Präsentation von Künstlern und ihren Werken

30.12.2013 In love with K...... K Visuals

Herwig Nowak und Gottfried Böhmer

Die Künstlerin Gila Abutalebi, mit der die Gesellschaft Freunde der Künste schon mehrere Kunst und Kultur Projekte veranstaltet hat, unter anderem das Goethe-Festival 255 Jahre Goethe "Wie sehen Künstlerinen Goethe", erzählte uns dass sie eingeladen wurde zu einer Einzelausstellung zum 16. ISLAMIC ART FESTIVAL 2014.

Das Emirat Sharjah ist die islamische Kulturhauptstadt 2014. Im Emirat Sharjah gibt es über 20 Museen, Nationalparks und Botanische Gärten. Im Rahmen der Aktivitäten als Kulturhauptstadt 2014 ist auch eine gemeinsame Ausstellung des Museum für islamische Kunst in Berlin und des Museum for Islamic Civilisation in Sharjah geplant.


Kulturhauptstadt der arabischen Welt

Das Festival findet in Sharjah einem der sieben Emirate bei Dubai statt. Als Persisch-Deutsche Künstlerin empfindet Gila Abutalebi das als grosse Auszeichnung womit sie niemals gerechnet hätte.

Ungesehen. Unbeschreiblich. Unglaublich. Ein unbekannter Autor schreibt: „Orientalisch, persische Kreativität wird verbunden mit westlicher Realität und Innovation ...“ Die Künstlerin selbst nennt ihre Arbeit Transparente Lyrik. Nun präsentiert sie ihre Serie „In Love with K – K Visuals“.

Feuer der Liebe, Leidenschaft zur Sprache

Die Deutschiranerin Gila Abutalebi ist eine Ausnahmekünstlerin. Besser noch: ihr Werk ist eine Ausnahmeerscheinung auf dem Kunstmarkt. Das verwandte Material wie die bearbeiteten Themen und die Art ihrer Darstellung verleihen dem Oeuvre ein Alleinstellungsmerkmal in der Welt der vielfach von Picasso oder Warhol beeinflussten Plagiaten.

Zeitgenössische Kunst und Kalligrafie

Transparente Materialien und leichte Farben werden hier verwendet, die teils in mehreren Schichten übereinander gelegt in ihrer Mehrdimensionalität geradezu einen Schwebezustand erlangen. Der Hintergrund ist gekennzeichnet von einem vollkommenen Gleichmaß der verwandten, traditionellen nicht gegenständlichen Formen.

Mit ihnen wird die ganze Fläche in einheitlicher Farbgebung gestaltet. Die darüber liegende Schicht oder Schichten wenden sich der Darstellung der Gegenwart oder sogar der Zukunft zu. Sie sind also der Vergangenheit im wörtlichen Sinne „vor-gehängt“.

Kompositionen aus Sprache, Bild, Tiefe und Transparenz

In Gebärde und Ausdruck bilden sie das diametrale Gegenteil der Vergangenheit: unbestimmter, größer und wohl auch gröber gestaltet ,aber expressiver, ja geradezu explosiv in der Aussagekraft. Alles das eine zutreffende Charakterisierung von gestern, heute und morgen.

Das Gestern kennen wir im Detail, das Heute und das Morgen sind unbestimmt, unklar, allenfalls mit dem Herzen sichtbar. Die Werke beziehen aus dieser Korrespondenz, ja besser gesagt, Konkurrenz, ihre ungeheure Spannung.

Auf ihrer Reise zu sich und zu ihrer Kunst

Mit einer spürbaren Liebe, unendlichen Farbspielen, bis hin zum Kampf der Zeitalter, der Buchstaben, Gefühle und sogar der Welten beschreibt die Künstlerin ihre Werke. Seit bald zwei  Jahren visualisiert sie den Buchstaben „K“ auf ihre Weise in seiner ungeheuren sprachlichen und kulturellen Bedeutungsvielfalt. Es entstehen die „K Visuals“ . Das K wird zum Held ihrer Kunst. Dass ein Buchstabe und kein Wort visualisiert wird, erlaubt eine viel größere Deutungsvielfalt. Vom absolut Negativen bis zum hoffnungsvoll Positiven.

Es gibt also das gute „K“ (Kuss)

wie auch das böse „K“Krieg.

Auch K-opflose

K-reaturen, K-ommunikation, K-orruption

K-reation, K-ettenreaktion,

K-onflikt. 

Die dargestellten Deutungen beruhen auf der Reflektion der K-ünstlerin. Die Reflektion kann zur Gegenreflektion werden. Diese mag sich zwar vielleicht nicht jedem direkt erschließen. Aber derjenige wird reich belohnt, der sich die Mühe macht, sich mit dem Inhalt des Bildes detailliert auseinander zu setzen.

Fern ab ist Gila Abutalebi von jeglicher Bevormundung des Betrachters. Dieser wird im Gegenteil aufgefordert, eigene Überlegungen und Sinndeutungen anzustellen. Die Künstlerin sieht sich primär in der Rolle der Fragenden, die Fragen kommuniziert und die dem Betrachter Spielraum für eigene Antworten lässt. Jedenfalls wird die „Kunst Abutalebi“ damit der Aufgabe gerecht, die wir heute der künstlerischen Darstellung überwiegend geben - nämlich, sich gesellschaftskritisch zu Wort zu melden.

Nicht fototechnisch nicht verbal transportieren ihre Werke die volle Wirkung, sie sind durch das gezielt eingesetzte Lichtspiel ein absolutes Live Erlebnis. Wenn Leben künstlerische Entwicklung ist, dann haben wir von der jungen lebendigen, vor Originalität sprühenden Künstlerin noch manches zu erwarten.

Die Ausstellung des 16. Islamic Art Festival geht vom 06.01.2014 - 06.02.2014

(Herwig Nowak, 2013)

Solo Exhibition, Leipzig, Germany

salve art gallery

17/01/2014 – 03/03/2014 in Leipzig

Vernissage 17/01/2014 19h

Bartels Hof Hainstrasse 1-3 D-04109 Leipzig

Tel. +49 (0)341 1492369

Mobil + 49 (0)177 3506585

office@salve-art-gallery.de

www.salve-art-gallery.com


Gottfried Böhmer

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21.12.2013 Zeit des Überflusses und des Konsums

GFDK - Kunstverein Trier

Die Freunde der Künste wollen Euch nun den Künstler Stefan Philipps als Werk der Woche vorstellen. Die Weihnachtszeit naht und damit die Zeit des Überflusses und des Konsums. Unter dem Motto Schöne Bescherung zeigt Stefan Philipps im Kunstverein Trier Junge Kunst seine neuesten künstlerischen Ueberraschungen.

Wie schon zuvor thematisiert Philipps den Umgang des Menschen mit Umwelt und Natur, indem er Alltägliches zu kuriosen Objekten umformend den Vanitasgedanken thematisiert. Die Präsentation der Objekte erinnert dabei einmal mehr an barocke Wunderkammern, Kuriositätenkabinette oder auch an phantastische Traumbilder.

Stefan Philipps will den Betrachter zum Nachdenken bringen

Inhaltlich geht es dabei nicht nur darum, dem Betrachter ein Schmunzeln zu entlocken, sondern auch um assoziatives Betrachten und die Visualisierung der Ernsthaftigkeit des menschlichen Handelns in der Welt. Humor ist jedoch eine wichtige Zutat der ausgestellten Arbeiten und diese sollen so auch die oftmals sehr verbissene Ernsthaftigkeit des Kunstbetriebes in Zweifel ziehen.

Darf Kunst lustig sein?
Die Frage ob Kunst lustig sein darf, wird in der Hinsicht beantwortet, dass allen Objekten und Malereien eine tiefgreifendere, zum Nachdenken anregende Ebene zugrunde liegt. Jeder Betrachter kann diese in dem Bewusstsein, dass Humor nie gleichbedeutend mit Banalität ist, für sich entdecken.
Die Objekte und Installationen in der Galerie Junge Kunst werden zu Metaphern menschlichen Handelns und illustrieren auf humorvolle Weise Themen unserer Zeit.

Über seinen Werkzyklus "Knochenobjekte" sagt Stefan Philipps:

Humor spielt eine wichtige Rolle bei der Betrachtung der Knochen-Arbeiten, doch im selben Moment bleibt das Lachen im Halse stecken und eine weitere finstere und düstere Ebene offenbart sich. Kronleuchter, Teppiche und blumige Stoffmuster präsentiert Stefan Philipps in der Tradition barocker Wunderkammern. Schöpfung und Vergänglichkeit werden mit Hilfe witzig verfremdeter Objekte aus Hühnerknochenabgüssen thematisiert.

Brathähnchen und andere verlorene Paradiese

Alltagsobjekte wie Lampen, Teppiche, Tapeten oder eigenartige Gewächse in gemeinen  Blumentöpfe spickt der Künstler Stefan Philipps mit Hühnerknochen und läßt sie zu Versatzstücken einer absurden Inszenierung werden. Sie zeigen den Hang zum Künstlichen, die Suche nach dem ewig Neuen. Unter dem Deckmantel einer humoristischen Oberfläche beschäftigen sich Philipps Arbeiten mit der Genesis im Sinne einer Neukreation. Ihr Fetischcharakter ermöglicht eine Vielzahl von Interpretationen und Sichtweisen. Als Memento mori im barocken Sinn zitieren sie auch den Gedanken: Jegliche Kreatur gedenke ihrer Vergänglichkeit oder sie erzählen uns einfach phantastische Geschichten vom Brathähnchen und anderen verlorenen Paradiesen.

 

Vita Stefan Philipps

1958 geboren in Saarburg Bez. Trier, lebt und arbeitet in Trier und York

1978-94 Studium der Geographie und Politikwissenschaft in Trier und Montreal/Kanada

Lehrerausbildung, Zivildienst

Studium der Bildenden Kunst in Mainz, Staatsexamen

Studium der Freien Bildenden Kunst in Mainz bei Prof. Elfi Knoche-Wendel

seit 1993 Kunsterzieher in Wiesbaden, dann Trier

seit 1995 freie Arbeit in Trier

seit 2006 freie Arbeit in York

seit 2009 Vorsitzender Kunstverein Trier Junge Kunst in Trier

(http://www.junge-kunst-trier.de/)

 

Einzelausstellungen

2013 Trier, Kunstverein Trier, Schöne Bescherung!

Morbach, Kunst im Gewächshaus 2013

2011-14Y ork, Open Studios

2011 Echternach (Luxembourg), Studio Zenz, Rost-Rot II

2008 Rockenhausen, Mueum Pachen „Hühnerei“

2006 Schweich, Synagoge, „Rost-Rot, Neue Arbeiten“

Köln, Kunstraum 320, „Pret à manger…“

2005 Winningen, Galerie im Kelterhaus, „Pret à manger…“

Schönecken, Altes Amt, „Pret à manger…fast food in slow motion“

Trier, Rathaus, Trier Zimmer, „Rost Rot“

2003 Grevenmacher/Luxembourg, Kulturhuef, „Trautes Heim…“

2001Trier, Kunstverein Trier Junge Kunst „Neues aus dem Wienerwald“

Altenkirchen, Galerie Scafare, „Prozesskunst“

Winningen, Galerie im Kelterhaus, „Textile Objekte“

 

Auszeichnungen

1990 1.Preis: Speyer Sozialgericht: Der Mensch und das Recht

1991 1.Preis: Jockrim, Z

 

Gruppenausstellungen

2012 York, Barlane Studios, Art Trier - Kunst York

Trier, Tuchfabrik, Reliquie - Teisch in Kirche, Kunst und Konsum

York, Greys Court, YOS Taster exhibition

York, Open Studios York 2012

2011 Luxembourg, Galerie beim Engel, L’art en marche

York, Open Studios York 2011

2009 Gloucester, UK, Art festival

Trier, Tufa, „Ad hoc“

2006 Köln Kunstraum 320, Mir sin die wo gewinne welle

Trier, Gesellschaft für Bildende Kunst, Jahresausstellung

2005 Bopard, Villa Belgrano, Kunstverein Mittelrhein, Künstler des

Kunstvereins Trier, Junge Kunst Trier,

Gesellschaft für Bildende Kunst, Jahresausstellung

2004 Trier, Gesellschaft für Bildende Kunst, Jahresausstellung

2003 Trier, Kunstverein Trier Junge Kunst, Künstler der Galerie

Trier, Gesellschaft für Bildende Kunst, Jahresausstellung

Brüssel, Luxembourg, Pirmasens, Trier, „ Mein Aldi mon Cora de Lux (K)

2002 Trier Kunstverein Junge Kunst, Jahresausstellung

Trier, Gesellschaft für Bildende Kunst,: Sieh um Dich

Trier, Kunstverein Trier Junge Kunst: Wahlverwandtschaften

2001 Trier, Gesellschaft für Bildende Kunst, Baukasten Trier (K)

Trier, Katholische Akademie: Sein oder Nicht Sein

Trier, Rockenhausen, Kunstverein Trier Junge Kunst: 40 x40

1999 Trier, Tuchfabrik,: L´art en marche

Trier, Kunstverein Trier Junge Kunst: 40x40

1998 Trier, Museum Simeonstift, Ramboux-Preis der Stadt Trier

Sprinkange (Lux): L´art en marche

Trier, Kunstverein Trier, Junge Kunst: Jahresausstellung

Trier, Gesellschaft für Bildende Kunst: Jahresausstellung

Thionville,(F), Centre Culturel Jaques Brel: L´art en marche

1996 Bad Mondorf, (Lux) Casino

1995 Winningen, Galerie im Kelterhaus, 50 x 50

1994 Mainz, Frankfurter Hof: Bitte anfassen – Kunst zum Begreifen

Frankfurt , Museum für Kunsthandwerk, 6. Triennale 1994 (K)

Leipzig, Grassi Museum, 6. Triennale 1994 (K)

1992 Luxembourg, LAC, Salon de Printemps 1992 (K)

Mainz, Landesmuseum Mainz :: Landeskunstausstellung (K)

1991 Kunstverein Neustadt: Textil

München, Galerie Handwerk: Sommerfahnen

Brandenburg, Petrikapelle: Plastik zum Begreifen

Jockrim, Zehnthaus: Junge Künstler Rheinland-Pfalz

1990 Speyer, Sozialgericht, Der Mensch und das Recht

Sindelfingen Textilpreis der Stadt Sindelfingen (K)

Saarbrücken, Metz, Mein Aldi mon Cora de Lux

Trier, Gesellschaft für Bildende Kunst, „Oh Mosella“

Luxembourg, LAC, Salon de Printemps (K)

Mainz,, Kunstverein Trier Junge Kunst im Landtag, „40x40x40“Kunstverein Trier Junge Kunst, Wahlverwandtschaften

(K) = Katalog / Catalogue


Kontakt Stefan Philipps:
Merianstr. 15
54292 TRIER/D

21 Murray Street
YO24 4JE YORK/UK

stefanphilipps@gmx.de

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10.12.2013 zwischen glamour und dekadenz

GFDK - Eva-Maria Wiest

Inspirierte Tamara de Lempicka nicht nur die Parfumwelt zur Entwicklung eines Parfums (Lolita de Lempicka = eine Ode an die Weiblicheit) – sondern auch das Mobellabel Louis Vuitton setzte Madonna wie eine Hollywood-Diva im Stil der Malerin Tamara de Lempicka 2009 in Szene.

Die Stilikone Victoria Beckham blickt selbstbewusst auf Heiner Meyers Werk. Hier trifft europäische Pop Art der 50er Jahre auf gestischen Expressionismus. Heiner Meyers Malerei wirkt doppelbödig. Meyer zeigt die glamouröse Welt und lässt zugleich die Brüchigkeit hinter der Fassade durchschimmern. Das ausgestellte Werk zeigt Fashionista und Ex Spice Girl Victoria Beckham stickend auf einem Ball des Künstler Takashi Murakami sitzend. Takashi Murakami lieferte 2003 das Design für Louis Vuitton.

Heiner Meyer läßt Dekadenz auf Galmour treffen

Heiner Meyer arbeitet in der Tradition der amerikanischen "Pop-Art", welche u.a. vom Bildgut der Alltagskultur, der Welt des Konsums, den Massenmedien und der Werbung Gebrauch macht.

Heiner Meyer entwickelt für das 21. Jahrhundert von Deutschland aus kongenial eine eigene Bildsprache. Es gelingt ihm, in seinem Werk das Defilee der Werbe-, Konsum-, Alltags- und Kinowelt, sowie die Strukturen von Gier, Macht, Glamour und Genuss in einer ausgewogenen Mischung aus Ironie und Verherrlichung festzuhalten.

Heiner Meyer ist international bekannt, seine Arbeit wird weltweit mit Ausstellungen gewürdigt.

Heiner Meyer:

1953 in Bielefeld geboren
1973 Assistent bei Salvador Dalì, Port Liggat, Spanien
1977 Studium der Freien Kunst an der Hochschule der Bildenden Künste Braunschweig, bei den Professoren Hermann Albert, Lienhard von Monkiewitsch, Karl Schulz und Malthe Sartorius.
1981 Meisterschüler bei Prof. Malthe Sartorius
1982 Lehrauftrag an der HBK Braunschweig, Heirat mit Brigitte Worbs, Einrichtung des ersten Ateliers in Bielefeld
1986-1990 Lehrauftrag an der Fachhochschule Bielefeld am Fachbereich Visuelle Kommunikation
1996 Reisestipendium für Japan durch das Goethe-Institut Kansai
2010 Heiner Meyer lebt und arbeitet in Bielefeld

       
Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland.

Eva-Maria Wiest M.A.
Öffentlichkeitsarbeit

GALERIE NOAH GmbH
Beim Glaspalast 1
86153 Augsburg

eva.wiest@galerienoah.com

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25.11.2013 digital manipulierte Fotografien

GFDK - Eva Maria Wiest

Die Basis der Bilder von Robert Reiter sind digital manipulierte Fotografien, die aus dem  umfangreichen Bildarchiv des Künstlers stammen. Auf die Phase der Bildkomposition folgt mit Hilfe von digitalen Zeichenwerkzeugen eine Übermalung dieser Fotocollage mit Vektor-Formen, bis das Ursprungs-Motiv vollständig mit monochromen Farbflächen überlagert ist. Dabei spielt der Künstler bewusst mit der Ästhetik von modernen Grafik-Filtern und ist doch von seiner Arbeitsweise eher mit einem Marketerie-Schneider des 17. Jahrhunderts verwandt. Jede Einzelfläche des Bildes erhält, von Hand an virtuellen Gummibändern und Ankerpunkten gezogen, ihre definierte Form und Farbe. Die Farbwerte der jeweiligen Flächen repräsentieren dabei den Mischwert der ursprünglichen Farbigkeit.

Fotografie und Malerei gehen ineinander über

Kategorien von Fotografie und Malerei gehen ineinander über. Somit entsteht, einem Echo des ursprünglichen Bildes gleich, eine neue Wirklichkeit, eine Essenz aus Farbe und Form. Es bilden sich neue Flächen und Bildbereiche, die eine ganz eigene, charakteristische Bildsprache besitzen. Lichtreflexe werden in flusskieselartige Strukturen transformiert, in manchen Schattenbereichen glaubt man fremdartige Wesen zu erkennen. Durch die gezielt gesteuerte Reduktion von Form und Farbe wird statt eines bloßen Abbildes ein Medium geschaffen, das in der Lage ist, dem Rezipienten eine neue, universelle Vorstellung der Wirklichkeit zu vermitteln.

Robert Reiter: “Es geht im Kern um das Platon’sche Höhlengleichnis - ich drehe nur den Spieß um, denn es funktioniert auch anders herum. Die Herausforderung ist, durch das Eindampfen von Farbe und Form die Zensur unserer Wahrnehmung auszutricksen und einen Zugang zum eigentlichen Wesen der Dinge zu eröffnen. Das anfängliche Bild in meinen Werken ist längst verschwunden - alles was der Betrachter noch vorfindet,ist ein Widerhall der ursprünglichen Darstellung. Deren Wirkung hat sich jedoch, einem Homöopathikum gleich, im Verlauf dieses Prozesses potenziert. Im Ergebnis  entsteht die Möglichkeit, sich im Platon’schen Sinne von den Schatten abzuwenden und aus der Höhle ins Licht zu treten.

Robert Reiter:

1961 in Augsburg geboren

1980 Mitbegründer einer Künstlergruppe, die mit neuartigen bildnerischen Techniken experimentiert

2005 erste Werke der "Digital Art" - Reihe

2006 Teilnahme an der Großen Schwäbischen Kunstausstellung

2009 Ausstellung in der Galerie Noah: 24.07. – 30.08.2009 Neue Bilder: Robert Reiter und Roger Fritz

Lebt und arbeitet in Augsburg. Robert Reiter beschäftigt sich seit einigen Jahren als Fotograf und Illustrator mit digitaler Malerei. In seinen Arbeiten zeigt er die Umsetzung und Bearbeitung von eigenen Fotografien am Computer. Durch diese Verfremdung entstehen spannende, beziehungsreiche neue Werke, die durch ihre eigenständige Aussage überraschen.Robert Reiter zum Entstehungsprozess seiner Bilder:„In der Phase der Reduktion von Bild und Farbdetails innerhalb eines Bildes erreiche ich (idealerweise) einen sehr eng definierten Punkt, an dem das Zusammenspiel der Farbflächen plötzlich von einem "Geräusch" zu einem reinen "Klang" führt, der, bei geringsten Änderungen der Flächenzusammenstellung, wieder in ein "Rauschen" zurückfällt. Mein Ziel und meine Faszination ist es also, mich in den von mir ausgewählten und bearbeiteten Fotografien auf die Suche nach dem verborgenen reinen Klang zu begeben.“Der Ausstellungstitel Scrabble, nimmt Bezug auf das vom Architekten Alfred Mosher Butts 1931 entwickelten Spiel Scrabble. Butts Ziel war es, ein Spiel zu schaffen, das je zur Hälfte durch Glück und Können der Spieler beeinflusst wird.


Kontakt:
Galerie Noah
Tel.: 0821 8151163
E-Mail: office@galerienoah.com

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14.10.2013 Momentaufnahmen

GFDK - Ana Pusica

Ana Pusica beschäftigt sich mit Identität und Intimität, verweigert sich gleichzeitig aber einem Überangebot an Information. Schon immer war sie an denselben Dingen interessiert: Räume, Figuren, Körperformen und Kontraste. Dabei fokussiert sie sich auf die Komposition, die Farben und das Bildformat.

Konzentration aufs Wesentliche

Bei der Komposition bleiben alle Figuren stets anonym. Die Bildsprache ist auf das Wesentliche reduziert, auf Details, die einem jedoch im Gedächtnis bleiben. Es fasziniert Ana Pusica, zu erfahren und herauszuarbeiten,  was mit einer Figur vor einem farbigen Hintergrund alles gemacht werden kann. Klare Farben, starke Bewegungen und einfache Strukturen sind die Mittel der Künstlerin, um einem prägenden Eindruck zu schaffen.

So untersucht sie in Momentaufnahmen die Wirkung unterschiedlicher Bewegungen des menschlichen Körpers. Deswegen haben Modelle, mit denen sie arbeitet, einen großen Einfluss auf ihre Ideen. Mit den sie umgebenden  Räumen und Flächen intensiviere sie den Effekt der Dynamik, Stärke und Spontaneität der Komposition.

Leuchtkraft der Farben

Die Zusammenstellung der Farben basiert auf Varianten und Abstufungen, deren Kombination darauf abzielt, räumliche Tiefe zu erzeugen und die von den Bildrändern her eingeblendeten Figuren oder Figurendetails in eine räumliche Struktur einzubinden. Die  Leuchtkraft  der Farben und intensiven Kontraste entstehen durch die Technik, mehrere Lagen von Farben übereinander aufzutragen.

Die erste Grundfarbe ist meistens schwarz. In früheren Bildern hat  Ana Pusica ausschließlich drei Farben verwendet, wobei sich die Farbtöne des Hintergrunds immer von denen der Figuren unterscheiden.  In letzter Zeit arbeite sie mit mehr Farben, insbesondere bei der Gestaltung der Figuren. Dadurch wird das Bild im Ausdruck  vielseitiger, komplexer und vitaler.

Ana Pusica arbeitet mit Vorzug auf großformatigen Leinwänden 

Dies beruht insbesondere auf der angewendeten Technik des Farbauftrages. Durch  die mehrfache Aufbringung von Farben übereinander und Verwendung von viel Farbmaterial  erzeugt sie eine sichtbar gewordene Struktur von Farbschichtungen auf der Leinwand, die jedoch bei jeder Arbeit anders ausfallen und  dementsprechend  eine unterschiedliche Wirkung erzeugen. Sie reicht von undurchsichtiger Dichte bis hin zur Klarsicht durch zart milchige Schichten.  Diese verleihen den Figuren eine plastische Anmutung und werden zugleich klar vom Hintergrund abgegrenzt.

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01.10.2013 Zeichen für das menschliche Maß

GFDK - Dr. Gudrun Pamme-Vogelsang

„Das Wesen des Unbekannten“ lautete der Titel der ersten Einzelausstellung von Stefan Rosendahl in der Galerie Pamme-Vogelsang. Gezeigt werden Skulpturen, Installationen und Zeichnungen des münsteraner Bildhauers.  

Grundsätzliche Fragen der Bildhauerei

Die Frage um das rechte Maß zieht sich wie ein roter Faden durch das künstlerische Werk von Stefan Rosendahl. Dabei nimmt der Künstler vor allem bei sich selbst Maß, nicht aus narzistischen Gründen, sondern eher unter einem praktischen Aspekt, denn nichts liegt näher als am eigenen Körper Maß zu nehmen um hiervon ausgehend grundsätzliche Fragen der Bildhauerei und des Menschenbildes zu verhandeln.

Biometrischen Daten auf Körperschablonen abstrahiert

Die Anthropometrie, die Idee um die exakte Bestimmung menschlicher Maßverhältnisse, ist gleichsam die Basis von der aus Stefan Rosendahl seine bildhauerischen Arbeiten entwickelt und diese, indirekt, mit den modernen Möglichkeiten, biometrische Daten zu gewinnen, konfrontiert. Rosendahl reduziert und abstrahiert seine biometrischen Daten auf Körperschablonen, die dem Bildhauer maximale künstlerische Freiheit geben um die so gewonnene Form in ihrer Statik und Dynamik weiter zu entwickeln.

Monumentalität der Skulpturen

Die Arbeiten von Rosendahl beeindrucken im wahrsten Sinne des Wortes in mehrfacher Hinsicht: die Vervielfachung der Körpermaße führen zu einer Monumentalität der Skulpturen; die Reduktion auf Schablonen und die expressive Farbigkeit bringt den Betrachter auf Distanz zum vermeintlich natürlichen Vorbild. Nicht zuletzt führt die Installierung der Skulpturen an ungewöhnlichen Orten und Umgebungen zu einer weiteren Abstrahierung und inhaltlichen Erweiterung des ursprünglichen Abbildes

Auseinandersetzung mit der eigenen Körperlichkeit

Dabei wird der aufmerksame Betrachter immer weiter vom Impuls seiner Gedanken, dem Kunstwerk, weggeführt hin zur Auseinandersetzung mit seiner eigenen Körperlichkeit und dem Menschsein im Allgemeinen und Besonderen. Umgekehrt werden die Ergebnisse seines Denkens wieder zum Kunstwerk und an den Ort zurückgeführt. So oszilliert der Dialog zwischen der konkreten Existenz der Skulptur am Ort und der “Nicht-Existenz“ der gedanklich konstruierten Körper.

Stefan Rosendahl (*1970) hat nach seiner Ausbildung zum Steinmetz in Bremen, Marseille und Münster studiert. In Münster war er Meisterschüler bei Katharina Fritsch. Seit 1994 werden seine Arbeiten in Einzel- und Gruppenausstellungen international gezeigt.

Ausstellung in Köln

Galeriekontakt:

Galerie Pamme-Vogelsang

Dr. Gudrun Pamme-Vogelsang

Hahnenstraße 33 

D-50667 Köln

info@pamme-vogelsang.de

www.pamme-vogelsang.de

 

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03.09.2013 Subtile Techniken der Malerei

GFDK - Harald Krämer

Es sind heikle Motive, die uns in der aktuellen Serie “Süße Lügen” erwarten. Nach “Sabotage” und “Keine Tränen für die Kreaturen der Nacht”, “Mind Candy” und den “Cadavre Exquis” nun also Halbnackte und Nackte in den Büschen. Eigentlich ein klassisches in der Geschichte der Kunst gut abgehangenes Sujet mit solch prominenten Altlasten wie Botticelli und Rubens und Manet und Cézanne und Picasso und so weiter.

Fairerweise wäre auch Paula Modersohn-Becker zu nennen, diejenige Künstlerin, die 1906 das erste Aktselbstbildnis gemalt hat. Damals ein Affront sondergleichen. Eigentlich glaubt man schon alles gesehen zu haben. Doch es wäre nicht Tanja Selzer, wenn es ihr nicht gelungen wäre, diesem an sich abgedroschenen Thema neues (vibrierendes) Leben einzuhauchen. Angesichts der neuen Werke scheint es so, als ob Tanja Selzer den Begriff “Akt” in seinem ursprünglichen Sinne versteht; sich aus den Begriffen des “actus”, also der Gestikulation und des “agere”, was soviel meint wie sich in Bewegung setzen, ableitend.

Ihre Motive sind Screenshots aus dem globalen Bilderalbum des Internet

Outdoor-Momente, die sich irgendwo abspielen können. Kaum kompromittierend, wenn man sie am Bildschirm sieht. Andererseits sind diese Gemälde nicht nur von beachtlicher Größe, sondern zeigen die Körper in einem Farbraum, der auf uns beängstigend, irrational und in seiner gemalten Ekstase lustvoll zugleich wirkt. Irgendwie absurd wie sich die hautfarbenen Formen in diese unsagbare Welt farbiger Abstraktionen verirrt haben.

Es ist genau dieser Widerspruch, der uns irritiert und der uns herausfordert. Aus der Nähe betrachtet wird diese Ekstase noch sichtbarer und spürbarer. So verschmelzen im floral-vegetabilen Liebesakt die Formen des Davor und Dahinter, die Schatten der Menschen und Büsche, die Farben der Gewänder und Pflanzen miteinander. Das Liebesspiel ist ein unmittelbares und ein Intimes; dem Moment und Ausschnitt ähnlich, den die Künstlerin aus der Fülle des ihr zur Verfügung stehenden Materials gewählt hat.

Werk der Woche

Tanja Selzers subtile Techniken der Malerei sind dem dargestellten Thema entsprechend angepaßt. Kraftvolle kontrastreiche Stöße wechseln mit sanften rhythmischen Lasuren ab. Dramaturgisch überaus gekonnt lenkt sie den Blick der Betrachtenden über eine Vielfalt von malerisch geschickt inszenierten Augenblicken hin zum vermeintlichen Höhepunkt. Dieser bleibt im Unscharfen. Wie so oft bleibt es uns überlassen das Dargestellte in unserer Phantasie auszumalen oder das Dargestellte als das zu geniessen, was es nun einmal zuallererst ist: bemalte Leinwand und dies in einer überaus lustvollen Art und Weise.

Subtile Techniken der Malerei

Mit ihrer neuen Serie greift Tanja Selzer auf die Frühgeschichte des Aktes zurück, denn damals war dieser nicht religiös-moralisch verklärt, sondern diente zuallererst dem Kult der Fruchtbarkeit. So lotet Tanja Selzer in den Gemälden ihrer aktuellen Serie “Süße Lügen” nicht nur auf überaus gekonnte Art und Weise die Gesetze der Malerei aus, sondern spielt ebenso mit der seltsamen Gesinnung einer Gesellschaft, die vor lauter Überdruß an virtueller Pornographie scheinbar zurück ins Gebüsch muß.

Text von Harald Krämer

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Über die Künstlerin:

1970

geboren in Idar-Oberstein

1993-1999

Studium in Hamburg an der Hochschule für angewandte Wissenschaften, Fachbereich Gestaltung, Hamburg

seit 2003 lebt und arbeitet in Berlin

Vita der Künstlerin

Einzelausstellungen

2013

Tanja Selzer neue Arbeiten, 31.August – 12.Oktober, janinebeangallery, Berlin

2012

“Sub Rosa”, janinebeangallery, Berlin

“Mind Candy”, Galerie Karin Sutter, Basel, Schweiz

2011

„Keine Tränen für die Kreaturen der Nacht“, janinebeangallery, Berlin

„Sabotage“, art.ist Galerie, Castrop-Rauxel

Galerie Mühlfeld+Stohrer, Frankfurt a. M.

2010

„Gib mir dein Rot“, janinebeangallery, Berlin

„Nothing Happened“, Galerie Mühlfeld+Stohrer, Frankfurt a. M.

2009

„Surface“, Verve Gallery, Berlin

2007

„New Works“, Galerie Andreas Engler, Berlin

2006

„Full Coverage“, Galerie Andreas Engler, Berlin

Gruppenausstellungen

2013

“Schöne Landschaft – Bedrohte Natur. Alte Meister im Dialog mit zeitgenössischer Kunst” Landschaftsbilder aus der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin in der Kunsthalle Osnabrück, 9. Juni bis 13. Oktober

„I Amsterdam you Berlin“, St. Johannes-Evangelist-Kirche, Auguststraße 90 in Berlin

“Tierstücke” der Sammlung SØR Rusche Oelde/Berlin

Niederländische Tiergemälde des 17. Jahrhunderts im Dialog mit zeitgenössischer Malerei, 10. 02.-28. 04.2013, Museum Abtei Liesborn

2012

„KREATUREN“, Malerei, Fotografie, Video und Skulptur, Tanja Selzer, Sabine Wenzel, Sevrina Giard, Kerstin Grimm, janinebeangallery, Berlin

„Eros und Thanatos“, 28. April – 26. Mai, Sammlung SØR Rusche Berlin/Oelde, Baumwollspinnerei, Leipzig,

2011

„SATT“, Kunstverein artmx.eV, während der Langen Nacht der Museen, Köln

532 Gallery Thomas Jaeckel, New York City

„röhrender Hirsch“, Galerie Karin Sutter, Basel

„HotSpot Berlin – Eine Momentaufnahme“, Georg Kolbe Museum, Berlin, in Verbindung mit einer Benefiz-Auktionfeaturing mit Simon de Pury

„WANTED“, janinebeangallery, Berlin

„Kreaturen“, Kunstverein Lemgo

„Kreaturen“, Galerie Bernau

2010

„NORDSCHAU 4 – Neue Blicke in die Kunstsammlung der HSH Nordbank“, Hamburg

Café Endlager, kuratiert von Ralf Schmerberg, Stuttgart

2009

„Idyllic Abysses“, Lucas Carrieri Gallery, Berlin

„8 Years Gallery“, Galerie Mühlfeld+Stohrer, Frankfurt a. M.

„NORDSCHAU 1 – Blick in die Kunstsammlung der HSH Nordbank“, Hamburg

2008

„artmx cologne vol.01“, Köln

3rd prize at the Members Art Award 2008, ART FAIR 21, Köln

2005

„Electric Ladyland“, Umformwerk Bewag, Berlin

Messen

2013

Art Karlsruhe, janinebeangallery (Einzelschau)

Messen

2013 Art Karlsruhe, janinebeangallery (Einzelschau)

2012

Art Karlsruhe, janinebeangallery (Einzelschau)

Art Wynwood Miami, 532 Gallery Thomas Jaeckel

2011

Aqua Art Fair Miami, 532 Gallery Thomas Jaeckel

Scope Basel, janinebeangallery

Scope New York, janinebeangallery

2010

Scope Basel, janinebeangallery

Kunst 10 Zürich, Galerie Mühlfeld+Stohrer

art fair 21, Köln, Galerie Mühlfeld+Stohrer

art Karlsruhe, Galerie Mühlfeld+Stohrer

2006

Art Zürich, Galerie Artdirekt

2005

Berliner Kunstsalon, Galerie Andreas Engler

Sammlungen

Sammlung Familie Schneider, Dreieich

Rusche SØR Collection, Berlin, Oelde

Museum am Dom, Würzburg

HSH Nordbank, Hamburg

Sammlung Schirm, Berlin

 

Kontakt: janinebeangallery info@janinebeangallery.com

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27.08.2013 werk der woche

Angelika Kallenbach


Die karge Gegenständlichkeit Kahlhofers – es tauchen umrisshaft gefasste Boote und Menschenformen auf – vollzieht sich in irrealen Räumen. „Sie überwältigen einen, schaffen zuerst Verunsicherung. Dann stellen sich andere Empfindungen ein als in klar definierten Räumen. (Klaus Honnef)

Suggestiv wirken diese Räume, die aus Nebel und gleißendem Licht, Luft oder Wasser geschöpft zu sein scheinen und doch laut Honnef „keine Referenz zu sichtbaren Welt“ aufweisen.

Aus den Tiefenschichten kontemplativen Schauens filtert Karin Kahlhofer Bild gewordene Einsichten über Sein und Welt. Form- und Farbformulierungen zeugen dabei von disziplinierter Handwerklichkeit und gleichzeitig offenbaren große Pinselschwünge spontane Malweise. (Hildegard Ginzler)

Meisterschülerin von Josef Beuys

Karin Kahlhofer studierte gleich bei drei bekannten Künstlern an der Kunstakademie Düsseldorf Malerei und Bildhauerei: Gerhard Hoehme, K.O. Götz und vor allem bei Josef Beuys, dessen Meisterschülerin sie wurde.


Karin Kahlhofer lebte nicht von ungefähr jahrelang während der Wintermonate auf Bali. Schon immer fühlte sie sich zum Buddhismus hingezogen, speziell zum Zenbuddhismus mit seiner abstrakten Kalligraphie. In Bali entdeckte sie aber auch Figuren, die ihr merkwürdig vertraut vorkamen. „Wer sind wir, woher kommen wir, wohin gehen wir“ sind die Fragen, denen die Künstlerin in ihrem Werk nachspürt. Es geht um das Eindringen in die Tiefe, sowohl in die eigene als auch in die der Menschheitsgeschichte. Wichtige Stationen in Kahlhofers Leben sind auch das bekannte Fuertoventura-Projekt sowie ein Stipendium für einen Aufenthalt in Japan.

Bildende Kunst

Aktuell ist Karin Kahlhofer bei Garwain Kunstprojekte Kallenbach in Koblenz zu sehen. Die Künstlerin zeigt Malerei auf Leinwand und Papier und Skulpturen aus den Jahren 2007 bis 2013. Die Ausstellung trägt den Titel „Unterwegs“ und wird am 1. September 2013, 12.00 Uhr eröffnet. Jürgen Raap, Kölner Kunstjournalist, wird die Einführung in die Ausstellung halten.

 

GARWAIN

 

Verlag & Kunstprojekte Kallenbach

 

 

 

Martin Gropius Bau

Im Teichert 110 a  |  56076 Koblenz

 

 

akallenbach@garwain.de

 

galerie@garwain.de

 

www.garwainkoblenz.de

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01.07.2013 vielschichtig

GFDK - Kerstin Karge

 Mit dem akribischen Strich eines wissenschaftlichen Zeichners und Vorliebe für kühle Neon- und Bildschirmfarben malt Valentin Magaro1 gegenständliche Bilder in Acryl, die in ihrer synthetischen Künstlichkeit an die Ästhetik der virtuellen Computerwelt erinnern.2

Seine Bilder bestehen aus vielen– teils selbst schon vielschichtigen –Bildfragmenten, die in einem langen Überlegungsprozeß zu homogenen Bildwelten zusammenwachsen.
Es gelingt ihm dabei, im tradierten Medium der Malerei , die Sehnsüchte und Ausflüchte seiner Generation in einer zeitgemäßen, unserer technisch-konstruierenden Sehweise entsprechenden Formensprache auszudrücken.

Dabei ist Raum wichtig für Magaro – das Atelier als Innenraum, als Außenraum die Stadt, der Denkraum im Kopf. Verschiedene Raumgebilde werden in seinen Malereien zu neuen Kompositionen zusammengefügt. Die Linien und Flächen seiner Zeichnungen und Gemälde sind so präzise und perfekt platziert wie die eines Renaissancekünstlers, der mit malerischen Mitteln ein illusionistisches Loch in eine Wand reißt... sie ...beschreiben unheimliche Volumina mechanischer Perspektiven, die zu Universen gehören3, die außerhalb unserer vertrauten Vorstellungen liegen und uns vor neue Herausforderungen der Wahrnehmung stellen. Der Schweizer Maler und Zeichner ist dabei kein Konzeptkünstler –seine Ideen entstehen immer direkt beim Arbeiten.

Im Herbst 2012 war er auf Einladung des Art Kapital Verlags für zwei Monate Gast in der artist-in-residency der Ateliergemeinschaft Milchhof mitten im Zentrum von Berlin.

Valentin Magaro kam bewußt ohne inhaltliche Ideen in die Metropole, um hier neue Inspirationen für seine Bilderwelt zu finden. Auf langen Spaziergängen versuchte er, die Atmosphäre der neuen Umgebung einzuatmen und den fremden pulsierenden Rhythmus der Stadt aufzunehmen.

Die Großstadt bietet die Möglichkeit und Versuchung, sich zu verlieren und die wenig bestimmte Aufgabe, sich dabei nicht verlorenzugehen. Valentin Magaro fand die Gegenwart der Künstler des Milchhofs als sein Mittel der Wahl. Wie kaum ein Gast zuvor regte er Begegnungen und Gespräche an, förderte in langen, intensiven Gesprächen Geschichten aus der älteren und jüngeren Vergangenheit der Stadt zutage und regte zu fruchtbaren Kontakten mit gegenseitigen Atelierbesuchen und gemeinsamen Küchenabenden an.

So gelang es ihm, dem Sturm der visuellen Eindrücke der Großstadt standzuhalten und aus ihm Energie zu gewinnen, die in seinem breit gefächerten Formenvokabular mit immer wieder neuen Bilderfindungen und Motiven Gestalt gewann. Während seines Aufenthalts entstanden 60 Zeichnungen in verschiedenen Techniken, meist im Format A3, die Fiktionalität und Perfektionismus im Detail verbinden und die nun – über den Zwischenschritt mehrerer zeichnerische Kompositionsentwürfe im Format A2 – in großformatige, komplexe Malerei umgesetzt werden.

Magaro hatte die Zeichnungen am Ende seines Auftenhalts im Gastatelier vorgestellt und damit die Künstler der Ateliergemeinschaft Milchhof beeindruckt. Deshalb ist er nun eingeladen worden, vom 21. Juni bis zum 9. Juli 2013 seine neu entstandenen Malereien im Pavillon am Milchhof 4 der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Die von Magaro (unabsichtlich) erprobte Form des art dinners soll dabei wieder eingesetzt werden, den begonnenen Dialog fortzusetzen und nach außen zu öffnen. Moderator wird Dr. phil. Kai Lorenz sein, der seit Jahren eng mit dem Milchhof und seinen Künstlern verbunden ist und die Arbeit von Valentin Magaro im letzten Herbst schätzen gelernt hat. 

Kerstin Karge (Kuratorin)

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1996 schloss VALENTIN MAGARO (1972) sein Studium als wissenschaftlicher Zeichner an der Schule für Gestaltung in Zürich ab. Seither baut er ein komplexes künstlerisches Werk auf, welches sich vorwiegend im Bereich Malerei, Zeichnung und Objekt bewegt. Seine Arbeiten waren an diversen Gruppenausstellungen wie z. B. dem Seedamm Kulturzentrum, Kunstmuseum Winterthur, Kunstmuseum St. Gallen, Kunstmuseum Kanton Thurgau, Haus für Kunst Uri, Georg-Kolbe Museum Berlin, Kunstmuseum Singen.


Wichtige Einzelausstellungen waren 2007 im Kunstraum Kreuzlingen und 2009 in der Kunsthalle Winterthur, zu der eineumfassende Monografie (Verlag Arnoldsche Art Publishers) erschien.
Valentin Magaro erhielt für seine Arbeit den Adolf-Dietrich Förderpreis (2007), einen Förderpreis der UBS Kulturstiftung (2009), den Förderpreis der Internationalen Bodensee Konferenz (2010) und einen Förderbeitrag des Kantons
Thurgau (2012).Jährlich erscheinen Künstlerbücher zu seiner Arbeit mit Texten von Dieter Schwarz, Paulina Szczesniak, Peter Killer, Dominique von Burg, Norberto Gramaccini usw. Valentin Magaro stellt seine Arbeiten regelmäßig in Galerien in der Schweiz, Deutschland und in Luxemburg aus.

Pressekontakt: kerstin.karge@web.de
mehr Informationen: pavillon@milchhof-berlin.de, www.milchhofpavillon.de

valentin@valentinmagaro.ch

 

1  Adolf-Dietrich-Preisträger, 2007; Förderpreisträger der Internationalen Bodensee Konferenz, 2010; Förderpreisträger des Kantons Thurgau, 2012; www.valentinmagaro.ch/

2  Lucia Angela Cavegn

3  Richard Grayson

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25.06.2013 Annährung an das Weibliche

GFDK - Anja Szech - 7 Bilder

Bilderwelten von Barbara Petzold sind von rätselhaften Frauen bewohnt. Man begegnet Ihnen auf der Strasse, am Strand, in Bars, im Wasser, im Wald, an gewöhnlichen und weniger gewöhnlichen Orten. Zauberhafte Wesen, die wie schwebend aus den durch feine Lichtregie gestalteten Farbräumen auftauchen.

Träumend, in sich versunken, mal poetisch, mal spielerisch, gehen sie ihren Beschäftigungen nach. Nur schwer zu erraten, wer sie sind und woher sie kommen, wirken sie sehr verführerisch in ihrer irdischen und doch so geheimnisvollen Art. So nah und gleichzeitig unnahbar, lassen sie viel Raum für Phantasie und Interpretation.

Die Malweise trägt zur Fragilität und Sinnlichkeit dieser Figuren bei. Im zeitaufwendigen Verfahren werden die Farben mit einer speziellen Pinselführung Schicht für Schicht aufgetragen. Ob tiefes Blau, Braun, Violett oder zarte und doch intensive Grüntöne der offenen Naturflächen entfalten die Farben eine starke Tiefenwirkung. Die Gemälde erscheinen wie ein Übergang zwischen dieser Welt und einer Welt der Träume. Die Farben sind intensiv und transparent zugleich. Wie im Zwielicht changieren sie zwischen Licht und Schatten.

Wie verträumt und märchenhaft sie auf den ersten Blick auch wirken mögen, man kann diese Bilder auch in Bezug auf die Identität einer Frau und ihrer Wahrnehmung in der Gesellschaft befragen. Welche Rollenbilder verstecken sich hinter diesen Darstellungen? Sind diese Frauen bewusst Verführerinnen oder sind sie auch ungewollte Projektionsflächen für Träume und Wünsche?

Das Motiv der Braut, das hier eines der zentralen Themen ist und das üblicherweise mit romantischem Klischee von Liebe verbunden ist, wandelt sich schnell zum Unheimlichen.

Die Frauen befinden sich oft im Wald, einem O

rt, an dem viele Märchen geschehen, doch sie sind immer allein. Zwar sind sie von märchenhaften Motiven, solchen wie Frösche oder Zauberpflanzen umgeben, doch entfalten sich diese sehr schnell von ihrer den Unheil bringenden Seite. Der Frosch hat sich nicht in den Prinzen verwandelt und beim aufmerksamen Betrachten sieht man ein kleines Rinnsal am Handgelenk der Braut hinablaufen. Ist sie am Verbluten?

Die magische Wirkung der Tollkirsche (so ein Bildtitel) wurde schon seit dem Mittelalter mit Frauen und ihrer Fähigkeit zum Verzaubern oder sogar zum Verhexen in Verbindung gebracht und somit als Symbol der weiblichen Macht gedeutet.

Schwarze Tollkirsche, auch als Belladonna bekannt, ist ein Nachtschattengewächs. Sie galt nicht nur als Heilpflanze, sondern auch als ein Mittel der Verführung. Einige Tropfen in die Augen gegeben führen zur Pupillenerweiterung, was als erotisches Signal bewusst oder unbewusst wahrgenommen wird. Diese magische Pflanze kann aber auch eine tödliche Wirkung haben. Das Einnehmen von Beeren führt zu Atemstillstand und Tod.

Die von der Malerin inszenierten malerischen und emotionalen Situationen sind sanft und beklemmend zugleich. Ihre Bilder sind wie die Annäherung an das Weibliche. Die von ihr geschaffenen Frauen sind verträumt, doch nie abwesend. Schwer fassbar, aber nie geisterhaft. Sie sind verführerisch und verletzbar zugleich. Ihre Körper sind wie Träume, wie Erinnerungen, wie Phantasien. Und genau wie diese könnten sie jederzeit entschwinden.

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Text von Anja Szech/ Assistant Curator, Fondation Beyeler, Basel

info@barbara-petzold.de

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