Künstler mit besonderen Leistungen auf GFDK

17.01.2018 Komplimente können wir uns sparen

GFDK - Künstler Vorgestellt

Und so sehr die beiden auch das Schmusekätzchen-Image pflegen, im Konzert zeigten sie Krallen. In der intimen Zwiesprache spielten die Schwestern ihren größten Trumpf aus: ein geradezu blindes Vertrauen, traumhaft ausdrucksstark, ohne eine Spur von Routine.“ (Ostseezeitung)

Keine Schmusekätzchen

Lea und Esther Birringer verfügen souverän über „zentrale Parameter für mitreißende Interpretationen“ (BR). „‘Ich‘ und ‚wir‘ meint bei ihnen oft untrennbar dasselbe. Den Satz, den die eine lossprudelt, pointiert die andere. Dialoge perlend wie ein Mozart-Duett.“ (Saarbrücker Zeitung)

Mit Geige und Klavier bilden sie einen „fast symbiotischen Klangkörper“ (NDR). Obwohl die Schwestern schon früh erfolgreich ihre eigenen Wege als Solistinnen gingen, musizieren sie gemeinsam „wie aus einem Guss!“ Sie „bersten vor Spielfreude, mehr noch: vor musikalischer Angriffslust“ (BR) auch in ihrer neuen Einspielung.
 
Bei Rubicon Classics erscheint am 26.01. ihr neues Album Lifelines, auch dank erfolgreichen Crowdfundings. Nach seltenem Repertoire aus dem 20. Jahrhundert schlagen die Beiden in ihrem zweiten Album nun einen Bogen zwischen den musikalischen Gefühlswelten des 19. Jahrhunderts:

Von einem wenig gespielten Jugendwerk Edvard Griegs aus dem sagenhaften Skandinavien über berührende Klagelieder Franz Liszts bis hin zum hochdramatischen Lebenszyklus César Francks, damit beeindrucken die Beiden auch im Konzert: „Voller drängender Leidenschaft schien der Bogen der Geige mit den tanzenden Fingern auf dem Klavier eine Art virtuosen Wettstreit aufzuführen.“ (Oberbayerisches Volksblatt)
 
„Hochdramatisches und Tiefromantisches von Grieg, Liszt und Franck versammelt „Lifelines“, beim SR aufgenommen. Ein Klanggenuss durch und durch.“ (Saarbrücker Zeitung) Ausgangspunkt ist eine Jugendsonate op. 8 von Edvard Grieg.

Franz Liszts späte Elegien bilden in diesem Album die Brücke zur Sonate des Liszt-Freundes César Franck, die ein ganzes Leben umspannt. Nicht zuletzt war das Werk Cesár Francks ein Hochzeitsgeschenk für den Geiger Ysaÿe. So sind die drei Kompositionen der Hochromantik für das Geschwisterpaar durch einen roten Faden miteinander verbunden.
  
„Lebhaft und ausdrucksstark, (...) berührend“ erschließen Lea und Esther Birringer die „melancholische Folkloristik“ von Griegs Musik und ergreifen von dort aus die emotionale Vielfalt der späteren Kompositionen Liszts und Francks neu:

„In den beiden Elegien von Franz Liszt wechselte duftige Leichtigkeit mit leidenschaftlichen, düsteren Gefühlsausbrüchen. Das Klavier klang oft gläsern und klar wie eine Harfe. Lea Birringer zauberte auf ihrer Violine mal rauchig-sonore, dann wieder glockenreine Töne, die das Klavier lockend zu umschmeicheln schienen.“ (Oberbayerisches Volksblatt)   

„Komplimente können wir uns sparen“

Das dynamische Schwestern-Duo schöpft die Energie für das gemeinsame Spiel auch aus den Erfahrungen, die jede Einzelne auf Solopfaden macht. Die Violinistin Lea Birringer „weiß, was sie vermitteln will.

Ihre Performance ist viel mehr die einer Musikerin denn nur die einer Geigerin“ (DrehPunktKultur). Esther Birringer, das „kraftvolle Energiebündel“ (Weißenburger Tagblatt) begeistert durch ihr sensibles und gleichermaßen packendes Klavierspiel.

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09.08.2017 Nature's Songs von Frederike Berendsen

Redaktion - GFDK

Die junge Holländerin Frederike Berendsen will nun auch den deutschen Musikmarkt mit ihren Songs erobern. Dabei liegt Frederike Berendsen die Natur, Farben, Formen, Flora und Fauna ganz besonders am Herzen.

In Zeiten, in denen Eidechsen umgesiedelt und Klimaabkommen gekündigt werden, scheint die Natur oft mehr Hindernis als Bereicherung zu sein. Dabei offenbart sie bei näherer Betrachtung unnachahmliche, wundersame Perfektion in ihren vielfältigen Erscheinungen und inspirierte seit Urzeiten die Kunst. Schon Johann Wolfgang von Goethe schrieb 1778 in seinem Gedicht „An den Mond“:


Füllest wieder 's liebe Tal
Still mit Nebelglanz,
Lösest endlich auch einmal
Meine Seele ganz

Songs über Natur, Farben, Formen, Flora und Fauna

Auch die 21 Jahre junge, niederländische Sängerin, Frederike Berendsen widmet sich in zehn Stücken dem verloren geglaubten Blick auf die verschiedenen, wundersamen Aspekte der Natur.
Inspiriert von eben dieser und von den vier jungen Musiker*innen im Licht des Zeitgeistes betrachtet, entstand ein Konzept- und zugleich ein Debutalbum, das die tiefe und ursprünglichste Verbundenheit von uns Menschen mit der Natur neu entfacht und uns ermutigt, wieder zu staunen - über Farben, Formen, Flora und Fauna.

Das Konzept für „Nature's Songs“, von Frederike Berendsen ist tief mit dem eigenen Leben von Frederike Berendsen verbunden. Da sie auf einem Hof im ländlichen Osten der Niederlande aufwuchs, spielte die Natur schon immer eine große Rolle in ihrem Leben. Ihr Optimismus und ihre Verbundenheit zur Natur und ihrer Umwelt spiegeln sich in ihren Songs wider.

Das Quartett um die Sängerin  Frederike Berendsen hat sich mit Ben van Gelder, einem der gefragtesten Saxophonisten der Niederlande und dem vielfach ausgezeichneten Pianisten Florian Weber (u.A. ECHO JAZZ 2013 Piano national, WDR Jazzpreis 2014 Improvisation), zwei großartige Gastsolisten ins Studio eingeladen, die sich ganz natürlich in den Sound der Band einfühlen und die Stücke mit ihren einzigartigen und wunderbaren Klangsprachen bereichern.

Und auch der Mond (Song #6 „The Moon“) darf auf diesem Album nicht unbesungen bleiben…. .

FRÉ – NATURE'S SONGS:
Frederike Berendsen:  vocals, charango, compositions
Julian Bohn:  piano, Fender Rhodes, melodica, background vocals
Caris Hermes:  doublebass
Lukas “Bobby” Büning:  drums


Special Guests:
Florian Weber:  Fender Rhodes
Ben van Gelder:  alto saxophone

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23.07.2017 ein Album von internationalem Format

GFDK - Uwe Kerkau

Seit Ilse DeLange 1998 mit ihrem von Barry Beckett in Nashville produzierten Debütalbum „World Of Hurt“ an die Spitze der niederländischen Charts stürmte, haben es sechs weitere Alben an die Spitze der heimatlichen Hitlisten geschafft.

Die blonde Sängerin mit dem strahlenden Lächeln und der kristallklaren Stimme, die ihren künstlerischen Aufstieg als Country-Sängerin begann, hat beste Chancen, als nunmehr formidable Popkünstlerin hierzulande einem breiten Publikum bekannt zu werden.

Mit „Miracle“, ihrem bis dato erfolgreichsten Hit aus dem 2008er „Incredible“ Album, war Ilse DeLange vor vier Jahren nicht nur ihr erster Nummer-eins-Hit gelungen sondern zudem eine dieser nachhaltig wirkenden Balladen, die man immer wieder hören kann und denen die Zeit nichts anzuhaben vermag.

Geschrieben hatte sie den Song, der auch als Titelsong des Kinofilms „Bride Flight“ reüssierte, gemeinsam mit dem britischen Songwriter Sacha Skarbek, der unter anderem für Adele, James Blunt, Duffy und Lana del Rey gearbeitet hat. Dieses Stück gibt nun auch Ihrem 'Debut' in Deutschland den Album-Titel und ist gleichzeitig ein Bonus, denn es wurde hierzulande bislang nicht veröffentlicht.

In all den Jahren ist die enge Zusammenarbeit mit renommierten Songautoren zum Fundament ihres künstlerischen Schaffens geworden. Längst firmiert sie bei all ihren Songs als Co-Autorin. Die meisten Alben nahm sie mit Sessionmusikern in den USA auf, meist in Nashville, aber auch in Los Angeles.

In dieser Hinsicht bildet  „Miracle“ eine Ausnahme. Ilse DeLange hatte sich wegen des Todes ihres Vaters entschlossen, die Aufnahmen im Kreise ihr vertrauter Musiker zu machen und sich bewusst für die Musiker ihrer angestammten Begleitband entschieden. Das ist der Qualität der Produktion und dem harmonischen Gesamtbild des Albums durchaus zugute gekommen

Musik CD voller Magie

„Miracle“ ist ein Album von internationalem Format und hat ein geradezu magisches Pop-Appeal. Die dynamische und enorm emotionale Stimme von Ilse DeLange macht natürlich den besonderen Zauber aller Songs aus. Beeindruckend ist die enorme stilistische Bandbreite. Ihre Entwicklung von einer Countrysängerin hin zu einer genreübergreifenden Popkünstlerin scheint hier endgültig vollendet.

„Ich habe mich nie als reine Country-Musikerin gesehen, aber mich auch nie von Country komplett getrennt. Das hat sich alles nach und nach entwickelt. Ich habe schon immer die Herausforderung geliebt und mit jedem neuen Album auch mit neuen Leuten gearbeitet. Die haben auch ihre Erfahrungen eingebracht und so bin ich auch von all den Songschreibern, Musikern und Produzenten,

mit denen ich gearbeitet habe, beeinflusst worden.“ Neben Barry Beckett hat sie auch mit anderen Top-notch-Produzenten gearbeitet, etwa für ihr Album „The Great Escape“ (2006) mit Madonna-Produzent Patrick Leonard. „Miracle“ ist auch tatsächlich das erste Album, bei dem sie selbst Regie geführt hat.

Die Stärke der neuen Songs verdankt sich nicht nur der natürlichen Ausstrahlungskraft ihrer Interpretin, sondern auch den brillanten Melodien. So ist das eindringliche „I Need For You“, aufgebaut und überzeugend wie eine U2-Ballade à la „One“, absolut unwiderstehlich.

Ein großer Wurf von Ilse DeLange und ihrem US-amerikanischen Co-Autoren Nate Campany, der noch an weiteren Songs mitgewirkt hat: an dem hymnischen „We Are Diamonds“, dem herrlich nostalgischen und in kräftigen folkloristischen Farben ausstaffierten „Just Kids“, das jederzeit mit den Hits von Nelly Furtado mithalten kann, sowie dem schwungvollen „Dance On The Heartbreak“, mit dem sich jederzeit auch in Dance-Clubs aufwarten lässt.

Auch an dem eindringlichen „We Are One“ hat er als Co-Autor mitgewirkt. Den Song, den sie ihrem Vater gewidmet hat, konnte sie diesem noch zu Lebzeiten vorspielen. „We Are One“ bildet gemeinsam mit „Time Will Have To Wait“ und dem ihrer Mutter gewidmeten „I Need For You“ die „emotionalen Säulen“ des Albums, das gleichwohl von Songs dominiert wird, die lebensbejahend und erhebend klingen.

Songs wie der an die besten Zeiten von Fleetwood Mac erinnernde „Winter Of Love“, der sphärisch-sanfte Countryfolk von „Space Cowboy“ oder der mit Synthesizer unterfütterte Rocksong „Magic“. Zu wahren Pophymnen schwingen sich „Learning To Swim“ und „Hurricane“ auf. So muss Mainstream deluxe klingen.

Das musikalische Talent von Ilse DeLange war schon früh zu erkennen. In der nahe der deutschen Grenze gelegenen Kleinstadt Almelo aufgewachsen, nahm Ilse schon als Kind an Talentwettbewerben teil und begeisterte sich schon früh für Country, Americana, Bluegrass und Blues.

Von Jugend an sammelte sie Erfahrungen in diversen Bands. Während eines Auftritts bei den Dutch Country Music Awards wurde sie von einem Talentscout aus den Staaten entdeckt und nach Nashville eingeladen, wo sie die Chance bekam, mit dem renommierten Produzenten Barry Beckett (Bob Dylan, Dire Straits) zu arbeiten, der ihr Sensationsdebüt produzierte.

„Ich war damals noch enorm jung, gerade mal 18, 19 Jahre alt und für mich wurde ein Traum wahr. Ich hatte damals noch nicht viel Ahnung von allem. Jetzt war ich plötzlich unter all diesen großartigen Musikern und Instrumentalisten, um meine erste Platte aufzunehmen.

“ Barry Beckett, mit dessen Unterstützung sich „World Of Hurt“ allein in den Niederlanden über eine halbe Million mal verkaufte, sollte auch das folgende Album ' Livin On Love' produzieren. „Dear John“, ein Livealbum mit ausschließlich Coverversionen von John-Hiatt-Songs, dessen Klassiker „Have A Little Faith In Me“ noch heute einen Stammplatz in ihrem Liverepertoire genießt, wurde mit seiner Hilfe gemixt.

Mit mittlerweile 20 Hits in den Top 40 und etlichen Platinauszeichnungen für ihre Albumveröffentlichungen gehört Ilse DeLange zu den Top Artists ihres Landes. Wie beliebt Ilse DeLange in den Niederlanden ist, zeigt auch ein Blick auf die zahlreichen Auszeichnungen und Preise, die ihr dort verliehen wurden.

Neben fünf Edison Awards (das Pendant zum Echo) wurde sie in diversen Kategorien wie Best Singer, Best Single, Best Album und Best Pop Artist mit dem begehrten 3FM-Award (Radiopreis) sowie mit mehreren TMF Awards (Fernsehpreis) ausgezeichnet. Außerdem wurde ihr für ihre besonderen Verdienste für die niederländische Popmusik die „Gouden Harp“ (Goldene Harfe) verliehen.

Während sie in den Niederlanden ganze Stadien füllen kann (zuletzt eindrucksvoll demonstriert und dokumentiert auf ihrem No.1-Album „Live In Gelredome“ aus dem Jahr 2011), ist sie in jungen Jahren schon mit den Dixie Chicks durch Europa getourt. Erinnerungswürdig sind auch ihr Auftritt mit Pat Metheny auf dem North Sea Jazz Festival und ihr Duett mit Italiens Superstar Zucchero („Blue“, 2004).

Doch Ilse DeLange hat sich noch nie auf ihren Lorbeeren ausgeruht. Die Künstlerin, die für ihre Bodenständigkeit ebenso hoch geschätzt wird wie für ihren Charme, arbeitet schon wieder an neuen Songs, während ihr längst überfälliger Durchbruch in Deutschland bevorsteht. „Für mich wäre ein Erfolg in Deutschland wundervoll“, sagt die Künstlerin voller Bescheidenheit.

„Es fühlt sich an wie ein großes Abenteuer. Es ist natürlich schön, nicht davon abhängig zu sein. Es wäre die Extraportion Sahne auf einer ohnehin sehr gut schmeckenden Torte. Es würde mir natürlich ungeheuren Spaß machen, auch mal live aufzutreten.“

Wenn im Frühsommer das frisch gekrönte niederländische Königspaar in Deutschland erstmals seine Aufwartung macht, wäre das auch eine glänzende Gelegenheit für Ilse DeLange, ihre Songs auf deutschen Bühnen live zu präsentieren. Wie schrieb George Sand einst: „Zweifellos vermag die Politik Großartiges zu schaffen, aber nur das Herz vollbringt Wunder“.


Manchmal braucht es ein kleines Wunder, um etwas zu bewegen. Manchen Wundern kann man aber auch auf die Sprünge helfen. Ilse DeLange ist das, was man ein „natural born talent“ nennt. Sie ist eine der erfolgreichsten Musikerinnen der Niederlande. Die 35-jährige Sängerin, Songwriterin und Gitarristin kann auf eine exzeptionelle Karriere in ihrem Heimatland zurückblicken.



Uwe Kerkau Promotion
Hammermühle 34
D-51491 Overath

u.kerkau@uk-promotion.de

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22.06.2017 Das preisgekrönte Minetti Quartett

GFDK

Als „musikalische Sensation aus Österreich“ betitelte Der Tagesspiegel das Minetti Quartett bereits nach seinem Debüt in der Berliner Philharmonie. Seit ihrer Gründung 2003 werden die vier jungen Streicher und Streicherinnen Maria Ehmer, Anna Knopp, Milan Milojicic und Leonhard Roczek immer wieder hoch gelobt und mit Preisen sowie Förderprogrammen bestückt.

So waren sie als „Rising Star“ in der Saison 2008/2009 nicht nur in bedeutenden europäischen Musikmetropolen unterwegs, sondern konzertierten auch schon in den angesehensten Konzerthäusern Japans, Australiens und Nord- sowie Südamerikas. Nach Auftritten bei renommierten Kammermusikfestivals wie der Schubertiade Schwarzenberg sind sie nun auch beim kommenden Kissinger Winterzauber mit auserlesenen Kompositionen  zu Gast.

Maria Ehmer

1982 geboren, erhält ihre künstlerische Ausbildung bei Wolfram Wincor am Bruckner-Konservatorium Linz und bei Ernst Kovacic an der Wiener Musikuniversität (2005 mit Auszeichnung bestandene erste Diplomprüfung), seit Herbst 2005 Studium in der Meisterklasse von Günter Pichler (Alban Berg Quartett).

Viermalige Siegerin beim Bundeswettbewerb Prima la Musica, Sonderpreis beim Internationalen Johannes Brahms Wettbewerb 2000 in Pörtschach/Kärnten.

Meisterkurse und Workshops im In- und Ausland bei internationalen Größen wie etwa Benjamin Schmid, Lynn Blakeslee, Antje Weithaas und Hagai Shaham.

Solistische Auftritte mit dem Brucknerorchester Linz, dem Tiroler Sinfonieorchester Innsbruck, der Philharmonia Wien und der Kammerphilharmonie Warschau sowie mit zahlreichen Jugendorchestern.

2002 Gründung und Primgeigerin des Minetti Quartetts. Bereits 2003 triumphiert dieses künstlerisch von Johannes Meissl (Artis Quartett) und den Mitgliedern des Alban Berg Quartetts betreute Ensemle beim renommierten österreichischen Wettbewerb „Gradus ad Parnassum“. Es folgen ein vielumjubeltes Debüt im Wiener Konzerthaus und erfolgreiche Konzerte in vielen Ländern Europas, Meisterkurse bei Norbert Brainin (Amadeus Quartett), Hatto Beyerle (Gründungsmitglied des Alban Berg Quartetts), Christoph Richter (ehem. Cherubini Quartett) und Erich Höbarth (Quatuor Mosaiques) sowie ein Stipendium des Herbert von Karajan-Centrums.

Maria Ehmer spielt auf einer Violine von Giovanni Battista Guadagnini ("ex Meinel", 1770-1775), einer Leihgabe aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbank.

Leonhard Roczek

Leonhard Roczek wird 1983 in Salzburg geboren. Erster Klavierunterricht im Alter von vier Jahren, erster Cellounterricht mit sieben. Als 10-Jähriger Beginn des Studiums an der Universität Mozarteum Salzburg, vorerst bei Heidi Litschauer, später bei Clemens Hagen (Hagen Quartett). Nach der Matura Wechsel an die Musikuniversität Wien zu Valentin Erben (Alban Berg Quartett). 2010 Magisterium mit Auszeichnung.

Mehrfacher Preisträger bei den Cello-Wettbewerben Liezen, Gorizia und Gradus ad Parnassum. Stipendiat der Thyll-Dürr-Stiftung (Schweiz). Meisterkurse bei Zara Nelsova, Wolfgang Böttcher, Christoph Richter, Patrick Demenga, u.a.

Leonhard Roczek ist Gründungsmitglied des Minetti Quartetts - zahlreiche Stipendien und Preise bei großen internationalen Streichquartett-Wettbewerben, Konzerte in Nord- und Südamerika, Japan, China, Australien und vielen europäischen Musikzentren. Von den Europäischen Konzerthäusern zum "rising star" gekürt und somit Konzerte in den bedeutendsten Sälen der Welt (z.B. Kölner Philharmonie, Concertgebouw Amsterdam, Palais des Beaux Arts Brüssel, Festspielhaus Baden-Baden, Wigmore Hall London, Berliner Philharmonie). Regelmäßiger Gast bei renommierten Kammermusikfestivals (z.B. Schubertiade Schwarzenberg, Aldeburgh, Aix-en-Provence, Mecklenburg-Vorpommern, Kuhmo). 2009 Debut-CD des Minetti Quartetts beim deutschen Label „Hänssler Classic“ mit Werken von Joseph Haydn (www.minettiquartett.at).

Neben seiner intensiven kammermusikalischen Tätigkeit tritt Leonhard Roczek auch solistisch auf (z.B. 2010 Schumann Cellokonzert mit dem Grazer Philharmonischen Orchester im Wiener Musikverein), sammelt Orchestererfahrung (z.B. Wiener Philharmoniker, Camerata Salzburg), und ist zudem als Dozent (Kuhmo, Matrei), Komponist und Rockmusiker (www.metaphysis.at) tätig. Er spielt ein Violoncello von Giovanni Tononi (Bologna, 1681), eine Leihgabe der Österreichischen Nationalbank.

Anna Knopp

geboren 1982, ist Gründungsmitglied im österreichischen Minetti Quartett, das seit seiner Nominierung für den Rising Star-Zyklus 2008/09 in die führenden Konzerthäuser Europas eingeladen wird. Viele Konzerte werden live für Internationale Radio-Stationen aufgezeichnet. Konzerte und Tourneen nach Argentinien, Japan, Australien und den USA wurden bereits absolviert. Zahlreiche Preise und Förderungen begleiten das Minetti Quartett auf seinem bisherigen Werdegang. Nach der erfolgreichen Debut-CD mit Werken von Haydn im April 2009 erschien 2012 eine weitere CD mit Quartetten von Mendelssohn bei Hännsler classic.

Anna Knopp studierte bei Prof. Gerhard Schulz an der Universität für Musik in Wien (Magister-Diplom mit Auszeichnung 2010). Meisterkurse bei T. Varga, Y. Menuhin, B. Schmid, V. Gluzman ua. Während ihrer Musikgymnasiumszeit in Linz Studium am Bruckner Konservatorium Linz. Ihren ersten Geigenunterricht erhielt sie an der Landesmusikschule ihrer Heimatgemeinde Ohlsdorf, OÖ, wo sie auch viele Jahre lang als Mitglied der Köcker-Musi Kontakt zur österreichischen Volksmusik pflegte.

1996 erster solistischer Auftritt mit dem Wiener Kammerorchester unter Sandor Vegh. Weitere solistische Auftritte mehrmals mit dem Brucknerorchester Linz und der Südböhmischen Kammerphilharmonie Budweis.

2005 Anerkennungspreis der Stadt Frankfurt, 2003 Kammermusikpreis der Firma Bösendorfer, 1999 2. Preis beim Internationalen Rundfunkwettbewerb Concertino Praga. 1995-1999 alljährlich 1. Preise und mehrere Sonderpreise bei „Prima la Musica“.

Preise und Förderungen mit dem 2003 gegründeten Minetti Streichquartett beinhalten: Startstipendium 2010 des österreichischen Bundesministeriums für Unterricht Kunst und Kultur, 1. Preis beim Intern. Rimbotti Wettbewerb in Florenz, jeweils Sonderpreise und 2. Plätze beim Haydn-Wettbewerb in Wien 2007 und Schubertwettbewerb in Graz 2004, Preis der Pressejury in Trapani/Sizilien 2004, Kammermusikpreis bei Gradus ad Parnassum und Großer Gradus ad Parnassum Preis 2003, Gewinnerin des Karajan-Jahres-Stipendiums 03/04. Weitere Auszeichnungen bei Musica Juventutis und Live Music Now in Wien.

Unterrichtstätigkeit beim Kuhmo Festival/Finnland und seit 2009 bei den Osttiroler Streichertagen .

Konzerttätigkeit auch zusammen mit ihrer Mutter Naoko Knopp (Klavier) sowie Mitgliedern und Solisten der Wiener Philharmoniker.

Anna Knopp spielt auf einer Violine von Laurenzius Storioni (Cremona, 1793), einer privaten Leihgabe.

Milan Milojicic

Milan Milojicic wird 1982 in Jagodina, Serbien geboren. Studium am Mozarteum Salzburg bei Thomas Riebl. Weiteren Unterricht bei Veronika Hagen, Diemut Poppen, Gerard Causse und Nobuko Imai. Preisträger bei zahlreichen Wettbewerben, u.a. Spezialpreis beim internationalen Wettbewerb "Petar Konjovic" in Belgrad "Summa cum Lauda" sowie Publikumspreis beim internationalen Wettbewerb Bogdan Warchal in Dolny Kubin, Slowakei. Solistische Auftritte mir der Deutschen Kammerakademie Neuss und dem Slowakischen National-Kammerorchester. Bei internationalen Festivals konzertiert er u.a. mit Solisten wie S. Azzolini, I. Grafenauer und M. Kofler.

Als Solobratschist der Salzburg Chamber Soloists und der Deutschen Kammerakademie Neuss spielt er in zahlreichen europäischen Ländern, Asien und den USA.

Seit Januar 2011 ist Milan Milojicic Mitglied im Minetti Quartett.

Generalmanagement

Künstlermanagement TILL DÖNCH

Till Dönch
Roegergasse 24-26/G2
A-1090 Wien
Tel: +43 1 470 80 83
Fax: +43 1 479 69 71
management@doench.at
www.doench.at

Deutschland

Künstlersekretariat Rolf Sudbrack

Inhaber Joachim Nerger e.K.
Gösselkoppel 54a
D-22339 Hamburg
Tel: 0049-40-538 2165 oder 538 2049
Fax: 0049-40-538 7220
agentur@sudbrackmusik.de
www.sudbrackmusik.de

Schweiz

Hochuli Konzert AG

Erla Scholz
Postfach 41
9056 Gais
Tel: +41 71 791 07 70
Fax: +41 71 791 07 72
info@hochuli-konzert.ch
www.hochuli-konzert.ch

Felix Mendelssohn-Bartholdy
Minetti Quartett

Streichquartette op. 13 & 12
SCM Hänssler
Art.-Nr.: 098.645.000
Mai 2012

Joseph Haydn
Minetti Quartett

Streichquartette op. 64/4 | 74/3 | 76/5
SCM Hänssler
Art.-Nr.: 098.589.000
April 2009


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22.06.2017 Begegnungen, Begebenheiten, Eindrücke

GFDk - Redaktion

Die 1983 geborene Wahlmünchenerin Stephanie Lottermoser  schreibt uns ein paar Zeilen über ihr neues Album. "Paris Songbook" ist mein drittes Album und ich freue mich sehr, dass es nun endlich da ist. Die Stücke darauf habe ich zum Großteil während meines Aufenthalts an der "Cité International des Arts" in Paris geschrieben, welcher mir 2013/14 durch einen Bayerischen Kunstförderpreis ermöglicht wurde.

Die Stücke sollen meine Zeit dort widerspiegeln - Begegnungen, Begebenheiten, Eindrücke, Einfälle, Gefühle und Gemütszustände, Ausblicke und Rückblicke: Ich freue mich sehr, dass ich den französischen Pianisten François Faure für die Aufnahmen gewinnen konnte, ich habe ihn in Paris mehrere male spielen gehört und war von Anfang an begeistert und wollte sehr gern mit ihm zusammenarbeiten. Er hat mir auch geholfen, eine sehr gute Band in Paris zusammenzustellen mit der ich im Mai das nächste mal in Paris mein Programm spielen werde.

Aus Liebe zu Saxophon und Jazz

Weiterhin sind mit Ferdinand Kirner (git), Peter Cudek (b) und Magnus Dauner (dr) drei Musiker dabei, mit denen ich schon sehr lange und sehr gerne zusammenarbeite, sowie neu Heiko Himmighofen (perc).

Außerdem stellte sich mir bei zwei Stücken die Frage nach einem zusätzlichen Gastmusiker oder Special Guest und da ich ein großer Fan seiner Musik bin und die gewünschten Instrumente für diese Stücke für mich Gitarre und Gesang waren kam eigentlich nur Torsten Goods in Fragen und ich freue mich, dass das geklappt hat. Am 5. September werden wir mit ihm gemeinsam im A-Trane in Berlin spielen.

Es war nicht von Anfang an geplant, ein komplett neues Programm für ein Album in Paris zu schreiben, aber ich habe gehofft dass es dazu kommt und die Stadt und alles was dort passiert ist haben mich sehr inspiriert und begeistert und ich denke, dass ich auch weiterhin so oft es geht dorthin reisen werde - das nächste mal im Mai.

Und so habe ich eben durch das Album "Paris Songbook" die Möglichkeit allen die wollen von meiner Zeit dort zu erzählen... und natürlich denke ich auch selbst gere daran.

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07.05.2017 Hobbits, Elfen und sakrale Kunst

GFDK Redaktion

Heute möchten wir Euch einen sehr begabten und kreativen Künstler vorstellen. Er hat die Filmwelt, genauer gesagt, die Fantasiefilmwelt geprägt. Er schaffte Filmwelten für J.R.R. Tolkiens "Der kleine Hobbit" oder mischte auch bei Michael Endes "Unendlicher Geschichte" mit. Ab Mitte Mai 2017 gibt es zwei bekannte Werke des Künstlers in Bad Säckingen zu bewundern.

Doch wer ist dieser Künstler und was steckt hinter seinem großen Namen? Angerer der Ältere sieht seine Aufgabe in erster Linie darin, der Kunst wieder Schönheit, Phantasie, Geheimnis und Mythos zurückzugeben. Sein Credo ist, „Die Rückkehr des Menschen in die Kunst“.

Hobbits, Elfen und sakrale Kunst

Wenn es in den USA um fantastische Filmwelten geht, führt der Weg an Niederbayern nicht vorbei. Angerer der Ältere konnte mit seinen kreativen konzeptionellen Ideen zur „The Neverending Story II“ (Production Warner Bros.) nicht nur den Bayerischen Filmpreis ergattern, sondern nachhaltig ein Millionen Publikum begeistern. Seine fantastischen Bilder verkaufen sich weltweit.

Im Juli 2004 feierte Frankreich den „100. Geburtstag Salvador Dalis“ – Angerer der Ältere vertrat mit seinem Gesamtwerk die hohe Kunst und entwarf das Plakatbild Hommage à Dali.

Egal ob Leuchtendesign (Angerers sechs Meter hoher Lüster‚ the 113 ostrich- egg-chandelier) oder andere Werke, zu seinen Kunden zählen neben etlichen privaten Sammlern und Kunstschätzern nur beispielsweise das Nachrichtenmagazin ‚Der Spiegel’ (Covertitel) oder er schuf aus einem Original Audi Getriebe eine phantastische Burg, die Getriebe-Burg. Für die Fa. Wolf Klimatechnik entstand Technik und Kunst mit phantastischen Verwandlungen und somit eine neue Schule des Sehens.

Auch Papst Benedikt XVI em., ließ es sich nicht nehmen eine von Angerer der Ältere entworfene und in Eigeninitiative gebaute „ERlÖSERKAPELLE“ als endlich wieder wirkliche sakrale Kunst mit einem persönlichen Grußwort zu loben. Ein Kunstwerk, das sowohl italienische und deutsche Würdenträger ebenso begeistert, wie den Metropolit (heute Patriarch in Rumänien), der ihm den Auftrag für eine Ikone erteilte; eine große Ehrzuteilung für einen katholischen Christen.

Seine Kunst und seine Produkte springen mühelos hin und her zwischen einer Welt der verrückten Phantasie und der Theater-Welturaufführung  für Der kleine Hobbit“ J.R.R. Tolkien. Angerer der Ältere war verantwortlich für Bühnenbild, Creatures und Kostüme und der Welt der ewigen Mitte, der Ruhe, als Herr der letzten Reise. Angerer der Ältere schuf auch das einmalige Grabmal für Michael Ende als großes Bronzebuch mit reliefartigen Fabelwesen auf dem Kinder beim Spielen gesehen wurden. Etwas, was sich Michael Ende, einer der erfolgreichsten und anerkanntesten Schriftsteller unseres Jahrhunderts, sicher gewünscht hätte. Insbesondere Japan huldigte dem Kunstwerk in zahlreichen Magazinen.

Künstler, Bildhauer und Architekt

Aktuelle Ausstellung in Bad Säckingen

Vom 13. Mai bis 11.Juni 2017 gibt es 2 Kunstwerke von Angerer dem Älteren in der Villa Berberich zu bewundern, veranstaltet wir die Ausstellung vom Kunst-und Kulturverein callas-bremen e.V. in Zusammenarbeit mit dem Tourismus und Kulturamt der Stadt Bad Säckingen.

An der Ausstellung „Real - Surreal - Irreal - ? 2017 werden etwa 50 Künstler aus 12 Europäischen Ländern aus den Bereichen Realismus, Surrealismus, Magischer bzw. Phantastischer Realismus teilnehmen.

Die Ausstellung wird am 13. Mai um 18.00 Uhr eröffnet und endet mit einer Finissage am 11. Juni um 15.00 Uhr.


Villa Berberich – Parkstr. 1 – D 797123 Bad Säckingen


VITA

Geboren 07. August 1938 in Bad Reichenhall.

Architekt, Filmarchitekt, Kunstmaler, Bildhauer, Bühnenbildner, Schriftsteller, Designer, Preisträger zahlreicher Architekturwettbewerbe.

1957-1961 Architekturstudium in München

1961-1966 Akademie der Bildenden Künste (bei Prof. Ruf)

1967-1975 Entwurfsarchitekt bei Freiherr Alexander von Branca,

1981   Kunstband „Phantastik der Sehnsucht“ (Gustav René Hocke, Bruckmann Verlag)

1983   Aufnahme im Thieme Becker Künstlerlexikon  (Die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker)

1984  Kunstband „Kampf und Vision“ (Manfred van Well, Bruckmann-Verlag)

1989  Bayerischer Filmpreis für die künstlerische Gestaltung von Michael Ende  „Die unendliche Geschichte II“

1990  Videofilm „Deutsche Trennung und Einheit“ uraufgeführt am 3. Oktober 1990 in der ARD in Zusammenarbeit mit Sohn Christian Angerer.

1994  Theater-Welturaufführung von „Der kleine Hobbit“ J.J.R.Tolkien, Bühnenbild und Kostüme

1994  „Kulturpause“, Streitschrift wider den Zeitgeist, Nymphenburger Verlag München

1996   Gestaltung des Grabmals von Michael Ende.

1997   Bau der Erlöserkapelle, ein christliches Gesamtkunstwerk aus Architektur, Malerei und Bildhauerei. Persönlicher Glückwunsch von Papst Benedikt XVI em.

2000   Auftrag für eine Ikone vom Patriarch von Rumänien

2004   Ernennung zum kulturellen Botschafter Niederbayerns

2008   Kulturpreis Landkreis Kelheim

2008   Kulturpreis „Trophée Apocalypse Dore“ überreicht von Mr. Louis Giscard d’Estaing in Le Mont-Dore, Frankreich

2010   Lebensgroßes Modell Christus-Dom, geplant in 80 m Höhe.

2011   Kulturpreis „Trophée Apocalypse Dore“, überreicht von Mr. Louis Giscard d’Estaing in Le Mont-Dore, Frankreich

2011   Videofilm der weltgrößten Christus Statue als Christus Dom   www.youtube.com/AngererDerAeltere

2013   Bronze-Medaille im Grand Palais Paris bei Art en Capital 2013 für sein Gemälde „Don Quijote“ von „Société des Artistes Français“ gegr. von König Ludwig XIV.

2014   Große Werkschau bei Trierenberg-Art in Traun (Architektur,Bildhauerei und Malerei)

2014  Silber-Medaille im Grand Palais Paris bei Art en Capital 2014 für sein Gemälde „Absoluter Höllensturz“ von „Société des Artistes Français“ gegr. von König Ludwig XIV.

2015  Vollendung Erlöserkapelle in Biburg mit neuem Engel

2016  Kunstband Die Rückkehr des Menschen in die Kunst

2016   Märchenroman Janus und Sunaj

2017   Grand Palais Paris Einladung der Société des Artistes Francais

 

Ausstellungen: Grand Palais Paris, Europäisches Parlament Brüssel, Königliche Akademie Barcelona, Phantastenmuseum Wien, sowie weitere in den Ländern Europas.

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17.01.2017 künstlerische Bewegungen

GFDK - Gottfried Böhmer

Stefanie Tendler hat sich nach ihrer schulischen Laufbahn zunächst der Tourismusindustrie zugewandt, denn Reisen ist seit ihrer Kindheit, die sie in Marokko verbracht hat, eine ihrer größten Passionen. 

Kulturelle und künstlerische Bewegungen, Subkulturen, Vielschichtigkeit haben für die gebürtige Heidelbergerin einen sehr hohen Stellenwert in ihrem Leben eingenommen, daher zog es sie 2011 nach Berlin. 

Die Kreativ-Hauptstadt ermöglicht einen unkomplizierten Austausch mit Gleichgesinnten und bietet Stefanie die Möglichkeit Kollaborationen einzugehen, die von Experimentaltheater zu ersten eignen Fotografieprojekten reichen.

Für den transatlantischen Blog www.station-station.com fängt Stefanie die Welt der kreativen Szene ein und porträtiert Künstler, Musiker, Mode-Designer und Kreativschaffende, die in Berlin ähnlich wie sie selbst ein neues Zentrum für ihr schaffen gefunden haben.

Mit der "Ich bin für Straßenmusik"-Kampagne, schafft sie als Mitgründerin der Inititiative Berlin Street Music ein seit 2011 andauerndes Foto-Projekt, dass die Straßenmusikszene in Berlin unterstützen soll. 

Fotografie wird schließlich zu ihrem persönlich gewählten Medium, mit dem sie die facettenreichen Umwelten, die ihr auf ihren Reisen begegnen einfängt.

Ihre Reihe Swirlways wird das erste Mal in der Eventreihe What the Frau ausgestellt und umfasst eine kunstvolle Zusammenstellung von architektonisch einzigartigen Treppen, die eine besondere Faszination auf die Fotografin ausüben.

Swirlways:

Auch wenn sich Gebäude in ihrem oberflächlichen Erscheinungsbild unterscheiden, teilen sie die Gemeinsamkeit ihrer Funktionalität. 

Treppen sind der Inbegriff dieses Konzepts. Ihr Dasein gilt vordergründig der Verbindung verschiedener Stockwerke. 

Der Betrachter kann jedoch zwischen Funktion und expressiver Freiheit des Architekten differenzieren und aus ganz unterschiedlichen Winkeln verschiedene Assoziationen für sich selbst erfinden. Das Design des Architekten illustrieren seinen individuellen kunstvollen Einfluss auf das Bauwerk.

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31.12.2016 Farbeier auf Leinwand

GFDK - Elaine Abrams

"Ich stehe hier für die Freiheit der Frauen, sich frei bewegen zu können. Und für die Errungenschaften der letzten 50 Jahre, dafür dass man diese Werte nicht mit Füßen tritt. Dafür, dass Frauen sich nicht maßregeln lassen müssen", sagte Milo Moiré nach den Kölner-Sex Mop-Silverster angriffen auf Frauen.

Moiré meinte zu der heftig kritisierten Äußerung von Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Frauen sollten zu Fremden "eine Armlänge Distanz halten", damit es nicht erneut zu Geschehnissen wie denen aus der Silvesternacht komme.

"Ich denke, es ist der falsche Weg, dass man den Opfern vermittelt, dass sie etwas falsch gemacht haben. Frauen sollen weiterhin mit erhobenem Haupt selbstbewusst durchs Leben schreiten. Mit einem wachsamen Auge, aber trotzdem selbstbewusst und selbstbestimmt", so Moiré.

"Respektiert uns! Wir sind kein Freiwild selbst wenn wir nackt sind!"

Nach Kotz-Künstlerin Millie Brown, die farbige Milch auf ihre Leinwände erbricht, die nächste unglaubliche Performance: Milo Moiré ist Schweizerin, 33 Jahre alt und lebt in Düsseldorf. Zur "Art Cologne" 2014 reiste sie nach Köln und sorgte für einen handfesten Skandal.

Die hübsche Künstlerin und Psychologin spanisch-slowakischer Abstammung zog sich pudelnackt aus, stellte sich auf ein selbstgebasteltes Podest und legte Eier. Was das mit Kunst zu tun hat? Milo füllte sechs Eier mit Tinte und Acrylfarbe, führte sie in ihre Vagina ein und "gebar" sie. Durch das Hinunterfallen zerbrach die Schale und die Farbe spritzte auf die Leinwand.

Kann man Kunst gebären?

Nackt, auf einem Podest "gebar" sie die Farbeier auf die Leinwand
Ihre Performance zelebrierte Milo genau vor dem Gebäude, in dem die große Kölner Kunstmesse stattfindet - ohne Erlaubnis, versteht sich. Das Ergebnis nannte Moiré "The PlopEgg Painting Performance # 1 - A Birth Of a Picture" (Die PlopEier Malperformance Nr. 1 - Die Geburt eines Bildes). Für die 33-Jährige sei das Erschaffen ihrer Kunst eine "persönliche, intuitive Erfahrung", wie sie der Zeitung "Le Matin" verriet. "Ich verwende die Urquelle der Weiblichkeit, meine Vagina."

So erklärt die Künstlerin ihre Performance (Text von Elaine Abrams auf der Page der Künstlerin):


"Mühevoll verlässt das Ei den Geburtskanal der Künstlerin und zerschellt auf der Leinwand, rote Farbe fließt raus. Das nächste Ei birgt eine andere Farbe und so entsteht nach und nach, begleitet nur von lauten „Plops“, ein abstraktes Werk – archaisch, unkontrollierbar und intuitiv.

Am Schluss der fast meditativen Art-Birth-Performance wird die befleckte Leinwand zusammengeklappt, glatt gestrichen und auseinander gefaltet zu einem symmetrisch gespiegelten Bild von überraschender Farbgebung und kraftvoller weil universeller Symbolik.

Das vaginal entstehende Bild

Das unmittelbar aus der Vagina entstandene Bild setzt augenblicklich Gedankenketten frei – über die Schöpfungsangst, die symbolische Kraft des Beiläufigen und die kreative Macht der Weiblichkeit. Ein Vergleich zu wilden Assoziationen kommt auf und durch die Intensität des Gesehenen und (Mit)-Erlebten wird klar, dass die Kunst wie so oft die Körperlichkeit braucht, um sich manifestieren zu können."

Zuschauer sahen interessiert zu - aber nicht alle wegen der Kunst
Die Zuschauer zögerten nicht, ihre Handys zu zücken und fleißig mitzufilmen. Die Meinungen der Zuschauer waren geteilt. Eine Dame machte sich laut "20 Minuten" Sorgen, wegen des Platzes, den sechs Eier bräuchten. Andere wandten sich angeekelt ab. Viele sahen gespannt zu, allerdings nur ein Teil der eifrigen Zaungäste war auch an der Kunst interessiert.

Moiré hat kein Problem mit Nacktheit, im Gegenteil. Vor einem Jahr (er)regte sie die Düsseldorfer auf, als sie nackt Straßenbahn fuhr.

Kunstexperten sind übrigens nicht aus dem Häuschen wegen des Bildes. Seit Nitschs Blut-Schüttbildern in den 60ern echauffiert sich in der Kunstszene niemand mehr wegen Körperflüssigkeiten und ähnlichem.

Das Ergebnis sieht übrigens nicht übel aus und ist käuflich zu erwerben. Mehr Infos und das fertige Bild sehen Sie auf Milo Moirés Homepage.

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01.12.2016 verzaubert Groß und Klein

Claudia Roloff-Becker - 3 Bilder

Wer seinen Lieben, seinen Freunden und der Familie auf der ganzen Welt zu Weihnachten einen ganz besonderen Gruß schicken möchte, wird die nostalgisch und liebevoll gestalteten eCards aus dem Atelier des Künstlers Andreas Piel (www.bewegte-grusskarten.de) lieben. Alle Grußkarten sind animiert und erzählen eine kleine mit Musik untermalte Geschichte, die von Zeit zu Zeit ein Eingreifen des Beschenkten einfordert.

Diese Karten muss man einfach mögen, denn die Geschichten sind witzig und gleichzeitig stimmungsvoll erzählt, und man möchte sie sich immer wieder neu ansehen. Sie vermitteln eine ruhige und heile Welt, die im hektischen und manchmal kalten Alltag allzu häufig verloren geht. Der individuelle Gruß des Absenders kommt natürlich auch nicht zu kurz, denn am Ende jeder Karte hat dieser die Möglichkeit, einen Grußtext von beliebiger Länge zu verfassen, die jedem Weihnachtswunsch eine ganz persönliche Note verleiht.

Die Motive erscheinen so leicht und beschwingt, dass man leicht übersieht, wie viel Arbeit und Liebe in der Gestaltung einer einzigen dieser animierten eCards steckt. Der Künstler selbst erzählt in einem Radio-Interview mit dem Deutschlandfunk im Jahr 2010, dass er an einer Karte zwei Wochen lang täglich zehn bis zwölf Stunden arbeitet, bis er mit dem Ergebnis zufrieden ist.

Diese Faszination, die er und auch sein Team dabei in diese künstlerische Arbeit stecken, ist den Karten deutlich anzusehen und hebt sie aus der Masse heraus. Trotz dieser Professionalität steht der finanzielle Aspekt nicht im Vordergrund, denn die Karten werden nicht teuer an die Kunden verkauft. Vielmehr haben interessierte Besucher die Möglichkeit, für nur EUR 12,00 ein Jahr lang so viele Grußkarten zu versenden, wie sie möchten.

So können sie immer wieder aufs Neue stöbern und sich auf regelmäßige Neuerscheinungen freuen. Weihnachtliche und viele weitere Motive und Themen für jede erdenkliche Gelegenheit sind auf der Webseite www.bewegte-grusskarten.de (www.bewegte-grusskarten.de) zu finden.

Hier stehen Karten zu den Themen Umzug, Geburtstag, Muttertag, Geburt und Taufe und Silvester ebenso zur Wahl wie Halloween-Karten und Grußkarten anlässlich des Valentinstages. Auch die animierten Einladungskarten sind eine sehr schöne und nicht zuletzt umweltschonende Alternative zu gedruckten Karten.

Andreas Piel ist gelernter Grafiker und Illustrator, der von Bonn in seine heutige Wahlheimat Hamburg zog. Hier scharte er ein kleines Team von Künstlern um sich, mit dem er seit 2008 die animierten Grußkarten entwickelt. Doch seine künstlerischen Ambitionen gehen weit über die Kreation von eCards hinaus. Bereits seit 1992 ist er als Verfasser und Illustrator zahlreicher Kinder- und Jugendsachbücher aktiv. Einige der von ihm verfassten Bücher sind mittlerweile in mehr als zehn Sprachen übersetzt worden.

 

Verantwortlich:
Claudia Roloff-Becker
Pöppelmannstraße 35

33739 Bielefeld

Kontakt:
   
E-Mail: info@texte-und-storys.de

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17.10.2016 Der Mensch im Zentrum

GFDK - Marie-Louise Abele

Gerade erst hat der Künstler und Bildhauer Ralf Ehmann den Gustav-Seitz Preis auf Schloß Trebnitz erhalten. Aufgrund seiner beeindruckenden Arbeiten möchten wir Euch gerne den Künstler Ralf Ehmann, seine Arbeiten und seine Inspirationen näher vorstellen.

Sie stehen wie zum Spalier. Das Atelier von Ralf Ehmann ist umringt von figürlichen Darstellungen und Gegenständen in Stein gehauen und Bronze gegossen. Sie sind Ergebnis und Zeugen unterschiedlicher Schaffenszeiten und ein Hinweis auf das, was einem im Inneren erwartet. Zum einen im Kiebinger Atelier, zum anderen im Inneren des Künstlers selbst, sieht er doch seine Arbeiten als gesellschaftskritische Ansichten, als Spiegel der Zeit.

Bildhauer Ralf Ehmann

Sein Atelier besteht aus mehreren Räumen. Gleich im Bildhaueratelier, wo Holzboden und Wände mit einer zarten Steinstaubschicht überzogen sind, entstehen seine Skulpturen. Bronze, Kalk- und Sandstein sowie vor allem Marmor sind seine bevorzugten Werkstoffe.

Neben dem schweren Handwerkszeug, Feilen, Hammer, Meißel, drängen sich auch hier aus früheren Schaffensperioden bildgewordene Figuren und Köpfe. Diese eigens geschaffene, plastische Welt umgibt ihn täglich, er lebt mit seinen Figuren, arbeitet unter ihren Blicken und doch ist stets reichlich Platz für das Entstehen von Neuem.

Direkt darüber, im lichtdurchfluteten Dachgeschoss, arbeitet er an seinen großformatigen Malereien, hier stapeln sich links und rechts an den Wänden gelehnt ebenfalls Werke.

In der Druckwerkstatt warten Druckerpressen und Lithographiesteine auf das Produzieren von Radierungen und Lithografien. Alles in diesem Raum hat seinen Platz, ist klar geordnet, die Schubladen sind gefüllt mit Werken. Hier ist präzises, genaues und konzentriertes Arbeiten gefragt. Die Drucke müssen punktgenau sitzen, sonst ist die Arbeit zu verwerfen, der Ehrgeiz bei dieser Technik ist in dem Raum fast zu spüren.

Kurzum: Ralf Ehmann bedient sich verschiedener künstlerischer Techniken und präsentiert damit ein reiches Oeuvre.

Warum der stete Wechsel zwischen den Kunsttechniken?

Er liebt die Abwechslung. Es tummeln sich verschiedenste Bilder in seinem Kopf, da kommen ihm die unterschiedlichen Ausdrucksebenen sehr entgegen. In immer neuen Zyklen und Serien arbeitet er sich durch seine Themen.

Alles beginnt mit einem Schlaglicht, das sich aus mehreren Sequenzen zu einem Ganzen zusammensetzt, auch in der künstlerischen Verarbeitung. Zunächst als Zeichnung, dann als plastische Figur nimmt es Gestalt an. Doch während dieser körperlichen Arbeit entsteht der Wunsch nach komplexerem Ausdruck, der sich nur auf der freien, zweidimensionalen Ebene ausarbeiten lässt.

Skulpturen von Ralf Ehmann

„Die Skulptur ist sehr kompakt, konzentriert und reduziert und lässt nur eingeschränkt das Thema verarbeiten“, sagt er. Die Arbeiten in den verschiedenen Räumen und Techniken vollzieht er parallel, je nach Tagesform und innerem Antrieb. In jedem Bereich zieht sich seine ganz eigene Handschrift durch die Werke. Die Werke, Malerei oder Skulptur, leben von Andeutungen, dem Feinsinnigen, der dichten Interpretation. Und immer wieder taucht die eine männliche Figur in den Ansichten auf, sie trägt eindeutige, autobiografische Züge.

Sind es tatsächlich Selbstporträts?

Als ein Stellvertreter bezeichnet Ralf Ehmann die Figur fast freundschaftlich. Ein Typ, der eine Botschaft trägt, der erlebt, durchsteht und am Ende hoffentlich gewinnt – an Einsicht, an Lebenskraft, an Stärke? Der Mensch ist das zentrale Motiv, das ihn seit frühen Kindheitsjahren künstlerisch begleitet. Körper, Köpfe, Paare, der einzelne Mann, immer wieder im Dialog mit der Umwelt, die ihn herausfordert.

Seine steingewordenen Figuren bewegen sich meist aus ihrem Stein heraus. Felsig-raue und glatte Oberflächen, die natürlichen und die von Hand geformten, gehen ineinander über. Damit reagiert der Künstler auf den Stein und seine Gegebenheiten. Ralf Ehmann liebt die Andeutung, die Offenheit der Interpretationen sowie der Gedankengänge, die folgen.

Seine Bronzeplastik „Kopf“ (2012) ist weitgehend ausgearbeitet aber nicht weniger offen für individuelle Interpretation. Frontal ist er nur als Gesicht auszumachen, geht der Betrachter nun um den Kopf herum, eröffnet sich sein Innenleben und zeigt einen kleinen Menschen, der sich gekrümmt liegend, ganz klein farblich vom Gesicht absetzt. Wer wohnt dort noch in ihm? Ist es das Kind im Manne, eine Idee oder einfach der Mensch, der er gerne sein möchte?  

„Zenit“ nennt er zwei Arbeiten, die er 2012 parallel als Stein- sowie Bronzefigur entstehen ließ. Eine große Figur hebt gebückt eine kleinere, die den Blick streng gen Himmel richtet, aus dem Stein empor. Sie stützt sie, hält sie, scheint ihr von der eigenen Kraft abzugeben. Obwohl sie als zwei Figuren auszumachen sind, sind sie dennoch kompakt mit ihrem Stein verwachsen.

Die Skulpturen und Bronzearbeiten geben jeweils eine Situation preis, Ralf Ehmanns Malereien dagegen haben etwas Collagenartiges, auch hier finden fremd wirkende Elemente ihren Platz, die für seine typische surreale Wirkung sorgen.

Sind die Arbeiten dem Surrealismus zuzuschreiben?

Mit dieser Einordnung ist der Künstler nicht zufrieden. Es geht ihm eher um die Bildbetrachtung, die aus verschiedenen Wahrnehmungssequenzen und –ebenen besteht. Das Surreale ist dabei nur eine Wahrnehmung. So erscheinen seine Werke als traumhaft, verwunschen.

Sie zeigen zwar Bekanntes, welches in der gesamten Bildkomposition gleichzeitig fremdartig wirkt, mitunter gar beängstigend und düster, wobei seine eher helle, klare Farbwahl anderes verspricht und im irritierenden Kontrast dazu steht.

Die Bildräume sind unklar, als malerisches Mittel verwendet er Lasuren, die übereinandergelegt Schicht um Schicht ganz eigene Raumtiefen entstehen lassen, sie überlagern sich und das Gefühl der Unwirklichkeit wird noch durch ungleiche Proportionen der Bildmotive verstärkt. Es wird das zum Bild, was verbal nicht erfasst, geformt oder zum Ausdruck gebracht werden kann und so treffen auch mal mehrere Themen und Kopfbilder im Werk aufeinander.

Ralf Ehmann nutzt viele Gegenstände mit symbolischem Charakter, wie ein kokon-, larvenartiges Gebilde. Ein organisches Ding, das im Werden ist, das reifen muss, annehmen und wachsen? So manches Mal erscheint es beziehungslos im Raum, abgegrenzt von allem anderen und doch sehr groß, präsent.

Ebenso wichtig ist Ralf Ehmann in jüngeren Werken das Motiv der Waage. Es ist das menschliche Abwägen, das Bewerten und Einordnen, das er in seinem Werk „Die Gerechten“ (2010) thematisiert und als Malerei und Radierung gleichzeitig entstehen ließ. Es zeigt den Stellvertreter am Rande einer der Waagschalen, den Abgrund hinunterblickend.

Im Bildvordergrund fällt sein nackter Gegenpart bereits hinab, ein anderer liegt gekrümmt in der gegenüberliegenden Schale. Der düstere, rote Himmel öffnet sich fernab mit ersten hellen Sonnenstrahlen – oder zieht er sich zu? Jeder der Protagonisten ist sich selbst überlassen, hilflos seinem Schicksal ausgeliefert.

Und schon drängen sich Fragen auf wie „Hat er ihn gestoßen?“ oder gar „Sind hier nicht mehrere Zeitebenen zeitgleich zu sehen?“ So wäre zum einen das erste Abwägen mit dem Blick noch unten zu sehen, dann das „Nackte-mit-sich-Ringen“ liegend in der Schale und schließlich der Sprung, der Sturz ins Ungewisse.

Die Landschaften, die seine Protagonisten umgeben, sind irritierend. Gebirge und der einzelne Berg, als kaum zu überwindendes Hindernis, finden sich in all seinen Kunstbereichen wieder. Aus dem Nichts schießen plötzlich Hochhäuser aus dem Boden wie seinem Werk „Träumer“ (2010), in dem Stacheldraht schmerzlich das Sehen unterbindet. Graue, triste Häuserwände und gleichermaßen triste Gesichter gibt „Die Straße“ (2005) preis, dabei stellt er dem Grau ein starkes Gelb als Kontrast gegenüber. Es geht ihm um Abgrenzung, Verknüpfung und Verbindung.

Ralf Ehmann scheint seine Bilder im Werden spüren zu wollen. Die schweißtreibende, kraftvolle Arbeit an den Skulpturen und Objekten sowie die Anstrengung an der Druckerpresse sprechen für sich. Gleiches lässt sich auch in seiner Malerei entdecken. Ehmanns Bilder sind stets von einer kraftvollen Bewegung, einer aufregenden Dynamik und einem starken Duktus begleitet.

„Ich bin nicht der stille Typ“, sagt er, der seinem Gegenüber im Gespräch sehr ruhig begegnet. So sind es wohl die inneren, lauten Szenerien, die ihn unruhig antreiben. Die Arbeiten, Malerei oder Skulptur, leben von Andeutungen, dem Feinsinnigen und schließlich der dichten Interpretation.

Titel haben bei Ralf Ehmann einen hohen Stellenwert. Zunächst entstehen Arbeitstitel, die im Laufe der Schaffenszeit auch Veränderungen unterliegen können. Er sieht sie als Fingerzeig, eine Handreichung des Künstlers an seinen Betrachter und gleichzeitig die Aufforderung zur individuellen Begegnung. Dieser wiederum sucht nach Antworten, nach eigenen Wegen des Verstehens, nicht ohne die Irritation, die ihn bei der Suche durch die Bildräume stets begleitet.

Marie-Louise Abele, Freie Journalistin, Reutlingen

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