Unsere Videogalerie über Musikstars und Newcomer

25.10.2009

Ozella Music

GFDK-Tipp: Das Helge Lien Trio - Eine kleine Nation mit einer großen Jazztradition ist das Land der Fjorde und Trolle. Immer neue, faszinierende Künstler und Acts, die sich mit großer Lust am Spielen und unbändiger Freude am Experimentieren auszeichnen, drängen von Norwegen aus, den Rest der Jazzwelt zu erobern. Dem Helge Lien Trio, das sich in Skandinavien und Japan mit bislang fünf Alben und begeisternden Live-Auftritten bereits einen großen Fankreis erspielt hat, kommt da eine besondere Bedeutung zu. Vermag es doch, wie kaum ein anderes klassisches Piano-Trio, die Balance zwischen den Jazztraditionen und avantgardistisch anmutender Improvisationskunst exzellent zu wahren.

Nachdem das Helge Lien Trio im April 2008 seine erste Deutschlandtournee absolvierte, die die Musiker u. a. auch in den legendären Berliner Jazzclub A-Trane geführt hatte, steht mit 'Hello Troll' nun die erste Album-Veröffentlichung für Ozella Music an. Aufgenommen am 24. und 25. Februar 2008 in den berühmten Rainbow Studios in Oslo und produziert von Pianist Helge Lien und Ozella-Music-Mastermind Dagobert Böhm überrascht das Werk mit einer Fülle von malerisch-impressionistischen Klangfarben, denen man sich dank ihrer Klarheit, die so rein ist wie die Luft im Land der Fjorde, nicht entziehen kann. Im Dezember 2008 wird Hello Troll zum besten Jazzalbum in Norwegen gewählt. Januar 2009 wird das Album mit dem Norwegischen Grammy in der Kategorie Jazz geehrt.

Helge Lien, der neben seinem eigenen Trioprojekt auch mit anderen norwegischen Acts, wie zuletzt mit Silje Nergaard, unterwegs ist, hat mit seinen Bandkollegen Frode Berg (Bass) und Knut Aalefjær (Drums & Percussion) eine ganz eigene, unverwechselbare Art des Triospiels entwickelt. Mit traumwandlerisch sicherem Zusammenspiel entwickeln die Musiker einen kammermusikalisch anmutenden Jazz, der sich durch harmonisch komplexe Klangfarben auszeichnet. Anknüpfend an Bill Evans’ lyrischer Kraft und dem beschwingt melancholischen Spiel eines Esbjörn Svensson, erzeugt Lien auf 'Hello Troll' Stimmungsbilder, die er im ständigen Dialog mit Berg & Aalefjær mit leichter Hand vorträgt.

Getragen von großer Disziplin und absoluter Relevanz sind die Eröffnungstakte des Openers "Gamut Warning", das durch Liens dynamische Phrasierungskunst und das traumwandlerische Zusammenspiel des Trios aufhorchen lässt. Und auch die weiteren Stücke, wie das dramatische "Axis Of Free Will", das hochromantische „Radio“, die fragilen Songs "Diverted Dance" und "It Is What It Is, But It Is" oder das vertrackte, aufwühlende Stück "Halla Troll" demonstrieren eindrucksvoll, dass sich hier eine Formation präsentiert, die die Kunst des Trios ("The Art Of The Trio") perfekt beherrscht.

Zweifellos zählt der Pianist Helge Lien, der es gekonnt versteht, sich mit seiner modalen Klavierkunst exzellent in Szene zu setzen, zu den spannendsten jungen Talenten Skandinaviens. Nachdem das ehrwürdige Dagbladet aus Norwegen schon das Vorgänger-Werk 'To The Little Radio' als „Das beste norwegische Piano Trio Album seit langem" bezeichnete, kann man sich auch auf ähnliche Reaktionen zu ihrem neuen Longplayer gefasst machen. Der Erfindungsreichtum des Trios, sich mit klassisch-impressionistischen Mustern und rhythmisch-melodischem Jazz in den Herzen eines beständig wachsenden Zuhörerkreises zu spielen, scheint wahrhaft grenzenlos zu sein.

Wie man "The Art Of The Trio" perfekt beherrscht, das kannte man bislang nur von Brad Mehldau, Bill Evans und e.s.t.. Mit dem norwegischen Helge Lien Trio macht sich nun eine neue Formation auf den Weg, dem Piano-Trio neue, spannende Klangbilder hinzuzufügen. Das perfekt aufeinander eingespielte Trio hat mit 'Hello Troll' ein Album vorgelegt, das lyrisch-impressionistische Stimmungsbilder zeichnet, deren Anziehungskraft man sich nur schwer entziehen kann,

" Das beste Jazzalbum des Jahres 2008." Dagbladet, Norwegen

Auszeichnungen:

DnBNor Musicians Award 2008, Kongsberg Jazzfestival, Norway
Hansa Award, Natjazz Festival 2007

Norwegischer Grammy, Spellemannprisen.

Erschienen bei Ozella (2008) www.ozellamusic.com, auch erhältlich bei www.amazon.de/Hello-Troll-Helge-Trio-Lien

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18.10.2009

Universal Music

Wer sich mit den Noisettes einlässt, kann sich am besten gleich auf alles gefasst machen. Hier werden sämtliche Register gezogen. Zwei Jahre nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums, einer Scheibe, die den Geist des Punk mit versengten Bluesrock-Elementen vermählte, meldet sich das Trio aus London nun mit „Wild Young Hearts“ zurück, einem Albumtitel der Bände spricht und für eine ganze Palette von Popsongs steht, die sie im Soul ertränkt, auf die Disco-Tanzfläche geschickt oder in die Blues- und Jazz-Ära katapultiert haben.

Dank Songs wie „Saturday Night“, einer druckvollen Electro-Rock-Nummer, der ersten Single „Don’t Upset The Rhythm“, die mit galoppierenden Funk-Einlagen durchbrennt, dem ausgelassenen Titelstück (im Jazzgewand), dem dreist an den Soul der Sechziger anknüpfenden „Never Forget You“ oder dem schwül-schillernden Popsound von „24 Hours“, steht jetzt schon fest, dass die Noisettes mit „Wild Young Hearts“ ein Album aufgenommen haben, das in Sachen Kühnheit dieses Jahr kaum zu übertreffen sein wird.

Schon immer allergisch gegen feste Strukturen und Strickmuster, war dem Trio von Anfang an klar, dass sie mit dem Nachfolger von „What’s The Time Mr. Wolf?“ in eine ganz andere klangliche Kerbe schlagen würden. Und das, obwohl ihr Debütalbum fünf Singles hervorbrachte und dafür sorgte, dass sie über ein Jahr lang pausenlos auf Tour waren: Sie teilten sich unter anderem mit Muse Stadionbühnen und tourten mit angesagten Bands wie TV On The Radio und Bloc Party mehrfach durch die Staaten.

„Es gibt halt Bands, die immer denselben Style präsentieren“, sagt Sängerin Shingai Shoniwa, deren wandlungsfähige Stimme ihr bereits Vergleiche mit so unterschiedlichen Frauen wie Deborah Harry, Kate Bush, Billie Holiday und Diana Ross beschert hat. „Diese Bands finden zusammen, weil die Leute einen ähnlichen Musikgeschmack haben; und dann machen sie bis in alle Ewigkeit den gleichen Sound. Wir sind zwar auch eine Gang, aber wir sind zugleich drei Diven mit ganz unterschiedlichen Plattensammlungen. Andauernd schleppt einer von uns neue Musik an und zeigt sie den anderen; mal ist es afrikanische Musik, mal Jazz, mal Van Morrison oder Black Sabbath. Musik zu machen bedeutet für uns, mit offenen Ohren durch die Welt zu gehen.“

Wie nicht anders zu erwarten, haben Noisettes einen eher untypischen Weg gewählt, als es darum ging, neue Songs für ihr zweites Album zu schreiben: Gerade erst von ihrer Sommertour 2007 zurück, machten Gitarrist Dan Smith (ein Typ, der dafür bekannt ist, mit Pailletten besetzte, gelbe Hemden mit silbernen Hosen zu kombinieren) und der bärtige Drummer Jamie Morrison (der scheinbar noch immer nicht fassen kann, dass er überhaupt in irgendeiner Band aufgenommen wurde) erste Klangexperimente, die zum Teil daraus bestanden, breit ins Naturgeschichtliche Museum zu gehen, um gleich im Anschluss Mainstream-Hits wie Britneys „Hit Me Baby (One More Time)“ zu covern.

„Wir haben zu diversen grandiosen, waschechten Popsongs geschrieben und dann die Hintergrundspur entfernt und geschaut, was übrig bleibt“, berichtet Morrison. „Keines der Resultate dieser Sessions ist auf dem Album zu hören, aber die Herangehensweise inspirierte uns zu vollkommen neuen Ansätzen und einer ganz anderen Art von Songwriting. Außerdem haben wir in vielen Clubs abgehangen, und immer wenn wir nach Hause kamen, haben wir versucht, diejenigen Sounds mit eigenen Mitteln zu kreieren, die uns am Abend gefallen hatten. Dadurch haben wir uns von den Konventionen befreit, die man aus der Welt der Gitarrenmusik kennt.“

Im Herbst des Jahres packte die Band ihr Equipment in einen Van und verbrachte ein paar Wochen in verschiedenen (Wohn-)Studios, unter anderem in Devon und Brighton. Unterwegs hörten sie hauptsächlich frühe Aufnahmen von Prince und Portishead, Queen, Talk Talk und Fleetwood Mac. Das Motto der neuen Songs brachten sie bald darauf im Albumtitel auf den Punkt: „‘Wild Young Hearts’ – das bedeutet: sich jung fühlen und sich wie ein Jugendlicher zu verhalten, ganz egal, wie alt man eigentlich ist“, sagt Smith. „Es geht in erster Linie um Spaß und darum, sein eigenes Ding durchzuziehen. Wir drei sind bei der Arbeit an diesem Album noch dickere Freunde geworden. Wir haben uns gemeinsam betrunken und sogar das eine oder andere Hotelzimmer zerlegt. Eigentlich sind wir sehr verschieden, aber zwischen uns ist eine Bindung entstanden, die man in den neuen Songs deutlich raushören kann.“

Die neuen Stücke unterzogen sie bei einigen Konzerten im letzten Jahr auch gleich der Live-Feuertaufe, unter anderem beim South By South West und im Rahmen einer Tour durch Frankreich, wo „Don’t Upset The Rhythm“ das Publikum jeden Abend endgültig zum Ausrasten brachte – spätestens da war den Noisettes klar, dass sie auf dem richtigen Weg waren. Trotzdem wussten sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht so genau, wie das Album insgesamt klingen sollte; das änderte sich erst, als sie letzten Juni mit dem Produzenten Jim Abbiss (Arctic Monkeys, Adele) in London ins Studio gingen.

„Uns war klar, dass es um Soul und um eine Atmosphäre gehen sollte, die eine ganz bestimmte Zeitspanne einfängt, so wie es z.B. die Alben von Portishead tun“, berichtet Morrison. „Doch hatten wir die Songs nie zuvor gemeinsam in einem Studio gespielt. Für unsere Demos hatten wir sämtliche Spuren einzeln auf dem Computer aufgenommen, also ohne die Instrumente zu verwenden. Die Kernidee war, allem ein Gefühl zu geben, als würden wir Songs covern, die wir selbst kaum kennen, damit das Album spontan und spannend klingt. Letztendlich hatten wir jede Menge Spaß im Studio: Wir haben jeden Tag ein Stück aufgenommen und uns nicht ein einziges Mal gestritten!“

Freunde schauten vorbei, um Bass-Spuren oder Streicher-Parts einzuspielen, und sowohl Shoniwas kleiner Bruder (der bereits im Halbfinale der UK-Talent-Show „I’d Do Anything“ war), als auch ein Bariton aus ihrem früheren Kinderchor steuerten den Hintergrundgesang bei. Am verblüffendsten ist jedoch der gewaltige Tonumfang von Shoniwas Stimme: sanft und verführerisch auf „Sometimes“, dem ersten Track des Albums, jazzy auf dem akustischen „Atticus“, durchdringend und sexy auf „Don’t Upset The Rhythm“, und glasklar bzw. bluesy auf „So Complicated“, einem Update zum klassischen Motown-Sound, und „Never Forget You“, einem klaren Singlekandidaten. „Ich bin mit traditioneller Musik aus Simbabwe aufgewachsen: Afrobeat, gemischt mit Reggae und Funk, den meine Onkel spielten“, sagt Shoniwa, die in England schon längst zur Fashion-Ikone avanciert ist. „Dann habe ich noch Musical studiert und in Chören und Jazz-Bands gesungen. Dan hat für mich sogar mal den Auftrag an Land gezogen, in einer Diana-Ross-Coverband zu singen. All diese Erfahrungen ermöglichen es mir, jede Art von Song zu singen – ganz egal, ob es nun eine zuckersüße Soul-Ballade ist, ein Jazz-Stück oder eben richtig lauter Rock’n’roll.“

„Wir alle hatten den Eindruck, dass Shingais Stimme auf dem ersten Album etwas unterfordert war“, fügt Smith hinzu. „Weil die meisten Songs auf einer Gitarrenspur basierten, konnte sie sich einfach nicht so gut einbringen. Shingai hat eine unglaubliche Jazz-Stimme, aber davon hat man auf der ersten LP zum Beispiel gar nichts mitbekommen. Jetzt kann man all ihre unterschiedlichen Stimmungen deutlich raushören. Ihr Gesang gibt dieses Mal den Ton an, das war bei jedem der neuen Songs so. Im Fall von ‘Never Forget You’ klingt sie vollkommen positiv, und der Text klingt fast schon wie ein lockeres Gespräch in einer Bar. Auf ‘Every Now And Then’ gibt sie sich dann eher melancholisch und nachdenklich. Dieser Kontrast entspricht in etwa der Situation, samstagabends auszugehen, um gleich am nächsten Morgen die Quittung dafür zu bekommen.“

Trotz all der Veränderungen gibt es eine Sache, die man als Konstante im Noisettes-Universum bezeichnen muss: ihre Live-Show. Die Energie, mit der sie jede Bühne rocken. Während sie von der Zeitung The Guardian bereits als „beste Live-Band Großbritanniens“ gefeiert wurden, konnte man Shoniwa bei einer kürzlich absolvierten Show in London sogar dabei zusehen, wie sie mit Gitarre und Mikro ins Publikum stürmte, um dann auf einer Leiter, die von der Decke baumelte, den Rest des Songs zu performen. Kein Wunder, schließlich hat sie als Teenager auch an Zirkustricks gearbeitet...

„Viele junge Bands scheinen gar nicht erst auf die Idee zu kommen, eine richtig krasse Show zu liefern“, sagt Shoniwa. „Wir gehen jedes Mal einen Schritt weiter und setzen noch einen drauf, um dem Publikum einen unvergesslichen Abend zu bereiten. Ich stehe voll auf Künstler wie Hendrix und Bowie, die auch auf ihre Frisur geachtet und sich Zeit genommen haben, um das passende Bühnenoutfit zu finden.“

„Uns geht es gar nicht darum, trendy zu sein“, sagt sie abschließend. „Die Musik ist für alle da, aber unsere Band zeichnet sich nun mal dadurch aus, dass wir auch andere Aspekte mit einbeziehen. Unser Ziel ist es, den Leuten zu beweisen, dass Popmusik auch heute noch anders klingen und spannend sein kann. Und ich weiß, dass wir mit diesem Album den Beweis dafür liefern können.“

Quelle: www.noisettes.de © 2009 UniversalUniversal Music GmbH

Erschienen bei Mercury / Universal (April 2009) www.mercuryrecords.co.uk www.universal-music.de

Auch erhältlich bei www.amazon.de/Wild-Young-Hearts-Noisettes

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12.10.2009

Der unaufhaltsame Aufstieg der britischen Sängerin Paloma Faith sprang neulich unvermittelt und plötzlich in den "Fast Forward"-Modus um: so musste die Veröffentlichung ihrer Debütsingle "Stone Cold Sober" in ihrer Heimat Großbritannien einen ganzen Monat vorgezogen werden, weil die Radiosender des Landes den Song so häufig spielten, dass es nahezu unmöglich wurde, die neugierig gewordenen Musikfans noch länger mit dem Release warten zu lassen. Statt im Juli erschien der Song bereits im Juni. Und auch wenn die Chart-Performance von "Stone Cold Sober" durch die Hitlisten-Turbulenzen in der Folge des Todes des "King Of Pop" extrem verfälscht wurde, machte die durch das Airplay so explosionsartige Kauf-Nachfrage deutlich, mit welcher Art von Shooting-Star wir es im Falle Paloma Faith zu tun haben. Eine Sängerin, die nicht nur die musikalischen Voraussetzungen für eine gehobene Musikkarriere mitbringt, sondern die auch weiß, was man einer Celebrity-besessenen Mediengesellschaft bieten können muss, um sich im harten Konkurrenzkampf des Pop-Biz zu behaupten. Dies wird spätestens klar, wenn man Paloma Faith einmal live gesehen hat. Obgleich die Veröffentlichung ihres Debütalbums noch aussteht (es wird im Herbst erscheinen), kennen ihre Fans, die bei der Wahl ihrer Garderobe auffallend große Sorgfalt an den Tag legen, bereits jede Textzeile auswendig. Auch die optische Ausgestaltung der Bühne lässt keine Wünsche offen, übernimmt den Bühnenschmuck doch niemand anderes als die Künstlerin höchst selbst, die in jedem Detail einen feinen Sinn für visuelle Ästhetik offenbart. Oft erscheint sie mit einer riesigen Feder-Dekoration als eine Art Showgirl, das sich kenntnisreich und geschickt in der großen Geschichte der Film- und Theater-Kultur bedient. Ihr punktgenauer Sinn für Dynamik und Dramatik geben der Show eine einmalige Struktur und unterstreichen die Wirkung der Songs, deren musikalische Einflüsse von so verschiedenen Künstlern wie Billie Holiday, Etta James, P J Harvey und Edith Piaf herrühren. Doch Palomas Auftritte haben nichts Abgehobenes oder Snobistisches - man kann sich ihre Performance jederzeit in riesigen Arenen vor großem Publikum vorstellen. Eine Eigenschaft, die auch uneingeschränkt auf ihre Songs zutrifft.

Paloma Faith wurde als Kind spanisch-britischer Eltern im Londoner Stadtteil Hackney geboren. Als ehemalige Assistentin eines Magiers, ausgebildete Tänzerin, ehemalige St-Martin-Studentin mit einem Magister in Theater-Regie, Performerin in Burleque-Shows und Schauspielerin, war es ihr während ihres noch vergleichweise kurzen Erwachsenendaseins stets ein Anliegen, verschiedenste Kunstformen miteinander zu verbinden. Vor ein paar Jahren begann sie schließlich damit, Musik, ihre größte Liebe, in den Stil- und Disziplinen-Mix zu integrieren. Zunächst begnügte sie sich noch damit, die von ihr bewunderten Blues- und Soul-Sänger nachzuahmen, mit der Zeit fand sie aber ihre eigene Stimme. Und es sind ihre außergewöhnliche Stimme und Persönlichkeit, die einen im Nu in den Bann ziehen, wenn man sich die Debütsingle "Stone Cold Sober" zum ersten Male hört.

Hier nun noch einige Stichpunktartige Fakten über Paloma Faith:
- Sie wirkt in den neuen Terry-Gilliam-Film "The Imagination of Dr. Parnassus" mit, der am 3. Dezember 2009 in die deutschen Kinos kommt.
- Sie ist auf einem Song des neuen Basement-Jaxx-Albums zu hören.
- Als Assistentin eines Magiers ließ sie sich auf der Bühne in zwei Teile zersägen.
- Sie begann mit dem Singen in Kabaretts und Burlesque-Clubs.
- In der britischen Filmkomödie "St. Trinians" war sie neben Rupert Everett und Russel Brand in der Rolle der Andrea, the Emo zu sehen.
- Einst hatte sie einen Job als Gespenst in einer Geisterbahn auf einem Rummelplatz.
- Über Festivals sagte sie einst: "Überall, wo man keine hochhackigen Schuhe tragen kann, ist es nicht wert, hinzugehen."
- Sie arbeitete einst als Verkäuferin in einem Shop des britischen Dessous-Herstellers Agent Provocateur.
- Sie liebt David Lynch und Tim Burton.
- Ihr Debütalbum trägt den Titel "Do You Want The Truth Or Something Beautiful?"

"Es gibt viele neue Pop-Girls, die auf ihren großen Auftritt warten, aber IHR Erfolg scheint sicher." (The Guardian)

"Haltet eure Ohren offen nach Paloma Faith. Ihre Debütsingle ‚Stone Cold Sober' ist fantastisch. Sie wird ein großer Star." (The Sun)

Die Paloma-Faith-Story beginnt jetzt.

Quelle: Sony Music www.sonymusic.at

Erschienen bei Smm/Sony Music (25.9.2009) www.sonymusic.at

Auch erhältlich bei: www.amazon.de/Stone-Cold-Sober-Paloma-Faith

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05.10.2009

Wer den Namen Florence Rawlings noch nicht kennt, hat ihre Stimme noch nicht gehört. Als aktuell jüngstes Talent bei Mike Batt’s Label Dramatico verspricht die 20 jährige aus London mit ihrem beeindruckenden Debüt aus authentischem Soul, rauhen Grooves und R&B eine eigenständige “Marke” zu werden. Unverkennbar mit natürlicher und einnehmender Bühnenpräsenz ausgestattet, fühlt sie sich offensichtlich im Studio als auch auf der Bühne sehr wohl. Davon konnte man sich dieses Jahr bereits bei den Stuttgart Jazz Open 2009 im Bix Jazz Club überzeugen.

Von ihrem Debüt Album, „A Fool In Love“, kann man ungeschminkte Arrangements, gefühlvolle Melodien, knackige Bläsersets, komplettiert durch Gospel Backing Vocals und ansteckende Rhythmen erwarten, die in der Summe rohen Soul ergeben, der so schon viel zu lange nicht mehr zu hören war. Florence’ erste Single, „Hard To Get“, ist ein cooler, ‘Motown by night feel’ Song, der die unbändige Kraft ihrer Stimme und ihr Potenzial schon ahnen lässt.

Erschienen bei Dramatico / Rough Trade (2.10.2009) www.dramatico.com

Auch erhältlich unter www.amazon.de/Fool-Love-Florence-Rawlings

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27.09.2009

Sophie Hunger auf Tournee: Romantik ohne Pathos, Melancholie ohne Wehleidigkeit. Mit ihrer charismatischen Stimme lebt Sophie Hunger ihre Musik zwischen Folk und Soul mit jeder Faser ihres Körpers - darum kommt sie auch ganz ohne Effekthascherei aus. Nachdem Sophie Hunger Anfang des Jahres beim EuroSonic 2008-Festival im niederländischen Groningen vielen anderen Talenten die Schau gestohlen hatte, prophezeite ein Kritiker der renommierten französischen Tageszeitung Libération, daß sie “nicht lange das bestgehütete Geheimnis der Schweiz bleiben wird”. Und diese Prophezeiung scheint sich nun zu erfüllen. Denn mit ihrem kürzlich in der Schweiz veröffentlichen neuen Album “Monday’s Ghost” katapultierte sich Sophie Hunger gleich auf den ersten Rang der Popalbum-Charts hoch und ließ dabei gestandene Acts wie Bushido, die Söhne Mannheims und Metallica im Windschatten liegen.


Was Sophie Hunger aus dem anschwellenden Meer der zeitgenössischen Songschreiberinnen hervorhebt, ist zum Beispiel die Kombination von Integrität und Reife, die sie auf “Monday’s Ghost” beweist. Deshalb greifen Vergleiche mit vielen anderen Repräsentantinnen dieses heteromorphen Genres auch ins Leere: Sophie Hunger ist keine neue Norah Jones und will es auch gar nicht sein. Eine musikalisch-geistige Verwandtschaft besteht da schon sehr viel eher zur Kanadierin Leslie Feist, deren phänomenalen Erfolg bei Kritik und Publikum man auch nur schwer erklären kann. Sophie Hunger hat ihre eigene Nische gefunden und trifft mit ihrer Musik, wie bejubelte Konzerte in England und Frankreich schon zeigten, offenbar nicht nur den Nerv ihrer Schweizer Hörer/innen.

Sophie Hunger: voc, g, p; Michael Flury: tb, Glockenspiel; Christian Prader: fl, g, p, g, p, harm, voc; Balz Bachmann: b; Julian Sartorius: dr

Location: Alte Feuerwache Mannheim www.altefeuerwache.com

am 28.9.09 Einlass 20.00 Uhr / Beginn 21.00 Uhr

VVK 18 € (zzgl. Gebühren) / AK 22 €

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21.09.2009

Soha ist überall und nirgends zu Hause. In musikalischer Hinsicht jedenfalls versteht sich die bildhübsche SOHA (Tochter einer Nubierin, geboren in Marseille/Frankreich) als Nomadin, die unaufhörlich weiterzieht, von Ort zu Ort, von Stil zu Stil. Mit "D'ici et d'ailleurs" ("Von hier und woanders") ist ihr vielgestaltiges Debütalbum deswegen auch treffend betitelt.

SOHA ist mit den unterschiedlichsten Stileinflüssen aufgewachsen: Disco, Soul, Funk, französischen Chanson (Brel, Aznavour u.a.) und Reggae natürlich... Mehrere Angebote als Backgroundsängerin zu arbeiten lehnte die zielstrebige Nachwuchskünstlerin ab. Sie wollte sich nicht in eine Sackgasse begeben und arbeite weiter an ihrem Traum Solo Sängerin zu werden. Sie wollte es aus eigener Kraft schaffen und sich durchsetzen. "Ich musste mich selbst beweisen, wollte nicht klein beigeben. Daher kommt auch mein Name, der im Jamaikanischen wie 'so what' [na und?] ausgesprochen wird." so Soha im Interview. Dabei war ihre Bühnenpräsenz ebenso hilfreich wie der eigene Gesangsstil, den sie mit der Zeit entwickelte. Insbesondere mit ihren abwechselnd in Französisch, Englisch und jamaikanischem Patois vorgetragenen Songtexten hob sich Soha von der Masse der Konkurrentinen deutlich ab. Obwohl erste Achtungserfolge zu verzeichnen waren, merkte Soha, dass ihre künstlerische Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen war. Der Wendepunkt kam, als die Vokalistin Jazzlegenden wie Sarah Vaughan, Billie Holiday und Ella Fitzgerald für sich entdeckte und sich sofort in sie verliebte. Mit Hilfe des Jazz tauchte Soha in sanftere Sounds ein, und genau diese Facette hatte gefehlt, um ihre Ausbildung voranzutreiben. Sie änderte ihr Repertoire, die Stimme klang plötzlich reifer und ganz allmählich vervollständigte sich so ihre Künstlerpersönlichkeit. Das abwechslungsreich bunte Ergebnis kann sich wahrlich sehen bzw. hören lassen! Auf "D'ici et d'ailleurs" sind all die Einflüsse wiederzuentdecken, die Sohas bisherigen Werdegang bestimmt haben. Von Reggae (Patois Gesang), Chanson, Tango Beats, Bossa Rythmen und HipHop. Teilweise erinnert sie an einer sanften weiblichen Version von Gentleman (wenn man Vergleiche machen sollte). Mit den französischen Charme en plus! In ihrem Heimatland Frankreich ist sie mit ihrem Debüt-Album auf dem Weg zu Gold Status.

Veröffentlicht von EMI Music (25.7.2008) www.emimusic.de

auch erhältlich bei www.amazon.de/DIci-dAilleurs-Soha

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14.09.2009

Mit "Music For Men" veröffentlicht das Genre zersetzende DIY-Postpunk-Trio Gossip am 19. Juni 2009 sein erstes Majorlabel-Studioalbum. Was darf man diesmal von den ehemaligen Indie-Superstars erwarten? Wenn es nach der Band geht: "Wortgewalt und musikalische Raffinesse."
Dem Gitarristen und Hauptmusikschaffenden der Band, Brace Paine, fällt bei der Annäherung an das neue Werk die Aufgabe zu, den Albumtitel zu erläutern. Seinen Angaben zu Folge basiert er auf einer Eingebung der ikonoklastischen Sängerin und charismatischen Frontperson Beth Ditto und ist "so eine Art feministischer Witz".


Doch während Gossip ihrem neuem Album inhaltlich geschickt eine Portion soziokultureller Ironie unterjubeln, verfolgen die Drei musikalisch weiter konsequent ihren Weg: blues-funky Indie-Disco-Rock, direkt in deine Magengrube. Angetrieben von animalischer Energie verzahnen sich dabei die Rhythmen von Drummerin Hannah Blilie mit Braces Herz zermalmenden Riffs und Beths gleichsam aggressivem wie verheißungsvollem Gesang.
"Music For Men" ist nicht nur eine der heiß ersehntesten Album-Veröffentlichungs-Ereignisse des Jahres, es ist zugleich das neue musikalische Manifest des Trios. Mit ihrem letzten, mittlerweile nahezu legendären Studioalbum "Standing In The Way Of Control" hatte die Band 2006 den Durchbruch geschafft. "Music For Men" ist ihr erstes Album seit dem Majorlabel-Debüt "Live In Liverpool" im vergangenen Jahr.


Um zu garantieren, dass die Band auch genau den Studiosound bekommt, den sie sich vorstellt, stand Gossip mit Rick Rubin eine wahre Studio-Legende zur Seite. Der New Yorker, der u.a. bereits mit Johnny Cash, den Red Hot Chili Peppers, den Beastie Boys und Metallica gearbeitet hatte, half Beth, Brace und Hannah, für jeden Track den eigenen, ganz bestimmten Groove zu finden. "Er ist ein wahrhaftiger Mystiker", erinnert sich Brace. "Wir sprachen ständig über John Cage. Er interessiert sich ausschließlich für Musik, Lautsprecher und Soundsysteme. Es ist wirklich faszinierend, mit ihm zu arbeiten. Ich musste nur sagen ‚kannst du einen Bass-Sound machen wie PiL?' und er wusste sofort, was ich meinte, er kennt die ganzen Referenzen. Er ließ mich tun, was immer ich wollte. Eine unglaubliche Energie."


"Music For Men" in den legendären "Shangri-La Studios" in Malibu aufzunehmen, war für die Band "das erste Mal, dass wir Zugang zu einem derartigen Studio hatten. Ich kann mir vorstellen, dass man dort leicht den Wunsch haben kann, einen Riesensound zu kreieren, wenn man als Musiker unkontrolliert auf dieses ganze Equipment losgelassen wird", gesteht Brace, "deshalb war sehr wichtig, uns zu beschränken. Ich hasse überproduzierten Sound."


"Wir schrieben viele Songs erst im Studio", erklärt Brace. "The Band hatten es 1976 gebaut und Bob Dylans alter Tourbus stand da irgendwo rum. Er war leer, also verwandelte ich ihn in mein eigenes kleines Studio, stellte meinen Computer, meine Gitarren und den anderen Kram hinein. Mit der Zeit verfrachtete ich mein komplettes Equipment in Bob Dylans Siebziger-Jahre-Tourbus und schrieb die Songs dann dort. Beth kam ab und zu rein und ich spielte ihr die Demos vor. Alle Gesangslinien sind von ihr, auch die Texte. Ich mache zuerst die Sounds und sie singt dann dazu. Wir saßen also im Bob-Dylan-Bus und machten tagsüber ganz alleine ziemlich viele Demos, denn dort war es am bequemsten. Einige Sachen schrieb ich auch erst zu ihrem Gesang. ‚Dimestore Diamond' z.B. summte sie zuerst, ich spielte Bass dazu."


Während "Dimestore Diamond" mit einer Deep-Funk-Bassline und knackigen Drums besticht, wird "Men In Love" von einem Dancefloor-Groove angetrieben, irgendwo zwischen Ekstase-Schweiß und Transzendenz. Auf "Heavy Cross", der ersten Single, gurrt Beth zunächst betörend, bevor sie der Welt ihre provokative Anmache an den Status Quo unserer grausamen Zeit entgegen bellt. Die weiteren Songs: "8th Wonder", "Love Long Distance", "Pop Goes The World", "Vertical Rhythm", "For Keeps", "2012", "Love And Let Love", "Four Letter Word" und "Spare Me From The Mold".


"Sie verfügt über ziemlich amtliche Lungen. Sie ist eine großartige Sängerin. Es haut mich immer wieder um, was sie macht", sagt Brace bewundern über seine Bandkollegin. "Und alles klappt immer bereits beim ersten oder zweiten Take."
Den Gesamtsound und -vibe des Albums erklärt Brace so: "Wir haben alles sehr einfach gehalten. Eigentlich passieren nie mehr als zwei Dinge gleichzeitig auf der Platte. Ich fange meistens mit einer Bassline an, dann spiele ich eine Gitarre darüber oder einen Synthie. Ich habe viel daran gedacht, wie die Songs wohl live klingen werden. Wir sind eben eine ziemliche Live-Band. Wir haben ein viertes Bandmitglied, einen Bassisten, wenn wir auf der Bühne sind. Ich spiele gleichzeitig Keyboards und Gitarre."


Der Weg von "Standing In The Way Of Control" zu "Music For Men" war für Gossip recht wild. "Wir waren extrem viel auf Tour", sagt Hannah. "Die Konzerte sind großartig, jede Tour wird größer, und die Shows machen immer mehr Spaß. Wir sind wirklich gute Freunde und wir verbringen eine tolle Zeit."
Brace und Beth sind Freunde seit Brace fünfzehn Jahre als war und beide eine kosmopolitische Weltsicht an den Tag legte, die alles, was ihr Leben in den kleinen Farmer-Dörfchen vor den Toren von Searcy, Arkansas, ausmachte, bei Weitem übertraf. Ein Punk-Mixtape fand seinen Weg von Brace zu Beth (über die gemeinsame Freundin Kathy Mendoca, die später die erste Gossip-Schlagzeugerin werden sollte) und der Samen für eine nachhaltige Freundschaft und musikalische Partnerschaft war gesät.


"Wir hingen ziemlich viel miteinander herum", erinnert sich Brace, seinerzeit ein aufstrebender lokaler Indie-Musik-Unternehmer, "ich veröffentlichte ein Tape ihrer Band Little Miss Muffet". Kurze Zeit später zogen Beth, Brace und Kathy nach Olympia, Washington, wo sie zusammen in einem ‚Punkhaus' lebten, in dessen Keller sie ihre Band gründeten."
Von Anfang an hatten Gossip das Gefühl, etwas ganz Besonderes aus der Taufe gehoben zu haben. "Beth machte ihr Blues-Ding", erinnert sich Brace, "aber es war ziemlich lo-fi. Wir machten nie Soundchecks. Alles war superlaut und verzerrt. Ich hatte null Ahnung, wie man Gitarre spielt. Und dann fanden wir schließlich unsere neue Schlagzeugerin…"


Mit Hannah Blilie an Bord war das Gossip-Line-Up komplett - bereit, in Aktion zu treten und einige Mauern nieder zu reißen. 2006 gelang dem jungen Indie-Trio mit "Standing In The Way Of Control" schließlich der Durchbruch: das Album erreichte Platz eins der britischen Indie-Charts und Platz 22 der offiziellen UK-Albumcharts. Der Titelsong wurde im Zusammenhang mit der erfolgreichen Teenie-TV-Serie "Skins" extrem populär.
Der Erfolg von "Standing In The Way Of Control" und die superheißen Gossip-Konzerte brachten Beth Ditto in Großbritannien bald den Status einer Stil-Ikone ein - der NME, der sie gleich viermal auf den Titel brachte, kürte sie zur "Coolsten Person im Rock". Sie wurde mit dem Glamour-Award "2008 International Artist Of The Year" ausgezeichnet und landete auf dem Titel der ersten Ausgabe des "Love"-Magazins. Ruckzuck wurde sie zu den gefragtesten Gästen im englischen Fernsehen. Europa, und allen voran die Briten, hatten Beth und die Musik von Gossip ab sofort auf dem Zettel.


Doch auch in Anbetracht zahlreicher surrealer Situationen, wie z.B. Gesprächen mir Karl Lagerfeld über Velvet Underground während der French Fashion Week, muss Brace zugeben: "Unser Leben hat sich lustigerweise nicht wirklich verändert. Wir leben immer noch in der gleichen Stadt." Doch auch wenn das tägliche Leben der Bandmitglieder von der ständig wachsenden Bekanntheit der Gruppe unbeeinflusst bleibt, bleibt die explosive Kraft ihrer Musik und der Adrenalin-Kick ihrer Live-Shows eine nie versiegende Quelle der Inspiration.
Seit ihrer Gründung bestritten Gossip zahlreiche Tourneen mit oder im Vorprogramm von verschiedenen Künstlern und Bands, wie z.B. Le Tigre, Chromatics, Tracy and the Plastics, Sonic Youth, Pre, YYY, Sleetmute Nightmute, Glass Candy, White Stripes, CSS, Pretty Girls Make Graves, Erase Errata, Stereo Total oder The Kills. Im Sommer 2007 fanden sich Gossip im Line-Up der "True Colors Tour" wieder - zusammen mit einer Schar illustrer Namen wie Cyndi Lauper, Debbie Harry, Erasure, Rufus Wainwright, The Dresden Dolls, The MisShapes und The Cliks. Die Erlöse der Konzertreise kamen der "Human Rights Campaign" zu Gute.


Im Sommer desselben Jahres wurde Gossip die Ehre zuteil, das Glastonbury Festival zu beschließen. Beth Ditto nutzte die Gelegenheit, um den verstorbenen John Peel zu ehren. Während des Auftritts rief sie: "Ohne John Peel gäbe es keinen Underground!!!". Bereits im folgenden Jahr wurde die Band wieder nach Glastonbury eingeladen.
2008 erschien mit "Gossip - Live In Liverpool" ein CD/DVD-Package, dass den wilden Auftritt der Band vom 9. Juli 2007, die rohe Kraft, Energie und Intensität ihrer Performance perfekt dokumentiert. Im April 2008 unternahm das Trio eine Mini-Tour durch die USA, die sie für einen kurzen, aber denkwürdigen Abstecher in die "Late Show with David Letterman" unterbrachen.


"Wir sind eigentlich immer auf Tour", erklärt die Band. Dabei macht es für die Drei kaum einen Unterschied, ob sie nun kleine Indie-Clubs oder die ganz großen Festivals in Grund und Boden spielen. In den kommenden Wochen und Monaten stehen u.a. Auftritte beim "Big Weekend" von Radio 1, sowie die Mega-Events Latitude, Leeds, and Reading auf dem Programm.
Wenn sie nicht gerade auf Tour sind, so treffen sich Beth, Brace und Hannah mindestens zweimal die Woche zum Proben. Es gibt einen Club in Portland namens "Dunes", wo Brace Konzerte veranstaltet und auch oft selbst hinter den Plattenspielern steht. Außerdem hostet die Gruppe dort Post-Punk-Parties, u.a. die Underground-Soirée "Suicide Club" (die z. Zt. allerdings pausiert), an die sich Brace gerne erinnert: "Wir legten Postpunk-Platten auf und projizierten Joy-Division-Videos an die Wand. Es kamen meistens nur dreißig Kids. Es war ein großartiger Club. Es gab allerdings kein Schild draußen, denn es war illegal."
Mit den zwölf Songs "Music For Men" bringen Gossip die Essenz ihres Sounds und ihrer Vision auf den Punkt: gefährlich, spannend und leidenschaftlich. Party like it's 2012!!!

Erschienen bei Sony BMG www.sonymusic.de

Auch erhältlich bei www.amazon.de

 

Tourneedaten 2009:

18.11. Köln

19.11. Offenbach/FFM

25.11. München

26.11. Berlin

Tickets unter www.mlk.com/gossip/1017-live_2009

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11.09.2009

Während einer Rede des Regisseurs David Lynch, hatte Moby einen Moment der Erleuchtung. Lynchs simple Kernaussage – dass Kreativität für sich genommen eine wunderschöne, fantastische Sache ist – war zwar ausgesprochen einfach, doch sie traf Moby mit der Schlagkraft der Rute eines Zenmeisters. "In diesem Moment entschloss ich mich, viel persönlichere Platten zu machen", so Moby. "Platten, die vielleicht etwas experimenteller, schwieriger und weniger eingängig sind, aber künstlerisch und kreativ mehr Befriedigung bringen. Darauf beruht auch mein neues Album."

Das Ergebnis dieser Erleuchtung, "Wait For Me", unterscheidet sich deutlich von Mobys bisherigen Alben, z. B. der letztjährigen Dancefloor-Hommage "Last Night", Mobys Modern-Rock-Flirt "Hotel" (2005), dem glitzernden Ambient-Exkurs "18" von 2002 und natürlich auch der damals zukunftsweisenden melancholischen Electronica des 1999er-Albums "Play".

Moby verzichtete auf teure Studios, High-Tech-Elektronik, bekannte Gäste und Geschwader von Grafikdesignern und Imageberatern, die den Vorgängeralben ihren Stempel aufgedrückt hatten. Diese Do-it-yourself-Ideologie prägt das gesamte Album, von der Aufnahme bis zum Design. "Die Fotos stammen von einem Freund, das Cover habe ich selbst gestaltet. Die ganze Platte ist bei mir zuhause entstanden; abgemischt habe ich sie mit einem verrückten Punkrocker, dem legendären Produzenten Ken Thomas dessen "Magic Touch" schon die Buzzcocks, Wire, Boyd Rice, Chris & Cosey oder auch Sigur Ros und M83 aufpolierte.“

Der Punk- und DIY-Ethos, der "Wait For Me" vom ersten bis zum letzten Song durchzieht, war Moby schon immer sympathisch: In den frühen 1980er Jahren hatte er selbst bei einer Hardcore-Band für Lautstärke gesorgt.

Auf "Wait For Me" treffen Mobys charakteristische, expansive und emotionale Flächen auf präzise Punkelemente, die an den überraschendsten Stellen auftauchen.

"Ich wollte eine Platte machen, die schön und warm, offen und einladend ist, gleichzeitig aber auch eigenwilliger und persönlicher", so Moby.

Mit der leisen, manchmal verstörenden Anmut von "Wait For Me" ist Moby eine warme, intime und offene Platte gelungen.

Erschienen (26.6.09) bei www.ministryofsound.de

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07.09.2009

Der Nouvelle Pop Francaise erfreut sich einer neuen Eroberung: Berry ist eine hübsche Chansonière. „Sie besitzt ein seltenes dichterisches Talent und eine strahlende Stimme. Die Debütsensation des Jahres“ schrieb der Le Figaro.

Das Album Mademoiselle überrascht mit bittersüßer Ironie und klingt zart und ernst zugleich. Berry versteht es, auf sehr eigene Weise mit Worten und Gefühlen zu spielen. Die Kompositionen der 12 Songs auf Mademoiselle stammen von der französischen Jazz Musikerlegende Manou, der Berrys Reime mit subtilen, eleganten Popmelodien vertonte, und ihnen ihre Leichtigkeit verleiht. Berrys phantasievolle Texte bewegten auch Musiker und Arrangeure wie Denis Benarrosh (Keren Ann), Yannick Fonderie (Benjamin Biolay) und Clive Deamer (Portishead) dazu, die Songs im Studio mit einzuspielen.

In Frankreich erschien Mademoiselle bereits voriges Jahr und blieb für 42 Wochen in den französischen Charts und erreichte Goldstatus. Es folgten erste Auszeichnungen, bspw. wurde Berry der Talent France Bleu 2008 verliehen und dieses Jahr ist sie bei dem Victoires de la Musique Award (dem französischen Grammy) – für den Révélation de l'Année 2009 (dem Besten Album der musikalischen Neuentdeckung 2009) nominiert.

Erschienen bei Mercury/Universal am 9.6.09

Tourtermine:

  • 12.09.2009 Berlin (Deutschland), Planet Pop

  • 21.09.2009 Köln (Deutschland), Studio 672

  • 22.09.2009 München (Deutschland), Muffatcafe

  • 23.09.2009 Berlin (Deutschland), frannz/Kulturbrauerei

  • 24.09.2009 Hamburg (Deutschland), Reeperbahn Festival
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03.09.2009

Ab 3.9. im Kino: Whisky mit Wodka: Otto Kullberg ist ein alternder Filmstar, der schon mal beim Dreh Hochprozentiges aus der Thermoskanne trinkt, bis er sich nicht mehr auf den Beinen halten kann. Der Produzent hat genug von seinen Eskapaden und bestimmt, dass alle Szenen mit einem Ersatzschauspieler noch einmal gedreht werden sollen, um Kullberg zu Höchstleistungen an zu spornen. Es funktioniert. Beide Männer geben alles, während sich nicht nur die Film-Liebesgeschichte weiterentwickelt, sondern auch Schauspieler und Team romantische Beziehungen wiederbeleben, beenden oder neue knüpfen.

Melancholische Tragikomödie über die Vergänglichkeit von Träumen, großen und kleinen Lebenslügen und die Liebe zum Filmemachen.

Wer wagt, gewinnt. Andreas Dresen jedenfalls wagte einen Spagat, drehte mit fast demselben Team "Wolke 9" im Frühsommer 2007 und im darauffolgenden Herbst "Whisky mit Wodka", manchmal arbeiteten die Teammitglieder an Wochenenden parallel an beiden Filmen. Wie immer begegnet Dresen seinen Figuren mit großer Zärtlichkeit und in erneuter Kombination mit Drehbuchautor Michael Kohlhaase ("Sommer vorm Balkon") und dessen präzisen und pointierten Dialogen konnte bei dieser Punktlandung nichts schief gehen. Ausgangspunkt war eine skurrile Begebenheit aus den 50er-Jahren, der Produzent eines DEFA-Projekts ließ die Hauptrolle zweimal besetzen, um den trinkfreudigen Hauptdarsteller zur Bestleistung anzuspornen - was funktionierte.
Wie in dieser Komödie mit Henry Hübchen als Otto Kullberg, der in die Thermoskanne Hochprozentiges füllt und schon mal einen Drehtag versemmelt. Der Paralleldreh mit einem jüngeren Kollegen soll ihn von Eskapaden abhalten, Druck ausüben. Plötzlich muss der charmante Sprücheklopfer und Freund der Frauen um Job, Achtung und Respekt kämpfen, nicht gerade seine bevorzugte Disziplin. Seit Jahren taumelt er am Abgrund entlang, unter der ruppigen Schale und dem souveränen Duktus verstecken sich Verletzlichkeit und Einsamkeit, Angst vor dem Altern: Ein beziehungsunfähiger Mensch im Abseits.
Die Grenzen zwischen Film-im-Film-Geschichten und Wirklichkeit sind fließend, die amourösen Verstrickungen zwischen den Geschlechtern gehen nach dem Dreh weiter. Wenn Kullbergs Ex-Geliebte und jetzige Ehefrau des Regisseurs (Corinna Harfouch), ein Revival vergangener Leidenschaft versucht, nach einem Besuch im alten Landgasthof sexuelle Lust in einem inzwischen abgewohnten Hotelzimmer in Frust und Enttäuschung endet, beide ihre verpasste Chance realisieren, ist dies ein existenzieller Moment von kaum auszuhaltender Schmerzhaftigkeit. Im Gegensatz zu "Wolke 9" filmte Dresen auf 35mm, was den Bildern eine ungewöhnliche Opulenz verleiht - der Ballsaal mit seinem morbiden Charme, das prächtige Kurhotel in Binz, die Wohnwagensiedlung am Meer bei Nacht abgetrennt vom Rest der Welt wie ein Ufo. Zusammen ist man hier mehr allein. Neben den persönlichen kleinen und großen Tragödien und Knockouts ist "Whisky mit Wodka" auch eine brennende Liebeserklärung an das Filmemachen trotz Geltungssucht, Streitereien und Opportunismus, an die liebenswerten Verrücktheiten und emotionalen Extreme der Filmfamilie. Nach dem Film ist vor dem Film. mk.

Quelle: www.kino.de

Drama/Tragikomödie - Deutschland 2009
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren - 104 Min. - Verleih: Senator
Start: 03.09.2009

www.filmverleih.senator.de

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