19.03.2010 Erfahrungen der letzten Jahre zu einem großen ganzen verschmolzen

Brad Mehldau: Behind the Scenes of "Highway Rider"

von: Warner Music

Vor allem in den letzten Jahren hat BRAD MEHLDAU, seines Zeichens einer der bedeutendsten Jazz-Pianisten seines Genres, ungewöhnliche Wege eingeschlagen. Immer auf der Suche nach Neuem, legt der an Jazzgrößen und klassischen Komponisten geschulte MEHLDAU nun eine Doppel-CD mit dem Titel Highway Rider vor, welche die Erfahrungen der letzten Jahre in insgesamt 15 Stücken zu einem großen Ganzen verschmilzt.
 
Produziert von Jon Brion, der sich als Arrangeur und außergewöhnlicher Film-Musikkomponist profilierte, spielte MEHLDAU Highway Rider zusammen mit den Mitgliedern seines Trios, Jeff Ballard (dr) und Larry Grenadier (b) ein, und engagierte zusätzlich Drummer Matt Chamberlain, Saxophonist Joshua Redman und ein Kammerorchester, das unter der Leitung von Dan Coleman agierte. MEHLDAU selbst orchestrierte alle 15 Stücke und übernahm auch selbst das Arrangement.
 
Obwohl MEHLDAU seit etlichen Jahren vor allem als innovativer Jazzkomponist und Improvisator bekannt ist, schrieb er in den vergangenen Jahren auch einige größere Werke, etwa das Orchesterstück The Brady Bunch Variations für das Orchestre d’Île-de-France sowie zwei Carnegie Hall-Stücke: Love Songs für die schwedische Mezzo-Sopranistin Anne Sofie von Otter und Love Sublime für die Sopranistin Renée Fleming.
„Es ist eine aufregende Sache, etwas aufzuschreiben, das zunächst nur im eigenen Kopf existiert, und es dann zum ersten Mal von diesen außergewöhnlichen Musikern gespielt zu hören“, erklärt MEHLDAU. „Es ist eine wirklich emotionale Erfahrung, die mich noch immer bewegt.“
 
„Für mich war die größte Herausforderung dabei die Orchestrierung, die Frage, welche Noten welchem Instrument zugeordnet werden. Ich habe in der vergangenen Zeit eine ganze Reihe von Partituren studiert - Strauß, Brahms, Tschaikowski - besonders viele der großen romantischen Sachen. Aber während ich selbst schrieb, hörte ich auch moderne Arrangeure, und es gibt zwei von ihnen, die eine besondere Wirkung auf mich hatten: Francois Tauber mit seinem Werk über Jacques Brel und Bob Alvicar mit seiner Arbeit für Tom Waits.“
 
Jon Brion produzierte bereits MEHLDAUs 2002 entstandenes Largo, und seither hatte MEHLDAU gehofft, wieder mit Brion arbeiten zu können. „Seit ich mit Jon an Largo gearbeitet hatte, wusste ich, dass er derjenige wäre, der einen Weg finden würde, alle Teile dieses Projekts zusammenzufügen. Vom Klangaspekt her war es an einigen Punkten wirklich ein Monster - zwei Schlagzeuger, die zugleich spielen, Bass, Saxophon und Piano, und dann noch das Orchester dazu. Ich wollte soweit wie möglich alles live aufnehmen und war mir nicht sicher, ob es auch funktionieren würde. Für Jon war es beim ersten Gespräch eine abgemachte Sache: Es musste live sein und Orchester und Jazzgruppe sollten zusammen spielen. Jon besaß während der Aufnahmen genug Vorausschau und verfügt auch beim Mixen über großes handwerkliches Können, sodass alles zusammenkam und schließlich so klang, wie man es jetzt hört. Und wir waren in der Lage, das zu vermeiden, was Dirigent Dan Coleman scherzhaft ‘Disco-Streicher’ nannte, also das Orchester einfach nur dem Spiel der Jazzgruppe aufzustülpen.”
 
Largo stellte für den Pianisten seinerzeit einen Schritt in eine ganz neue Richtung dar, indem er zum ersten Mal Bläser, Streicher und elektronische Instrumente integrierte, zu denen sich überdies Brions einzigartige Produktionsweise gesellte. Zu Highway Rider stellt Brion fest: „Dieses Mal handelte es sich um eine vollkommen andere Geschichte. Diese klassischen Sachen, die wir gemacht hatten und all die verschiedenen Teile, die BRAD schreiben musste. Es war die Feststellung: ‚Ok, ich weiß, was ich aus dem letzten Projekt gelernt habe. Dieses Mal habe ich einen spezifischen Ansatz.’“

erscheint am 19.3.2010 bei Warner Music 
 
www.my-artist.net www.warnermusic.de
 
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