Künstler mit besonderen Leistungen auf GFDK

27.08.2016 universelle Projektionen

GFDK Redaktion

Die Lebens- und Studienstationen von Suzanne Levesque erstrecken sich von Luxemburg über Hamburg, Wien, New Haven, Baltimore bis New York. 

Die kreative Seite von Suzanne Levesque wurde seit ihrer Kindheit von der familiären Seite her unterstützt, die Großmutter ist selbst Malerein, beide Eltern sind Musiker. Die ersten entstanden Zeichnungen zeigen Kindergesichter, ein bis heute bearbeiteter Fokus im Werk. Das Studium der Malerei absolvierte sie in Hamburg und Baltimore, schon während des Studiums wurden erste Einzelausstellungen mit ihren Arbeiten realisiert.   

"Eigentlich wollte ich Ärztin werden. Aber ich hatte kein großes Latinum. Also dachte ich: Wenn ich medizinische Zeichnungen machen würde, dann könnte ich beide Vorlieben miteinander verbinden. Ich habe aber bald gemerkt, dass es mir nicht um das reine Darstellen ging." Ihr Interesse an einem Grenzgang führte dann dazu, dass sie Krankenhäuser besuchte und dort Verstorbene zeichnete. "Ich wollte wissen, wie es ist. Die Präsenz, die irdische Schwere und Körperlichkeit ohne Regung erleben. Es war sehr friedlich, weil es etwas Abgeschlossenes hatte."
Im nächsten Schritt wollte sie erfahren, "was passiert, wenn ich ihnen auf dem Papier wieder Menschlichkeit einhauche." 

Zeichnungen und Ölbilder von Suzanne Levesque


Seit diesen ersten tiefgreifenden Erfahrungen kreisen die Zeichnungen und Ölbilder von Suzanne Levesque weiterhin um Gesichter, verwundbare, schutzlose Körper, meist von Kindern, bei denen weder Alter noch Geschlecht bestimmbar sind. Sie scheinen im Raum zu schweben, ziehen sich durch das Bild, ohne Raumkomposition.
Die lasierende malerische Vorgehensweise scheint dem Motiv gut angepasst. Die Farbpalette ist begrenzt, es ist keine Grisaille-Malerei, die Farben Grün, Gelb und Blau werden spärlich eingesetzt.

Die Arbeiten von Suzanne Levesque sprechen eine sehr eigene Sprache und bringen mit ihren Phantasmen eine empfindliche, verstörende  Saite beim Betrachter zum Klingen,  "ein blankes Feld für universelle Projektionen", wie es die Künstlerin selber nennt.

 Zu sehen ab 1. September bis 24.9.2016 in der

Galerie Pfundt

Knesebeckstraße 89
10623 Berlin / Charlottenburg

Tel.: 030 – 327 66 500
mobil: 0179 – 395 77 29
 
info@galerie-pfundt.de

Mi-Fr 13-18 h / Sa 10-14 h

Suzanne Levesque


1983            geboren in Luxemburg
bis 2005      Lyme Academy College of Fine Arts
2010 - 11    Maryland Institute College of Art, Baltimore
2006 - 12    HAW, Hamburg
2013           Elysee-Preis für Malerei

Ausstellungen in Deutschland, Österreich, Großbritannien und den USA

Ausstellungen von Suzanne Levesque

 

 
 
 
2016
 
 
 
 
 

Galerie Pfundt - zum Gallery Weekend Berlin
Galerie Goethel, Hamburg

 
 
 
 
 
 
2015
 
 
 
 
 

kiddo, Atelier Xylos, kuratiert v. Franz Chavanne (solo) (Katalog)
Wunderkind, Mozarteum, Salzburg (solo)
The Daily Moods of Suzanne Levesque - Herr Beinlich, Bielefeld (solo)

 
 
 
 
 
 
2014
 
 
 
 
 

Atta Girl!, Fabrik der Künste, Hamburg, Germany (solo) (Katalog)

 
 
 
 
 
 
2013
 
 
 
 
 

Lichtwark Edition, Suzanne Levesque, Lichtwark Haus, Hamburg
LULLABIES, Kunstverein Harburger Bahnhof, Hamburg (solo)
Holotypes, Mary'sches Haus, Hamburg (solo)

 
 
 
 
 
 
2012
 
 
 
 
 

In Gedenken der Kinder, Medizinhistorisches Museum, UKE, Kuratiert von Alexa Seewald, Hamburg

 
 
 
 
 
 
2011
 
 
 
 
 

DisOrder, Rosenberg Gallery, MICA, Baltimore

 
 
 
 
 
 
2010
 
 
 
 
 

Identity, Rosenberg Gallery, MICA, Baltimore
12x12, Mighty Tanaka Gallery, kuratiert v. Alex Emmart, NY

 
 
 
 
 
 
2008
 
 
 
 
 

Wet Paints, Hygenic Gallery, New London, Connecticut
Medizinische Studien, Amalie-Sieveking-Klinik, kuratiert von Hinnerk Bodendieck

 
 
 
 
 
 
2007
 
 
 
 
 

Gut und Böse, Haus 73, kuratiert von Frank Diersch, Hamburg

 
 
 
 
 
 
2016
 
 
 
 
 

The Best Thought I've Had, OneArtSpace, New York

 
 
 
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28.06.2016 Electronic-Punk-Rock

GFDK - Redaktion

Die Münchner Electronic-Punk-Rock-Band "Mila Masu" besteht aus vier Musikern, denen Jazz, Rockabilly und Konzertgitarre einfach nicht laut genug waren. Punk-Röhre und Frontfrau der Band Mila redet Klartext und nimmt kein Blatt vor den Mund.

Die Vier haben sich gesucht und gefunden. Mila inserierte folgendes auf sämtlichen Portalen: „Sympathische Punk-Rock-Queen sucht drei hemmungslose Typen, um die Bretter der Welt zu erobern. “Mit frechen Texten, rasanten Riffs und treibenden Electronics geben die Vier neue Töne vor. A.K., Till und Mila schlossen sich im Jahr 2011 zusammen, um dem Studioprojekt "Mila Masu", mit dem damaligen Produzenten/Gitarristen Chris Gabler, auch live ein Gesicht zu geben. 2013 gesellte sich Gitarrist Leo hinzu und machte das Puzzle komplett.

Im März hat Mila Masu ihr absolutes Herzens-Album „Klartext“ veröffentlicht und sind jetzt heiß darauf die Bühnen zu rocken.

 

Neues Album Klartext

Story zum Album „Klartext“:„Sei Du selbst und lass Dich von niemandem unterkriegen!“

Wir sind direkt auf die 12, ironisch, prangern an, lachen, weinen, sprechen immer Klartext, können aber auch über uns selbst lachen. Musik ist das, was wir über alles lieben und genau das wollen wir auch an die Leute tragen. Aber macht euch am Besten selber ein Bild und hört in unser Album rein. Das könnt ihr auf allen gängigen Portalen wie itunes, amazon, spotify, ... oder bestellt euer Exemplar einfach unter www.mila-masu.de/shop

Mila Masu - Musik mit Herzblut

Mila Masu ist eine leidenschaftliche Live-Band, der man den Spaß auf der Bühne und ihr Herzblut zur Musik wirklich ansieht!

Album „Klartext“ ist seit März 2016 auf dem Markt!

Management:

bart@agentur-eam.de

Label: Into The LimeLight Records

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28.06.2016 Action und Abenteuer

GFDK - Melanie Marten

Hagen Vogels (*1988, Berlin)  Einflüsse kommen aus der Internet- und Gamerszene und deren Fankultur und -Kommunikation sowie vom Fanatismus. Angesiedelt zwischen Hochkultur und Pop portraitiert Hagen Vogel seine Helden in aufwändigsten Techniken der Ölmalerei. Lara Croft, als bekanntester Videospielcharakter der Gegenwart, wird auf großflächiger Leinwand zum Kunstwerk erhoben.

Hagen Vogel liebt gute Stories

Als Vorlage wählte Hagen Vogel das Adventure-Game aus 2013, in der Croft erstmals weniger sexistisch gestaltet und die Story von einer Frau geschrieben wurde. In diesem Spiel wird sie zur verwundbaren Abenteurerin, bildreich dargestellt von Hagen Vogel in lebensfeindlicher Szenerie mit Schiff- und Flugzeugwracks. Vogel liebt gute Stories und bringt virtuelle Charaktere in die reale Welt, u.A. mit Gemälden von Dr. Earnhardt („Far Cry“) vor seiner psychedelischen Pilz-Ernte, Citra („Far Cry“), die den Dolch entgegennimmt, und mit einem klassischen Portrait der jungen Ellie, die im Survival-Horror-Videospiel „The Last of Us“ als Einzige immun gegen den Pilzbefall der Menschheit ist.

Mit selbst hergestellten Malmitteln und feinsten Werkstoffen aus Belgischem Leinen, Schweizer Gesso-Grundierung und einem sich abwechselnden Schicht-Verfahren aus Eitempera und Harzölfarbe erarbeitet Vogel anspruchsvoll Werke, die über 500 Jahre halten bevor sie restauriert werden müssen. Die dargestellten Charaktere in ihrer typischen Umgebung hält er damit für die Ewigkeit fest.

Motive unserer Zeit

Weitere Arbeiten umfassen weltliche Motive unserer Zeit, wie das epische Captain Picard Facepalm-Meme, das als Ausdruck non-verbaler Kommunikation in die Geschichte der Internet-User eingeht. Ein von Caspar David Friedrich übernommener Schauplatz enthüllt Sven Marquardt als Wanderer und das Berghain im Nebelmeer.

Stillleben mit Gangster und Kanonen

Action und Abenteuer sind sich durchziehende Themen, darunter das romantisierte Gangster-Stillleben aus Zigarre, Knarre, Crystal Meth, Dollar-Scheinen, Herradura-Tequila und Habaneros und das Survival-Stillleben aus Rucksack, Beil, Ethanol, Tape und Feuerstarter. Im Kontrast zu Letzterem die lebensgroße Plastik einer Lidl-Tüte als Ressource eines Obdachlosen, dem Überlebenskünstler.

Hagen Vogel spiegelt die Welten die wir uns schaffen so, dass man das Abgebildete zweifelsfrei erkennt. Manche dieser Welten verblassen schon etwas, wie Papst Benedikt XVI, der als Vorgänger von Papst Franziskus die Kirche in Person verkörperte. Kurz nach seinem Rücktritt wurde er von Vogel auf riesiger Leinwand festgehalten, mit goldener Robe, aufdringlichem, goldenem Kreuz in der Faust und göttlich in den Himmel gehoben. Die Klarheit in den Bildnissen, den Farben und der Ästhetik Vogels verblasst nicht.

Über den Künstler Hagen Vogel:

1988 in Berlin geboren, in Franken aufgewachsen und für das Studium an der Universität der Künste nach Berlin zurückgekehrt. Von 2009 bis 2014 studierte er Freie Bildende Kunst u.A. bei Fritz Balthaus, Gregor Schneider und Valérie Favre. Nach einem Experiment im Stil von Georg Baselitz, bei dem Hagen Vogel ein Hitler-Gemälde schuf und damit eine Beschlagnahmung durch die Staatsanwaltschaft als sich-selbst-erfüllende Prophezeiung auslöste, wurde Vogel der Universität verwiesen. Daraufhin entstand Vogels Gemälde von Papst Benedikt XVI.

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12.06.2016 Menschen auf Zeit

GFDK - Herwig Nowak

Gila Abutalebi (geboren 1971 in Österreich), aufgewachsen in Hamm Westfalen, studierte Sprachen, Wirtschaft, Schauspiel in Deutschland, USA und Spanien. Seit ihrer Kindheit ist sie Stift und Sprache verbunden.

Die Deutsch Iranerin offeriert ein in sich homogenes aber auch heterogenes Oeuvre: die Begegnung der Kulturen, der persischen als auch europäischen. Mit einer ungeheuren geradezu deutschen Akkuratesse, schreibt sie ihre Werke und vermischt diese mit ihrem orientalischen Flair.

Dabei arbeitet sie ausschließlich mit den lateinischen Buchstaben. Die „Schrift- und Sprachkünstlerin“ visualisiert also Buchstaben, Wörter und eigene Texte mit leichten Farben wie Pigmenttinte und Acryl und arbeitet auf transparenten Materialien. Die vielfach in mehreren Schichten übereinander gelegten Werke erlangen in ihrer Mehrdimensionalität geradezu einen Schwebezustand.

Ihre Arbeiten kreisen stets um den Menschen und das Zeitgeschehen, die Emotionen und Stimmungen mit dem Ziel vielschichtige Reflexion beim Betrachter auszulösen. Abstrakt, narrativ und poetisch transportieren ihre Werke eine Leichtigkeit, auch um der Schwere des Seins mit Leichtigkeit zu begegnen. Seit Jahren konzentriert sich Abutalebi auf den Buchstaben „K“ - ihre aktuelle Serie „In Love with K – K Visuals“.

Ob kopflose Kreaturen, Kommunikation, Kettenreaktion, Kraft, Komposition, Kosmos, Kultur, Kunst, Kapitalismus, Krieg, Kommunismus, Konzentration, Kuss, Konflikt, Kreis(lauf), … - das K ist zum Held ihrer Werke geworden. Gelegentlich empfängt ihr Held auch Gäste, wie das „O“ oder andere Buchstaben, gar Wörter.

Seit 2016 hat sie einen weiteren Helden: das „M“. Titel ihrer neuen Serie: „M in Process – M Visuals“. Die erste Ausstellung in 2016 widmet sie ihrem Text „Menschen auf Zeit“, alles kreist im wahrsten Sinne des Wortes um den Menschen.

Auch hat sie ihrer Arbeit eine erweiterte Dimension in der Mehrdimensionalität geschenkt:: „das sprechende Bild“, Bild und Ton in einem. Die Vertonung von Abutalebis lyrischem Text „Menschen auf Zeit“ ist von den NOIZMAKERS aus Frankfurt produziert worden.
Gila Abutalebi lebt und arbeitet in Köln.

Herwig Nowak

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31.05.2016 Ausstellung in der Kunstsammlung Jena

GFDK - Erik Stephan

Mikos Meininger wächst in Jena auf, lernt Plakatmaler und verlässt die Stadt 1986 in Richtung Berlin – gerade noch rechtzeitig, um die Berliner Szene in ihrer randständigen Selbstorganisation zu erleben, bevor nach 1989 die Karten neu gemischt werden. Er findet Anschluss an den Kreis um Maximilian Barck, den inspirierenden Kopf der Produzentengemeinschaften „Maldoror“ und „Herzattacke“.

Hier verzahnen sich Literatur, Kunst und Leben auf das Engste und Meininger entdeckt über die Grafik das Künstlerbuch - ein Medium, das im Osten Deutschlands lange Zeit einige Freiräume gestattet, die in offenen und größeren Formaten kaum zu erlangen sind. Hier, in der direkten Zusammenarbeit mit bekannten und weniger bekannten Kollegen, entwickelt Mikos Meininger sein künstlerisches Vermögen und ist an einer Vielzahl von Projekten im Berliner Kunstbetrieb beteiligt.

Mikos Meininger hat literarische Vorlieben

Zunächst sind Meiningers Arbeiten erzählerisch, geladen von der spontanen Eingebung des Augenblicks, erfundenen oder gefundenen Geschichten wie auch literarischen Vorlieben, die sich zwischen Wolfgang Hilbig und René Char bewegen. Offenkundig bevorzugt er den Dialog mit Dichtern, deren Werk aus einsamen Tiefen aufragt und zum subversiven Dialog anregt. Jedoch sind keineswegs alle grafischen Arbeiten Meiningers literarisch inspiriert. Vor allem dort, wo seine Arbeiten abstrakter werden, löst er sich von der direkten Inspiration, wird freier und weicht gegenständlichen Bezügen aus.

In der Malerei – im größeren Format – wird diese Entwicklung von Beginn an deutlich und beschreibt, da kein Auftrag das Ergebnis beeinflusst, eine ungegenständliche Malerei, die sich in Schichtungen entwickelt und assoziativ das Thema der Landschaft berührt. Meininger lässt offen, ob es sich bei seinen Landschaften um Emanationen des Geistigen oder um subtile Variationen des Gesehenen handelt. In vielen Fällen verführt der Verdacht gegenständlicher Entdeckungen den Betrachter zum konkreten Sehen. Genügen viele der früheren Bilder einer spielerischen Grundstimmung, so sind die neueren Gemälde, ganz im Sinne einer Bewusstseinslandschaft, bei zurückgenommener Farbigkeit deutlich dichter gepackt.

Gemälde  Grafiken  Skulpturen

Anders als die Malerei figuriert Meiningers jüngstes Kapitel im Werk, die Plastik, konsequent im Figürlichen. Zumeist gegossen in Bronze zeigt sich die Figur allerdings nicht als wohlgeformte Konstante, sondern es ist viel mehr das Ephemere, die Überlappung von Werden und Vergehen, das sich hier entäußert.

Das künstlerische Schaffen Mikos Meiningers erfuhr in den vergangenen Jahren eine stetig wachsende Anerkennung. Davon zeugt nicht nur der deutlich größere Radius seiner Ausstellungen – erst kürzlich endete eine Retrospektive in Shanghai – sondern auch die Verortung seiner Werke in zahlreichen bedeutenden Sammlungen. Es ist also an der Zeit, das Werk des Künstlers in einem Akt künstlerischer Heimholung nun auch am Ort seiner Kindheit und Jugend zu zeigen.

Ausstellung in der Kunstsammlung Jena

16. April – 14. August 2016

Die erste umfassende Werkschau Meiningers berührt alle Bereiche des Werkes und reicht von Malerei, Skulptur und Druckgrafik bis hin zu jenen aufwändigen Künstlerbüchern, die Meininger zumeist mit befreundeten Schriftstellern erarbeitete. Das jüngste Kapitel des Werkes, die Plastik, wird in unserer Ausstellung erstmals repräsentativ vorgestellt. Die Ausstellung zeigt eine konzentrierte Auswahl aus der Fülle eines wachsenden und sich in thematischen Schüben entwickelnden Werkes.

Mikos Meininger hat sich zu zwei Führungen bereit erklärt und wird persönlich durch die Ausstellung führen. Zu diesem Dialog der besonderen Art, bei dem nicht nur die Kunstwerke, sondern auch die vielfältigen Hintergründe ihrer Entstehung eine Rolle spielen werden, sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

 

Termine:

Samstag, 4. Juni 2016, 15 Uhr

Sonntag, 5. Juni 2016, 15 Uhr


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25.03.2016 Michael Horbach-Stiftung

GFDK - Herwig Nowak

In Köln geht in diesen Tagen eine bemerkenswerte Ausstellung junger iranischer Künstler zu Ende. Unter dem Titel "Berge bewegen sich nicht" zeigte die Michael-Horbach-Stiftung in ihren Kunsträumen in der Wormserstrasse 23 sechs darstellende Künstler, allesamt persischer Herkunft und allesamt im Rheinischen Raum lebend und schaffend. Ausgestellt wurden Gila Abutalebi, Linda Nadja, Pari Moradi, Mahssa Askari und Bahar Balvand.

Und damit ist die interessante Polarität der Ausstellung umrissen.Herkunft und Schaffensraum der Künstler hinterlassen bei den Werken ihre Spuren, die zu einem spannungsgeladenen Oevre führen. Auf der einen Seite die Wurzeln des künstlerischen Schaffens, auf der anderen Seite der unleugbare Einfluss westeuropäischer Kunstströmungen.

Besondsrs präsent sind beide Einflüsse in den Werken von Gila Abutalebi zu sehen und zu spüren. Wenn drei Merkmale ihre Werke bestimmen, nämlich die Schriftbezogenheit, die Schichtigkeit und die Farbigkeit, so ist das Schreiben künstlerischer Werke, das als einziges Merkmal hier besonders erläutert  werden soll, der alten perischen Kalligraphie nicht unverwandt.

Ausstellung in Köln

Gila Abutalebi schreibt also einzelne Buchstaben, die sie mit schier unerschöpflichem Ideenreichtum in dementsprechend unterschiedlichster Art und Weise zum Bild zusammenstellt und gestaltet. Gegenstand der Gestaltung ist der Buchstabe selbst und die Art seiner Verknüpfung mit den übrigen gleichen. Ihre gestalterische Meisterschaft galt bisher dem Buchstaben "K",dem beherrschenden Element ihrer Kunstreihe" K Visuals".

Hier kommt der ganze Kosmos der Bedeutungen dieses Buchstabens zum Ausdruck. Das "K" mit seinem positiven Sinngehalt, wie in  Kunst, Kosmos oder Katharis, erhält hier seinen bildhaften Ausdruck. Ebenso werden die negativen Inhalte des Buchstabens, wie etwa in Krankheit oder Krieg, künstlerisch verarbeitet. Ihre kommenden Ausstellungen im Kunstraum St. Apernstrasse23 und in der Industrie -und Handelskammer zu Köln zeigen Werke ihrer Serie "K-Visuals". Während der Art Cologne ist sie auch in der St. Apernstrasse 23 zu sehen.

Persische Kunst von Gila Abutalebi, Linda Nadja, Pari Moradi, Mahssa Askari und Bahar Balvand

Einen gewissen Gegenpol dazu bildet das ausgestellte künstlerische Werk von Linda Nadja, bei dem wenig auf die Herkunft der Künstlerin, aber umso mehr auf ihre neue westeuropäische künstlerische Heimat hindeutet. Wunderbar vermittelnd" zwischen Ost und West" positioniert sich Pari Moradi mit ihren "Scherbenzeichnungen", blosse Bruchstücke der realen Welt erhalten eine eigene Aussage, die auch wegen ihrer unübertroffenen Präzision zu rühmen ist.

Während sich Mahssa Askari mit dem Inhalt ihrer Bildwerke fast gänzlich europäischen Darstellungen anschschließt, oder sollte man sagen: menschliche Themen allgemeingültig behandelt, kommt bei Bahar Batevand mit ihrer "Kunst zum Begehen" nochmals das Fremde mit Nachdruck zum Vorschein. Persische Wirklichkeit zeigten schliesslich die "Teheraner Fotografien" von Reza Nadji. Es gilt: die Realität der Stadt entbehrt jeder künstlerischen Veredelung.

Freunde der Kunst

Den Besucher freut, dass die persische Kunst um Mittelpunkt weiterer Ausstellungen steht. Die Düsseldortfer Galerie Setareh etwa geht hier mit gutem Beispiel voran.

Roberto Cellini CCAA

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16.02.2016 lustvoll

GFDK - Kölner Stadt-Anzeiger

Köln (ots) - Zur Inspiration beim Schreiben trinkt der Philosoph und Bestsellerautor Richard David Precht abends gern ein Glas Rotwein. "Für das Lustgefühl beim Schreiben, die Suche nach der pfiffigen Überschrift, dem originellen Einstieg" sei Wein "sehr förderlich", sagte Precht dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstag-Ausgabe).

Bier hingegen sie zwar ein Durstlöscher im Sommer oder im Karneval, aber nicht inspirierend. Und Sekt halte er für überflüssig. "Von Champagner gar nicht zu reden. Saurer Sekt für ein Heidengeld - dieser ganze Kult ist mir völlig unbegreiflich." Precht machte seine Zunft, die Philosophen, dafür mitverantwortlich, dass den Sinnen, speziell dem Geschmacks- und Geruchssinn eine eher untergeordnete Bedeutung für die Urteilskraft zugemessen werde.

Philosoph Richard David Precht

"Von Ausnahmen abgesehen, ging der Hauptstrom der abendländischen Philosophie immer dahin, die Welt des Leibes und der Sinnlichkeit zu überwinden und in die Welt des Geistes und der Vernunft aufzusteigen", sagte Precht, der gerade Teil eins einer auf drei Bände angelegten Philosophiegeschichte vorgelegt hat. Die meisten spannenden Philosophen hätten ein furchtbar langweiliges Leben geführt, so Precht weiter. Was die Genussfreude betreffe, würde er beim antiken Philosophen Sokrates - den Porträtbüsten nach zu urteilen - "glatt auf einen Säufer tippen". Hingegen sei es ausgeschlossen, sich den Aufklärer Immanuel Kant mit seinem "Pünktlichkeitsfimmel" weinselig oder betrunken vorzustellen, meinte Precht. Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger

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29.10.2015 Philosoph der kunst

GFDK - Marco Hompes

Der Maler Rainer Magold kann auf unzählige Ausstellungen im In- und Ausland zurückblicken. Von Italien nach Polen, von Brasilien über Japan nach Dänemark, China, den USA, Israel... die Liste ist lang. Zu lang, um sie in aller Fülle hier darlegen zu können.

Seine Biografie ist aufs Engste verbunden mit großen Namen der Kunstgeschichte: Elvira Bach, Markus Lüpertz oder Joseph Beuys. Auch dem Maler Magold gebührt ein fester Platz in der Kunstgeschichte.

Rainer Magold - Über die Kunst

Ernst Cassirer schrieb in seinem, 1944 im amerikanischen Exil entstandenen Text „An Essay on Man“ folgendes: „Die Wissenschaft gibt uns Ordnung im Denken; die Moral gibt uns Ordnung im Handeln; die Kunst gibt uns Ordnung in der Auffassung der sichtbaren, greifbaren und hörbaren Erscheinungen.“1

Die Kunst vermag also, folgt man Cassirer, ganz andere Ordnungen, oder wie ich ergänzend hinzufügen möchte, Erfahrungen zu bieten.

Gerade in der heutigen digitalen, schnelllebigen Zeit, ist es vor allem die Kunst, die Beständigkeit schafft und sozusagen als Regulativ wirksam werden kann. Genau diese Möglichkeit der Beständigkeit macht Kunst heutzutage zu einer der beliebtesten Kapitalanlagen überhaupt. Wer die Kunst aber ausschließlich als solche betrachtet, der würde sie missverstehen.

Denn ihre Beständigkeit schafft sie gerade erst durch ihr Potenzial, andere Erfahrungen zu schaffen. Sie kann Momente der Entschleunigung, der Sinnlichkeit, der Überraschung bieten. Sie erlaubt uns eine alternative Sicht auf die Dinge, die uns umgeben.

Die Malerei Magolds

Gerade die Gemälde Magolds können dem Betrachter die oben genannte Sichtweise ermöglichen. Ich würde sein  Werke gerne als „Manifestationen des Sinnlichen“ bezeichnen. Denn sie bieten uns Farben und Formen, in die wir vollends mit unserem geistigen Auge eintauchen können; beispielsweise kräftiges, Energie geladenes Rot, kühles, beruhigendes Blau, mysteriös, transzendent scheinendes Schwarz, sattes Grün... All diese Farben bieten Emotionen. Sie wecken Assoziationen, welche auch viel über unsere kulturelle und soziale Prägung verraten können – und auch über unsere persönlichen Leidenschaften.

Mit den großen Künstlern verbunden

Rainer Magold trägt die Farben in expressionistischer Manier, mit breitem und schnellen Pinselduktus auf. Man kann ihn daher durchaus als Expressionisten bezeichnen. Tut man dies aber, so darf man es nicht falsch verstehen. Es geht in seiner Malerei nicht darum, einen Stil vom Anfang des 20. Jahrhunderts zu adaptierten oder gar zu kopieren. Seine Gemälde haben nur eine marginale Verwandtschaft mit den Werken von Künstlern wie Ernst Ludwig-Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff oder Erich Heckel.

Am ehesten könnte man ihn noch in die Nähe zu Emil Nolde, Gabriele Münter oder Marianne von Werefkin bringen. Dies aber nicht unbedingt aus stilistischen Gründen. Während eines Telefonats sagte mir Rainer Magold, dass der Expressionismus für ihn kein Stil sei. Einen solchen Stil gebe es gar nicht. Vielmehr ist es eine Lebenseinstellung. Der Expressionismus also als Lebenseinstellung?

Wie Münter, Nolde oder Werefkin treibt auch den Maler Magold eine große, fast intime Begeisterung für seine Sujets an. Und genau darin liegt ja auch die Crux des Expressionismus: Er ermöglicht es einem jedem Maler und einer jeden Malerin den ganz eigenen Stil zu finden, die eigenen Motive zu finden, die eigenen Farben und auch den eigenen, persönlichen Pinselstrich. In diesem Sinne ist der Expressionismus eine höchst individualistische Ausdrucksweise und, wie Rainer Magold richtig sagte, kein Stil per se.

Es geht in seiner Malerei nicht um konzeptuelle Überlegungen an theoretische Diskurse der Malerei, auch wenn man seinen Werke eine starke philosophische Tiefe nicht absprechen kann. Vielmehr ist das Thema der Bilder schlicht und einfach: Leidenschaft! Und ich denke, dass man wohl behaupten darf, dass man diese Leidenschaft seinen Gemälden anmerkt.

Wer offen ist für die Malerei, wer bereit ist sich auf sie einzulassen, der- oder diejenige wird diese starke Emotion wohl nachvollziehen können. Denn genau das ist es ja, was die Kunst ausmacht. Bereits der Philosoph Martin Heidegger konstatierte, dass das Kunstwerk zwar immer auch Material sei, dass es ein Kunstwerk immer auch ein Ding sei. Anders als aber „Zeug“, kann es nicht reduziert werden auf eine Dienlichkeit, auf sein Wozu, sondern weist immer auch über die bloße Materialität und eine mögliche Nützlichkeit hinaus.

Kunstwerke lassen Wahrheiten erschließen, oder wie Heidegger es sagte: Das Kunstwerk definiert sich durch das „Sich-ins-Werk-Setzten der Wahrheit“.2 Letztlich konstatiert ein Kunstwerk ein Da-Sein, und das macht es zu einem idealen Ort, um sich und seine Umgebung in einer anderen Form zu betrachten.

Die Motive Magolds

Die Themen, die Rainer Magold behandelt, sind äußert vielfältig. Was diesen Aspekt angeht, lässt er sich nicht einschränken. In seinem umfangreichen Oeuvre tauchen Landschaften, schöne Frauen, mythologische Themen, Heroen, abstrakte Gemälde aus Pech und auch zahlreiche Porträts auf.

Unter Letzterem sind viele bekannte Persönlichkeiten zu finden: die schöne und gleichzeitig tragische Marilyn Monroe, die Sängerin Tina Turner, die elegante und mysteriöse Coco Chanel, der in sich gekehrte, rot erstrahlte Mahatma Ghandi oder auch der müde Charlie Chaplin. Man könnte fragen: „Wie passt all das zusammen?“.

Rainer Magolds Motivwahl basiert auf seinem Interesse für die dargestellten Persönlichkeiten. Doch eines haben sie alle gemein: Sie alle besitzen eine enorme Ausstrahlung, Charisma oder genießen eine aufgeladene, zwiegespaltene  Meinung in der Bevölkerung. Alle haben sich durch Leistung und Mut hochgearbeitet. Dieser Ehrgeiz beeindruckt Magold. Doch alle die Bilder zeigen auch eine andere Seite.

Marilyn Monroe galt als Sex-Symbol

Doch hinter dieser Fassade war sie auch eine traurige Person. Auch Magolds Gemälde „Der Papst trägt Prada“ zeigt zwei Seiten ein und derselben Medaille. Der Titel verweist auf den Kinofilm: „Der Teufel trägt Prada“, dargestellt wird Papst Benedikt XVI in einem grell rötlichen Ton, was ihm fast diabolische Züge verleiht. Im gleichen Zuge verweist der Titel auch auf eine reale Begebenheit, auf die roten Schuhe, welche der Pontifex bei einem öffentlichen Auftritt trug.

Lange kursierte das Gerücht, dass es ein Paar des Modehauses Prada sei. Magolds Bilder haben also immer mehrere Ebenen, immer auch einen doppelten Boden. Dazu passt auch, dass viele der Gesichter Risse in der Malschicht aufweisen. Diese Krakelee sollen aber nicht als kritische Hinterfragungen der gezeigten Prominenten verstanden werden. Vielmehr soll die Fragilität der Seele, das Menschliche an ihnen betont werden.

Es sind diese inneren Dualismen oder besser: diese innere Dialektik, die Magolds Bilder aufladen und mit Bedeutung versehen. Welche der verschiedenen, angedeuteten Ebenen der Betrachter erkennt, das bleibt offen. Denn auch wenn der Maler seine Gemälde aus einem inneren Schaffenstrieb heraus herstellt, so ist es letztlich immer der Betrachter, der die Bilder vollendet.

Um noch einmal zurückzukommen zu den diversen Themen. Für seine Malerei schöpft der Maler frei aus einem riesigen, niemals endenden Pool an Bildern und Motiven der realen Welt. Das ist auf keinen Fall selbstverständlich! Nach dem Zweiten Weltkrieg etwa war lange kein Platz für die gegenständliche Kunst. Alle Formen und Möglichkeiten der abstrakten Kunst wurden durchexerziert.

An den 1960er Jahren aber wurde der Ruf einiger junger, vielleicht radikaler Künstler nach einer Rückbesinnung auf die Gegenständlichkeit immer lauter. Hier sind Namen zu nennen wie Georg Baselitz, Eugen Schönebeck, Markus Lüpertz,  Gerhard Richter oder eben auch Rainer Magold.

Das neue an dieser Malerei war, dass diverse Möglichkeiten der Gegenständlichkeit ausprobiert wurden. Themen wurden spielerisch, manchmal ironisch, manchmal symbolisch in die Malerei übertragen. Es wurde häufig mit neuen Materialien experimentiert. Sigmar Polke etwa experimentierte mit giftigen Chemikalien, Anselm Kiefer applizierte Blech, Eisen und andere Stoffe auf seine Leinwände und Rainer Magold experimentiert seit über 30 Jahren mit Pech.

Diese Bilder gehören zu seinen abstrakten Arbeiten. Ähnlich wie Gerhard Richter will sich auch er nicht für das eine oder das andere entscheiden. Und das ist das Schöne an der heutigen Kunst. Bildende Künstler müssen sich nicht mehr festlegen. Darüber hinaus bedürfen die Pechbilder keiner Motivik. In ihrer Wirkung, ihrer beinahe skulpturalen Gestalt, sind sie so aufgeladen und intensiv, dass es keiner Farben und keiner Motive bedarf.

Aber auch die gegenständliche Objekte sind keine Nachahmungen von Realität. Wie schon deutlich wurde, versucht Magold etwa die bekannten Persönlichkeiten nicht in der realen, medial mediatisierten Gestalt dazustellen. Vielmehr ist die Malerei eine Realität für sich.

Häufig sind dien Dargestellten Personen der heutigen Populärkultur. Ähnlich wie die Künstler der Popart, Andy Warhol oder Roy Lichtenstein, bringt er Bekanntes in seine Bilder ein. Die Zutrittsschwelle ist daher für den Betrachter nicht hoch. Alles Bekannte wird gerne betrachtet, wir kenne es, wir haben unsere Meinung dazu. Genau das ist aber der Trick der Bilder und das macht sie so spannend.

Denn wenn wir ohne Scheu auf das Bild zugehen, ist dies der erste Schritt in die wunderbare Welt der Formen und Farben, der Leidenschaften und Emotionen. Erst bei näherer Auseinandersetzung entdecken wir die inneren Dualismen, tauchen ein in die innere Dynamik der Gemälde, und wenn alles gelingt, springt der Funke auf uns über.

Diese Vorgehensweise hängt eng mit Rainer Magolds persönlichem Interesse zusammen. Es liegt in seinem humanistischen Werdegang begründen, dass er mit seiner Kunst nicht nur abbilden oder kommentieren will, sondern dass er mit seiner Kunst auch etwas erreichen, etwas ändern möchte. Dieser vielleicht anthroposophische Gedanke ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Hierzu braucht es Zeit und Ruhe und fordert die sinnliche Auseinandersetzung mit den Bildern.

Dann können wir verstehen, dass der Mensch Freiräume braucht, geistige und emotionale Freiräume, und dass es eben Kunst ist, die uns diese Freiräume schaffen kann. Erfahren wir diese Freiräume durch die Kunst, kann es uns helfen, um es mit Cassirer zu sagen, „Ordnungen in der Auffassung der sichtbaren, greifbaren und hörbaren Erscheinungen“ zu schaffen.  

Marco Hompes

1 Ernst Cassirer: Versuch über den Menschen. Meiner Verlag, Hamburg 2007, S. 257

2 Martin Heidegger: Der Ursprung des Kunstwerks“, Reclam Verlag, Leipzig 1960, S.33

3 Tatsächlich aber stammten die roten Schuhe vom Designer Adriana Stefanelli, der unter anderem auch Schuhe für den russisch-orthodoxen Patriarchen Alexij II oder den polnischen Politiker Lech Wałęsa entwarf.

 

Vita Rainer Magold

In Karlsruhe geboren, ist Rainer Magold in einer Welt der modernen Malerei aufgewachsen. Sein Vater (Maler der Akademie der Bildenden Künste/München und Gründer der Südpfälzischen Kunstgilde) gab ihm vieles weiter, insbesondere das Talent, Emotionen, Lyrik und Meditation expressiv und abstrakt zu malen. Er ermöglichte es ihm vielen Künstlern in Deutschland und Frankreich zu begegnen. Schon früh begeisterte Magold sich auf Ausstellungen in Strassburg und Paris für Turner, Picasso, Jean Arp.

 

Dem folgten mit 17 Jahren Studienreisen nach München, Venedig und Rom. Einer ersten eigenen Ausstellung in London (1970) folgten Studienaufenthalte oder Ausstellungen in Italien, Marokko/Algerien/Tunesien, Sao Paulo/ Brasilien, Dänemark/Schweden, Frankreich/Holland/Belgien, China, Hongkong, Jugoslawien, Israel, Schweiz, Barcelona/Madrid, Österreich, Sri Lanka; zuletzt 2009 in Mannheim und Berlin.


Prof. Joseph Beuys bestärkte Rainer Magold in der„Freien internationalen Hochschule für Kreativität und interdisziplinäre Forschung e. V“ konsequent seinen eigenen unabhängigen Weg zu gehen. Er hat mit vielen international bekannten Designern und Künstlern gearbeitet; 2009 z. B. mit Elvira Bach, Prof. Thomas Hornemann (Berlin), Prof. Fritz Dickgiesser (Kunstakademie Düsseldorf) und Prof. Markus Lüpertz.

Sein Atelier war im Anwesen Barthélemy, seit über 200 Jahren eine Kraftquelle vieler internationaler Künstler. Dieser Tradition ist der Maler Rainer Magold verbunden. Schon früh entwickelte seine eigenen Methoden und Techniken. Er ist heterogen in seinen vielseitigen Techniken aber immer homogen und konsequent in der mystischen Thematik.

Nach 50 Jahren Erfahrung als Maler verbindet Rainer Magold den klassischen Deutschen Expressionismus mit abstraktem Expressionismus in seiner einzigartigen Handschrift, die in emotionalen Portraits und abstrakten Landschaften deutlich wird.

Seine Bilder hängen bei Kunstsammlern in der ganzen Welt, z. B. in Frankreich, Hongkong/China, Italien, London/Großbritannien, Wien, Salzburg/Ostereich, Sao Paulo/Brasilien, Lausanne/Schweiz, New York/USA.

Heute lebt und arbeitet er in der Südpfalz an der französischen Grenze.

Kontakt:

Salten Theater & Kunst Promotion

lilo.salten@saltengastspiele.de

 

 

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28.10.2015 barocke figuren

GFDK - Farbrik der Künste

Der Maler und Graphiker Willi Sitte gilt als bekannter Vertreter des sozialistischen Realismus. Seine Kunst wird bestimmt durch figürliche Darstellungen, wobei die eher grobschlächtig anmutenden Figuren oft in nahezu barocker Form dargestellt werden.

Schon in Kindertagen erlangt Sitte eine zeichnerische Meisterschaft, die ihn jedoch nicht davon abhält sich auch die Ausdrucksformen der Moderne anzueignen.  Neben den Werken alter Meister orientiert er sich stark an modernen Künstlern wie Picasso und versucht Farben und Formen im flächigen Nebeneinander präzise aufeinander zu beziehen - jedoch immer verbunden mit einer spannungsvollen Bildaussage.

Die an der Moderne neuerworbenen malerischen Fähigkeiten verbindet Walter Sitte schließlich mit seinen altmeisterlichen Fähigkeiten als Zeichner, um von der flächenbetonten Gestaltung zu einer den Bildraum öffnenden Beweglichkeit zu gelangen. Dabei sind sowohl Liebespaare als auch weibliche und männliche Akte bevorzugte Sujets Sittes.

Kunst in der DDR

Entscheidend für seine Kunst ist, dass er dabei die Darstellung gängiger Schönheitsideale konsequent verweigert. Nicht den schönen Menschen, sondern Vitalität und Dynamik will Sitte mit seiner Kunst sichtbar machen. Er wählt bewusst keine festen Zustände, sondern stellt seine Figuren immer in Bewegung und Aktivität dar. In diesem Zusammenhang stellt das Element des Wassers in seiner sich permanent verändernden Form ein zentrales Thema dar, das Sitte immer wieder aufgreift.

Willi Sitte hat sich klar zum Kommunismus bekannt

Seine expressiven Körperdarstellungen  verwendet der Künstler außerdem häufig als Ausdrucksmedium für gesellschaftliche und politischen Aussagen und Ideen. Neben seiner Kunst ist er zeitlebens politisch interessiert und aktiv, was seine künstlerische Produktivität jedoch nicht einschränkt. Seine politische Einstellung, nach der sich Sitte klar zum Kommunismus bekennt, spiegelt sich in seiner Kunst deutlich wieder.

Dieser Umstand, der ihm zu DDR-Zeiten zu offizieller Anerkennung verhilft, führt dazu, dass Sittes künstlerisches Werk oft nicht nur nach künstlerischen, sondern auch nach politischen Aspekten beurteilt wurde und wird.

Seine sozialistisch-kommunistische Grundeinstellung und seiner Parteikarriere in der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) ist gleichzeitig auch der Grund, warum sein Werk nach der Wiedervereinigung Deutschlands bis zur Gegenwart immer wieder kritisch betrachtet wird und bisweilen öffentliche Diskussionen ausgelöst hat.

Willi Sitte - Menschenbilder

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29.09.2015 liebt poesie und geschichten

GFDK - Redaktion

Mélinée offenbart ihre Zweifel und ihren Spleen wie viele unterschiedliche Landschaftsbilder der Befindlichkeit, spricht über ihre Liebesabhängigkeiten, ihre Begegnung mit einem „Astronhomme“ oder „AstronoMann“, oder zeichnet ein eindrucksvolles Bild von Tangotänzern… Erweist ihrem Akkordeon oder der deportierten Jüdin Etty Hillesum eine Reverenz  oder erzählt uns vom schwierigen Metier der Schauspielerei…

  Ihre Texte sind dicht und wohl gefeilt geschrieben, gleichzeitig persönlich und poetisch, von universeller Kraft. In ihnen finden sich Hoffnung und Nostalgie, aber auch hintergründiger Witz und Humor, als passender Kontrapunkt zur Melancholie. Das alles zusammen ergibt diese „melancomische“ Welt, die ihr ganz eigen ist.

  An ihr Akkordeon angeschirrt sammelte sie erste Erfahrungen auf einigen Toulouser Bühnen mit ihrem Komplizen Maxime Dupuis am Cello. Zusammen gewannen sie im Mai 2010 den dritten Platz beim Prix Nougaro.

Als „Berlinerin“ lernte sie 2012 die Cellistin Samira Aly, 2013 den Gitarristen Jonathan Bratoëff  kennen, mit denen sie auftritt und im Frühling 2014 eine CD aufnehmen wird.

Mélinée schreibt Liebeslieder

  Ihre Lieder wurzeln in „L'Amour avec un grand Aïe“, (Der Liebe mit einem großen L-eid) der enttäuschten, unmöglichen oder nur geträumten Liebe, aus denen Lieder gemacht werden. Sie selbst gerät bei all dem ins Wanken, lässt Federn und löst dabei ihre eigene,  angerührt  von denen, die sie ihre „musots“ nennt („Maskuline Form der Muse, Köstlichkeit meiner Worte“).

  Im Goethe-Institut von Toulouse spielt sie weiter Theater, steigt ein in Werthers Sprache und hält sich immer mal wieder kurz auf der anderen Seite des Rheins auf, wo ihre Faszination für Berlin immer größer wird. 2010 landet sie dort und in einer Liebesgeschichte.

Mélinée liebt Berlin

Berlins Geschichte und seine Orte, seine urbane Poesie und seine beunruhigende Zukunft inspirieren die Sängerin zu ergreifenden Versen.

  « Weil ich die Leute vom Tacheles – das berühmte, besetzte Berliner Künstlerhaus, das jetzt geschlossen ist – getroffen habe und mit neuen Musikern gespielt habe, konnte ich über diese Schwelle gehen, habe ich mich endlich getraut, Toulouse zu verlassen. Ich hab es nie bereut, es war ein Traum, der in Erfüllung ging und damit ein so ganz anderes und spannendes Leben, das begann, weit weg von den Dämonen meiner Heimatstadt… Meine Liebe zu Berlin bleibt unangetastet, auch wenn es die Zeit des Tacheles, nach der ich mich manchmal sehne, nicht mehr gibt und mich die Zukunft der Stadt beunruhigt. Diese Stadt beruhigt, inspiriert mich, entfaltet mich… Wenn ich weg von ihr bin, fehlt sie mir, wie Anderen ein Mann, für mich ist es die Stadt meines Lebens! »

Mélinée über ihr neues Album Timezone

Insgesamt sind auf dem Album 17 Original-Kompositionen zu hören (darunter eine Version vom  Fernsehturm auf Deutsch).

  Der Gitarrist Jonathan Bratoëff begleitet mich auf der Bühne seit zwei Jahren. Er ist ein anerkannter Komponist und Musiker der britischen Jazz-Szene, immer auf der Suche nach neuen Einflüssen und verliebt in meine Texte – deshalb war es für mich eine klare und einfache Entscheidung, ihm die künstlerische Leitung des Albums anzuvertrauen. Jonathan hat ein mediterranes Temperament,  das sich mit einer perfektionistischen  Seite  verbindet, und hat die Aufnahme des Albums mit viel Leidenschaft geleitet.

Die Arrangements der Lieder, mal gipsy, mal jazzig oder rockig, tragen und schmücken Mélinées Poesie.

  Jonathan hat die Musik in Partituren gesetzt, deshalb mussten wir wenig zu sechst proben. Wir haben die Stücke während einer Woche in Berlin im Studio Audio Cue aufgenommen, unter den Bedingungen eines Live-Auftritts. Nur der Akkordeon-Part wurde in der Nähe von Toulouse aufgenommen.

Kann man sich einen besseren Ort vorstellen als die Berliner Jam-Sessions um virtuose Jazzmusiker ausfindig zu machen? Drei von ihnen wurden so entdeckt: Marcel Krömker (Kontrabass), Eugenio Corsaro (Piano) und Joe Smith (Schlagzeug). Sie waren von der Idee meines Albums gleich begeistert. Seit einem Jahr schon spielte ich mit der Cellistin Samira Aly, die einen klassischen Parcours hinter sich hat.

  Was den wunderbaren Akkordeonisten Grégory Daltin betrifft, so ist er ein langjähriger Freund. Ich konnte einfach niemanden anderen bitten bei uns mitzuspielen!

Derzeit tritt Mélinée hauptsächlich in Trio auf zusammen mit dem Gitarristen Jonathan Bratoëff und dem Kontrabassisten Carmelo Leotta.

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