Für den Betrachter verbindet sich dadurch der Reiz des Wiedererkennens mit dem Erlebnis einer individuellen malerischen Sicht auf die Welt und den Menschen.

Geheimnis und Offenbarung

Die Unbeschwertheit, mit der die Malerin ihre Deutung von Wirklichkeit vorträgt, wird erst durch eine souveräne Beherrschung der bildnerischen Mittel möglich.

Der Perfektion der Zeichnung entspricht der meisterliche Umgang mit dem Phänomen Farbe, sodaß aus der Beschreibung von Welt unter den Händen der Malerin eine Neuschöpfung von Welten geschieht, die Alltägliches und Flüchtiges in die poetische Zeitlosigkeit der Kunst transponiert.

Darin liegt das Geheimnis und zugleich die Offenbarung der Kunst Nina Noltes.

Jost Funke Professor für Bildende Kunst und Kunstgeschichte an der Hochschule Bremen

Galleriekontakt:

thomas punzmann fine arts - germany
weckmarkt 1
60311 frankfurt am main, germany
tel.: + 49 - (0)69 - 244 50 191
cellphone: + 49 - (0)170 - 565 1982

Nina Nolte nina@ninanolte.com

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16.04.2013 neue bildwirklichkeit

GFDK - Galerie Parrotta Contemporary Art - 6 Bilder


Agata Madejska (geb. 1979 in Warschau, lebt und arbeitet in London und Essen) findet ihre oftmals erst auf den zweiten Blick erkennbaren Bildmotive im urbanen Raum. In ihren Bildern löst sie prägnante architektonische Strukturen wie Denkmäler oder Wolkenkratzer aus dem sie umgebenden Stadtraum heraus und überführt sie mit den grundlegenden Mitteln der Fotografie wie Licht, Kontrast, Komposition und Entfremdung in eine neue Bildwirklichkeit.

Sowohl historisch stark aufgeladene Objekte wie das Denkmal des Kleinen Aufständischen im ehemaligen Warschauer Ghetto als auch temporäre Installationen wie der Sky Mirror von Anish Kapoor in London werden in ihren Fotografien zu abstrakten Zeichen, die den Bildraum dominieren. In ihrer manifesten, geradezu theatralischen Anwesenheit sind die Dinge jedoch umso mehr abwesend. Madejskas Fotografien lassen sie als das erscheinen, was sie sind: prekäre Projektionsflächen einer sich immer wieder selbst vergewissernden Kultur.

Sie isoliert in ihren fotografischen Serien architektonische Strukturen – beispielsweise Denkmäler und Spielplatzobjekte, wie Rutschen oder Schaukeln – von dem Stadtraum, der diese umgibt. Ihre sehr präzise und langsame Arbeitsweise – Madejskas Werkgruppen umfassen kaum mehr als zehn Fotografien und entstehen über mehrere Jahre hinweg – spiegelt die Perfektion ihrer Bildsuche und -behandlung. Fast wissenschaftlich nähert sich die 1979 in Warschau geborene Künstlerin einem Thema. Sie recherchiert, macht Skizzen und Notizen und sucht lange, bis sie ihre Bildmotive gefunden hat.

Ein fast konservativ wirkendes, dabei dezidiert künstlerisches Verständnis des fotografischen Mediums ist in ihren Arbeiten erkennbar. Alle Aufnahmen entstehen analog, ohne künstliches Licht, unter Einbeziehung der natürlichen Witterungen. Ideogram (2007–2009) – eine Serie von acht Bildern, die jeweils ca. 60 x 45 cm – fotografierte Madejska bei grauweiß bedecktem Himmel. Die Serie zeigt Hochhäuser, die durch die Konzentration auf die oberen Gebäudeteile von dem Stadtraum isoliert wirken.

Alles Störende ist ausgespart. Diese Porträts von Gebäuden sind kühl und zart zugleich. Sie haben eine stark zeichnerische Ästhetik, ähnlich einer Architekturskizze, und werden allein durch die Streben der Glasfassaden strukturiert. Farblich sind die Aufnahmen fast monochrom. Eine Rücknahme der Farbigkeit findet sich in allen Arbeiten von Agata Madejska, auch ihrer neuesten, 2010 begonnen Serie The Order of Solids. Erneut grenzt Madejska ihre Bildmotive – Denkmäler, Skulpturen und Springbrunnen - von der Umgebung ab.

Die bilddominierenden Objekte des öffentlichen Raumes können in der Abstraktion der Darstellung zum Teil erst durch den schmalen Bildrand, in dem Häuser und Bäume zu sehen sind, entziffert werden. Sie interessieren Madejska in ihrer Funktion als Projektionsflächen eines kulturellen Kontextes und können als eine übermächtige und gleichzeitig abstrahierende Auseinandersetzung mit der Geschichte und ihrer Repräsentation verstanden werden. The Order of Solids verdeutlicht darüber hinaus Madejskas Interesse und ihre Hinwendung zur Skulptur, zur Dreidimensionalität sowie ihr Verständnis von Fotografie als Ausgangs- aber nicht Endpunkt ihres künstlerischen Schaffens. In der Präsentation der Bilder versucht sie stets ihren Bildraum skulptural zu erweitern.

Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich wie in der neuesten Entwicklung ihrer Arbeiten tatsächlich um Objekte im Raum handelt oder ob sich dieses spezifische Interesse für den Raum in der Rahmung der Bilder ausdrückt. Die Präzision ihres Arbeitens zeigt sich in ihrem gesamten Werk – in der Stringenz des Motivs und der Kontrolle des Abzuges, der Präsentationsform und der Installation. Text: Lisa Marei Schmidt

Agata Madejska, 1979 in Warschau geboren, lebt und arbeitet in London und Essen. Sie studierte an der Folkwang Universität der Künste in Essen und am Royal College of Art in London. Im vergangenen Jahr erhielt sie das Förderstipendium des Landes Nordrhein-Westfalen sowie ein Stipendium der Kunststiftung NRW für eine monographische Publikation. In der kestnergesellschaft Hannover war sie an der Ausstellung 'MADE IN GERMANY ZWEI' beteiligt. Zeitgleich zur Ausstellung in Stuttgart sind Madejskas Arbeiten auch in 'Twisted Entities. Zeitgenössische polnische Kunst' im Museum Morsbroich Leverkusen zu sehen.

 

Kontakt

Galerie Parrotta Contemporary Art
Augustenstr. 87-89
D - 70197 Stuttgart
T +49.711.69 94 79 10
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03.04.2013 sozial engagierte Fotografie

GFDK - Christoph Lieck - 9 Bilder

Der deutsche Fotograf Thomas Karsten (55) erhält den diesjährigen Fotopreis der Michael Horbach Stiftung. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre an Künstler vergeben, die gesellschaftlich relevante Themen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen. Thomas Karsten erhält den Preis für seine Arbeiten „60 Bicycles for Uganda“ und „Foundation MUKISA, Uganda“ aus den Jahren 2011.

„60 Bicycles for Uganda“ ist Dokument einer Hilfsaktion, in der unter großem persönlichen Einsatz Fahrräder an bedürftige Familien verteilt wurden, mit denen diese ihren Lebensunterhalt als Kurierfahrer bestreiten. „Foundation MUKISA“ porträtiert Mütter mit behinderten Kindern – ein nicht nur in Uganda mit vielen Vorurteilen und Ängsten belegtes Thema.

„Thomas Karsten fotografiert mit einem zugewandten und zugleich unaufgeregten Blick, der sich über sein Gegenüber weder erhebt noch den Fotografen zum heimlichen Gegenstand  des Bildes macht. Ganz im Gegenteil: Seine subtilen Kompositionen, seine diskrete Lichtführung und sein Einfühlungsvermögen für andere stellen diejenigen in den Mittelpunkt, um die es in sozial engagierter Fotografie gehen sollte: Die Menschen und ihre Lebensumstände“, so Stiftungsgründer Michael Horbach über den Preisträger.

Über Thomas Karsten


Thomas Karsten wurde 1985 in Eisenach, Thüringen geboren. Vom DDR-Regime an einer akademischen Ausbildung gehindert, fand er in den frühen 80er Jahren in der Fotografin und Hochschuldozentin Evelyn Richter eine erste fotografische Mentorin.


1982 verließ Karsten die DDR in Richtung Westen und setzte seine Karriere als freier Fotograf und Assistent von Stefan Moses in München fort. Seit 1983 selbstständig, machte er sich mit Porträt- und Aktarbeiten einen Namen und arbeitete unter anderem für Stern, Art, Eltern, Nerve (New York) und Capital. Sein erster Bildband im Verlag C.J. Bucher „Thomas – mach ein Bild von uns“ erhielt 1988 den renommierten Kodak Fotobuchpreis. Viele seiner seither erschienenen 17 Buchpublikationen gelten als Ikonen der Akt- und
Porträtfotografie. Seine Arbeiten werden in zahlreichen Galerien und Museen des In- und Auslands ausgestellt.

Seit rund fünf Jahren ist Thomas Karsten auch als Kameramann aktiv. Sein Kurzfilm „A good catholic girl“ (2011) lief im Programm des Filmfestivals Cannes, sein Langfilm “State Research Bureau” (2010) wurde auf dem Pearl Film Festival mit dem Preis für die beste Kameraarbeit ausgezeichnet. Thomas Karsten ist seit 2010 mit der Uganderin Joanita Karsten (geb.Tusubira) verheiratet und hat seither mehrere Arbeiten in dem ostafrikanischen Land fotografiert, darunter die beiden jetzt prämierten Serien. Mehr Info: www.thomaskarstenphotography.com


Über „60 Bicycles for Uganda“ und „Foundation MUKISA“


„60 Bicycles for Uganda“ dokumentiert eine Hilfsinitiative der Michael Horbach Stiftung, nämlich die Verteilung von Fahrrädern an bedürftige Familien in Uganda. In den meisten ländlichen Gebieten Ugandas gibt es keine öffentlichen Transportmittel. Der Besitz eines Fahrrades kann den ugandischen Familien daher die Möglichkeit eröffnen, als Kleinunternehmer tätig zu werden. Sie können mit dem Fahrrad beispielsweise Güter transportieren oder Taxidienste anbieten und sich damit eine eigene Existenz aufbauen.


Die gestifteten Fahrräder wurden von Thomas Karsten und seiner Frau vor Ort an die Familien verteilt – ein aufgrund der lokalen Verhältnisse mit großen logistischen Schwierigkeiten behaftetes Unterfangen. Die Bilder zeigen in der Manier klassischer, inszenierter Familienporträts die Empfängerfamilien unmittelbar nach der Übergabe der Fahrräder. „Foundation MUKISA“ ist eine Serie von Einzelporträts von ugandischen
Müttern mit ihren Kindern, die an einer Behinderung leiden. MUKISA ist der Name einer Stiftung, die sich um dieses Familien kümmert und in der Thomas Karsten die Menschen porträtierte.

„In Afrika ist eine Behinderung oft mit einem Stigma verbunden. Für Kinder, die davon betroffen sind, ist es besonders schwer: Es gibt keine Gesetze, die sie schützen, sie haben keine Rechtsansprüche. Hinzu kommt der in vielen Teilen Afrikas noch weit verbreitete Aberglaube. Mütter von behinderten Kindern werden oft noch der Hexerei beschuldigt und nicht selten von ihren Männern verlassen. Sie schämen sich für ihre Kinder und verstecken sie vor den Augen der Gemeinschaft. Mein Anliegen war, diesen Schleier zu lüften und den Frauen und ihren Kindern ein Gesicht zu geben“, so Thomas Karsten über seine Serie.

Über Michael Horbach und die Stiftung


Michael Horbach (62) stieg im Jahr 2000 aus einem erfolgreichen Unternehmerleben aus und gründete die Michael Horbach Stiftung, die Entwicklungsprojekte in Ländern der sogenannten Dritten Welt fördert und
sozial engagierten Künstlern eine Plattform bietet. Schon während seiner Unternehmertätigkeit hat er sich einen Namen als Sammler und Galerist gemacht.

Seine Fotosammlung „Die andere Seite der Schönheit“ wurde 1995 erstmals im Rheinischen Landesmuseum Bonn ausgestellt und befand sich dort bis 2011 als Dauerleihgabe in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Photo Archiv e.V. (Prof. Klaus Honnef). Von 1996 bis 1991 führte Horbach neben seinem Unternehmen die Galerie Hans Müller mit Künstlern wie Blalla W. Hallmann, Thomas Huber, Marie-Jo Lafontaine und Heinz Zolper. „Mein Cuba“ ist die erste große Einzelausstellung seiner Werke.


Christoph Lieck

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Kunsträume der Michael Horbach Stiftung
Wormser Str. 23
50677 Köln
T. 0221.168223-27
presse@michael-horbach-stiftung.de
www.michael-horbach-stiftung.de

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05.11.2012 nehmen ihren Ausgang im Alltäglichen

GFDK - Kunstverein Trier Junge Kunst -7 Bilder

Die Arbeiten der Bildhauerin Katharina Maderthaners oszillieren zwischen skurrilem Postamt-Charme und Minimalismus-Bekenntnis: sie fordert das Überwiegen eines dieser Elemente in den verschiedenen Objekten und Skulpturen heraus, ohne es zu entscheiden. Die Objekte halten sich so in einem rätselhaften Zwischen, muten jedoch (oder gerade deshalb?) nicht hermetisch an. 

Alle Arbeiten nehmen ihren Ausgang im Alltäglichen. Diese Anleihe ist offenkundig, wenn sie auch nicht mimetisch kalkuliert ist. Indem Teile addiert, Situatives ironisch gewendet, Banales heroisiert, Industrielles handgefertigt wird, findet stets eine Verschiebung der wesentlichen Eigenschaften des Vorgefundenen statt, die diese jedoch nie vollständig umdeutet, vielmehr durchlässig für sie bleibt. 

Die Widersprüchlichkeit zwischen Rauputz-Romantik und radikal reduzierter Ästhetik, zwischen Gewöhnlichem und Gefügtem wird in den Objekten Maderthaners nicht aufgehoben oder bagatellisiert, sondern jeweils ausgehalten. 

In der Ausstellung "maybe" im Kunstverein Trier Junge Kunst zeigt die Künstlerin eine eigens für den Raum entwickelte Installation, in der sie den Bogen zwischen stereotyper Photoshop-Ästhetik und real-plastischen Verputz-Strukturen spannt.

 


3. November bis 1. Dezember 2012


Galerie Junge Kunst
Karl-Marx-Straße 90, 54290 Trier
0651 / 9 76 38 40

kunstverein@remove-this.junge-kunst-trier.de

 

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28.09.2012 donumenta 2012: 14 x 14 – Vermessung des Donauraumes

Davide Gallo

Die Gemälde „Summer Time is Over”, „Every Day is a Same” und „Dark is the Forest” vermitteln Themen, deren Ergründung Biljana Djurdjević am Herzen liegt: Ein Konflikt und der Ausgleich zwischen den Kräften, Gleichgewicht in Komposition, darüber hinaus ein Element der Andeutung. In „Summer Time is Over” befinden sich männliche Figuren, die ein und dieselbe Person in drei verschiedenen Positionen darstellen.

Der Protagonist ist die zentral angeordnete Figur. Er hält die Macht in der Hand, dargestellt durch seinen rechten Arm, der auf seinem Gürtel ruht, während die linke Hand einen Anti-Stress-Ball zusammenpresst. Er strömt geballte Energie aus. Er ist der Motor der Kommunikation, da seine Augen den Betrachter konfrontieren. Links ein Skinhead, der einen Hund zurück hält, rechts von ihm ein auf Befehle wartender Mann mit einem Kegel in den Händen, die er hinter seinem Rücken versteckt hält.

Alles hängt vom Mann in der Mitte ab. Er hat die Macht, eine Schlacht, eine Revolution auszulösen. Dennoch passiert nichts. Er konzentriert alle Energie auf sich selbst und verhindert so den Ausbruch der Gewalt. Der Blick der beiden anderen Männer, die Energie, die aus ihren Körpern strömt … alles fließt zusammen und hängt von der zentralen Figur ab.

Das Ergebnis ist totale Stille. Der Kampf zwischen den Kräften ist das zentrale Thema des Werks „Every Day is a Same”. Das Gleichgewicht ist offensichtlich gestört, hiermit auch die Perspektive, die absichtlich nach links gelenkt wird. Hier wiederum lenkt einer der beiden Männer das Spiel, der eine Waffe in seiner rechten Hand fest hält, um seinen Gegner anzugreifen.

Der andere Mann starrt ihn an, erwartet Befehle, eine Kette in der Hand umklammernd, bereit zu töten. Und wieder passiert nichts. Djurdjevićs Helden sind unschuldig: Nicht deshalb, weil sie Gewalt ignorieren, sondern weil sie sich bewusst entscheiden, diese nicht anzuwenden. „Dark is the Forest” besteht aus einem zentralen und zwei seitlich angeordneten Paneelen. Die Abbildung zeigt das zentrale Paneel.

Das Gemälde ist inspiriert vom allegorischen Gedicht „Hypnerotomachia Poliphili” aus der Zeit der italienischen Renaissance, in dem Poliphilos Liebe zu Polia zu einem Instrument der geistigen Askese wird. Ausgangspunkt ist der Wald mit seinen verborgenen Gefahren. Die Symbole zur Entschlüsselung des Gemäldes sind ebenfalls verborgen. Zunächst zeigt jede dargestellte Blume eine Tugend oder eine Sünde. Wie sind diese aber zu unterscheiden?

Die Künstlerin gibt keine Antwort hierzu. Hier ist die Spannung nicht zwischen den Kräften im Ungleichgewicht, sondern im Verhältnis von Licht/Schatten, offen/ verborgen zu spüren. Dieser Konflikt ist es, der die Spannung schafft sowie den strukturellen als auch inneren Raum der Arbeit prägt.

Text: Davide Gallo

Foto: Biljana Djurdjević, Every day is a same, 2008, oil on canvas, 130 × 205 cm. Courtesy: the artist. Collection: Gian Luca Teppati, Pavia, Italy

„14 x 14“Vermessung des Donauraumes. Positionen aktueller Kunst.

Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg 28. September - 4. November 2012
Oberpfälzer Künstlerhaus I Galerie Schwandorf 30. September - 4. November 2012

Fotoausstellung im Donau-Einkaufszentrum 5. November bis 24. November 2012

donumenta e.V.

Am Wiedfang 5

D-93047 Regensburg

Tel. +49 (0) 941 55133

Fax +49 (0) 941 5998320

mail: info@donumenta.de

http://www.donumenta.de

 

http://www.facebook.com/donumenta

www.europaeische-bewegung.de/index.php

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20.09.2012 atmosphärische Wirkung seiner Aufnahmen

GFDK/ BUCHMANN GALERIE BERLIN - 3 Bilder

In den 1960ern gehörte Yutaka Takanashi zu den Gründungsmitgliedern von Provoke. Ziel dieser ephemeren jedoch einflussreichen Gruppe und des gleichnamigen Fotomagazins war es, eine neue visuelle Grammatik zu finden, die den Wandel in der japanischen Gesellschaft der Nachkriegszeit und der Ära des amerikanisch-japanischen Sicherheitsabkommen widerspiegelte. Die Gruppe wandte sich gegen das narrativ-dokumentarische Bild, mit dem das Establishment das neue, industrialisierte und urbanisierte Japan präsentierte.

Der Fotoband Toshi-e erschien in diesem Kontext in sehr kleiner Auflage.
Für Yutaka Takanashi stehen „diese Bilder [seine Fotografie] als gleichwertige Dokumente neben Sprache und Ideologie”. Aus diesem Grund bevorzugte er schnelle Bilder, die er mit einer tragbaren 35mm-Kamera schoss – manchmal aus einem fahrenden Wagen heraus und vorzugsweise „are, bure, boke“
(„rau, unscharf, unfokussiert“). Die Unschärfe im Bild diente gleichzeitig dazu, die Ideologie zu verwischen und unterstrich die atmosphärische Wirkung der Aufnahmen.


Menschen sind bei Yutaka Takanashi oft in Seitenansicht zu sehen, tauchen ins Dunkel ein oder sind angeschnitten – was den Eindruck der Entfremdung betont. In Buffet Toyota (1965) liegt das Gesicht des jungen Mannes im Schatten. Die Komposition des Bildes setzt ihn jedoch in einen Rahmen, der aus dem Fenster und dem Poster einer westlich aufgemachten Frau gebildet wird. Der Mann blickt uns
nicht entgegen, wirkt wie losgelöst von seiner sich wandelnden Umgebung.
Auch in Tsunohasu-1 (1965) ist das Motiv des Rahmens präsent. Im Autofenster spiegelt sich ein Reklameschild – es scheint sich dadurch selbst in ein Schaufenster mit Kindern zu verwandeln.


Yutaka Takanashi zeigt das kaleidoskopische Porträt einer unbekümmerten Jugend, die bereits auf der „Überholspur“ lebt, so wie sie auch in japanischen Filmen jener Zeit, beispielsweise Nagisa Oshimas Nackte Jugend (Seishun Zankoku Monogatari), zu sehen ist. Einzige frontale und unbewegte Figur ist die im Spiegelbild in Hachiko Square (1965). Yutaka Takanashi, der „Bilderjäger“, wie er sich selbst während seiner Arbeit an Toshi-e nannte, gelang es hier, das Unsichtbare – die Kontemplation – in einer neuen, industrialisierten Konsumgesellschaft festzuhalten.


Yutaka Takanashi hatte kürzlich eine Einzelausstellung in der Fondation Henri Cartier-Bresson in Paris, sowie verschiedene Gruppenausstellung, unter anderem Creating with Light - The Manipulated Photograph im Metropolitan Museum of Photography in Tokyo und Breaking news. Fukushima and the consequences im Kunst-Werke Berlin. Seine Arbeiten finden sich in Museen wie dem National Museum of Modern Art, Tokyo, dem Tokyo Metropolitan Museum of Photography und dem Setagaya Art Museum, Tokyo.

 

BUCHMANN GALERIE BERLIN
Charlottenstrasse 13
D - 10969 Berlin
T. +49-30-258 999 29
F. +49-30-258 999 39
info@buchmanngalerie.com
www.buchmanngalerie.com
Tue - Sat 11am - 6pm

 

Bildlegende:

Yutaka Takanashi
Buffet Toyota, 1 Tsunohazu, Shinjuku-ku, from the series "Toshi-e", 1965
gelatin silver print
20,7 x 30,7 cm

Yutaka Takanashi
Tsunohazu-1, Shinjuku-ku, from the series "Toshi-e", 1965
gelatin silver print
20,7 x 30,7 cm

Yutaka Takanashi
cmHachiko Square, Shibuya Station, Shibuya-ku, from the series "Toshi-e",
1965
gelatin silver print
20,7 x 30,7 cm

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10.09.2012 Landschaft, Atmosphäre, Vegetation, Mensch

GFDK/ Angelika Blaeser - 4 Bilder

Die teils großformatigen Gemälde der Essener Künstlerin Christine Prause sind ein Stück weit eine Art Schule des Sehens. Auf den ersten Blick scheint es sich bei ihren Bildern um pure abstrakte Malerei zu handeln. Bei längerer Betrachtung und aus der Distanz betrachtet entschlüsselt der Beschauer klar komponierte Farbräume.

Christine Prause, Jahrgang 1957, studierte in den 70er Jahren Kunst und Kunstwissenschaft an der Düsseldorfer Kunstakademie, war Meisterschülerin von Karl Bobek. Prause thematisiert die Natur. Landschaft, Atmosphäre, Vegetation, Mensch. Sie sichtet und prüft die ästhetischen Erfahrungen und die daraus resultierenden Erkenntnisse. Farbe und Form. Fläche und Raum. Hell und Dunkel. Sie sucht nach einer Balance zwischen Gegenstand und Abstraktion, zwischen Motiv und Struktur. Christine Prause zielt darauf, das Motiv, das Gesehene zu übernehmen, Strukturen nachzuempfinden und neue zu entfalten. Der künstlerische Antrieb dabei ist der Zweifel an dem, was uns faktisch gegeben scheint.

 

Motive spielen in der Malerei Christine Prauses eine untergeordnete Rolle, dennoch sind die Motive vorhanden. Sie machen häufig eine Art Metamorphose, eine Art Verwandlung durch. Oftmals werden sie bis zur Unkenntlichkeit herangezoomt. Menschengruppen können sich dabei wie Landschaftsformationen auftürmen, die vielen alten Autos, die bei uns als Oldtimer gelten und in Kuba zum normalen Straßenbild gehören, haben die Künstlerin auf ihrer Reise besonders fasziniert und so tauchen sie dementsprechend zahlreich in den Bildern auf. Auch hier ist es keinesfalls eine konkrete Wiedergabe, sie steigern sich zu Bergen oder gehen in der Vegetation auf.

 

Das Faszinierende an ihren Bildern ist die Ambivalenz aus Gegenstand und Abstraktion, die allen Werken zu eigen ist. Ihre Arbeiten verfügen gerade über so viel Struktur, dass das menschliche Auge daraus Formen und Gegenstände zuordnen kann. Bei längerer Betrachtung zerfallen diese Formen zugunsten tieferliegender Strukturen. Hieraus erwächst beim Beschauer die Ahnung, dass die beispielsweise Landschaften Christine Prauses gar keine Landschaften sind, sondern dass diese Landschaften hinter der vordergründigen landschaftlichen Folie abstrakte Gemälde sind. Ein scheinbares Paradoxum, das fasziniert und begeistert.

 

Bilduntertitel: Christine Prause, Kuba – Fiesta, 2007, Acryl auf Nessel, 100
x 110 cm, ©Prause

Bilduntertitel: Christine Prause, Kuba – Grünes Auto, 2007, Acryl auf
Nessel, 200 x 200 cm, ©Prause

Bilduntertitel: Christine Prause, Kuba – Straße, 2007, Acryl auf Nessel, 200
x 200 cm, ©Prause

Bilduntertitel: Christine Prause, Kuba – Straße, 2007, Acryl auf Nessel, 100
x 120 cm, ©Prause



Galerie Angelika Blaeser
modern & contemporary art
Bastionstr. 10
40213 Düsseldorf

+49 (0)211 877 44 582
+49 (0)172 977 44 00

www.galerie-angelika-blaeser.de 

Öffnungszeiten: Di. – Fr. 11 – 18 Uhr, Sa. 11 – 15 Uhr, sowie nach
Vereinbarung


 

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