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17.09.2011 gehört zu den erfolgreichsten britischen Solokünstlern

Universal Music

 

 

Mit über 4,5 Millionen verkauften Alben gehört James Morrison zweifellos zu den erfolgreichsten britischen Solokünstlern der letzten Jahre. Bereits sein Debütalbum "Undiscovered" ging geradewegs auf Platz #1 der UK-Charts, während das zweite Album "Songs For You, Truths For Me" aus dem Jahr 2008 unter anderem den Megahit "Broken Strings" hervorbrachte – eine Kollaboration mit Nelly Furtado, die sich über 1,5 Millionen Mal verkaufte und hierzulande auf Anhieb Platz #1 der Media Control Charts eroberte. Am 30. September erscheint sein drittes Album "The Awakeing" und James Morrison präsentiert schon jetzt einen ersten Vorgeschmack:

Einen ersten Song aus "The Awakening" gibt es ab sofort als Videoclip. "Right By Your Side" kann man sich hier ansehen.

Morrison war für "The Awakening" u.a. mit Jessie J im Studio, um den Song Up aufzunehmen - eines von zwei Stücken, die Mark Taylor produziert hat. Bei allen anderen Stücken saß Bernard Butler hinter den Reglern. Morrison dazu: „Die Arbeit mit Bernard Butler hat den Songs eine vollkommen neue Dimension verliehen. Ich glaube, dass es mir gelungen ist, auf dieser Platte zwei Dinge zu vereinen: meine Liebe zu klassischem Soul – sprich: Marvin Gaye, Stevie Wonder, Otis Redding –, kombiniert mit einem Sound, der einfach nur absolut zeitgenössisch ist. Während der Arbeit an diesem Album gab es einschneidende Veränderungen in meinem Privatleben, und ich glaube, man erkennt sofort an der Musik, dass das hier nicht nur die Platte ist, die ich machen wollte, sondern genau diejenige Platte, die ich genau jetzt machen musste.“

 

Wie bereits der Titel seines dritten und mit Abstand besten Albums andeutet, präsentiert sich James Morrison auf "The Awakening" als ein sehr viel reiferer Musiker, als Künstler, der aufgerüttelt wurde, in Aufbruchstimmung ist. In seinem Privatleben ist sehr viel passiert seit der Veröffentlichung des letzten Longplayers; Morrison ist selbst Vater geworden und hat zugleich seinen eigenen Vater verloren, nachdem dieser jahrelang gegen seine Alkoholsucht und eine Depression angekämpft hatte. Darüber hinaus ist der 26-Jährige auch als Sänger gewachsen, als Songschreiber und Musiker, und so gelingt es ihm auf dem dritten Album, all die Geschehnisse und Emotionen der letzten Zeit zu nehmen und sie in seine bisher eindrucksvollsten Songs zu verwandeln. "Meine ersten beiden Alben fühlen sich heute eher wie Übungsrunden an, wie ein paar Schüsse zum Warmwerden", meint er, "und jetzt habe ich die Prüfung endlich bestanden. In gewisser Hinsicht fühlt es sich so an, als wäre diese LP mein erstes richtiges Album." …

Als es an der Zeit war, das zweite Album aufzunehmen, habe er "zu sehr darauf geachtet zu beweisen, warum ich überhaupt ganz oben gelandet war und warum mein Sound bei den Leuten ankam. Ich wollte es ihnen einfach noch mal beweisen." Das sollte ihm in der Tat gelingen: Allein die erste Single "Broken Strings" ist mit 1,5 Millionen verkauften Einheiten noch immer seine erfolgreichste Auskopplung überhaupt, nur konnte er diesen Erfolg nicht so sehr genießen, wie das noch beim Erstling der Fall gewesen war. Rückblickend bezeichnet er seinen zweiten Longplayer nämlich als zu poppig, zu "lauwarm", ja sogar als Schritt in die falsche Richtung. "Ich sagte mir daraufhin folgendes: Wenn ich es im dritten Anlauf nicht berichtigen und alles so machen kann, wie ich es will, dann bin ich raus und schmeiße das alles hin. Ich verliere sonst die Kontrolle, und das kommt für mich nicht in Frage."

Zum Glück ist "The Awakening" genau das Album, das James Morrison schon längst hätte aufnehmen sollen und können; es ist die perfekte Plattform für seine einzigartige Stimme. "Dieses Mal habe ich überhaupt nicht daran gedacht, ob sich etwas verkauft oder nicht, und dadurch habe ich die Arbeit wieder richtig genießen können. Ich hab auch gar nicht andauernd versucht, ganz laute und schwierige Passagen zu singen; stattdessen habe ich mich einfach innerlich zurückgelehnt und so gesungen, wie es mir in den Sinn kam, und dadurch kamen die Songs regelrecht aus mir herausgesprudelt."

Das Resultat dieser lockeren Herangehensweise, "The Awakening", ist ein Album, dessen Folk- und Soul-Songs, zeitlos und zeitgenössisch zugleich, extrem warm klingen, weil alles live eingespielt wurde. Rein musikalisch betrachtet gibt es durchaus Parallelen zu seinem Debütalbum, nur klingt Morrison heute sehr viel selbstbewusster und mutiger. Die Streicher setzen an und heben ab, die Melodien und Harmonien sind übergroß, episch, aufbauend, dazu gibt es Balladen mit sehr viel Soul und, im Fall von "Slave To The Music", sogar einen Abstecher auf die Tanzfläche inklusive Hand-Claps – ein ganz neues Element in seinem Sound. Morrison knüpft gelegentlich an die Motown-Ära an, bezieht Gospel und Country ein, ja sogar ein Hauch Latin schimmert gelegentlich durch. Allein technisch muss man ihn immer noch als einen der größten weißen Soulsänger unserer Zeit bezeichnen, dessen Gesang Stevie Wonder genauso viel schuldet wie Paul Young. Dabei ist Morrison sehr viel mehr als nur ein großes Stimmtalent, denn man hört, dass sein Gesang aus dem Bauch heraus kommt, dass seine Gefühle echt sind: "Ich verstehe unter dem Begriff Popmusik einfach nur großartige Songs, die auch nach Jahren noch gut klingen und bei den Leuten ankommen", meint er. "Doch natürlich gibt es auch die Kehrseite dieser Medaille, die Sache, dass man in dieser Popwelt manchmal auch nur einen Hit hat und dieser Song danach sofort in Vergessenheit gerät. Die Art von Song wollte ich nie machen."

Das neue Album, an dem James Morrison drei Jahre gearbeitet hat, ist sein Debüt für Island Records; die Vorgänger waren bei Polydor erschienen. Das Team jedoch ist noch immer dasselbe wie zuvor: zu den Co-Autoren der Songs zählen unter anderem Steve Robson, verantwortlich z.B. für "Shine" von Take That, Eg White (Duffy), Dan Wilson (Adele) sowie Toby Gad, bekannt für "If I Were A Boy" von Beyoncé. Zehn der 12 neuen Tracks wurden von Bernard Butler produziert, jenem Mann also, der früher bei Suede Gitarre gespielt hat. Seither hat sich Butler, der auf "The Awakening" auch für die Gitarrenspuren verantwortlich war und den Morrison als den "Regisseur der neuen Platte" bezeichnet, mit Aufnahmen für The Libertines, Tricky oder Duffy einen Namen als Produzent gemacht.

"Ich war vor unserem ersten Treffen ganz schön nervös, schließlich kommt er aus einer ganz anderen musikalischen Ecke als ich", berichtet der Sänger über die Arbeit mit Butler. "Ich war dadurch irgendwie angespannt und wollte unbedingt etwas machen, was ihm gefällt. So kam es also, dass ich am Mikrofon voll abgegangen bin, und er immer wieder sagen musste: ‘Entspann dich – du gibst zu viel Gas. Sing die Stelle doch noch mal etwas sanfter ein.’ Am zweiten Tag fiel der Groschen dann und ich wusste mit einem Mal, dass wir auf dem richtigen Weg waren. Ab da war ich nur noch begeistert von der Arbeit mit ihm."

"Bernard hat stets dafür gesorgt, dass die Songs schön luftig bleiben, dass die Produktion nicht so sehr im Vordergrund steht und alles andere überdeckt. Dank ihm kann man ganz deutlich raushören, was in den Stücken so alles passiert. Er hat es geschafft, die LP wie ein richtiges Album klingen zu lassen, ohne den Sound dabei zu glatt zu machen. Sein Ansatz war genau das, was diesen Songs vorher gefehlt hat", berichtet Morrison weiterhin. "Insgesamt waren wir ein ganz schön großes Team, doch unterm Strich saßen wir eigentlich immer nur zu viert im Studio: Schlagzeuger, Bassist, Bernard mit der Gitarre und ich am Mikrofon. Jeden Track haben wir dann sieben, acht Mal aufgenommen, daraus die beste Version ausgewählt und uns dann an den Feinschliff gemacht. Uns war also erst mal wichtig, dass der Vibe, die Stimmung eines Songs stimmt; danach kann man alles Mögliche damit machen und es wird sich meistens super anhören."

Dass es sich bei dem Duett "Up" um einen absoluten Hit-Kandidaten handelt, sieht man quasi schon von weitem; es handelt sich dabei um einen von zwei Songs, die Mark Taylor produziert hat, der auch schon für "Broken Strings", den besagten Morrison-Duett-Hit, hinter den Reglern stand. Morrisons Gesangspartnerin wirkt auf den ersten Blick eher unpassend gewählt: immerhin ist Jessie J die Queen in den Urban-Charts, und ein dreckiges Mundwerk hat sie noch dazu. Der Vorschlag, mit ihr zu arbeiten, kam von Colin Barlow, James’ A&R: "Nicht etwa, dass ich an ihrem Können als Sängerin gezweifelt hätte", sagt Morrison, "doch ich hatte zunächst schon meine Bedenken, ob sie denn nun die Richtige für diese Art von Song war. Doch dann ging sie in die Gesangskabine und legte diese grandiosen Aufnahmen hin – sie ist unfassbar talentiert, so präzise als würde man mit Autotune arbeiten. Ich wollte versuchen, die andere Seite ihrer Persönlichkeit aus ihr herauszuholen, die normaler Seite, das normale Mädchen in ihr. Ich meinte also, ‘Hey, Jessie, du bist wie ein Ferrari, der den ganzen Tag im fünften Gang durch die Gegend rast – schalte mal einen Tick runter, in den dritten Gang.’ Und dann lief alles wie geschmiert: Sie sang den Refrain genau so ein wie ich es hätte machen müssen."

Sein angespanntes Verhältnis zu seinem Vater, der letztes Jahr nach einem langwierigen Kampf gegen seine Alkoholsucht an einem Herzversagen starb, wird im Songtext von "Up" adressiert – und in diversen weiteren Stücke von "The Awakening". "Der Song ist einfach wahnsinnig persönlich: ‘How can I find you when you’re always hiding from yourself/Playing hide and seek with me until it gets too dark inside your shell/Why do I even try when you take yourself for granted – I should know better by now/And when you call, I can already hear that crashing sound as it all falls down.’ Damit will ich ihm im Grunde genommen sagen: ‘Ich werde mich auf deinen ganzen Kram nicht einlassen, aber du sollst wissen, dass du selbst stark genug bist, um das Blatt aus eigener Kraft zum Guten zu wenden.’ Allerdings habe ich Jessie das alles gar nicht so genau erläutert, schließlich hatten wir uns ja gerade erst kennen gelernt. Uns ging es im Studio also einfach nur darum, eine unfassbar krasse Gesangsspur für den Refrain aufzunehmen."

Ein anderer Track, "The Person I Should Have Been", geht zurück auf ein Gedicht, das Morrison nach einem Gespräch mit seinem im Sterben liegenden Vater geschrieben hatte. "Ihm ging es kurz vor seinem Tod sehr, sehr schlecht, und wir unterhielten uns über all die Dinge, die er hätte tun sollen – oder auch über Dinge, die ich hätte tun sollen. Mich hat das ganz schön aus der Bahn geworfen; ich musste also einfach darüber schreiben, um nicht durchzudrehen."

Der direkteste und heftigste Song ist jedoch "In My Dreams": "Den kann ich mir ehrlich gesagt kaum anhören, weil mich die Nummer so sehr bewegt; ich hab auch keinen Schimmer, wie ich das Stück jemals live spielen soll. ‘In My Dreams’ entstand, als ich gerade mit Dan Wilson an neuen Songideen arbeitete. Er fragte mich dann, was gerade so in mir vorging, woraufhin ich ihm erzählte, dass mein Vater kürzlich verstorben war und dass ich irgendwie hoffte, er könne mir im Traum erscheinen, nur war es dazu noch nicht gekommen. Darauf sagte Dan nur: ‘Genau da müssen wir ansetzen’, und als der Titel ‘In My Dreams’ erstmal stand, nahm ich einfach die Gitarre und der Song schrieb sich wie von selbst. Der Track sollte schon auch positiv klingen, so wie die Aufnahmen von Curtis Mayfield oder Stevie Wonder damals. Es sollte sich nämlich so anfühlen, als wäre man selbst in einer Traumwelt, wenn man das Stück hört."

Was den Titelsong der LP angeht, befasst sich Morrison da mit den Erfahrungen, die er selbst als Vater in den vergangenen Jahren sammeln durfte – seine Tochter Elsie ist inzwischen schon drei. „Mir kommt das so vor, als ob ich da erst richtig wach geworden bin und realisiert habe, was richtig und wichtig ist. Früher habe ich immer gesagt: ‘Ach nein, Kinder will ich eigentlich keine’ – und als ich dann plötzlich doch als Vater dastand, gab es nichts Größeres für mich. Dieses Gefühl wollte ich in diesem Song einfangen.“ Das grandiose "I Won’t Let You Go", auf dem er gesanglich wirklich alle Register zieht, widmet er mal wieder seiner Freundin Gill, über die er zuvor schon Songs wie "You Give Me Something" oder, während einer eher schwierigen Phase, "The Pieces Don’t Fit Anymore" geschrieben hatte.

Auch wenn auf "The Awakening" die Gefühle ganz ungeschönt im Mittelpunkt stehen, seien die neuen Tracks keine „Downer-Nummern“, die einen runterziehen, so Morrison. "Ja, natürlich geht es da auch um Probleme – aber zugleich geht es mir auch darum, einen Blick auf mein Leben und mein Umfeld zu werfen, alles abzuwägen, um letztlich das Gute daran zu sehen. Ich schätze mal, dass vielen Leuten gerade dieser Aspekt der Songs gefallen wird, denn so ist das Leben nun mal, so funktionieren Beziehungen halt."

Sein Glaube an das Gute ist übrigens etwas, an dem James Morrison immer wieder festhalten musste, schließlich war seine Kindheit kein Zuckerschlecken. Er kam in Rugby zur Welt, als zweites von insgesamt drei Kindern. Nachdem sein Vater die Familie schon früh sitzengelassen hatte, mussten seine Mutter und die Kids immer wieder umziehen: immer drohte ein Räumungsbefehl, immer waren sie von Schulden geplagt, bis sie in dem Küstenort Porth in Cornwall endlich eine permanente Bleibe fanden – nur war James da schon 15. Er brachte sich dann selbst das Gitarrenspielen bei, und seine ersten Live-Erfahrungen sammelte er als Straßenmusiker; nur seinen Abschluss in Musik schaffte er nicht: "Ich konnte einen Ton hören und ihn sofort auf dem Klavier anschlagen, da lag ich immer richtig; nur hatte ich von der technischen Seite keinen blassen Schimmer."

Es folgten ein paar Jahre, die er mit irgendwelchen miesen Jobs zubrachte, und der absolute Tiefpunkt war während seiner Zeit in Derby erreicht, als James einen Autowaschjob angenommen hatte und einen Lastwagen nach dem anderen waschen musste („Zu der Zeit war ich 19 und lebte eher wie ein 40-Jähriger.“) Doch er ließ sich auch davon nicht unterkriegen und bahnte sich langsam doch noch den Weg zur Musik und dorthin, wo er heute steht – mit Auftritten bei Open-Mic-Nächten und kleinen Gigs in irgendwelchen Läden, bis er schließlich jenen Vertrag mit Polydor unterzeichnete, der sein Leben schlagartig verändern sollte.

Die Erfahrungen dieser Jahre erklären vielleicht auch, warum Morrison so seltsam reagiert, wenn es um seine Stellung als Musiker und um seine Berühmtheit geht. "Ich lege großen Wert darauf und tue alles dafür, mir immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass ich ein ganz normaler Mensch bin. Ich hab zum Beispiel einen Camping-Trip in so einen Haven-Holiday-Park gemacht – und eigentlich wollte ich gar nicht dorthin, aber dann dachte ich mir, ich muss das einfach mal probieren, sonst hat das so was von ‘ich bin mir zu gut dafür’. So als ob ich mir zu schade wäre für solche Haven-Holiday-Parks und jedes Mal nach Hawaii fliegen würde, wenn ich mal entspannen will."

Doch es kam, wie es kommen musste: Morrison wurde angepöbelt, während er mit seiner Tochter schön stilecht Würstchen mit Kartoffelbrei essen wollte. "Ich hab dann noch versucht zu argumentieren, dass ich einfach nur privat da bin mit der Familie, aber letzten Endes musste mich ein Freund regelrecht rausholen aus dieser hitzigen Situation. Und dann saß ich ganz alleine in meinem Zelt, zehn Stunden lang, nur um mein Essen in Ruhe zu mir nehmen zu können. Ich weiß, dass ich so etwas in Zukunft besser lassen sollte, weil an solchen Orten immer Dinge passieren, die kein Mensch braucht, aber wenn ich sie dann nicht mehr mache, habe ich das Gefühl, eine Grenze zwischen mir und meiner Umwelt zu ziehen – und das will ich auch nicht. Ich muss wohl einfach die Gelegenheiten nutzen, wie sie kommen, und nächstes Mal schneller essen."

Die schlechte Nachricht für James Morrison ist folgende: In Zukunft dürfte es für ihn noch schwieriger sein, derartige Camping-Abstecher reibungslos und unbemerkt zu machen. Im Gegenteil: Noch mehr Aufsehen und Gerangel ist vorprogrammiert, denn "The Awakening" ist die Art von Album, mit der er endgültig die Popwelt umkrempeln wird.

"Ja, es fühlt sich wie die richtige Platte zur richtigen Zeit an", räumt auch er abschließend ein. "Ich habe derartige Momente, die sich so anfühlen, bisher nur ganz selten erlebt, aber inzwischen weiß ich sehr genau, wann so ein Moment gekommen ist. Und jetzt gerade habe ich das Gefühl, dass es so weit ist."

 

Foto (c) Julian Broad

 

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13.09.2011 über 25 Millionen Menschen sahen den Clip zu „Lollipop“

Sony Music

 

 

Musikvideo: Erfolgssternchen Alexandra Stan mit Ihrem Ohrwurm Mr. Saxobeat - eines der meistgesehensten Videos bei YouTube

 

Alexandra Stan wurde am 10. Juni 1989 in der 300.000-Einwohner-Hafenmetropole Constanta an der rumänischen Schwarzmeerküste geboren - einer Stadt, die in der Vergangenheit bereits diverse international bekannte Musiker hervor gebracht hatte. Nach ihrem Abschluss an der „Traian High School“ widmete sie sich einem Management-Studium an der „Andrei Saguna Universität“, wo sie aktuell noch als Studentin eingeschrieben ist.   

 

Ihre große Musikalität war ihrer Familie bereits im Alter von drei Jahren aufgefallen, auch  Freunde und Bekannte waren über alle Maßen erstaunt über ihr Gesangstalent, das ihr Umfeld mit vereinten Kräften zu fördern versuchte. Alexandra nahm an einer Vielzahl von  Wettbewerben teil, u.a. beim „Mamaia“-Musikfestival, wo sie das Publikum mit ihrer vielseitigen Stimme begeisterte.

 

Der bislang wichtigste Moment in ihrer Musikkarriere ergab sich schließlich 2009, als sie die beiden „Maan Studio“-Macher Marcel Prodan and Andrew Nemirschi kennenlernte, die ihr Ausnahmetalent ebenfalls sofort erkannten und sie in ihr Team holten. In den folgenden Jahren wurde Alexandra für das Produzenten- und Songwriter-Duo nicht nur zu einer Quelle der Inspiration und Muse – gemeinsam schufen sie auch zahlreiche Songs, die ihnen große (nationale und internationale) Erfolge bescherten. 

 

„Als ich die Jungs zum ersten Mal traf, wusste ich sofort, dass wir ein großartiges Team werden würden“, erinnert sich Alexandra. „Ich wäre heute nicht in der Lage, vor einem Publikum zu singen, wenn sie nicht gewesen wären. Dafür werde ich ihnen immer dankbar sein.“

 

Schon mit den ersten Songs „Show Me The Way” und „Lollipop” wurde auch allen Außenstehenden klar, dass hier ein Erfolgs-Projekt entstanden war. Die erste offizielle Single „Lollipop“ lief im rumänischen Radio und Alexandra wurde in diverse TV-Shows eingeladen. Unzählige Auftritts-Anfragen sorgten dafür, dass die junge Sängerin schon bald auf den Bühnen des ganzen Landes ihre Songs zum Besten gab. Ihr rasanter Popularitätsanstieg war für jedermann auch an ihren YouTube-Plays abzulesen: innerhalb kürzester Zeit sahen über 25 Millionen (!) Menschen den Clip zu „Lollipop“. Die Lizensierungs-Wünsche ließen nicht lange auf sich warten: Labels aus Großbritannien, Irland, Kanada, der Tschechischen Republik, Russland, Italien, Frankreich, Israel und den USA erkundigten sich nach der Möglichkeit, den Song veröffentlichen zu dürfen.    

 
Im Herbst 2011 folgte mit „Mr. Saxobeat“ Alexandras Follow-Up-Single, die in Windeseile die Aufmerksamkeit der Blogger auf sich zog, zu einer der meistgesehensten Videos bei YouTube wurde und sich flugs auf Platz eins der rumänischen Charts platzierte. Wie bereits „Lollipop“ zuvor erscheint „Mr. Saxobeat“ in vielen Ländern weltweit - in Kürze auch in Deutschland.

 

Kontakt: Promotion Columbia Deutschland, Neumarkter Str. 28, 81673 München

Dominik Gebhard

dominik.gebhard@remove-this.sonymusic.com

 

Foto © Andrei Nemirschi

 

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01.09.2011 exquisiter, zeitgenössischer Folk-Sound

Heike Urban

 

 

Musikvideo: Fatoumata Diawaras Debütalbum bringt ein neues, großes Talent zum Klingen

Das Bild von einem Mädchen mit einer Gitarre hat etwas Zeitloses: Die temperamentvolle Folk-Poetin, die die Welt mit ihrer Musik begeistert. Den Archetyp haben Joan Baez und Joni Mitchell erschaffen, und Generationen von Künstlerinnen – von Tracy Chapman bis Laura Marling – haben ihn weiterentwickelt. Jetzt erfindet Fatou dieses starke Bild neu, für eine andere Zeit und einen anderen Kontinent. Damit gibt sie dem Konzept einer Singer/Songwriterin eine unverwechselbar afrikanische Note. Fatoumata Diawaras Debütalbum bringt ein neues, großes Talent zum Klingen – mit einer Reihe wunderschöner, selbst geschriebener Songs und einer aufregenden Lebensgeschichte dahinter.

 

Groß, unglaublich souverän und elegant, mit einem einnehmenden Lächeln, verwandelt sie Elemente aus Jazz und Folk zu einem exquisiten, zeitgenössischen Folk-Sound. Dabei bricht sie die rockigen Rhythmen und reichen Melodien ihrer Wassoulou-Tradition mit einer instinkthaften Pop-Empfindsamkeit auf. Im Zentrum ihrer Kunst stehen Fatous warme, berührende Stimme, sparsames und rhythmisches Gitarrenspiel und atemberaubend melodische Songs, die oftmals auf ihre zumeist turbulenten Erlebnisse zurückgreifen.

 

Fatou kam in der Elfenbeinküste zur Welt und wuchs in Mali auf. Heute lebt die 29-Jährige in Paris. Ihr junges Leben vereint eine Vielzahl afrikanischer Erfahrungen der heutigen Zeit: Der Kampf gegen den Widerstand ihrer Eltern in Bezug auf ihre künstlerischen Ambitionen. Und die kulturellen Vorurteile, denen Frauen überall in Afrika begegnen. Fatou selbst wurde als Schauspielerin in Film und Theater erfolgreich, bevor sie ihren Platz in der Musik fand.

 

 „Kanou“, der Eröffnungstrack, typisiert den minimalistischen, dennoch sinnlichen Gestus des Albums – mit Fatous sehnsuchtsvollem Gesang. „Bissa“ unterlegt die ironische Kommentierung des Rechts einer Frau, ihren Ehepartner selbst zu wählen, mit einem Funk-Groove. „Boloco“ hingegen stellt Fatous von Herzen kommende Worte über das kontroverse Thema weiblicher Beschneidung mit Anklängen einer exquisit spärlichen Gitarre und dem Ngoni-Spiel der talentierten jungen Künstler Guimba und Moh Kouyate. Das herrlich eingängige „Sowa“ etabliert einen genussvollen Percussion-Klang, nur mit Stimme und akustischer Gitarre. Der Text ist inspiriert von Fatous eigener schmerzhafter Erfahrung mit der afrikanischen Praxis, Kinder bei anderen Menschen aufwachsen zu lassen. „Bevor ihr euer Kinder ins Leid schickt, schaut ihnen in die Augen.“

 

Damon Albarn, Toumani Diabaté, Herbie Hanckock und John Paul Jones von Led Zeppelin sind nur einige wenige derjenigen, die Fatous musikalischem Zauber erlegen sind. Sie war bei Shows von Africa Express und AfroCubism präsent und hat bei Hancocks Projekt „Imagine“ mitgewirkt. Ihr Debüt aber ist fast vollständig ihr eigenes Werk: Selbst komponiert und arrangiert, auch Background-Gesang und Percussion stammen von ihr. Das Album atmet mit der natürlichen Wärme, dem Selbstvertrauen und der Spontaneität, die Fatou ausmachen.  

 

Vö: 16. September 2011, Indigo/World Circuit

 

Heike Urban

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27.08.2011 Tragikomödie von Güzin Kar

kino.de

 

Jetzt im Kino - Fliegende Fische müssen ins Meer - lockerer Beziehungsdramödie mit Meret Becker

 

Tragikomödie von Güzin Kar, das von einem 15-jährigen Mädchen erzählt, das von der Seefahrt träumt und sich in einen wesentlich älteren Arzt verliebt.

Der gut aussehende Eduardo kommt als neuer Arzt in einen kleinen Ort im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet am Rhein und tut sich etwas schwer mit dem Einleben. Dort wohnt die 15-jährige Nana mit ihrer offenherzigen und etwas prolligen Mutter Roberta.

Beide sind auf der Suche nach was Besserem im Leben. Und während Roberta versucht, endlich erwachsen zu werden, träumt Nana davon, als Kapitän zur See zu fahren. Und dass sie den Traum nicht aufgibt, dabei hilft ihr schließlich Eduardo.

KRITIK:

Mutter und Tochter müssen in Güzin Kars singfreudiger Tragikomödie, die das Herz am rechten Fleck trägt, erwachsen werden.

Als Eduardo (Barnaby Metschurat), der neue Arzt in dem kleinen Kaff im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet am Rhein, vergeblich angeln will, empfiehlt ihm die noch 15-jährige Nana (Elisa Schlott), die dort als Schleusenwart arbeitet, das lokale Fischgeschäft, das alle Sorten führt - bis auf die fliegenden.

Die gibt es nur im Meer. Und dorthin möchte das frühreife Mädchen: nämlich als Kapitän zur See fahren. Der junge, gutaussehende Arzt wird ihr helfen, diesen schon fast aufgegebenen Traum zu verfolgen, derweil sich zwischen beiden andeutungsweise eine Liebesgeschichte entwickelt, die doch keine sein darf.

Das verleiht der ansonsten alle gängigen "Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken"-Klischees auffahrenden Tragikomödie einen pikanten erotischen Subtext, der nicht so ganz zum etwas prüden TV-Look passen will.

Vornehmlich handelt Güzin Kars Film, einer Schweizerin mit türkischen Wurzeln, die alle drei "Wilden Hühner"-Drehbücher schrieb, von einem Mutter-Tochter-Gespann in vertauschten Rollen, die beide das lernen müssen, was sie nicht können: Die Mutter Roberta (Meret Becker), ein ordinäres Flittchen, das verbal in die Offensive geht, versucht erwachsen zu werden.

Die Tochter, die als Ich-Erzählerin den Handlungsfortlauf erfrischend zynisch kommentiert, sollte Jugendliche sein dürfen, anstatt Vollversorgerin ihrer beiden kleinen Geschwister. Ein doppeltes Coming-of-Age, das seine Problemlagen mit viel unverfänglichem Klamauk löst, der aber abwechslungsreich inszeniert ist und durch viele Regieeinfälle einen herzlichen Ton erhält.

Dafür sorgen auch die mit einigen deftigen Dialogen versehene Parodie-Sequenzen auf bräsige Provinznester, in der zahlreiche Karikaturen auftreten, die aber trotz mancher Häme durchweg positiv, wenn auch oft eindimensional gezeichnet sind.

So gestaltet sich die Suche nach einem Mann für die Familie, der das Jugendamt im Nacken sitzt, auch deshalb so unterhaltsam, weil der Film munter zwischen lockerer Beziehungsdramödie und Teenie-Melodram pendelt.

Die erfolglosen One-Night-Stands der Proll-Braut, ihr Unwille gegen einen kinderlieben Softie, sowie die aufkeimenden Gefühle des Mädchens sind keineswegs Kontrast, sondern unterstreichen mit dem Leonard-Cohen-Soundtrack unerfüllte Sehnsüchte, die vor allem Elisa Schlott besonders anrührend darstellt. Sie hat das Potenzial zur namhaften Schauspielerin.

tk.

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Schweiz/Deutschland 2011
Laufzeit: 84 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

 

Meret Becker
Elisa Schlott
Barnaby Metschurat

 

Regie: Güzin Kar
Verleih: Movienet

 

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23.08.2011 erzählt von der großen liebe

kino.de

 

Jetzt im Kino: Westwind - Ein Kraftvolles Melodram - eine deutsch-deutsche Sommerliebe zweier unzertrennlichen Schwestern

Kraftvolles Melodram vom "Am Ende kommen Touristen"-Regisseur. Darin trennen sich im letzten Jahr der DDR die Wege zweier eigentlich unzertrennlicher Schwestern. 

Ein Jahr vor dem Ende der DDR reisen die beiden unzertrennlichen Zwillingsschwestern Doreen und Isabel ins sozialistische Ferienlager im westungarischen Balaton, ehemals Plattensee, um dort für ihre Karriere als Kaderruderer im Zweier ohne zu trainieren.

Als sie ein Quartett versnobter, aber sympathischer Hamburger Jungs kennenlernen, schleichen sie sich nachts aus dem umzäunten Pionierlager, um verbotenerweise mit dem Klassenfeind zu feiern. Dabei verliebt sich Doreen in den sensiblen Arne und gerät in einen tiefen Gewissenskonflikt.

KRITIK:

Im letzten Jahr der DDR trennt eine deutsch-deutsche Sommerliebe zwei unzertrennliche Schwestern, woraus Robert Thalheim ein kraftvolles Melodram strickt.

"Never let me down again" singen die Synthie-Popper Depeche Mode programmatisch. Auch wenn der nostalgische Disco-Sound damit so voll aufdreht wie die Filmmusik - Robert Thalheim hat einen kleinen, persönlichen Film über die deutsche Teilung gedreht.

Einen, der schwankt zwischen gefühlstrunkenem Liebesmelo und leicht sperrigem Sozialismus-Schwesterndrama, und trotzdem funktioniert. Die zunächst anheimelnde (N)Ostalgie weicht einer unverklärten Betrachtung deutsch-deutscher Differenzen, die Talheim behutsam und glaubhaft ausbreitet - wie sein Kritikererfolg "Am Ende kommen Touristen" mit großem Geschichtsbewusstsein.

Die strikt verbotene Annäherung an den westdeutschen Klassenfeind ist es, die zwei unzertrennliche und zunächst noch unbekümmerte Schwestern mit dem paranoiden politischen System ihres Staates kollidieren lässt.

Dabei weht auf der Reise der Ruderinnen ins ungarische Ferienlager am Balaton, Europas flächengrößten Binnensee, ein Hauch von Freiheit, die sie, autoritätshörig, erst einmal für sich entdecken müssen.

Aus der steifen Begegnung mit einem versnobten Wohlstandswessi-Quartett, die recht schematisch, mit unter holzschnittartig verläuft, entfaltet sich eine ungemein zarte Romanze, die vom Unglück der beiden Liebenden handelt. Der Ostblock ist für sie großes Gefängnis, aber auch Heimat.

Wie es Thalheim gelingt, trotz mancher oberflächlicher Dialoge herzergreifend von Unfreiheit und zugleich der einen großen Liebe zu erzählen, begeistert. Auch wegen den sensiblen Darsteller, besonders Friederike Becht und Franz Dinda, die im Herzen die Mauer einreißen.

So wird der Loyalitätskonflikt zwischen Linientreue und Republikflucht auf die emotionale Ebene verlagert, wo Doreen sich zwischen ihrer innig geliebten Schwester und der Liebe ihres Lebens entscheiden muss. Daraus entsteht eine Fluchtgeschichte ohne Mauer-Pathos.

tk.

www.kino.de

 

Deutschland/Ungarn 2011
Laufzeit: 92 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Friederike Becht
Luise Heyer
Franz Dinda

Regie: Robert Thalheim
Verleih: Zorro

 

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18.08.2011 Im Geiste der Nouvelle Vague

Leger und beschwingt, voller Lebenslust und durchwoben von tiefer Poesie und einer – bei aller offensichtlichen Leichtigkeit – milden Grundmelancholie, so bezaubern uns die in Paris entstandenen, romantischen Schwarz-Weiß-Fotografien, die dieses Album begleiten und seinen Titel illustrieren, wie es ähnlich treffend wohl nur den Bildern aus Filmen wie »Außer Atem« und »Jules & Jim« hätte gelingen können, die »Aus lauter Liebe« inspiriert haben, wie kaum etwas sonst.

François Truffaut hat einmal gesagt: »Der Film von Morgen wird ein Akt der Liebe sein.« Ersetzt man in diesem Zitat den Begriff »Film« durch »Kunst«, dann erschließt sich der Albumtitel als programmatisches Statement im Geiste der Nouvelle Vague: »Aus lauter Liebe« atmet den gleichen Spirit, es erweckt die gleichen Sehnsüchte und beschwört die gleichen Ideale, die die Meisterwerke des französischen Films noch heute in uns wachrufen.

Und es ist bezeichnend für KLEE, dass sie für ihr fünftes Album den Blick gen Frankreich richten und damit erneut über den Tellerrand hinausblicken: Sie haben ein gefeiertes Album in den USA veröffentlicht, Titel auf englisch, russisch und französisch aufgenommen, Konzerte rund um den Erdball gespielt und überall die Herzen im Sturm erobert.

KLEE sind – das kann man zweifellos sagen – ein Phänomen: nicht nur eine Institution in Sachen Herzensdingen und Ohrwürmern, sondern ihren Fans treue Begleiter, Ratgeber und Seelentröster, denen diese sogar auf Konzerte bis nach Russland oder China hinterher reisen. Ein Status, dem KLEE auf ihrem neuen Album in jeder Beziehung Rechnung tragen.

Produziert von Olaf Opal (The Notwist, Juli, Polarkreis 18) und Jochen Naaf (Polarkreis 18, Peter Licht, Bosse) markiert der Reigen weltumarmender Evergreens, den sie uns auf »Aus lauter Liebe« präsentieren, nun unweigerlich den Aufstieg von den Superstars der Herzen zu allerhöchsten Popstarweihen.

Noch nie hat Suzie Kerstgens‘ samtig hauchende Stimme intimer, präsenter und selbstverständlicher geklungen, nie zuvor waren Sten Servaes‘ Kompositionen so sehr dafür geschaffen, uns nicht nur im Alltag, sondern vor allem in diesen ganz besonderen Situationen zu begleiten, in denen die Emotionen mit uns Karussell fahren.

Die jubilierende Mandoline, die triumphierenden Bläser und ein Text, den jeder aus ganzem Herzen mitsingen wird, der schon einmal darauf gehofft hat, ein ganz besonderer Abend möge nie zu Ende gehen, machen »Ich will nicht gehen, wenn’s am schönsten ist«, zu einer enthusiastischen Hymne ans Hier und Jetzt, einer Ode an den unstillbaren Durst auf die Liebe und das Leben.

Und zu welchem Song möchte man lieber Pläne für ein gemeinsames Leben schmieden als zu »Willst du bei mir bleiben«, einem so berührenden, wie selbstbewussten Bekenntnis zur lebenslangen Bindung.

In Anbetracht der Größe der in »Stell dir vor« beschworenen Utopien können die Klänge gar nicht üppig, das Arrangement nicht episch, die Worte nicht stark genug sein. Hier zeigen KLEE, wie man so sagt, ganz großes Kino.

Apropos Kino: Dass auch Songs wie »Außer Atem«, »Adieu« und die Romy-Schneider-Hommage »Nimm dein Leben in die Hand« an das französische Kino der frühen sechziger Jahre erinnern, macht deutlich, wie konsequent sich die Botschaft von Artwork und Titel auch durch die Texte des Albums zieht.

Da ist es bloß folgerichtig, dass »Aus lauter Liebe« nicht nur mit Oden auf unvergessliche Augenblicke glänzt, sondern gerade die leisen Songs, in denen auch Wehmut und Abschiedsschmerz den Ton angeben, dieses Album auszeichnen. Etwa das dramatische, sehnsuchtstrunkene »Meilenweit« und die federleichte Ballade »Fliegen«. Nicht zu vergessen das elegische »Vergiss nicht« und ganz besonders »Adieu« – sicherlich einer der poetischsten Songs des Albums und, wie die zärtliche Akustiknummer »Wir beide«, von Suzie und Sten im Duett vorgetragen. KLEE profilieren sich durch unvergessliche Melodien und die Feinnervigkeit ihrer Inszenierung, ein für alle Mal als Großmeister des melancholischen Liebeslieds. Und jeder dieser Songs hat für sich genommen das Zeug, ein ganzes Album zu tragen.

KLEE wissen, was sie ihren Fans nach der Zeit des Wartens auf ein neues Album schuldig sind: Mit »Puls und Herzschlag«, »Außer Atem« und »Nimm dein Leben in die Hand« knüpfen sie nahtlos an Hits wie »Gold« und »Zwei Herzen« an, indem sie sich einmal mehr vor dem Dancefloor-orientierten Britpop der Achtziger verbeugen und diesen mit Verve und Eleganz in die Jetztzeit transportieren.

»Natalie« schließlich, mit seinen treibenden Handclaps und der markanten Twang-Gitarre, sowie das von federweichen, sphärischen Harmoniegesängen getragene »Schmetterlingsflügelschlag« – nach »Ich will nicht gehen, wenn’s am schönsten ist« eine weitere Huldigung an die Magie des Augenblicks – bilden mit ihren Sixties-Anleihen die goldene Mitte eines Albums voller zutiefst emotionaler und lebenskluger Songs. Eines Albums, das vom unbedingten Willen zur Schönheit beseelt ist und einem zunehmend fremdbestimmten Alltag und dem allgegenwärtigen Diktat der Coolness das romantische Ideal von Freiheit und Selbstbestimmung entgegensetzt – ganz im Geiste der Nouvelle Vague:

»Aus lauter Liebe«.

 

VÖ 26.8.2011 Island (Universal)

 

© Universal Music, Foto by Jo Jankowski

 

 

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14.08.2011 urbritische Mischung aus Folk und Soul

Universal Music

 

Die Musik von Jonathan Jeremiah stammt aus einer anderen Welt, von einem Ort, an dem es keine schnellen Hits gibt, kein Songwriting am Fließband. Hier geht es gemächlich zu, hier haben die Dinge Zeit, um zu reifen: Jonathan hat fast ein ganzes Jahrzehnt an einem Sound gefeilt, an seiner ganz eigenen und doch urbritischen Mischung aus Folk und Soul. Seine Stimme klingt von Natur aus tief, durchdringend und dramatisch, die Instrumentierung dazu ist eindrucksvoll und opulent, auch wenn er die Gitarre oftmals nur zupft und nicht anschlägt. In einem Wort: Sein Sound ist das Resultat einer langen Reise, die mit dem Gitarrenunterricht eines Sechsjährigen begann – und mit „A Solitary Man“ ein erstes großes Ziel erreicht hat.

Nach ausgedehnten Gesangsabenden im Kreis der Familie, gemeinsam mit seinen fünf Geschwistern, zum Beispiel während verschiedener Reisen nach Tipperary, in den Heimatort seiner Mutter, entdeckte er schließlich die gewaltige Plattensammlung seines Vaters, die immer neue Einflüsse bereithielt. Ein paar Beispiele: Künstler wie Scott Walker, Cat Stevens, Serge Gainsbourg und John Martyn entpuppten sich als nachhaltig prägend – und das hört man sofort. Während seine Freunde sich also mit den jeweils angesagten Hits der Popwelt bzw. irgendwelcher Indie-Szenen befassten, arbeitete er sich immer weiter in die Vergangenheit zurück und schuf damit jenen Nährboden, auf dem sein ganz eigener Ansatz sich entwickeln konnte. Mit 21 machte Jonathan dann eine Reise durch die Staaten: In der Lobby eines New Yorker Hotels malte er ein pointillistisches Werk und sang abends für Kost und Logis, um sich danach in Richtung Westküste aufzumachen. „Ich dachte immer, dass ich in Los Angeles bestimmt Carole King oder Carly Simon treffen würde, aber dieser Crew aus den Sechzigern bin ich leider nie begegnet – die Mamas & Papas waren ausgeflogen. Überhaupt war das alles ganz anders, als ich mir das vorgestellt hatte. Ich war dort hingegangen, weil ich glaubte, im Westen bestimmt gleich Gesinnte zu treffen, aber als ich dann ganz allein dastand, wusste ich mit einem Mal viel mehr zu schätzen, was ich zuvor gehabt hatte, in der Heimat.“

Klingt enttäuschend, doch sein Abstecher in die USA war nicht vollkommen umsonst: Die Inspiration kam zwischenzeitlich, und zentrale Stücke wie „Happiness“ und „Solitary Man“ entstanden dort – letzterer wurde von einer 90-jährigen Großtante inspiriert, die er in Kalifornien traf. Zurück in der Heimat entpuppte sich dann die Entdeckung eines analogen Studios in Dollis Hill als die Art von Impuls, die ihm nun noch gefehlt hatte. Mehr noch: Kurze Zeit später lernte er auch die Musiker vom Heritage Orchestra kennen, ein junges Orchester, dessen Ansatz sich bestens mit seinen Kompositionen vereinen ließ – und die überhaupt auf seiner Wellenlänge waren. Während sich Jules Buckley um die Streicher-Arrangements kümmerte, machte sich Jonathan daran, die Tracks eigenhändig zu produzieren und abzumischen.

„Mir war wichtig, dass ich das Album im Alleingang produziere. Wenn ich mit einem anderen Produzenten arbeite und ihm sage, dass ich ein 24-köpfiges Orchester mitsamt Flügelhorn brauche, dann bekomme ich als Antwort darauf eher zu hören, dass man das ja auch mit einem Keyboard hinbekommt. Die Leute können sich oftmals einfach nicht vorstellen, was für Ideen man hat, deswegen ist es am besten, die Dinge selbst in Angriff zu nehmen. Jules hingegen wusste schon am ersten Tag, was für ein Sound mir vorschwebte.“

Ein paar Nachtschichten beim Sicherheitsdienst, der für die Londoner Wembley Arena zuständig ist, bescherten ihm schließlich das nötige Kleingeld, um die Produktion in Eigenregie zu finanzieren: „Eine Nachtschicht, und ich konnte mir wieder einen Geiger leisten. Die nächste Nacht war dann der Kontrabassist abbezahlt.“

Was die eigentliche Produktion anging, nahm er sich die Beach Boys oder Veröffentlichungen aus dem Hause Motown zum Vorbild: organische, analoge Aufnahmemethoden schienen der beste Weg zu sein, um seinen Kompositionen gerecht zu werden. Alles sollte so klingen, wie er sich das immer vorgestellt hatte. Ohne Kompromisse. Ohne Abstriche.

Das Kernstück seiner Musik ist definitiv Jonathans Gesang – diese durchdringende, sonore, zeitlose und kräftige Stimme. „Ich muss wohl 14 gewesen sein, als meine Stimme diesen unglaublich tiefen Bariton ausgebildet hat. Damals war das nicht so toll, um ehrlich zu sein, weil alle wie Jeff Buckley klingen wollten. Ich fühlte mich demnach zunächst etwas deplatziert, aber im Laufe der Jahre habe ich den Bariton dann schätzen gelernt.“ Zu diesem Bariton gesellt sich sein flüssiges, warmes Gitarrenspiel, das zweite Kernelement seiner wunderschönen Songs: „Ich kann es mir gar nicht vorstellen, wie man ohne Gitarrenbegleitung überhaupt singen kann. Ich hab das sogar mal probiert, aber keine Chance. Selbst als ich die Gesangsparts für das Album eingesungen habe, hatte ich die Gitarre dabei und hab dazu mitgespielt. So mussten wir die Gitarrenspuren für die Instrumentals schließlich alle noch einmal aufnehmen, weil man meine Stimme im Hintergrund noch hören konnte!“

Inhaltlich befasst sich Jonathan Jeremiah auf seinem Debütalbum mit unterschiedlichen Facetten der Gefühlswelt – den Regungen des Herzens, mit menschlichen Sehnsüchten. Allerdings beginnt er seine emotionalen Landkarten mitunter an Orten, mit denen wohl nur die wenigsten rechnen würden: Der Song „That Same Old Line“ geht beispielsweise auf den schrägen Fantasy-Filmklassiker „Talon im Kampf gegen das Imperium“ (1982) zurück: „Da habe ich mir einen König vorgestellt, der Ärger mit seiner Königin hat, woraufhin der Hofnarr ihm ins Ohr flüstert: ‘tell her the same old line, like you used to.’ Die Zeile wird’s schon richten.“

Nach all der Sucherei, den Nachtschichten, den Lektionen, die er sich bei den Altmeistern abschauen konnte, steht Jonathan Jeremiah mit einem Album in den Startlöchern, das in erster Linie auf dem basiert, was schon ganz am Anfang seiner Reise da war: „Ich hatte das Bedürfnis, die Musik so unangetastet wie möglich, also sie eigentlich so wie damals zu präsentieren – sie also nicht mit irgendwas zu besudeln, was es sonst noch gibt.“ Das gilt auch für die Konzerte: Seine Live-Band besteht zwar neuerdings auch aus Blechbläsern und Perkussionisten, aber im Mittelpunkt steht doch immer er allein, seine Stimme, seine Gitarre. Ohne Firlefanz. Und: Die Schichten am Wembley-Stadion waren nicht nur gut für sein Konto. Auch sein nächster großer Traum nahm während dieser Nachtschichten immer konkretere Formen an...

„Ich habe Konzerte schon immer als eine Art Konversation verstanden, als einen Dialog mit dem Publikum. Als ich in der Wembley Arena arbeitete, konnte ich Leute wie Bruce Springsteen und Neil Diamond aus nächster Nähe sehen. Das hat mich sehr beeindruckt. Mitten in der Nacht nach dem Springsteen-Gig war ich da, das Stadion war leer, die Tore wurden gerade verschlossen. Ich bin dann rauf auf die Bühne und hab mir das Publikum vorgestellt – und wie bitte soll einen dieser Gedanke, dieser Traum kalt lassen?“ 

„A Solitary Man“ ist ein Album, das über Jahre hinweg entstanden und gereift ist. Es ist ein Beweis dafür, dass ganz große Dinge manchmal einfach Zeit brauchen. Es war wohl die richtige Mischung aus Entschlossenheit, Leidenschaftlichkeit, Hingabe und Liebe zum Detail. Denn jetzt ist der große Moment gekommen: Jonathan Jeremiah lädt uns ein in seine Welt. Die Welt von „A Solitary Man“.

 

VÖ 12.8.2011 Island/Universal

 

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10.08.2011 Redaktions-Tipp: eine ausnahmestimme!

Universal Music

 

Die Hamburgerin Zascha Moktan ist eine der wenigen deutschen Stimmen, die nicht nur Produzenten und Songwriter in ihrem Heimatland fasziniert. Knapp drei Jahre nach ihrem Radiohit „Ouch!’“ ist dieses mal ein Mann auf sie aufmerksam geworden, der einst von einem der erfolgreichsten Produzenten unserer Zeit supported wurde, bevor er selbst einer wurde: Die One Republic Hit-Maschine Ryan Tedder.

Zaschas neue Single „Strangers“ wurde von Tedder geschrieben und mitproduziert, der ein unbeschreibliches Händchen für lupenreine Pop Hits besitzt ohne sich dabei zu wiederholen.  Getragen wird der Track von den für ihn so charakteristischen mächtigen Drums und erzeugt das Tedder typische Gefühl von Weite und Raum. Dieses Grundrezept ergibt gemeinsam mit Zaschas powervollen Vocals einen magischen Hörgenuss.

Ryan machte seine Zusage und Produktion zunächst von der Qualität der Aufnahme abhängig, die eine ihm bis vor kurzem noch unbekannte Zascha Moktan aus Deutschland abliefern würde. Nachdem er ihre Aufnahme gehört hatte, hat es nicht mal zwei Tage gedauert, bis er die fertige Produktion ablieferte … so beeindruckt war er von Zascha und ihrer Performance.


Zascha Moktans 2. Studioalbum “State Of Mind” erschien am 10.06.2011.

 

 

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06.08.2011 mediterrane Melodien

Deutsche Grammophon

 

Der montenegrische Gitarrist Miloš Karadaglic wagt sein Debüt und spielt einfach zum Niederknien.

Gitarristen brauchen eine besondere Form der musikalischen Besessenheit, um das Level der Normalität zu überspringen, das das vielleicht populärste Instrument der Welt umgibt. Der junge Miloš Karadaglić legte sie schon sehr früh an den Tag. Auslöser war eine Schallplattenaufnahme von Andrés Segovia, der „Asturias“, den Klassiker von Isaac Albéniz, in seiner unnachahmlichen Art spielte. Der achtjährige Miloš war hingerissen, kramte die alte Familiengitarre hervor und machte sich auf den Weg zur nächsten Musikschule. Dort attestierte man ihm nach wenigen Stunden außergewöhnliches Talent. Mit neun Jahren spielte er bereits sein erstes Konzert, mit elf gewann er in seiner Heimat Montenegro den ersten nationalen Wettbewerb, als Gitarrist und übrigens auch als Sänger. Man setzte den Jungen ins Fernsehstudio, bald wurde er als Wunderkind gehandelt, hatte aber selbst noch ganz andere Träume.

Einer davon wurde wahr, als er mit 16 Jahren für die Royal Academy of Music in London zugelassen wurde. „Ich hatte sehr viel Unterstützung von zu Hause und alle waren so stolz auf meinen Erfolg“, erinnert sich der inzwischen 28jährige an den wichtigen Schritt in seinem Künstlerleben, die Heimat zu verlassen. „Als ich schließlich in London ankam, hatte ich schreckliches Heimweh. Aber gleichzeitig war ich in dieser Institution plötzlich von den großartigsten Lehrern umgeben – ich war in der großen weiten Welt angekommen. Und rasch hatte ich das Gefühl, als habe mir jemand Flügel verliehen, als könne ich fliegen“. Miloš Karadaglić legte sich ins Zeug, übte, bis die Finger schmerzten, und hielt bereits nach wenigen Jahren den Julian-Bream-Preis in der Hand, überreicht vom Meister persönlich.

Und so ist es an der Zeit, nach vielen Erfahrungen auf der Bühne und Veröffentlichungen wie der gefeierten Aufnahme vom iTunes-Festival 2010, sich nun mit einem Debüt-Album für einen Global Player wie die Deutsche Grammophon zu präsentieren. Ein gutes Dutzend Stücke hat Miloš Karadaglić herausgesucht, darunter Klassiker wie „Asturias“, das ihn selbst zur Gitarre gebracht hat, aber auch „Sevilla“ und „Granada“, ebenfalls von Isaac Albéniz, „Recuerdos de la Alhambra“, „Lagrima“ und „Capricho árabe“ von Francisco Tarrega oder auch „Andaluza“ und „Oriental“ aus den „Danzas españolas“ von Enrique Granados. Neben den spanischen Meisterstücken führt ihn Carlo Domeniconis Suite „Koyunbaba“ außerdem musikalisch nach Italien und die beiden Lieder „Mera magiou“ und „Vasilepses, asteri mou“ von Mikis Theodorakis bilden die Verbindung nach Griechenland.

Auf diese Weise entsteht eine akustische Rundreise an sechs Saiten, die Miloš Karadaglić als ebenso virtuosen wie feinsinnigen Interpreten präsentiert, dessen Intensität in der Unmittelbarkeit des Gefühls gründet, das ihn mit diesen Werken und ihren Geschichten verbindet. „Die Musik auf diesem Album ist ein Spiegel meiner Persönlichkeit: Sie erzählt dem Zuhörer, wer ich bin“, meint Miloš Karadaglić und fügt hinzu: „Montenegro selbst ist ein Schmelztigel der Kulturen, weshalb die Musik, mit der ich aufgewachsen bin, auch so spannend und vielfältig ist“. Und es hat nun einen neuen Star im Rennen um die Gunst des globalen Publikums.

Ab sofort ist das Debüt-Album "Mediterráneo" von Miloš Karadaglić auch bei iTunes in einer exklusiven Version mit dem Bonustrack "Quintet No. 4 for Guitar and Strings in D G. 448 - Fandango" erhältlich.

 

Foto © Olaf Heine / DG

 

Kontakt:

Deutsche Grammophon GmbH
Baumwall 3
20459 Hamburg
Germany

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02.08.2011 neues Album: „The Unforgiving“

 

Within Temptation sind nicht nur eine der markantesten und charismatischsten Bands, die zuletzt aus der Metal-Szene hervorgegangen sind, sondern auch eine der größten Erfolgsgeschichten des europäischen Metal der letzten 10 Jahre. 1996 von Gitarrist Robert Westerholt und Sängerin Sharon den Adel gegründet und von Bassist Jeroen van Veen gekonnt unterstützt, ist das niederländische Quintett ausgezogen, Musik zu kreieren, die eine erlesene Balance bildet, aus dem kühnen, aufrüttelnden Strom der Kino-Soundtracks und feinstem, dunklen Rock und Metal der Moderne in all seiner brütenden Gothic-Brillanz. Während sie in den ersten Jahren ihrer Existenz in den Niederlanden eher ein gut gehütetes Geheimnis waren, schoss die Band mit der Veröffentlichung ihres zweiten Albums, „Mother Earth“, im Jahre 2000 europaweit ins Scheinwerferlicht des Mainstream. Seitdem wachsen ihre Erfolge stetig: Mehr als 2,8 Millionen verkaufte CDs und DVDs veröffentlicht in 48 Ländern, 30 Gold- und Platin-Auszeichnungen und 4 niederländische Export Awards, sowie 2 MTV European Music Awards, 2 World Music Awards und viele mehr.

 

Die aktuelle Besetzung von Within Temptation, vervollständigt von Lead-Gitarrist Ruud Jolie und Keyboarder Martijn Spierenburg (Schlagzeuger Stephen van Haestregt stieg 2010 aus), hat in ihrem Heimatland und darüber hinaus große kommerzielle Erfolge gefeiert. Alben wie „The Silent Force“ von 2004 und sein schwelgerischer Nachfolger „The Heart Of Everything“ verzaubern eine ständig wachsende Fangemeinde und setzen Standards in Sachen Symphonic Rock und Metal. Sie sind eine überragende Live-Band, deren extravagante Shows aufgrund des aufwendigen „Black Symphony“ DVD-Sets von 2008 legendär sind. Within Temptation haben heute als eine der größten Rockbands des Kontinents eine einzigartige Position inne, sind aber weit davon entfernt selbstgefällig zu werden – das neue Jahr beschert sowohl einen neuen Sound als auch einen völlig neuen Blickwinkel auf die einzigartige Welt der Band.

 

Das brandneue Album „The Unforgiving“ markiert einen radikalen Wechsel in Sachen Musik-richtung und Symbolik, wie Westerholt beschreibt: „Wir spürten sofort, dass wir nicht die gleichen Dinge noch einmal machen konnten. All die Jahre haben wir versucht unseren eigenen Sound zu erschaffen. Auf unserem letzten Album, „The Heart Of Everything“, haben wir unser Ziel erreicht. In dieser Hinsicht ist es das perfekte Album. Also war unsere Mission erfüllt und wir mussten jetzt etwas Neues tun und uns von jeglichen Regeln befreien. Wir wollten Frische, uns aber andererseits auch nicht dazu zwingen, etwas anders zu machen, ohne es zu fühlen. Es sollte natürlich sein. Es war befreiend als wir anfingen neue Songs zu schreiben und merkten ‚Ja, das drückt aus was wir heute sind und es fühlt sich gut an!’“

 

Als umwerfende Komposition aus hochmodernem Hardrock, schimmernden Pop-Melodien, messer-scharfen Arrangements und kraftvollen, Schatten-umwobenen Atmosphären, unterscheidet sich „The Unforgiving“ erheblich von vorangegangenen Within Temptation-Alben. Jeder einzelne der 12 Tracks besitzt eine gewaltige, einprägsame Melodie und gleichzeitig vermittelt das Album enorme Vielfalt und Wandlungsfähigkeit. Geschickt manövriert die Band vom unmittelbaren Nervenkitzel des hymnischen „Shot In The Dark“, dem wohlig metallenen „In The Middle Of The Night“ und der sich aufbauenden Bedrohung von „Faster“ (erste Radio Single) zu epischem Bombast in „Iron“, beglückender Dramatik in „Where Is The Edge“ und unwiderstehlichem „Rock/Disco Beat“ in „Sinéad“. Dies ist der Sound einer grandiosen Band in der Form ihres Lebens, die jede Facette ihres Sounds und der eigenen Musiksammlung auslotet und im vielschichtigen und nachhaltig faszinierenden Ergebnis schwelgt.

 

 

„Auf eine merkwürdige Art und Weise fühlte es sich auch an, als würden wir mit diesem Album zu unseren Wurzeln zurückkehren“, resümiert Westerholt. „Wir kommen aus den späten Achtzigern und frühen Neunzigern, das ist unsere musikalische Geburtsstätte. Man möchte immer etwas Neues schaffen, aber wir sind dabei in die Vergangenheit gegangen und haben sie gefeiert. All diese Melodien und Gefühle der Musik der damaligen Zeit – Bands wie ‘Sisters Of Mercy’ und ‘Marillion’, ‘Europe’ und ‘A-Ha’, ‘Depeche Mode‘ und ‘Metallica’. Das alles ist in uns, und es kam heraus, als wir diese Songs schrieben.“

 

Within Temptation haben sich diesmal ganz bewusst von den windgepeitschten Fantasien der Vorgängeralben entfernt, um sich eine frische musikalische Perspektive zu erhalten. „The Unforgiving“ ist nicht nur ein Album: Es ist auch ein Comic-Roman und eine Reihe von lang-formatigen Videoclips, die zusammen Teil einer dunklen und fesselnden Geschichte über Leben, Liebe, Rache, Zorn und Reue sind. Basierend auf einer Idee des amerikanischen Autors Stephen O’Connell (BloodRayne/Dark 48) und seiner Comic-Novelle und illustriert von Comic-Künstler Romano Molenaar (Witchblade/Darkness/X-Men), besteht „The Unforgiving“ aus 12 Songs, die sich jeweils auf die Perspektive und Erlebnisse von einem der Hauptcharaktere der Geschichte konzentrieren. „Wir wollten kein klassisches Konzeptalbum machen, bei dem man sich etwas ausdenkt und Texte schreibt, um die Geschichte zu erzählen“, erklärt Westerholt. „In der Vergangenheit haben uns Bücher oder Filme immer wieder zu einem Text oder einem Song inspiriert – so wollten wir dies auch angehen. Wir haben 12 Tracks und sie sind Soundtracks zur Geschichte.“

 

Obwohl Westerholt und seine Bandkollegen gespannt darauf sind, wie die Fans die düsteren Wunder von „The Unforgiving“ für sich selbst entdecken, offeriert der Gitarrist und Songwriter folgende kurze und mysteriöse Erklärung, worum es in der Geschichte geht. „Das Leben von Menschen kann sich unterschiedlich entwickeln, je nachdem woher sie kommen, wer ihre Familie ist und wer oder was ihnen begegnet,“ sagt er. „Die Erzählung handelt also davon, wie in gewissen Leben Dinge für Menschen sehr falsch laufen und manche nach ihrem Tod eine zweite Chance bekommen, um aufzuarbeiten was im Leben passiert ist. Oberflächlich betrachtet geht es um böse Charaktere , die Ihresgleichen jagen – aber eigentlich geht es vielmehr um die Geschichten hinter diesen Leuten, ihren Leben; um das was sie suchen und worum es im Leben geht.“

 

Zusätzlich zum Album und dem flankierenden Comic-Buch haben Within Temptation ebenso intensiv an einer anderen visuellen Adaption von „The Unforgiving“ gearbeitet. Herausgekommen sind drei Promotion-Videos im Lang-Format zu den Songs „Faster“, „Shot In The Dark“ und „Sinéad“. Alle drei beginnen mit einigen Minuten dramatischer Erzähl-Handlung bevor die Band erscheint um die Songs selbst zu performen, und dabei - vollkommen unangestrengt natürlich - stylish aussehen! „Für mich ist ein Comic-Buch nicht kindisch, es ist wie ein Film“, schwärmt Westerholt. „Mit diesen Filmen ermöglichen wir der Geschichte eine breitere Perspektive und bringen sie denen näher, die sich nicht so für den Comic interessieren. Ich habe Comics immer geliebt, aber das tut nicht jeder!“

 

Die anfänglichen Pläne sofort zu touren, um „The Unforgiving“ zu unterstützen, wurden nach der Ankündigung, dass das bandeigene Ehepaar Robert Westerholt und Sharon den Adel später in 2011 sein drittes Kind erwartet, auf den Herbst 2011 verschoben. Auch wenn die Fans jetzt gezwungen sind, ein paar Monate länger zu warten, bis sie ihre Lieblingsband wieder in Aktion sehen können, besteht Westerholt darauf, dass die Vorteile dieser unerwarteten Pause, die Nachteile bei Weitem überwiegen. Was auch immer passiert, das Jahr 2011 wird Within Temptation gehören...

 

„Wir sind in einer komfortablen Lage, weil wir das Album fertiggestellt haben, alle Videos fertig sind und wir jetzt Monate Zeit haben um richtig an der Tour und der Show zu arbeiten“, erklärt der Gitarrist. „Wir wollen diese Show wirklich zur interessantesten und anspruchsvollsten machen die wir je gespielt haben. Dieses Album ist perfekt dafür, also ist unsere kreative Ausgangsposition hervorragend.

 

 

„The Unforgiving” wird in den folgenden Formaten veröffentlicht:

 

1. Standard Edition mit 12-seitigem Farb-Booklet.

 

2. Special Schuber/Digipack Edition, inklusive Bonus-DVD, 24-seitigem Booklet mit Poster und den persönlichen Credits der Fans, die an der Facebook-Aktion teilgenommen haben, und den Within Temptation Video-Trailer für den noch unveröffentlichten Kinofilm „Me & Mr. Jones“ geteilt haben.

 

3. Doppel-Vinyl

 

Audio auf allen Editionen:

Tracklist:

 

1.       „Why Not Me“

2.       „Shot In The Dark“

3.       „In The Middle Of The Night“

4.       „Faster“

5.       Fire And Ice“

6.       „Iron“

7.       „Where Is The Edge“

8.       „Sinéad“

9.       „Lost“

10.    „Murder“

11.    „A Demon's Fate“

12.    „Stairway To The Skies“

 

 

DVD-Inhalt der Special Edition:

 

1.       „Faster“ Kurzfilm + exklusives Musik-Performance-Video, nur auf der DVD.

2.       „Sinéad“ Kurzfilm + exklusives Musik-Performance-Video, nur auf der DVD.

3.       „Shot In The Dark“ Kurzfilm + exklusives Musik-Performance-Video, nur auf der DVD.

4.       „Where Is The Edge“ Video

5.       „Utopia“ (feat. Chris Jones) Video

6.       The Making of...# 1 - 3

7.       „The Unforgiving: The Prequel“ (Comic-Foto-Galerie)

 

 

Single: „Faster“

VÖ: 11.03.11

 

Album: „The Unforgiving“

VÖ: 25.03.11

 

 

Within Temptation sind:

 

Sharon den Adel:                               Gesang

Robert Westerholt:                             Gitarre

Martijn Spierenburg:                         Keyboard

Ruud Jolie:                                          Gitarre  

Jeroen van Veen:                               Bass

 

 

www.within-temptation.de

www.within-temptation.com

 

 

 

Fotocopyright: Jan Andraschko

 

Diskographie (Alben):

 

Enter (1997)

Mother Earth (2001 Europe/ 2000 NL)

The Silent Force (2004)

The Heart Of Everything (2007)

Black Symphony – live – (2008)

An Acoustic Night At The Theatre – live – (2009)

 

Kontakt:

Promotion Columbia Deutschland, Neumarkter Str. 28, 81673 München

Online: Daniela Lehmann 040 / 50 74 36 75  daniela.lehmann@promotion-werft.de

Presse: Dominik Gebhard 089 / 41 36 90 30 dominik.gebhard@sonymusic.com

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