28.02.2020 Die deutsche Künstlerin Sophia Süßmilch

Schönheitsideale und Geschlechterrollen von Sophia Süßmilch

von: GFDK - Künstler Vorgestellt

Die deutsche Künstlerin Sophia Süßmilch ist für ihre Performances und Malerei bekannt. In ihren Arbeiten stehen Ordnungsschemata, gesellschaftliche Normen sowie Schönheitsideale und Geschlechterrollen im Mittelpunkt.

Gremlinartige kleine Menschenmonster, anthropomorphe Gestalten und Fabelwesen zeigen sich dabei als Grenzgänger zwischen Gut und Böse. Durch die fröhlich-bunten Oberflächen strahlen die latent aggressiven und triebhaften Obsessionen der Erwachsenenwelt des Hier und Jetzt.

In der Ausstellung Sophia Süßmilch. Bei Langeweile öfter mal das ABC aufsagen sind neben Malereien auch zahlreiche fotografische Werke bis 19.04. im studio der Neuen Galerie Graz zu sehen.

Die aktuelle Schau zeigt vor allem Werke aus den Bereichen Malerei und Fotografie und thematisiert dabei immer wieder die uns umgebenden Ordnungsschemata und gesellschaftlichen Prinzipien.

„Das Alphabet ist die Ordnungsform der Enzyklopädie. Mit der Beschwörung des enzyklopädischen Systems nimmt es Süßmilch mit nichts weniger als dem gesamten abendländischen Wissen und dessen Ordnungsschemata auf.

Mit ihren ironisch-subversiven Darstellungen unterminiert sie deren paternalistischen Ernst und mit der willkürlichen Adaptierung führt sie deren Prinzipien ad absurdum“, so Kurator Roman Grabner.

In ihren Arbeiten dekonstruiert Süßmilch Ordnungsprinzipien und hinterfragt sie – ihre Bilder wirken trotz der plakativen, bunten Sujets auf den ersten Blick oft irritierend. Neben ihren malerischen Werken finden sich auch fotografische Arbeiten in der Ausstellung.

Hier zeigt sich die Künstlerin selbst in verschiedenen Posen, oft eng verschlungen mit ihrer Mutter. Begleitet werden ihre Werke jeweils von aussagekräftigen Titeln wie etwa Can you please stop taking drugs, Paul.

„Durch den Titel eines Kunstwerks wird eine weitere Bedeutungsebene eingezogen: Werktitel machen neue Denkräume auf und können oft auch einen humorvollen Aspekt einbringen“, so Sophia Süßmilch.

„Ihre frechen und beiläufigen Titel sind aus der Perspektive einer jungen Künstlerin geschrieben, die mit den Konsequenzen dieser Formalismen leben muss“, ergänzt Kurator Roman Grabner.

Die Relevanz der Werktitel findet sich auch in der Konzeption der Ausstellung wieder, folgt die Präsentation der Werke doch einer alphabetischen Reihung.

Die studio-Schau Sophia Süßmilch. Bei Langeweile öfter mal das ABC aufsagen ist noch bis 19. April bei freiem Eintritt in der Neuen Galerie Graz zu sehen.

Sophia Süßmilch. Bei Langeweile öfter mal das ABC aufsagen
studio, Neue Galerie Graz, Joanneumsviertel, 8010 Graz
22.02.–19.04.2020