Unsere Videogalerie über Musikstars und Newcomer

25.09.2011 You'll Be Mine

Universal Music

 

 

Die Vergangenheit ist genau das: vergangen. Vorbei ist der Frust und Ärger mit ihrem alten Label. Jetzt zählt für Catherine und Allison Pierce nur noch eines: ihr grandioses neue Album „You & I“. Eine besondere Rolle übernimmt bei diesem Album Guy Berryman. Der Bassist von Coldplay hat zusammen mit dem Produzenten Rik Simpson die Produktionsfirma The Darktones gegründet: The Pierces sind ihr erstes Projekt.Insgesamt haben The Pierces mit „You & I“ ein Album aufgenommen, das eingängig wie ansteckend ist und ihren Singer/Songwriter-Wurzeln der Vorgängeralben treu bleibt. Die britische Presse feiert The Pierces in höchsten Tönen: “A life affirming delight” (Q), “Honeyed harmonies and huge pop hooks - ****”(The Times) oder “Retro California pop at its finest" - *****” (The Star) sind nur einige der vielen tollen Lobeshymnen auf die Schwestern. Im Trailer spricht Albert Hammond Jr. von The Strokes mit den entzückenden Schwestern über ihr neues Album „You & I“, das am 16. September veröffentlicht wird. Die erste Single "You'll Be Mine" ist ab sofort im deutschen Radio zu hören!

Catherine und Allison sind nicht nur zwei Schwestern, die Geschwister Pierce, sondern auch zwei Sängerinnen, zwei Songschreiberinnen, ein unzertrennliches Duo, zusammen auch The Pierces. In Alabama aufgewachsen, sangen die beiden schon, als sie gerade sprechen gelernt hatten – und vor allem sangen sie schon damals unbedingt gemeinsam. Im Elternhaus zum Beispiel, während ihr Vater, ein Musiker, sie mit der Gitarre begleitete. Überhaupt genoss die Musik einen hohen Stellenwert in ihrer Familie: Simon & Garfunkel, The Beatles, die Rolling Stones, Al Green oder Joni Mitchell – alles Namen, mit denen Catherine und Allison schon sehr, sehr früh in Kontakt kamen. Ihre „Hippie-Eltern“, wie die beiden sie nennen, schickten die Schwestern gar nicht erst in die Schule, sondern gestalteten ihren eigenen Unterricht daheim; und dieser individuelle Lehrplan tendierte sehr stark in Richtung Kunst und Kultur, andere Themen waren zweitrangig. Ihre Mutter ist übrigens Malerin, wie auch Catherine, und beide Pierce-Schwestern waren früher mal Balletttänzerinnen, und das auf Profiniveau.

Heute leben sie beide in New York City: Allison war zuerst in die Metropole gezogen, gemeinsam mit ihrem Freund, während es Catherine mit 17 dorthin verschlug, um einen Sommerkurs an der School of American Ballet zu absolvieren. „Ich habe mich sofort in diese Stadt verliebt“, erzählt sie. „Dieser Ort fühlte sich einfach auf Anhieb richtig an, ja dermaßen richtig und gut, dass ich erst mal ein paar Jahre lang ein ganz schön wildes Leben mit vielen Partys geführt habe...“ So knüpften Allison und Catherine schon bald etliche Kontakte in der New Yorker Kreativ- und Musikerszene, und Allison war beispielsweise als Backgroundsängerin auf dem „Heartbreaker“-Album von Ryan Adams zu hören, wobei die Schwestern zu diesem Zeitpunkt schon fleißig an ihrer eigenen Karriere als The Pierces feilten. Seit ihren Anfangstagen sind gut 10 Jahre ins Land gegangen, sie haben zwischenzeitlich drei Alben aufgenommen, und laut eigener Aussage stehen sie erst jetzt an dem Punkt, an dem sie schon immer stehen wollten. Gar kein leichter Weg sei es gewesen.

Kurzer Rückblick: Nach der Veröffentlichung ihres letzten Albums „Thirteen Tales Of Love And Revenge“ im Jahr 2008 fühlten sich The Pierces zurecht enttäuscht über die Reaktionen und den allgemeinen Verlauf ihrer Karriere. „Wir waren zehn Jahre lang an dem Punkt gewesen, an dem nicht mehr viel zum Durchbruch fehlte“, meint Allison, die große Schwester mit den dunklen Haaren. „Das letzte Album lief dann auch erst ganz gut“, ergänzt Catherine. „Die Leute wurden hellhörig, unser Sound gefiel ihnen. Und das fühlte sich schon mal sehr gut an nach den Erfahrungen, die wir mit den beiden Alben davor gemacht hatten.“ Da standen sie also mit einem Album, das cool und humorvoll zugleich, experimentell und ambitioniert war, nur bekamen sie von ihrem damaligen Label so gut wie keinerlei Unterstützung, um mit diesem Album auch die Leute zu erreichen.

„Wir mussten wirklich alles selber machen“, berichtet Allison. „Die Fotos haben dann halt Freunde von uns geschossen, die Videos haben wir selbst gedreht, und überhaupt haben wir dadurch gelernt, wie man alleine klarkommt. Wir mussten uns immer etwas einfallen lassen, wodurch auch echt spannende Dinge passiert sind. Ohne diese Erfahrungen wären wir heute eine vollkommen andere Band.“

„War echt super eigentlich“, meint Catherine, „nur hatten wir nicht mal genug Geld, um auf Tour gehen zu können.“

Doch als dann mehrere Anfragen von TV-Sendern kamen, nahm die Geschichte der Pierces eine vollkommen neue Wendung: Ihr Song „Secret“, den Catherine darüber geschrieben hatte, dass es meistens weder ihr noch ihren Freunden gelingt, Geheimnisse für sich zu behalten, lief schon bald bei „Gossip Girl“ und „Dexter“ im Hintergrund, wodurch sie schlagartig ein vollkommen anderes Publikum erreichten. Letztes Jahr wurde „Secret“ dann auch noch die offizielle Titelmelodie der erfolgreichen US-Serie „Pretty Little Liars“. „Und doch wurden wir immer wieder von unserem Label ausgebremst, weil die einfach nicht den nächsten Schritt mit uns machen wollten“, so Allison.

Eines Tages hatten sie dann genug und sagten sich, „Schluss jetzt, so kann es nicht weitergehen...“ Sie fassten den Entschluss, die Band aufzulösen. „Wenn du so viel Herzblut in ein Album steckst und genau weißt, wie viel Potenzial in diesen Songs schlummert, dir aber auch klar ist, dass die LP dieses Potenzial niemals ausschöpfen wird, dann kann einen das ganz schön runterziehen“, sagt Catherine. „Es kann einem richtig an die Nieren gehen.“

„Ich war einfach nur wütend und frustriert“, sagt ihre Schwester Allison. „Uns waren die Hände gebunden, und unser Vertrag war eine einzige Sackgasse.“

Allerdings konnten sie das Schicksal gerade noch abwenden und sollten schließlich doch nicht getrennte Wege gingen: Einen Tag nachdem The Pierces den Entschluss zur Bandauflösung gefasst hatten, ja keine 24 Stunden später, klingelte auch schon das Telefon, und dieser Anruf änderte die ganze Situation schlagartig: „Guy Berryman war dran“, erzählt Catherine. „Er fragte uns, ob wir Lust hätten, in Südamerika im Vorprogramm von Coldplay aufzutreten...“

Letzten Endes sollten die beiden Schwestern dann doch nicht mit auf Tour gehen, aber Berryman, der Bassist von Coldplay, wollte den beiden so oder so unter die Arme greifen – und ebnete damit den Weg ihr viertes Album. Berryman hatte sich nämlich kurz zuvor mit dem Produzenten Rik Simpson zusammengetan und gemeinsam mit dem Grammy-Gewinner eine eigene Produktionsfirma gegründet: The Darktones. The Pierces sollten nun das erste Projekt von The Darktones werden. Für die Aufnahmen gingen The Pierces zunächst in die Electric Lady Studios in New York, um danach auch im Studio von Coldplay in London zu arbeiten: Allison spielte Akustikgitarre, Guy E-Gitarre, Bass und Percussion-Instrumente, und dazu saßen noch sein Bandkollege Will Champion, Glenn Moule (Howling Bells) und Matt Romano (Little Joy) abwechselnd hinter dem Schlagzeug. Nach neun Monaten war das Album dann im Kasten: „Wir haben halt immer dann gearbeitet, wenn Coldplay gerade eine Lücke im Terminkalender hatten; und das kommt nicht gerade häufig vor“, schmunzelt Allison.

An grandiosen Songideen mangelte es den beiden von Anfang an nicht: „Love You More“ ist ein Track mit extrem viel Tiefgang, den Catherine gleich nach der Trennung von ihrem Freund geschrieben hatte. „You’ll Be Mine“ hingegen ist „eine Fantasienummer, in der es darum geht, jemanden zu verzaubern, damit er sich in einen verliebt“, während „Glorious“ einen sofort packt und eine Überdosis Lebensfreude versprüht: „God bless the world, it’s so glorious, God bless the ones we love and the ones we lost…“

Insgesamt haben die beiden Schwestern mit „You & I“ ein Album aufgenommen, das extrem eingängig und ansteckend ist, dabei aber auch den lässigen Singer/Songwriter-Wurzeln der Vorgängeralben treu bleibt. Folkelemente schimmern hin und wieder durch, melancholische Momente, während die Songs diese bedächtige, gediegene, irgendwie traurige Schönheit in sich tragen, wie man sie von zeitlosen Stevie-Nicks-Kompositionen kennt, die dann auch von Fleetwood Mac in massive Hits verwandelt wurden.

„Es ist einfach ganz klassisches Songwriting“, meint Allison. „Ehrliche Popmusik, die sich nicht mit dem Standard zufrieden gibt und mehr will.“

Die Vergangenheit ist genau das: vergangen. Vorbei. Ad acta gelegt. Jetzt zählt nur noch eines: dieses grandiose neue Album, „You & I“. Dass sie inzwischen bei Polydor unterzeichnet haben, markiert den Beginn eines neuen Kapitels für The Pierces.

„Das alles fühlt sich echt aufregend an“, meint Allison abschließend, „wirklich spannend. Ich schätze mal, dass ein Neuanfang immer so ein Gefühl auslöst.“ Catherine lächelt ihre Schwester an und sagt: „Fühlt sich so an, als ob die Sterne dieses Mal sehr viel besser stehen würden.“

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21.09.2011 "Sun Of A Gun" LIVE!!!

Sony Pictures + Billboard Magazine

 

Die Dänin Nanna Øland Fabricius ist nicht nur ehrgeizig sondern auch talentiert. Das beweist Sie uns mit ihrem neuen Album "Oh Land"

„Wie klingt es? Wie riecht es? Wie sieht es aus? Wie fühlt es sich an? Das sind die Fragen, die ich mir stelle, wenn ich Lieder schreibe“, erklärt Sängerin und Produzentin Nanna Øland Fabricius. „Ich denke, dass die musikalische Szenerie von Oh Land ziemlich einzigartig ist. Mein Ziel ist es, unendliche Möglichkeiten zu schaffen und alle Sinne aufeinander prallen zu lassen, so dass eine ganz eigene Sprache entsteht.“

 

Diese mulitsensorische Herangehensweise an das Thema Songwriting war von Anfang in ihr vorhanden. Noch lange bevor Oh Land einen Namen hatte, oder etwa Lieder, verbrachte die rast- und ruhelose Nanna ihre Kindheit in einem Vorort Kopenhagens damit, Fantasie-Sprachen, Charaktere und Magazine miteinander zu verweben. Ohne es zu ahnen, entwarf sie damit bereits jene Technik, die sie Jahre später für die ästhetische Ausgestaltung des Musik- und Perfomance-Stils von Oh Land anwenden würde.      

 

Nanna Øland Fabricius ist ein Produkt von Extremen. Auf der einen Seite prägte sie die Disziplin, den die Ausbildung an den königlichen Ballettschulen von Dänemark und Schweden mit sich brachte - auf der anderen Seite verlebte sie eine „zirkushafte“ Kindheit und Jugend in mitten einer Familie, die ausschließlich aus hochkreativen Charakteren bestand. Die einzigartigen und individuellen Talente in ihrem Umfeld prägten Oh Land und ihre Perspektive auf die Welt.

 

Das Element der Performance nahm von jeher einen großen Raum in ihrem Leben ein. Ob nun die Gestaltung von Textilien (eine Kunst, die sie von ihrer Schwester erlernte), der Operngesang ihrer Mutter oder das Spielen von Kirchenorgeln, das ihr Vater ihr beibrachte – die Mischung aller Einflüsse fand seinen Weg in den facettenreichen Stil von Oh Land, der sich allerdings auch heute noch ständig weiter entwickelt.   

 

Die Musik Oh Land ist das Ergebnis einer ungemein stimulierenden Kindheit. Nanna Øland Fabricius schuf sich eine Soundlandschaft, in der sie heute genau so konsequent und vorbehaltlos träumt wie sie früher das Tanztraining betrieb. Bei ihren Auftritten konfrontiert sie das Publikum gleichermaßen mit klanglichen und visuellen Elementen, die von Drumpads über Omnichord bis hin zu selbst gemachten Projektionen auf Luftballons reichen. „Meine Musik soll wie eine Mischung aus 2050 und etwas sehr Klassischem klingen - als wenn man einen Fremden trifft, der einem wie ein alter Freund vorkommt“, erklärt sie.

 

Songwriting besteht für Oh Land nicht nur aus der Kreation von Melodien, die gemeinsame Erfahrungen aufgreifen; ihre Musik beinhaltet auch die das Klicken, Piepsen und Surren der verwendeten Maschinen, das sanfte, menschliche Zupfen der Saiten ihrer Instrumente und kunstfertig aufeinander geschichtete Gesangsharmonien. Es ist der dualen Qualität ihrer Musik (= menschlich und dennoch jenseitig) zu verdanken, dass einige Plattenfirmen (darunter das Sony Music Label „Epic“) die extrem individuelle, hochtalentierte und zielstrebige Künstlerin spätestens nach ihrem Showcase beim SXSW-Festival 2009 auf dem Zettel hatten. Der Auftritt war der Abschluss einer kurzen US-Tour, die Oh Land selbst auf die Beine gestellt hatte.

Anfang 2010 zog Oh Land nach Brooklyn, um die jüngsten Kapitel ihrer turbulenten  Geschichte zu schreiben: die Entstehung eines sich kontinuierlich weiterentwickelnden Albums mit Skalen-sprengenden Samples und honigsüßen Hooklines, das mit Hilfe der  Knöpfchendreher-Skills von Dan Carey (The Kills, Franz Ferdinand, Hot Chip) und Dave McCracken (Depeche Mode, Beyoncé, AFI) allmählich Gestalt annahm.

 

Die Dschungeltrommeln und vielschichtigen Vocals des Songs „White Nights“ künden von der Suche nach Frieden und einem Gefühl des Zuhauseseins im Chaos einer Stadt, die niemals schläft. “There’s a restlessness in me/Keeps me up ’till the dawn/There is no silence/I will keep following the sirens”, singt sie gleichsam in Anspielung auf den Lärm und das Pulsieren der Stadt und die mythologischen Verführerinnen, die den einsamen Seeleuten zurufen. „Das Album soll ein Gleichgewicht zwischen der Großstadt und der Natur herstellen“, erklärt sie, „denn beides zieht mich ständig gleichzeitig in verschiedene Richtungen. Ich lebe und wachse im Auge des Sturms.“

 

Dieses Dualitätsprinzip kommt auch bei „Sun Of A Gun” zum Tragen, das beherzt einen  Bezug von literarischen Hinweisen auf die Sonne („a symbol of the divine that we’re now afraid of”) zum emotionalen Zwielicht einer zum Scheitern verurteilten Beziehung herstellt.   

 

Die Texte von Oh Land könnten auch aus einem Märchenbuch stammen, ihre Bilderwelten sind üppig und mitreißend, sie laden den Hörer ein, an den Rand des Kaninchenbaus zu treten und sich hinein fallen zu lassen. So funktioniert der Song „Wolf & I” einerseits als trippige, herzergreifende Ballade, andererseits aber auch als „moderne Fabel über Zweifel und Angst“, die die Geschichte einer Dreiecksliebesbeziehung zwischen einem Wolf, der Sonne und dem Mond erzählt.    

 

Enthält ihre Musik ein stark allegorisches Element, so lässt sich ihre Herangehensweise an das Thema Performance schon fast als „spirituell“ bezeichnen. „Selbst als ich noch sehr klein war und mich über etwas geärgert habe, wusste ich, dass ich die Klappe halten muss, sobald ich hinter der Bühne bin. Die Magie des Auftritts ist mir sehr heilig.“

 

Der Zauber wurde allerdings zeitweise unterbrochen, als eine schlimme Rückenverletzung ihre Ballettkarriere jäh beendete und ein Arzt der jungen Dänen mitteilen musste, dass sie nie wieder tanzen können würde. „Ich war in dieser Zeit wie ein schwarzes Loch“, erklärt sie. „Die einzige Sache, die mich am Leben erhielt, war die Musik, denn ich hatte das Gefühl, dass ich durch sie immer noch tanzen konnte. Ich konnte mich hinlegen, die Augen schließen und mir Melodien vorstellen, ohne mich zu bewegen.“ Diese finstere Phase in ihrem Leben führte sie letztendlich zu der Erkenntnis, warum sie ursprünglich mit dem Tanzen angefangen hatte: Musik war das kreatives Medium, das sie sich zu Eigen machen würde.“

 

Diese Entdeckung manifestierte sich in Form ihres selbstproduzierten Debütalbums „Fauna“, das 2008 vom skandinavischen Produzenten/DJ Kasper Bjørke veröffentlicht wurde. Das Album enthält die ersten zehn Oh Land-Songs - großartige Klanglandschaften, die nicht von dieser Welt zu stammen scheinen und auch auf den Björk-LPs und Trip-Hop-Tracks nicht fehl am Platze wären, von denen sie in ihrer Jugend geradezu besessen war.

 

Ihre Genesung und ihr nahtloser Übergang zum Songwriting wird auch in dem neuen Stück „Break The Chain” aufgegriffen. Es ist eine ungestüme, aber hoffnungsvolle Schilderung des Oh Land’schen Weges zur Wiedererlangung des Selbstausdrucks, der sie in die Lage versetzt, all jene Ideen, die ihr Unterbewusstsein von Beginn an durchfluteten, ans Tageslicht zu bringen.  

 

Es mag durchaus kompliziert klingen, mit all den verschiedenen Einflüsse und Patchwork-artigen Elementen in ihrer Musik zu Recht zu kommen. Doch fragt man Oh Land, so macht sie heute im Prinzip auch nichts anderes als zu jener Zeit, als sie die Klamotten ihrer Mutter „stylte“ oder jüngeren Studenten hinter dem Rücken der Lehrer neue Tanzschritte beibrachte. Sie bedient sich des Rohmaterials des künstlerischen Ausdrucks und setzt es für ihre Zwecke ein.

 

„Als ich jünger war, dachten wir nicht daran, uns mit Barbie-Puppen zu beschäftigen oder ein Brettspiel zu spielen“, erinnert sich Oh Land, „wir haben uns unsere eigenen Universen erschaffen. Und daran hat sich nichts geändert, außer, dass mein Publikum heutzutage nicht mehr ausschließlich aus meinen Eltern besteht.“

 

Kontakt:

Sony Music International, Neumarkter Str. 28, 81673 München

Sandra Kinzelmann

sandra.kinzelmann@remove-this.sonymusic.com

 

 Foto: Lars Borges

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17.09.2011 gehört zu den erfolgreichsten britischen Solokünstlern

Universal Music

 

 

Mit über 4,5 Millionen verkauften Alben gehört James Morrison zweifellos zu den erfolgreichsten britischen Solokünstlern der letzten Jahre. Bereits sein Debütalbum "Undiscovered" ging geradewegs auf Platz #1 der UK-Charts, während das zweite Album "Songs For You, Truths For Me" aus dem Jahr 2008 unter anderem den Megahit "Broken Strings" hervorbrachte – eine Kollaboration mit Nelly Furtado, die sich über 1,5 Millionen Mal verkaufte und hierzulande auf Anhieb Platz #1 der Media Control Charts eroberte. Am 30. September erscheint sein drittes Album "The Awakeing" und James Morrison präsentiert schon jetzt einen ersten Vorgeschmack:

Einen ersten Song aus "The Awakening" gibt es ab sofort als Videoclip. "Right By Your Side" kann man sich hier ansehen.

Morrison war für "The Awakening" u.a. mit Jessie J im Studio, um den Song Up aufzunehmen - eines von zwei Stücken, die Mark Taylor produziert hat. Bei allen anderen Stücken saß Bernard Butler hinter den Reglern. Morrison dazu: „Die Arbeit mit Bernard Butler hat den Songs eine vollkommen neue Dimension verliehen. Ich glaube, dass es mir gelungen ist, auf dieser Platte zwei Dinge zu vereinen: meine Liebe zu klassischem Soul – sprich: Marvin Gaye, Stevie Wonder, Otis Redding –, kombiniert mit einem Sound, der einfach nur absolut zeitgenössisch ist. Während der Arbeit an diesem Album gab es einschneidende Veränderungen in meinem Privatleben, und ich glaube, man erkennt sofort an der Musik, dass das hier nicht nur die Platte ist, die ich machen wollte, sondern genau diejenige Platte, die ich genau jetzt machen musste.“

 

Wie bereits der Titel seines dritten und mit Abstand besten Albums andeutet, präsentiert sich James Morrison auf "The Awakening" als ein sehr viel reiferer Musiker, als Künstler, der aufgerüttelt wurde, in Aufbruchstimmung ist. In seinem Privatleben ist sehr viel passiert seit der Veröffentlichung des letzten Longplayers; Morrison ist selbst Vater geworden und hat zugleich seinen eigenen Vater verloren, nachdem dieser jahrelang gegen seine Alkoholsucht und eine Depression angekämpft hatte. Darüber hinaus ist der 26-Jährige auch als Sänger gewachsen, als Songschreiber und Musiker, und so gelingt es ihm auf dem dritten Album, all die Geschehnisse und Emotionen der letzten Zeit zu nehmen und sie in seine bisher eindrucksvollsten Songs zu verwandeln. "Meine ersten beiden Alben fühlen sich heute eher wie Übungsrunden an, wie ein paar Schüsse zum Warmwerden", meint er, "und jetzt habe ich die Prüfung endlich bestanden. In gewisser Hinsicht fühlt es sich so an, als wäre diese LP mein erstes richtiges Album." …

Als es an der Zeit war, das zweite Album aufzunehmen, habe er "zu sehr darauf geachtet zu beweisen, warum ich überhaupt ganz oben gelandet war und warum mein Sound bei den Leuten ankam. Ich wollte es ihnen einfach noch mal beweisen." Das sollte ihm in der Tat gelingen: Allein die erste Single "Broken Strings" ist mit 1,5 Millionen verkauften Einheiten noch immer seine erfolgreichste Auskopplung überhaupt, nur konnte er diesen Erfolg nicht so sehr genießen, wie das noch beim Erstling der Fall gewesen war. Rückblickend bezeichnet er seinen zweiten Longplayer nämlich als zu poppig, zu "lauwarm", ja sogar als Schritt in die falsche Richtung. "Ich sagte mir daraufhin folgendes: Wenn ich es im dritten Anlauf nicht berichtigen und alles so machen kann, wie ich es will, dann bin ich raus und schmeiße das alles hin. Ich verliere sonst die Kontrolle, und das kommt für mich nicht in Frage."

Zum Glück ist "The Awakening" genau das Album, das James Morrison schon längst hätte aufnehmen sollen und können; es ist die perfekte Plattform für seine einzigartige Stimme. "Dieses Mal habe ich überhaupt nicht daran gedacht, ob sich etwas verkauft oder nicht, und dadurch habe ich die Arbeit wieder richtig genießen können. Ich hab auch gar nicht andauernd versucht, ganz laute und schwierige Passagen zu singen; stattdessen habe ich mich einfach innerlich zurückgelehnt und so gesungen, wie es mir in den Sinn kam, und dadurch kamen die Songs regelrecht aus mir herausgesprudelt."

Das Resultat dieser lockeren Herangehensweise, "The Awakening", ist ein Album, dessen Folk- und Soul-Songs, zeitlos und zeitgenössisch zugleich, extrem warm klingen, weil alles live eingespielt wurde. Rein musikalisch betrachtet gibt es durchaus Parallelen zu seinem Debütalbum, nur klingt Morrison heute sehr viel selbstbewusster und mutiger. Die Streicher setzen an und heben ab, die Melodien und Harmonien sind übergroß, episch, aufbauend, dazu gibt es Balladen mit sehr viel Soul und, im Fall von "Slave To The Music", sogar einen Abstecher auf die Tanzfläche inklusive Hand-Claps – ein ganz neues Element in seinem Sound. Morrison knüpft gelegentlich an die Motown-Ära an, bezieht Gospel und Country ein, ja sogar ein Hauch Latin schimmert gelegentlich durch. Allein technisch muss man ihn immer noch als einen der größten weißen Soulsänger unserer Zeit bezeichnen, dessen Gesang Stevie Wonder genauso viel schuldet wie Paul Young. Dabei ist Morrison sehr viel mehr als nur ein großes Stimmtalent, denn man hört, dass sein Gesang aus dem Bauch heraus kommt, dass seine Gefühle echt sind: "Ich verstehe unter dem Begriff Popmusik einfach nur großartige Songs, die auch nach Jahren noch gut klingen und bei den Leuten ankommen", meint er. "Doch natürlich gibt es auch die Kehrseite dieser Medaille, die Sache, dass man in dieser Popwelt manchmal auch nur einen Hit hat und dieser Song danach sofort in Vergessenheit gerät. Die Art von Song wollte ich nie machen."

Das neue Album, an dem James Morrison drei Jahre gearbeitet hat, ist sein Debüt für Island Records; die Vorgänger waren bei Polydor erschienen. Das Team jedoch ist noch immer dasselbe wie zuvor: zu den Co-Autoren der Songs zählen unter anderem Steve Robson, verantwortlich z.B. für "Shine" von Take That, Eg White (Duffy), Dan Wilson (Adele) sowie Toby Gad, bekannt für "If I Were A Boy" von Beyoncé. Zehn der 12 neuen Tracks wurden von Bernard Butler produziert, jenem Mann also, der früher bei Suede Gitarre gespielt hat. Seither hat sich Butler, der auf "The Awakening" auch für die Gitarrenspuren verantwortlich war und den Morrison als den "Regisseur der neuen Platte" bezeichnet, mit Aufnahmen für The Libertines, Tricky oder Duffy einen Namen als Produzent gemacht.

"Ich war vor unserem ersten Treffen ganz schön nervös, schließlich kommt er aus einer ganz anderen musikalischen Ecke als ich", berichtet der Sänger über die Arbeit mit Butler. "Ich war dadurch irgendwie angespannt und wollte unbedingt etwas machen, was ihm gefällt. So kam es also, dass ich am Mikrofon voll abgegangen bin, und er immer wieder sagen musste: ‘Entspann dich – du gibst zu viel Gas. Sing die Stelle doch noch mal etwas sanfter ein.’ Am zweiten Tag fiel der Groschen dann und ich wusste mit einem Mal, dass wir auf dem richtigen Weg waren. Ab da war ich nur noch begeistert von der Arbeit mit ihm."

"Bernard hat stets dafür gesorgt, dass die Songs schön luftig bleiben, dass die Produktion nicht so sehr im Vordergrund steht und alles andere überdeckt. Dank ihm kann man ganz deutlich raushören, was in den Stücken so alles passiert. Er hat es geschafft, die LP wie ein richtiges Album klingen zu lassen, ohne den Sound dabei zu glatt zu machen. Sein Ansatz war genau das, was diesen Songs vorher gefehlt hat", berichtet Morrison weiterhin. "Insgesamt waren wir ein ganz schön großes Team, doch unterm Strich saßen wir eigentlich immer nur zu viert im Studio: Schlagzeuger, Bassist, Bernard mit der Gitarre und ich am Mikrofon. Jeden Track haben wir dann sieben, acht Mal aufgenommen, daraus die beste Version ausgewählt und uns dann an den Feinschliff gemacht. Uns war also erst mal wichtig, dass der Vibe, die Stimmung eines Songs stimmt; danach kann man alles Mögliche damit machen und es wird sich meistens super anhören."

Dass es sich bei dem Duett "Up" um einen absoluten Hit-Kandidaten handelt, sieht man quasi schon von weitem; es handelt sich dabei um einen von zwei Songs, die Mark Taylor produziert hat, der auch schon für "Broken Strings", den besagten Morrison-Duett-Hit, hinter den Reglern stand. Morrisons Gesangspartnerin wirkt auf den ersten Blick eher unpassend gewählt: immerhin ist Jessie J die Queen in den Urban-Charts, und ein dreckiges Mundwerk hat sie noch dazu. Der Vorschlag, mit ihr zu arbeiten, kam von Colin Barlow, James’ A&R: "Nicht etwa, dass ich an ihrem Können als Sängerin gezweifelt hätte", sagt Morrison, "doch ich hatte zunächst schon meine Bedenken, ob sie denn nun die Richtige für diese Art von Song war. Doch dann ging sie in die Gesangskabine und legte diese grandiosen Aufnahmen hin – sie ist unfassbar talentiert, so präzise als würde man mit Autotune arbeiten. Ich wollte versuchen, die andere Seite ihrer Persönlichkeit aus ihr herauszuholen, die normaler Seite, das normale Mädchen in ihr. Ich meinte also, ‘Hey, Jessie, du bist wie ein Ferrari, der den ganzen Tag im fünften Gang durch die Gegend rast – schalte mal einen Tick runter, in den dritten Gang.’ Und dann lief alles wie geschmiert: Sie sang den Refrain genau so ein wie ich es hätte machen müssen."

Sein angespanntes Verhältnis zu seinem Vater, der letztes Jahr nach einem langwierigen Kampf gegen seine Alkoholsucht an einem Herzversagen starb, wird im Songtext von "Up" adressiert – und in diversen weiteren Stücke von "The Awakening". "Der Song ist einfach wahnsinnig persönlich: ‘How can I find you when you’re always hiding from yourself/Playing hide and seek with me until it gets too dark inside your shell/Why do I even try when you take yourself for granted – I should know better by now/And when you call, I can already hear that crashing sound as it all falls down.’ Damit will ich ihm im Grunde genommen sagen: ‘Ich werde mich auf deinen ganzen Kram nicht einlassen, aber du sollst wissen, dass du selbst stark genug bist, um das Blatt aus eigener Kraft zum Guten zu wenden.’ Allerdings habe ich Jessie das alles gar nicht so genau erläutert, schließlich hatten wir uns ja gerade erst kennen gelernt. Uns ging es im Studio also einfach nur darum, eine unfassbar krasse Gesangsspur für den Refrain aufzunehmen."

Ein anderer Track, "The Person I Should Have Been", geht zurück auf ein Gedicht, das Morrison nach einem Gespräch mit seinem im Sterben liegenden Vater geschrieben hatte. "Ihm ging es kurz vor seinem Tod sehr, sehr schlecht, und wir unterhielten uns über all die Dinge, die er hätte tun sollen – oder auch über Dinge, die ich hätte tun sollen. Mich hat das ganz schön aus der Bahn geworfen; ich musste also einfach darüber schreiben, um nicht durchzudrehen."

Der direkteste und heftigste Song ist jedoch "In My Dreams": "Den kann ich mir ehrlich gesagt kaum anhören, weil mich die Nummer so sehr bewegt; ich hab auch keinen Schimmer, wie ich das Stück jemals live spielen soll. ‘In My Dreams’ entstand, als ich gerade mit Dan Wilson an neuen Songideen arbeitete. Er fragte mich dann, was gerade so in mir vorging, woraufhin ich ihm erzählte, dass mein Vater kürzlich verstorben war und dass ich irgendwie hoffte, er könne mir im Traum erscheinen, nur war es dazu noch nicht gekommen. Darauf sagte Dan nur: ‘Genau da müssen wir ansetzen’, und als der Titel ‘In My Dreams’ erstmal stand, nahm ich einfach die Gitarre und der Song schrieb sich wie von selbst. Der Track sollte schon auch positiv klingen, so wie die Aufnahmen von Curtis Mayfield oder Stevie Wonder damals. Es sollte sich nämlich so anfühlen, als wäre man selbst in einer Traumwelt, wenn man das Stück hört."

Was den Titelsong der LP angeht, befasst sich Morrison da mit den Erfahrungen, die er selbst als Vater in den vergangenen Jahren sammeln durfte – seine Tochter Elsie ist inzwischen schon drei. „Mir kommt das so vor, als ob ich da erst richtig wach geworden bin und realisiert habe, was richtig und wichtig ist. Früher habe ich immer gesagt: ‘Ach nein, Kinder will ich eigentlich keine’ – und als ich dann plötzlich doch als Vater dastand, gab es nichts Größeres für mich. Dieses Gefühl wollte ich in diesem Song einfangen.“ Das grandiose "I Won’t Let You Go", auf dem er gesanglich wirklich alle Register zieht, widmet er mal wieder seiner Freundin Gill, über die er zuvor schon Songs wie "You Give Me Something" oder, während einer eher schwierigen Phase, "The Pieces Don’t Fit Anymore" geschrieben hatte.

Auch wenn auf "The Awakening" die Gefühle ganz ungeschönt im Mittelpunkt stehen, seien die neuen Tracks keine „Downer-Nummern“, die einen runterziehen, so Morrison. "Ja, natürlich geht es da auch um Probleme – aber zugleich geht es mir auch darum, einen Blick auf mein Leben und mein Umfeld zu werfen, alles abzuwägen, um letztlich das Gute daran zu sehen. Ich schätze mal, dass vielen Leuten gerade dieser Aspekt der Songs gefallen wird, denn so ist das Leben nun mal, so funktionieren Beziehungen halt."

Sein Glaube an das Gute ist übrigens etwas, an dem James Morrison immer wieder festhalten musste, schließlich war seine Kindheit kein Zuckerschlecken. Er kam in Rugby zur Welt, als zweites von insgesamt drei Kindern. Nachdem sein Vater die Familie schon früh sitzengelassen hatte, mussten seine Mutter und die Kids immer wieder umziehen: immer drohte ein Räumungsbefehl, immer waren sie von Schulden geplagt, bis sie in dem Küstenort Porth in Cornwall endlich eine permanente Bleibe fanden – nur war James da schon 15. Er brachte sich dann selbst das Gitarrenspielen bei, und seine ersten Live-Erfahrungen sammelte er als Straßenmusiker; nur seinen Abschluss in Musik schaffte er nicht: "Ich konnte einen Ton hören und ihn sofort auf dem Klavier anschlagen, da lag ich immer richtig; nur hatte ich von der technischen Seite keinen blassen Schimmer."

Es folgten ein paar Jahre, die er mit irgendwelchen miesen Jobs zubrachte, und der absolute Tiefpunkt war während seiner Zeit in Derby erreicht, als James einen Autowaschjob angenommen hatte und einen Lastwagen nach dem anderen waschen musste („Zu der Zeit war ich 19 und lebte eher wie ein 40-Jähriger.“) Doch er ließ sich auch davon nicht unterkriegen und bahnte sich langsam doch noch den Weg zur Musik und dorthin, wo er heute steht – mit Auftritten bei Open-Mic-Nächten und kleinen Gigs in irgendwelchen Läden, bis er schließlich jenen Vertrag mit Polydor unterzeichnete, der sein Leben schlagartig verändern sollte.

Die Erfahrungen dieser Jahre erklären vielleicht auch, warum Morrison so seltsam reagiert, wenn es um seine Stellung als Musiker und um seine Berühmtheit geht. "Ich lege großen Wert darauf und tue alles dafür, mir immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass ich ein ganz normaler Mensch bin. Ich hab zum Beispiel einen Camping-Trip in so einen Haven-Holiday-Park gemacht – und eigentlich wollte ich gar nicht dorthin, aber dann dachte ich mir, ich muss das einfach mal probieren, sonst hat das so was von ‘ich bin mir zu gut dafür’. So als ob ich mir zu schade wäre für solche Haven-Holiday-Parks und jedes Mal nach Hawaii fliegen würde, wenn ich mal entspannen will."

Doch es kam, wie es kommen musste: Morrison wurde angepöbelt, während er mit seiner Tochter schön stilecht Würstchen mit Kartoffelbrei essen wollte. "Ich hab dann noch versucht zu argumentieren, dass ich einfach nur privat da bin mit der Familie, aber letzten Endes musste mich ein Freund regelrecht rausholen aus dieser hitzigen Situation. Und dann saß ich ganz alleine in meinem Zelt, zehn Stunden lang, nur um mein Essen in Ruhe zu mir nehmen zu können. Ich weiß, dass ich so etwas in Zukunft besser lassen sollte, weil an solchen Orten immer Dinge passieren, die kein Mensch braucht, aber wenn ich sie dann nicht mehr mache, habe ich das Gefühl, eine Grenze zwischen mir und meiner Umwelt zu ziehen – und das will ich auch nicht. Ich muss wohl einfach die Gelegenheiten nutzen, wie sie kommen, und nächstes Mal schneller essen."

Die schlechte Nachricht für James Morrison ist folgende: In Zukunft dürfte es für ihn noch schwieriger sein, derartige Camping-Abstecher reibungslos und unbemerkt zu machen. Im Gegenteil: Noch mehr Aufsehen und Gerangel ist vorprogrammiert, denn "The Awakening" ist die Art von Album, mit der er endgültig die Popwelt umkrempeln wird.

"Ja, es fühlt sich wie die richtige Platte zur richtigen Zeit an", räumt auch er abschließend ein. "Ich habe derartige Momente, die sich so anfühlen, bisher nur ganz selten erlebt, aber inzwischen weiß ich sehr genau, wann so ein Moment gekommen ist. Und jetzt gerade habe ich das Gefühl, dass es so weit ist."

 

Foto (c) Julian Broad

 

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Alexandra Stan wurde am 10. Juni 1989 in der 300.000-Einwohner-Hafenmetropole Constanta an der rumänischen Schwarzmeerküste geboren - einer Stadt, die in der Vergangenheit bereits diverse international bekannte Musiker hervor gebracht hatte. Nach ihrem Abschluss an der „Traian High School“ widmete sie sich einem Management-Studium an der „Andrei Saguna Universität“, wo sie aktuell noch als Studentin eingeschrieben ist.   

 

Ihre große Musikalität war ihrer Familie bereits im Alter von drei Jahren aufgefallen, auch  Freunde und Bekannte waren über alle Maßen erstaunt über ihr Gesangstalent, das ihr Umfeld mit vereinten Kräften zu fördern versuchte. Alexandra nahm an einer Vielzahl von  Wettbewerben teil, u.a. beim „Mamaia“-Musikfestival, wo sie das Publikum mit ihrer vielseitigen Stimme begeisterte.

 

Der bislang wichtigste Moment in ihrer Musikkarriere ergab sich schließlich 2009, als sie die beiden „Maan Studio“-Macher Marcel Prodan and Andrew Nemirschi kennenlernte, die ihr Ausnahmetalent ebenfalls sofort erkannten und sie in ihr Team holten. In den folgenden Jahren wurde Alexandra für das Produzenten- und Songwriter-Duo nicht nur zu einer Quelle der Inspiration und Muse – gemeinsam schufen sie auch zahlreiche Songs, die ihnen große (nationale und internationale) Erfolge bescherten. 

 

„Als ich die Jungs zum ersten Mal traf, wusste ich sofort, dass wir ein großartiges Team werden würden“, erinnert sich Alexandra. „Ich wäre heute nicht in der Lage, vor einem Publikum zu singen, wenn sie nicht gewesen wären. Dafür werde ich ihnen immer dankbar sein.“

 

Schon mit den ersten Songs „Show Me The Way” und „Lollipop” wurde auch allen Außenstehenden klar, dass hier ein Erfolgs-Projekt entstanden war. Die erste offizielle Single „Lollipop“ lief im rumänischen Radio und Alexandra wurde in diverse TV-Shows eingeladen. Unzählige Auftritts-Anfragen sorgten dafür, dass die junge Sängerin schon bald auf den Bühnen des ganzen Landes ihre Songs zum Besten gab. Ihr rasanter Popularitätsanstieg war für jedermann auch an ihren YouTube-Plays abzulesen: innerhalb kürzester Zeit sahen über 25 Millionen (!) Menschen den Clip zu „Lollipop“. Die Lizensierungs-Wünsche ließen nicht lange auf sich warten: Labels aus Großbritannien, Irland, Kanada, der Tschechischen Republik, Russland, Italien, Frankreich, Israel und den USA erkundigten sich nach der Möglichkeit, den Song veröffentlichen zu dürfen.    

 
Im Herbst 2011 folgte mit „Mr. Saxobeat“ Alexandras Follow-Up-Single, die in Windeseile die Aufmerksamkeit der Blogger auf sich zog, zu einer der meistgesehensten Videos bei YouTube wurde und sich flugs auf Platz eins der rumänischen Charts platzierte. Wie bereits „Lollipop“ zuvor erscheint „Mr. Saxobeat“ in vielen Ländern weltweit - in Kürze auch in Deutschland.

 

Kontakt: Promotion Columbia Deutschland, Neumarkter Str. 28, 81673 München

Dominik Gebhard

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Foto © Andrei Nemirschi

 

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01.09.2011 exquisiter, zeitgenössischer Folk-Sound

Heike Urban

 

 

Musikvideo: Fatoumata Diawaras Debütalbum bringt ein neues, großes Talent zum Klingen

Das Bild von einem Mädchen mit einer Gitarre hat etwas Zeitloses: Die temperamentvolle Folk-Poetin, die die Welt mit ihrer Musik begeistert. Den Archetyp haben Joan Baez und Joni Mitchell erschaffen, und Generationen von Künstlerinnen – von Tracy Chapman bis Laura Marling – haben ihn weiterentwickelt. Jetzt erfindet Fatou dieses starke Bild neu, für eine andere Zeit und einen anderen Kontinent. Damit gibt sie dem Konzept einer Singer/Songwriterin eine unverwechselbar afrikanische Note. Fatoumata Diawaras Debütalbum bringt ein neues, großes Talent zum Klingen – mit einer Reihe wunderschöner, selbst geschriebener Songs und einer aufregenden Lebensgeschichte dahinter.

 

Groß, unglaublich souverän und elegant, mit einem einnehmenden Lächeln, verwandelt sie Elemente aus Jazz und Folk zu einem exquisiten, zeitgenössischen Folk-Sound. Dabei bricht sie die rockigen Rhythmen und reichen Melodien ihrer Wassoulou-Tradition mit einer instinkthaften Pop-Empfindsamkeit auf. Im Zentrum ihrer Kunst stehen Fatous warme, berührende Stimme, sparsames und rhythmisches Gitarrenspiel und atemberaubend melodische Songs, die oftmals auf ihre zumeist turbulenten Erlebnisse zurückgreifen.

 

Fatou kam in der Elfenbeinküste zur Welt und wuchs in Mali auf. Heute lebt die 29-Jährige in Paris. Ihr junges Leben vereint eine Vielzahl afrikanischer Erfahrungen der heutigen Zeit: Der Kampf gegen den Widerstand ihrer Eltern in Bezug auf ihre künstlerischen Ambitionen. Und die kulturellen Vorurteile, denen Frauen überall in Afrika begegnen. Fatou selbst wurde als Schauspielerin in Film und Theater erfolgreich, bevor sie ihren Platz in der Musik fand.

 

 „Kanou“, der Eröffnungstrack, typisiert den minimalistischen, dennoch sinnlichen Gestus des Albums – mit Fatous sehnsuchtsvollem Gesang. „Bissa“ unterlegt die ironische Kommentierung des Rechts einer Frau, ihren Ehepartner selbst zu wählen, mit einem Funk-Groove. „Boloco“ hingegen stellt Fatous von Herzen kommende Worte über das kontroverse Thema weiblicher Beschneidung mit Anklängen einer exquisit spärlichen Gitarre und dem Ngoni-Spiel der talentierten jungen Künstler Guimba und Moh Kouyate. Das herrlich eingängige „Sowa“ etabliert einen genussvollen Percussion-Klang, nur mit Stimme und akustischer Gitarre. Der Text ist inspiriert von Fatous eigener schmerzhafter Erfahrung mit der afrikanischen Praxis, Kinder bei anderen Menschen aufwachsen zu lassen. „Bevor ihr euer Kinder ins Leid schickt, schaut ihnen in die Augen.“

 

Damon Albarn, Toumani Diabaté, Herbie Hanckock und John Paul Jones von Led Zeppelin sind nur einige wenige derjenigen, die Fatous musikalischem Zauber erlegen sind. Sie war bei Shows von Africa Express und AfroCubism präsent und hat bei Hancocks Projekt „Imagine“ mitgewirkt. Ihr Debüt aber ist fast vollständig ihr eigenes Werk: Selbst komponiert und arrangiert, auch Background-Gesang und Percussion stammen von ihr. Das Album atmet mit der natürlichen Wärme, dem Selbstvertrauen und der Spontaneität, die Fatou ausmachen.  

 

Vö: 16. September 2011, Indigo/World Circuit

 

Heike Urban

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27.08.2011 Tragikomödie von Güzin Kar

kino.de

 

Jetzt im Kino - Fliegende Fische müssen ins Meer - lockerer Beziehungsdramödie mit Meret Becker

 

Tragikomödie von Güzin Kar, das von einem 15-jährigen Mädchen erzählt, das von der Seefahrt träumt und sich in einen wesentlich älteren Arzt verliebt.

Der gut aussehende Eduardo kommt als neuer Arzt in einen kleinen Ort im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet am Rhein und tut sich etwas schwer mit dem Einleben. Dort wohnt die 15-jährige Nana mit ihrer offenherzigen und etwas prolligen Mutter Roberta.

Beide sind auf der Suche nach was Besserem im Leben. Und während Roberta versucht, endlich erwachsen zu werden, träumt Nana davon, als Kapitän zur See zu fahren. Und dass sie den Traum nicht aufgibt, dabei hilft ihr schließlich Eduardo.

KRITIK:

Mutter und Tochter müssen in Güzin Kars singfreudiger Tragikomödie, die das Herz am rechten Fleck trägt, erwachsen werden.

Als Eduardo (Barnaby Metschurat), der neue Arzt in dem kleinen Kaff im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet am Rhein, vergeblich angeln will, empfiehlt ihm die noch 15-jährige Nana (Elisa Schlott), die dort als Schleusenwart arbeitet, das lokale Fischgeschäft, das alle Sorten führt - bis auf die fliegenden.

Die gibt es nur im Meer. Und dorthin möchte das frühreife Mädchen: nämlich als Kapitän zur See fahren. Der junge, gutaussehende Arzt wird ihr helfen, diesen schon fast aufgegebenen Traum zu verfolgen, derweil sich zwischen beiden andeutungsweise eine Liebesgeschichte entwickelt, die doch keine sein darf.

Das verleiht der ansonsten alle gängigen "Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken"-Klischees auffahrenden Tragikomödie einen pikanten erotischen Subtext, der nicht so ganz zum etwas prüden TV-Look passen will.

Vornehmlich handelt Güzin Kars Film, einer Schweizerin mit türkischen Wurzeln, die alle drei "Wilden Hühner"-Drehbücher schrieb, von einem Mutter-Tochter-Gespann in vertauschten Rollen, die beide das lernen müssen, was sie nicht können: Die Mutter Roberta (Meret Becker), ein ordinäres Flittchen, das verbal in die Offensive geht, versucht erwachsen zu werden.

Die Tochter, die als Ich-Erzählerin den Handlungsfortlauf erfrischend zynisch kommentiert, sollte Jugendliche sein dürfen, anstatt Vollversorgerin ihrer beiden kleinen Geschwister. Ein doppeltes Coming-of-Age, das seine Problemlagen mit viel unverfänglichem Klamauk löst, der aber abwechslungsreich inszeniert ist und durch viele Regieeinfälle einen herzlichen Ton erhält.

Dafür sorgen auch die mit einigen deftigen Dialogen versehene Parodie-Sequenzen auf bräsige Provinznester, in der zahlreiche Karikaturen auftreten, die aber trotz mancher Häme durchweg positiv, wenn auch oft eindimensional gezeichnet sind.

So gestaltet sich die Suche nach einem Mann für die Familie, der das Jugendamt im Nacken sitzt, auch deshalb so unterhaltsam, weil der Film munter zwischen lockerer Beziehungsdramödie und Teenie-Melodram pendelt.

Die erfolglosen One-Night-Stands der Proll-Braut, ihr Unwille gegen einen kinderlieben Softie, sowie die aufkeimenden Gefühle des Mädchens sind keineswegs Kontrast, sondern unterstreichen mit dem Leonard-Cohen-Soundtrack unerfüllte Sehnsüchte, die vor allem Elisa Schlott besonders anrührend darstellt. Sie hat das Potenzial zur namhaften Schauspielerin.

tk.

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Schweiz/Deutschland 2011
Laufzeit: 84 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

 

Meret Becker
Elisa Schlott
Barnaby Metschurat

 

Regie: Güzin Kar
Verleih: Movienet

 

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23.08.2011 erzählt von der großen liebe

kino.de

 

Jetzt im Kino: Westwind - Ein Kraftvolles Melodram - eine deutsch-deutsche Sommerliebe zweier unzertrennlichen Schwestern

Kraftvolles Melodram vom "Am Ende kommen Touristen"-Regisseur. Darin trennen sich im letzten Jahr der DDR die Wege zweier eigentlich unzertrennlicher Schwestern. 

Ein Jahr vor dem Ende der DDR reisen die beiden unzertrennlichen Zwillingsschwestern Doreen und Isabel ins sozialistische Ferienlager im westungarischen Balaton, ehemals Plattensee, um dort für ihre Karriere als Kaderruderer im Zweier ohne zu trainieren.

Als sie ein Quartett versnobter, aber sympathischer Hamburger Jungs kennenlernen, schleichen sie sich nachts aus dem umzäunten Pionierlager, um verbotenerweise mit dem Klassenfeind zu feiern. Dabei verliebt sich Doreen in den sensiblen Arne und gerät in einen tiefen Gewissenskonflikt.

KRITIK:

Im letzten Jahr der DDR trennt eine deutsch-deutsche Sommerliebe zwei unzertrennliche Schwestern, woraus Robert Thalheim ein kraftvolles Melodram strickt.

"Never let me down again" singen die Synthie-Popper Depeche Mode programmatisch. Auch wenn der nostalgische Disco-Sound damit so voll aufdreht wie die Filmmusik - Robert Thalheim hat einen kleinen, persönlichen Film über die deutsche Teilung gedreht.

Einen, der schwankt zwischen gefühlstrunkenem Liebesmelo und leicht sperrigem Sozialismus-Schwesterndrama, und trotzdem funktioniert. Die zunächst anheimelnde (N)Ostalgie weicht einer unverklärten Betrachtung deutsch-deutscher Differenzen, die Talheim behutsam und glaubhaft ausbreitet - wie sein Kritikererfolg "Am Ende kommen Touristen" mit großem Geschichtsbewusstsein.

Die strikt verbotene Annäherung an den westdeutschen Klassenfeind ist es, die zwei unzertrennliche und zunächst noch unbekümmerte Schwestern mit dem paranoiden politischen System ihres Staates kollidieren lässt.

Dabei weht auf der Reise der Ruderinnen ins ungarische Ferienlager am Balaton, Europas flächengrößten Binnensee, ein Hauch von Freiheit, die sie, autoritätshörig, erst einmal für sich entdecken müssen.

Aus der steifen Begegnung mit einem versnobten Wohlstandswessi-Quartett, die recht schematisch, mit unter holzschnittartig verläuft, entfaltet sich eine ungemein zarte Romanze, die vom Unglück der beiden Liebenden handelt. Der Ostblock ist für sie großes Gefängnis, aber auch Heimat.

Wie es Thalheim gelingt, trotz mancher oberflächlicher Dialoge herzergreifend von Unfreiheit und zugleich der einen großen Liebe zu erzählen, begeistert. Auch wegen den sensiblen Darsteller, besonders Friederike Becht und Franz Dinda, die im Herzen die Mauer einreißen.

So wird der Loyalitätskonflikt zwischen Linientreue und Republikflucht auf die emotionale Ebene verlagert, wo Doreen sich zwischen ihrer innig geliebten Schwester und der Liebe ihres Lebens entscheiden muss. Daraus entsteht eine Fluchtgeschichte ohne Mauer-Pathos.

tk.

www.kino.de

 

Deutschland/Ungarn 2011
Laufzeit: 92 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Friederike Becht
Luise Heyer
Franz Dinda

Regie: Robert Thalheim
Verleih: Zorro

 

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18.08.2011 Im Geiste der Nouvelle Vague

Leger und beschwingt, voller Lebenslust und durchwoben von tiefer Poesie und einer – bei aller offensichtlichen Leichtigkeit – milden Grundmelancholie, so bezaubern uns die in Paris entstandenen, romantischen Schwarz-Weiß-Fotografien, die dieses Album begleiten und seinen Titel illustrieren, wie es ähnlich treffend wohl nur den Bildern aus Filmen wie »Außer Atem« und »Jules & Jim« hätte gelingen können, die »Aus lauter Liebe« inspiriert haben, wie kaum etwas sonst.

François Truffaut hat einmal gesagt: »Der Film von Morgen wird ein Akt der Liebe sein.« Ersetzt man in diesem Zitat den Begriff »Film« durch »Kunst«, dann erschließt sich der Albumtitel als programmatisches Statement im Geiste der Nouvelle Vague: »Aus lauter Liebe« atmet den gleichen Spirit, es erweckt die gleichen Sehnsüchte und beschwört die gleichen Ideale, die die Meisterwerke des französischen Films noch heute in uns wachrufen.

Und es ist bezeichnend für KLEE, dass sie für ihr fünftes Album den Blick gen Frankreich richten und damit erneut über den Tellerrand hinausblicken: Sie haben ein gefeiertes Album in den USA veröffentlicht, Titel auf englisch, russisch und französisch aufgenommen, Konzerte rund um den Erdball gespielt und überall die Herzen im Sturm erobert.

KLEE sind – das kann man zweifellos sagen – ein Phänomen: nicht nur eine Institution in Sachen Herzensdingen und Ohrwürmern, sondern ihren Fans treue Begleiter, Ratgeber und Seelentröster, denen diese sogar auf Konzerte bis nach Russland oder China hinterher reisen. Ein Status, dem KLEE auf ihrem neuen Album in jeder Beziehung Rechnung tragen.

Produziert von Olaf Opal (The Notwist, Juli, Polarkreis 18) und Jochen Naaf (Polarkreis 18, Peter Licht, Bosse) markiert der Reigen weltumarmender Evergreens, den sie uns auf »Aus lauter Liebe« präsentieren, nun unweigerlich den Aufstieg von den Superstars der Herzen zu allerhöchsten Popstarweihen.

Noch nie hat Suzie Kerstgens‘ samtig hauchende Stimme intimer, präsenter und selbstverständlicher geklungen, nie zuvor waren Sten Servaes‘ Kompositionen so sehr dafür geschaffen, uns nicht nur im Alltag, sondern vor allem in diesen ganz besonderen Situationen zu begleiten, in denen die Emotionen mit uns Karussell fahren.

Die jubilierende Mandoline, die triumphierenden Bläser und ein Text, den jeder aus ganzem Herzen mitsingen wird, der schon einmal darauf gehofft hat, ein ganz besonderer Abend möge nie zu Ende gehen, machen »Ich will nicht gehen, wenn’s am schönsten ist«, zu einer enthusiastischen Hymne ans Hier und Jetzt, einer Ode an den unstillbaren Durst auf die Liebe und das Leben.

Und zu welchem Song möchte man lieber Pläne für ein gemeinsames Leben schmieden als zu »Willst du bei mir bleiben«, einem so berührenden, wie selbstbewussten Bekenntnis zur lebenslangen Bindung.

In Anbetracht der Größe der in »Stell dir vor« beschworenen Utopien können die Klänge gar nicht üppig, das Arrangement nicht episch, die Worte nicht stark genug sein. Hier zeigen KLEE, wie man so sagt, ganz großes Kino.

Apropos Kino: Dass auch Songs wie »Außer Atem«, »Adieu« und die Romy-Schneider-Hommage »Nimm dein Leben in die Hand« an das französische Kino der frühen sechziger Jahre erinnern, macht deutlich, wie konsequent sich die Botschaft von Artwork und Titel auch durch die Texte des Albums zieht.

Da ist es bloß folgerichtig, dass »Aus lauter Liebe« nicht nur mit Oden auf unvergessliche Augenblicke glänzt, sondern gerade die leisen Songs, in denen auch Wehmut und Abschiedsschmerz den Ton angeben, dieses Album auszeichnen. Etwa das dramatische, sehnsuchtstrunkene »Meilenweit« und die federleichte Ballade »Fliegen«. Nicht zu vergessen das elegische »Vergiss nicht« und ganz besonders »Adieu« – sicherlich einer der poetischsten Songs des Albums und, wie die zärtliche Akustiknummer »Wir beide«, von Suzie und Sten im Duett vorgetragen. KLEE profilieren sich durch unvergessliche Melodien und die Feinnervigkeit ihrer Inszenierung, ein für alle Mal als Großmeister des melancholischen Liebeslieds. Und jeder dieser Songs hat für sich genommen das Zeug, ein ganzes Album zu tragen.

KLEE wissen, was sie ihren Fans nach der Zeit des Wartens auf ein neues Album schuldig sind: Mit »Puls und Herzschlag«, »Außer Atem« und »Nimm dein Leben in die Hand« knüpfen sie nahtlos an Hits wie »Gold« und »Zwei Herzen« an, indem sie sich einmal mehr vor dem Dancefloor-orientierten Britpop der Achtziger verbeugen und diesen mit Verve und Eleganz in die Jetztzeit transportieren.

»Natalie« schließlich, mit seinen treibenden Handclaps und der markanten Twang-Gitarre, sowie das von federweichen, sphärischen Harmoniegesängen getragene »Schmetterlingsflügelschlag« – nach »Ich will nicht gehen, wenn’s am schönsten ist« eine weitere Huldigung an die Magie des Augenblicks – bilden mit ihren Sixties-Anleihen die goldene Mitte eines Albums voller zutiefst emotionaler und lebenskluger Songs. Eines Albums, das vom unbedingten Willen zur Schönheit beseelt ist und einem zunehmend fremdbestimmten Alltag und dem allgegenwärtigen Diktat der Coolness das romantische Ideal von Freiheit und Selbstbestimmung entgegensetzt – ganz im Geiste der Nouvelle Vague:

»Aus lauter Liebe«.

 

VÖ 26.8.2011 Island (Universal)

 

© Universal Music, Foto by Jo Jankowski

 

 

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14.08.2011 urbritische Mischung aus Folk und Soul

Universal Music

 

Die Musik von Jonathan Jeremiah stammt aus einer anderen Welt, von einem Ort, an dem es keine schnellen Hits gibt, kein Songwriting am Fließband. Hier geht es gemächlich zu, hier haben die Dinge Zeit, um zu reifen: Jonathan hat fast ein ganzes Jahrzehnt an einem Sound gefeilt, an seiner ganz eigenen und doch urbritischen Mischung aus Folk und Soul. Seine Stimme klingt von Natur aus tief, durchdringend und dramatisch, die Instrumentierung dazu ist eindrucksvoll und opulent, auch wenn er die Gitarre oftmals nur zupft und nicht anschlägt. In einem Wort: Sein Sound ist das Resultat einer langen Reise, die mit dem Gitarrenunterricht eines Sechsjährigen begann – und mit „A Solitary Man“ ein erstes großes Ziel erreicht hat.

Nach ausgedehnten Gesangsabenden im Kreis der Familie, gemeinsam mit seinen fünf Geschwistern, zum Beispiel während verschiedener Reisen nach Tipperary, in den Heimatort seiner Mutter, entdeckte er schließlich die gewaltige Plattensammlung seines Vaters, die immer neue Einflüsse bereithielt. Ein paar Beispiele: Künstler wie Scott Walker, Cat Stevens, Serge Gainsbourg und John Martyn entpuppten sich als nachhaltig prägend – und das hört man sofort. Während seine Freunde sich also mit den jeweils angesagten Hits der Popwelt bzw. irgendwelcher Indie-Szenen befassten, arbeitete er sich immer weiter in die Vergangenheit zurück und schuf damit jenen Nährboden, auf dem sein ganz eigener Ansatz sich entwickeln konnte. Mit 21 machte Jonathan dann eine Reise durch die Staaten: In der Lobby eines New Yorker Hotels malte er ein pointillistisches Werk und sang abends für Kost und Logis, um sich danach in Richtung Westküste aufzumachen. „Ich dachte immer, dass ich in Los Angeles bestimmt Carole King oder Carly Simon treffen würde, aber dieser Crew aus den Sechzigern bin ich leider nie begegnet – die Mamas & Papas waren ausgeflogen. Überhaupt war das alles ganz anders, als ich mir das vorgestellt hatte. Ich war dort hingegangen, weil ich glaubte, im Westen bestimmt gleich Gesinnte zu treffen, aber als ich dann ganz allein dastand, wusste ich mit einem Mal viel mehr zu schätzen, was ich zuvor gehabt hatte, in der Heimat.“

Klingt enttäuschend, doch sein Abstecher in die USA war nicht vollkommen umsonst: Die Inspiration kam zwischenzeitlich, und zentrale Stücke wie „Happiness“ und „Solitary Man“ entstanden dort – letzterer wurde von einer 90-jährigen Großtante inspiriert, die er in Kalifornien traf. Zurück in der Heimat entpuppte sich dann die Entdeckung eines analogen Studios in Dollis Hill als die Art von Impuls, die ihm nun noch gefehlt hatte. Mehr noch: Kurze Zeit später lernte er auch die Musiker vom Heritage Orchestra kennen, ein junges Orchester, dessen Ansatz sich bestens mit seinen Kompositionen vereinen ließ – und die überhaupt auf seiner Wellenlänge waren. Während sich Jules Buckley um die Streicher-Arrangements kümmerte, machte sich Jonathan daran, die Tracks eigenhändig zu produzieren und abzumischen.

„Mir war wichtig, dass ich das Album im Alleingang produziere. Wenn ich mit einem anderen Produzenten arbeite und ihm sage, dass ich ein 24-köpfiges Orchester mitsamt Flügelhorn brauche, dann bekomme ich als Antwort darauf eher zu hören, dass man das ja auch mit einem Keyboard hinbekommt. Die Leute können sich oftmals einfach nicht vorstellen, was für Ideen man hat, deswegen ist es am besten, die Dinge selbst in Angriff zu nehmen. Jules hingegen wusste schon am ersten Tag, was für ein Sound mir vorschwebte.“

Ein paar Nachtschichten beim Sicherheitsdienst, der für die Londoner Wembley Arena zuständig ist, bescherten ihm schließlich das nötige Kleingeld, um die Produktion in Eigenregie zu finanzieren: „Eine Nachtschicht, und ich konnte mir wieder einen Geiger leisten. Die nächste Nacht war dann der Kontrabassist abbezahlt.“

Was die eigentliche Produktion anging, nahm er sich die Beach Boys oder Veröffentlichungen aus dem Hause Motown zum Vorbild: organische, analoge Aufnahmemethoden schienen der beste Weg zu sein, um seinen Kompositionen gerecht zu werden. Alles sollte so klingen, wie er sich das immer vorgestellt hatte. Ohne Kompromisse. Ohne Abstriche.

Das Kernstück seiner Musik ist definitiv Jonathans Gesang – diese durchdringende, sonore, zeitlose und kräftige Stimme. „Ich muss wohl 14 gewesen sein, als meine Stimme diesen unglaublich tiefen Bariton ausgebildet hat. Damals war das nicht so toll, um ehrlich zu sein, weil alle wie Jeff Buckley klingen wollten. Ich fühlte mich demnach zunächst etwas deplatziert, aber im Laufe der Jahre habe ich den Bariton dann schätzen gelernt.“ Zu diesem Bariton gesellt sich sein flüssiges, warmes Gitarrenspiel, das zweite Kernelement seiner wunderschönen Songs: „Ich kann es mir gar nicht vorstellen, wie man ohne Gitarrenbegleitung überhaupt singen kann. Ich hab das sogar mal probiert, aber keine Chance. Selbst als ich die Gesangsparts für das Album eingesungen habe, hatte ich die Gitarre dabei und hab dazu mitgespielt. So mussten wir die Gitarrenspuren für die Instrumentals schließlich alle noch einmal aufnehmen, weil man meine Stimme im Hintergrund noch hören konnte!“

Inhaltlich befasst sich Jonathan Jeremiah auf seinem Debütalbum mit unterschiedlichen Facetten der Gefühlswelt – den Regungen des Herzens, mit menschlichen Sehnsüchten. Allerdings beginnt er seine emotionalen Landkarten mitunter an Orten, mit denen wohl nur die wenigsten rechnen würden: Der Song „That Same Old Line“ geht beispielsweise auf den schrägen Fantasy-Filmklassiker „Talon im Kampf gegen das Imperium“ (1982) zurück: „Da habe ich mir einen König vorgestellt, der Ärger mit seiner Königin hat, woraufhin der Hofnarr ihm ins Ohr flüstert: ‘tell her the same old line, like you used to.’ Die Zeile wird’s schon richten.“

Nach all der Sucherei, den Nachtschichten, den Lektionen, die er sich bei den Altmeistern abschauen konnte, steht Jonathan Jeremiah mit einem Album in den Startlöchern, das in erster Linie auf dem basiert, was schon ganz am Anfang seiner Reise da war: „Ich hatte das Bedürfnis, die Musik so unangetastet wie möglich, also sie eigentlich so wie damals zu präsentieren – sie also nicht mit irgendwas zu besudeln, was es sonst noch gibt.“ Das gilt auch für die Konzerte: Seine Live-Band besteht zwar neuerdings auch aus Blechbläsern und Perkussionisten, aber im Mittelpunkt steht doch immer er allein, seine Stimme, seine Gitarre. Ohne Firlefanz. Und: Die Schichten am Wembley-Stadion waren nicht nur gut für sein Konto. Auch sein nächster großer Traum nahm während dieser Nachtschichten immer konkretere Formen an...

„Ich habe Konzerte schon immer als eine Art Konversation verstanden, als einen Dialog mit dem Publikum. Als ich in der Wembley Arena arbeitete, konnte ich Leute wie Bruce Springsteen und Neil Diamond aus nächster Nähe sehen. Das hat mich sehr beeindruckt. Mitten in der Nacht nach dem Springsteen-Gig war ich da, das Stadion war leer, die Tore wurden gerade verschlossen. Ich bin dann rauf auf die Bühne und hab mir das Publikum vorgestellt – und wie bitte soll einen dieser Gedanke, dieser Traum kalt lassen?“ 

„A Solitary Man“ ist ein Album, das über Jahre hinweg entstanden und gereift ist. Es ist ein Beweis dafür, dass ganz große Dinge manchmal einfach Zeit brauchen. Es war wohl die richtige Mischung aus Entschlossenheit, Leidenschaftlichkeit, Hingabe und Liebe zum Detail. Denn jetzt ist der große Moment gekommen: Jonathan Jeremiah lädt uns ein in seine Welt. Die Welt von „A Solitary Man“.

 

VÖ 12.8.2011 Island/Universal

 

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10.08.2011 Redaktions-Tipp: eine ausnahmestimme!

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Die Hamburgerin Zascha Moktan ist eine der wenigen deutschen Stimmen, die nicht nur Produzenten und Songwriter in ihrem Heimatland fasziniert. Knapp drei Jahre nach ihrem Radiohit „Ouch!’“ ist dieses mal ein Mann auf sie aufmerksam geworden, der einst von einem der erfolgreichsten Produzenten unserer Zeit supported wurde, bevor er selbst einer wurde: Die One Republic Hit-Maschine Ryan Tedder.

Zaschas neue Single „Strangers“ wurde von Tedder geschrieben und mitproduziert, der ein unbeschreibliches Händchen für lupenreine Pop Hits besitzt ohne sich dabei zu wiederholen.  Getragen wird der Track von den für ihn so charakteristischen mächtigen Drums und erzeugt das Tedder typische Gefühl von Weite und Raum. Dieses Grundrezept ergibt gemeinsam mit Zaschas powervollen Vocals einen magischen Hörgenuss.

Ryan machte seine Zusage und Produktion zunächst von der Qualität der Aufnahme abhängig, die eine ihm bis vor kurzem noch unbekannte Zascha Moktan aus Deutschland abliefern würde. Nachdem er ihre Aufnahme gehört hatte, hat es nicht mal zwei Tage gedauert, bis er die fertige Produktion ablieferte … so beeindruckt war er von Zascha und ihrer Performance.


Zascha Moktans 2. Studioalbum “State Of Mind” erschien am 10.06.2011.

 

 

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