Künstler mit besonderen Leistungen auf GFDK

04.08.2020 jung, blond und blauäugig

GFDK - Künstler Vorgestellt

Das war unsere Veröffentlichung am 17.2.2013. Uns hat die kleine Maus einfach sehr gut gefallen. Lange ist es her - Irgendwie kommt man von der Vorahnung nicht los, dass uns hier das wohl unbeschwerteste Album des Frühjahres 2013 ins Haus steht. Dass hier eine Künstlerin im Anmarsch ist, der schon jetzt so viele erliegen, dass man sich – auch so eine Art von Leslie Clio – über das Morgen nicht den Kopf zerbrechen muss.

Irgendwie ist sie eine Herzenfängerin. Auf der Bühne, wo sie bei Joss Stone oder Michael Kiwanuka zeigt, dass sie mehr ist, als der „Support“-Act. Auf ihren eigenen Konzerten und Festivalauftritte.

Mit einem Video zu ihrer ersten Single „Told You So“, das bereits mehr als 1.000.000 mal allein auf youtube angeschaut wurde und eine Künstlerin zeigt, die weder Angst vor offen gelegten Gefühlen noch vor klaren Ansagen hat. Mit bereits über 500 Plays für die aktuelle Single „I Couldn’t Care Less“ jede Woche im Radio.


Es brodelt gewaltig um Leslie Clio, die weder Angst vor offen gelegten Gefühlen noch vor klaren Ansagen hat. Doch wenn man sie fragen würde, was dieser steigende Druck auf dem Aufmerksamkeitskessel mit ihr macht, sie würde wahrscheinlich antworten: „I Couldn't Care Less“ und weiter einfach vor Freude in die Luft springen. Wir machen mit!

Leslie Clio

Jetzt nur nicht zu clever erscheinen. Nicht dumm aber auch nicht zu clever. Das wäre fatal - und unnötig. Sie ist jung, blond und blauäugig. Ihr Soul ist blauäugig. In diesen grossen, blauen Augen spiegelt sich das Staunen über unser irdisches Dasein. Sie haben schon mehr gesehen als die ihrer Altersgenossen. Leslie ist eine Reisende; ihr gehört die Welt, denn sie lässt sich nicht aufhalten.

Das glaubt einem keiner. Man kann das Gebot der Stunde gar nicht überstrapazieren. Nicht zu clever erscheinen. Nicht zu dick auftragen.

Die Realität ist prall genug. Nehmen wir zum Beispiel die Pop-Nation schlechthin, Großbritannien. Die liebt den leichten Anflug von mangelnder Perfektion. Das Publikum ist misstrauisch, wenn die Dinge zu slick erscheinen. Lieber klammert es sich an die Illusion von Unbekümmertheit.

So erklärt Dusty Springfield, in den Sixties die Queen des so genannten “Blue-Eyed Soul”, dass sie bis heute nur als Interpretin bekannt ist. “Ich dachte, Credits in Anspruch zu nehmen, wäre nicht förderlich für meine Glaubhaftigkeit als kleine, unschuldige Sängerin.”

So etwas kann Leslie nicht passieren. Trotz aller Bewunderung für die klassischen und modernen Stimmen des Souls hat sie sich bereits vor der Produktion für einen ganz eigenen Weg entschieden, und der führt an allen Stereotypen vorbei.

Leslie macht kein Geheimnis aus ihrer Selbstermächtigung und vertraut lieber Nikolai Potthoff als einer Armada von prominenten Produzenten und Co-Autoren. Zusammen haben Leslie und Nikolai über viele Monate hinweg einen musikalischen Kosmos ausgestaltet, der seinesgleichen sucht.

Im selben Moment leicht und dennoch gehaltvoll, brilliert die facettenreiche Produktion mit Beats und Sounds, die man in dieser Form noch nicht gehört hat.

Auffallend ist die konzentrierte Einfachheit, die transparenten Arrangements und das urbane Setting - Referenzen an freundlicheren Post-Punk und dunkleren Trip-Hop sind hier ebenso in homöopathischer Dosierung zu finden wie die Spuren der älteren und jüngeren Soul-Geschichte.

Als hätten sich die beiden eingeschlossen, mehrere geschmackvolle Plattensammlungen eingedampft und daraus pure Magie destilliert.

Im Kern scheinen alle Songs von grossen Gefühlen zu handeln. Mad Drama! Doch das wirkt nur so. “In meinen Liedern reflektiere ich einfach, was mich beschäftigt,” behauptet Leslie und zieht die Stirn in Falten, wenn sich jemand erdreistet, noch mal nachzufragen. Warum gerade das Scheitern der Liebe eine so grossen Raum bei ihr einnimmt?

Ist doch klar: “Negative Gefühle verlangen einfach nach einem ganz anderen Maß von Verarbeitung.” Und als ein Paradebeispiel dafür, wie sich Niederlagen in einen Triumph verwandeln lassen, kann ihr Song “I Couldn’t Care Less” gelten.

Die Botschaft lässt sich mit einer modernen Zen-Haltung vergleichen und ambitionierte Feuilletonisten finden darin vielleicht sogar das philosophische Konzentrat einer ganzen Generation.

Nach eigenen Angaben will uns aber Leslie damit nur verraten, dass wir “den ganzen kleinen, alltäglichen Dramen des Alltags auch mal den Mittelfinger zeigen müssen, weil man sich oft, ohne dass man es will, von wahnsinnig unwichtigen Dingen verrückt machen lässt.”

Im Überwinden der uralten, längst überkommenen Dichotomie zwischen Kopf und Herz versöhnt Leslie Clio die vermeintlichen Gegensätze zwischen Mainstream und guten Geschmack. Musik und Texte mögen intelligent erscheinen, möchten aber auch einfach “nur gefallen”.

Dahinter steckt weniger Berechnung als ein Bedürfniss. Erfolg akzeptiert Leslie nur zu ihren eigenen Bedingungen. Und ihr größter Erfolg präsentiert sich ihr bereits vor der ersten Veröffentlichung. Sie bleibt, wer sie ist. Und sie singt, was sie will. Für Leslie Clio soll die Musik sprechen, denn aus der Musik spricht Leslie Clio.

Das mag auch der Grund sein, warum Leslie gern so tut, als hätte sie nichts über ihre Musik zu erzählen. Dann beantwortet sie Fragen nach ihren persönlichen Vorlieben mit einem naseweisen Bekenntnis wie: “Keine Ahnung, ich mag Kaugummis.”

Oder es bricht bei einem Gespräch über Kunst plötzlich aus ihr heraus: “Ich stehe zur Malerei wie Garfield zur Maniküre!” Statt eine Kindheit im Gospel-Chor herbei zu fabulieren, erinnert sie sich lieber an die Goldenen Jahre des deutschen Schlagers und an originäre Typen wie Heintje. - oder auch mal an die Afrikanische Musik, mit der Sie von Ihrer Mutter beschallt wurde.

Das ist ehrlich (und) anders. Als eine der ganz wenigen Frauen ihrer Generation vermag es Leslie, aus feinen Beobachtungen einnehmende Geschichten zu spinnen und aus diesen Geschichten noch etwas attraktivere Songs zu machen.

Die Songs sind ein Spiegel ihrer Seele. Sie stecken voller Liebe, Hoffnung und Witz - und am Ende sind sie allesamt beseelt von einem unerschütterlichen Glauben an das Gute in uns allen.

Wer Fragen hat, wird in diesen Songs alle Antworten finden.

Wer Ohren hat, der höre ...

Musikvideo zu "Told You So":

http://www.universal-music.de/leslie-clio/videos/detail/video:280636/told-you-so

Universal Music
Julia Keutner
Julia.Keutner@umusic.com

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04.08.2020 Mikos Meininger hat literarische Vorlieben

GFDK - Künstler Vorgestellt - Erik Stephan

Mikos Meininger wächst in Jena auf, lernt Plakatmaler und verlässt die Stadt 1986 in Richtung Berlin – gerade noch rechtzeitig, um die Berliner Szene in ihrer randständigen Selbstorganisation zu erleben, bevor nach 1989 die Karten neu gemischt werden.

Er findet Anschluss an den Kreis um Maximilian Barck, den inspirierenden Kopf der Produzentengemeinschaften „Maldoror“ und „Herzattacke“.

Hier verzahnen sich Literatur, Kunst und Leben auf das Engste und Meininger entdeckt über die Grafik das Künstlerbuch - ein Medium, das im Osten Deutschlands lange Zeit einige Freiräume gestattet, die in offenen und größeren Formaten kaum zu erlangen sind.

Hier, in der direkten Zusammenarbeit mit bekannten und weniger bekannten Kollegen, entwickelt Mikos Meininger sein künstlerisches Vermögen und ist an einer Vielzahl von Projekten im Berliner Kunstbetrieb beteiligt.

Mikos Meininger hat literarische Vorlieben

Zunächst sind Meiningers Arbeiten erzählerisch, geladen von der spontanen Eingebung des Augenblicks, erfundenen oder gefundenen Geschichten wie auch literarischen Vorlieben, die sich zwischen Wolfgang Hilbig und René Char bewegen.

Offenkundig bevorzugt er den Dialog mit Dichtern, deren Werk aus einsamen Tiefen aufragt und zum subversiven Dialog anregt. Jedoch sind keineswegs alle grafischen Arbeiten Meiningers literarisch inspiriert.

Vor allem dort, wo seine Arbeiten abstrakter werden, löst er sich von der direkten Inspiration, wird freier und weicht gegenständlichen Bezügen aus.

In der Malerei – im größeren Format – wird diese Entwicklung von Beginn an deutlich und beschreibt, da kein Auftrag das Ergebnis beeinflusst, eine ungegenständliche Malerei, die sich in Schichtungen entwickelt und assoziativ das Thema der Landschaft berührt.

Meininger lässt offen, ob es sich bei seinen Landschaften um Emanationen des Geistigen oder um subtile Variationen des Gesehenen handelt.

In vielen Fällen verführt der Verdacht gegenständlicher Entdeckungen den Betrachter zum konkreten Sehen. Genügen viele der früheren Bilder einer spielerischen Grundstimmung, so sind die neueren Gemälde, ganz im Sinne einer Bewusstseinslandschaft, bei zurückgenommener Farbigkeit deutlich dichter gepackt.

Gemälde  Grafiken  Skulpturen

Anders als die Malerei figuriert Meiningers jüngstes Kapitel im Werk, die Plastik, konsequent im Figürlichen. Zumeist gegossen in Bronze zeigt sich die Figur allerdings nicht als wohlgeformte Konstante, sondern es ist viel mehr das Ephemere, die Überlappung von Werden und Vergehen, das sich hier entäußert.

Das künstlerische Schaffen Mikos Meiningers erfuhr in den vergangenen Jahren eine stetig wachsende Anerkennung. Davon zeugt nicht nur der deutlich größere Radius seiner Ausstellungen – erst kürzlich endete eine Retrospektive in Shanghai – sondern auch die Verortung seiner Werke in zahlreichen bedeutenden Sammlungen.

Es ist also an der Zeit, das Werk des Künstlers in einem Akt künstlerischer Heimholung nun auch am Ort seiner Kindheit und Jugend zu zeigen.

Ausstellung in der Kunstsammlung Jen

Die erste umfassende Werkschau Meiningers berührt alle Bereiche des Werkes und reicht von Malerei, Skulptur und Druckgrafik bis hin zu jenen aufwändigen Künstlerbüchern, die Meininger zumeist mit befreundeten Schriftstellern erarbeitete.

Das jüngste Kapitel des Werkes, die Plastik, wird in unserer Ausstellung erstmals repräsentativ vorgestellt. Die Ausstellung zeigt eine konzentrierte Auswahl aus der Fülle eines wachsenden und sich in thematischen Schüben entwickelnden Werkes.

Mikos Meininger hat sich zu zwei Führungen bereit erklärt und wird persönlich durch die Ausstellung führen. Zu diesem Dialog der besonderen Art, bei dem nicht nur die Kunstwerke, sondern auch die vielfältigen Hintergründe ihrer Entstehung eine Rolle spielen werden, sind alle Interessierten herzlich eingelade

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04.08.2020 universelle Projektionen

GFDK- Künstler Vorgestellt

Die Lebens- und Studienstationen von Suzanne Levesque erstrecken sich von Luxemburg über Hamburg, Wien, New Haven, Baltimore bis New York. 

Die kreative Seite von Suzanne Levesque wurde seit ihrer Kindheit von der familiären Seite her unterstützt, die Großmutter ist selbst Malerein, beide Eltern sind Musiker.

Die ersten entstanden Zeichnungen zeigen Kindergesichter, ein bis heute bearbeiteter Fokus im Werk. Das Studium der Malerei absolvierte sie in Hamburg und Baltimore, schon während des Studiums wurden erste Einzelausstellungen mit ihren Arbeiten realisiert.   

"Eigentlich wollte ich Ärztin werden. Aber ich hatte kein großes Latinum. Also dachte ich: Wenn ich medizinische Zeichnungen machen würde, dann könnte ich beide Vorlieben miteinander verbinden.

Ich habe aber bald gemerkt, dass es mir nicht um das reine Darstellen ging." Ihr Interesse an einem Grenzgang führte dann dazu, dass sie Krankenhäuser besuchte und dort Verstorbene zeichnete.

"Ich wollte wissen, wie es ist. Die Präsenz, die irdische Schwere und Körperlichkeit ohne Regung erleben. Es war sehr friedlich, weil es etwas Abgeschlossenes hatte."
Im nächsten Schritt wollte sie erfahren, "was passiert, wenn ich ihnen auf dem Papier wieder Menschlichkeit einhauche." 

Zeichnungen und Ölbilder von Suzanne Levesque

Seit diesen ersten tiefgreifenden Erfahrungen kreisen die Zeichnungen und Ölbilder von Suzanne Levesque weiterhin um Gesichter, verwundbare, schutzlose Körper, meist von Kindern, bei denen weder Alter noch Geschlecht bestimmbar sind.

Sie scheinen im Raum zu schweben, ziehen sich durch das Bild, ohne Raumkomposition.
Die lasierende malerische Vorgehensweise scheint dem Motiv gut angepasst.

Die Farbpalette ist begrenzt, es ist keine Grisaille-Malerei, die Farben Grün, Gelb und Blau werden spärlich eingesetzt.

Die Arbeiten von Suzanne Levesque sprechen eine sehr eigene Sprache und bringen mit ihren Phantasmen eine empfindliche, verstörende  Saite beim Betrachter zum Klingen,  "ein blankes Feld für universelle Projektionen", wie es die Künstlerin selber nennt.

Galerie Pfundt

Knesebeckstraße 89
10623 Berlin / Charlottenburg

Tel.: 030 – 327 66 500
mobil: 0179 – 395 77 29
 
info@galerie-pfundt.de

Mi-Fr 13-18 h / Sa 10-14 h

Suzanne Levesque


1983            geboren in Luxemburg
bis 2005      Lyme Academy College of Fine Arts
2010 - 11    Maryland Institute College of Art, Baltimore
2006 - 12    HAW, Hamburg
2013           Elysee-Preis für Malerei

Ausstellungen in Deutschland, Österreich, Großbritannien und den USA

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03.08.2020 Der Mensch im Zentrum

GFDK - Künstler Vorgestellt - Marie-Louise Abele

Erstveröffentlichung am 17. Oktober 2016 - Gerade erst hat der Künstler und Bildhauer Ralf Ehmann den Gustav-Seitz Preis auf Schloß Trebnitz erhalten. Aufgrund seiner beeindruckenden Arbeiten möchten wir Euch gerne den Künstler Ralf Ehmann, seine Arbeiten und seine Inspirationen näher vorstellen.

Sie stehen wie zum Spalier. Das Atelier von Ralf Ehmann ist umringt von figürlichen Darstellungen und Gegenständen in Stein gehauen und Bronze gegossen.

Sie sind Ergebnis und Zeugen unterschiedlicher Schaffenszeiten und ein Hinweis auf das, was einem im Inneren erwartet. Zum einen im Kiebinger Atelier, zum anderen im Inneren des Künstlers selbst, sieht er doch seine Arbeiten als gesellschaftskritische Ansichten, als Spiegel der Zeit.

Bildhauer Ralf Ehmann

Sein Atelier besteht aus mehreren Räumen. Gleich im Bildhaueratelier, wo Holzboden und Wände mit einer zarten Steinstaubschicht überzogen sind, entstehen seine Skulpturen. Bronze, Kalk- und Sandstein sowie vor allem Marmor sind seine bevorzugten Werkstoffe.

Neben dem schweren Handwerkszeug, Feilen, Hammer, Meißel, drängen sich auch hier aus früheren Schaffensperioden bildgewordene Figuren und Köpfe. Diese eigens geschaffene, plastische Welt umgibt ihn täglich, er lebt mit seinen Figuren, arbeitet unter ihren Blicken und doch ist stets reichlich Platz für das Entstehen von Neuem.

Direkt darüber, im lichtdurchfluteten Dachgeschoss, arbeitet er an seinen großformatigen Malereien, hier stapeln sich links und rechts an den Wänden gelehnt ebenfalls Werke.

In der Druckwerkstatt warten Druckerpressen und Lithographiesteine auf das Produzieren von Radierungen und Lithografien. Alles in diesem Raum hat seinen Platz, ist klar geordnet, die Schubladen sind gefüllt mit Werken.

Hier ist präzises, genaues und konzentriertes Arbeiten gefragt. Die Drucke müssen punktgenau sitzen, sonst ist die Arbeit zu verwerfen, der Ehrgeiz bei dieser Technik ist in dem Raum fast zu spüren.

Kurzum: Ralf Ehmann bedient sich verschiedener künstlerischer Techniken und präsentiert damit ein reiches Oeuvre.

Warum der stete Wechsel zwischen den Kunsttechniken?

Er liebt die Abwechslung. Es tummeln sich verschiedenste Bilder in seinem Kopf, da kommen ihm die unterschiedlichen Ausdrucksebenen sehr entgegen. In immer neuen Zyklen und Serien arbeitet er sich durch seine Themen.

Alles beginnt mit einem Schlaglicht, das sich aus mehreren Sequenzen zu einem Ganzen zusammensetzt, auch in der künstlerischen Verarbeitung. Zunächst als Zeichnung, dann als plastische Figur nimmt es Gestalt an.

Doch während dieser körperlichen Arbeit entsteht der Wunsch nach komplexerem Ausdruck, der sich nur auf der freien, zweidimensionalen Ebene ausarbeiten lässt.

Skulpturen von Ralf Ehmann

„Die Skulptur ist sehr kompakt, konzentriert und reduziert und lässt nur eingeschränkt das Thema verarbeiten“, sagt er. Die Arbeiten in den verschiedenen Räumen und Techniken vollzieht er parallel, je nach Tagesform und innerem Antrieb.

In jedem Bereich zieht sich seine ganz eigene Handschrift durch die Werke. Die Werke, Malerei oder Skulptur, leben von Andeutungen, dem Feinsinnigen, der dichten Interpretation. Und immer wieder taucht die eine männliche Figur in den Ansichten auf, sie trägt eindeutige, autobiografische Züge.

Sind es tatsächlich Selbstporträts?

Als ein Stellvertreter bezeichnet Ralf Ehmann die Figur fast freundschaftlich. Ein Typ, der eine Botschaft trägt, der erlebt, durchsteht und am Ende hoffentlich gewinnt – an Einsicht, an Lebenskraft, an Stärke?

Der Mensch ist das zentrale Motiv, das ihn seit frühen Kindheitsjahren künstlerisch begleitet. Körper, Köpfe, Paare, der einzelne Mann, immer wieder im Dialog mit der Umwelt, die ihn herausfordert.

Seine steingewordenen Figuren bewegen sich meist aus ihrem Stein heraus. Felsig-raue und glatte Oberflächen, die natürlichen und die von Hand geformten, gehen ineinander über.

Damit reagiert der Künstler auf den Stein und seine Gegebenheiten. Ralf Ehmann liebt die Andeutung, die Offenheit der Interpretationen sowie der Gedankengänge, die folgen.

Seine Bronzeplastik „Kopf“ (2012) ist weitgehend ausgearbeitet aber nicht weniger offen für individuelle Interpretation. Frontal ist er nur als Gesicht auszumachen, geht der Betrachter nun um den Kopf herum, eröffnet sich sein Innenleben und zeigt einen kleinen Menschen, der sich gekrümmt liegend, ganz klein farblich vom Gesicht absetzt.

Wer wohnt dort noch in ihm? Ist es das Kind im Manne, eine Idee oder einfach der Mensch, der er gerne sein möchte?  

„Zenit“ nennt er zwei Arbeiten, die er 2012 parallel als Stein- sowie Bronzefigur entstehen ließ. Eine große Figur hebt gebückt eine kleinere, die den Blick streng gen Himmel richtet, aus dem Stein empor.

Sie stützt sie, hält sie, scheint ihr von der eigenen Kraft abzugeben. Obwohl sie als zwei Figuren auszumachen sind, sind sie dennoch kompakt mit ihrem Stein verwachsen.

Die Skulpturen und Bronzearbeiten geben jeweils eine Situation preis, Ralf Ehmanns Malereien dagegen haben etwas Collagenartiges, auch hier finden fremd wirkende Elemente ihren Platz, die für seine typische surreale Wirkung sorgen.

Sind die Arbeiten dem Surrealismus zuzuschreiben?

Mit dieser Einordnung ist der Künstler nicht zufrieden. Es geht ihm eher um die Bildbetrachtung, die aus verschiedenen Wahrnehmungssequenzen und –ebenen besteht. Das Surreale ist dabei nur eine Wahrnehmung. So erscheinen seine Werke als traumhaft, verwunschen.

Sie zeigen zwar Bekanntes, welches in der gesamten Bildkomposition gleichzeitig fremdartig wirkt, mitunter gar beängstigend und düster, wobei seine eher helle, klare Farbwahl anderes verspricht und im irritierenden Kontrast dazu steht.

Die Bildräume sind unklar, als malerisches Mittel verwendet er Lasuren, die übereinandergelegt Schicht um Schicht ganz eigene Raumtiefen entstehen lassen, sie überlagern sich und das Gefühl der Unwirklichkeit wird noch durch ungleiche Proportionen der Bildmotive verstärkt.

Es wird das zum Bild, was verbal nicht erfasst, geformt oder zum Ausdruck gebracht werden kann und so treffen auch mal mehrere Themen und Kopfbilder im Werk aufeinander.

Ralf Ehmann nutzt viele Gegenstände mit symbolischem Charakter, wie ein kokon-, larvenartiges Gebilde. Ein organisches Ding, das im Werden ist, das reifen muss, annehmen und wachsen?

So manches Mal erscheint es beziehungslos im Raum, abgegrenzt von allem anderen und doch sehr groß, präsent.

Ebenso wichtig ist Ralf Ehmann in jüngeren Werken das Motiv der Waage. Es ist das menschliche Abwägen, das Bewerten und Einordnen, das er in seinem Werk „Die Gerechten“ (2010) thematisiert und als Malerei und Radierung gleichzeitig entstehen ließ. Es zeigt den Stellvertreter am Rande einer der Waagschalen, den Abgrund hinunterblickend.

Im Bildvordergrund fällt sein nackter Gegenpart bereits hinab, ein anderer liegt gekrümmt in der gegenüberliegenden Schale. Der düstere, rote Himmel öffnet sich fernab mit ersten hellen Sonnenstrahlen – oder zieht er sich zu? Jeder der Protagonisten ist sich selbst überlassen, hilflos seinem Schicksal ausgeliefert.

Und schon drängen sich Fragen auf wie „Hat er ihn gestoßen?“ oder gar „Sind hier nicht mehrere Zeitebenen zeitgleich zu sehen?“

So wäre zum einen das erste Abwägen mit dem Blick noch unten zu sehen, dann das „Nackte-mit-sich-Ringen“ liegend in der Schale und schließlich der Sprung, der Sturz ins Ungewisse.

Die Landschaften, die seine Protagonisten umgeben, sind irritierend. Gebirge und der einzelne Berg, als kaum zu überwindendes Hindernis, finden sich in all seinen Kunstbereichen wieder.

Aus dem Nichts schießen plötzlich Hochhäuser aus dem Boden wie seinem Werk „Träumer“ (2010), in dem Stacheldraht schmerzlich das Sehen unterbindet. Graue, triste Häuserwände und gleichermaßen triste Gesichter gibt „Die Straße“ (2005) preis, dabei stellt er dem Grau ein starkes Gelb als Kontrast gegenüber. Es geht ihm um Abgrenzung, Verknüpfung und Verbindung.

Ralf Ehmann scheint seine Bilder im Werden spüren zu wollen. Die schweißtreibende, kraftvolle Arbeit an den Skulpturen und Objekten sowie die Anstrengung an der Druckerpresse sprechen für sich. Gleiches lässt sich auch in seiner Malerei entdecken.

Ehmanns Bilder sind stets von einer kraftvollen Bewegung, einer aufregenden Dynamik und einem starken Duktus begleitet.

„Ich bin nicht der stille Typ“, sagt er, der seinem Gegenüber im Gespräch sehr ruhig begegnet. So sind es wohl die inneren, lauten Szenerien, die ihn unruhig antreiben.

Die Arbeiten, Malerei oder Skulptur, leben von Andeutungen, dem Feinsinnigen und schließlich der dichten Interpretation.

Titel haben bei Ralf Ehmann einen hohen Stellenwert. Zunächst entstehen Arbeitstitel, die im Laufe der Schaffenszeit auch Veränderungen unterliegen können.

Er sieht sie als Fingerzeig, eine Handreichung des Künstlers an seinen Betrachter und gleichzeitig die Aufforderung zur individuellen Begegnung.

Dieser wiederum sucht nach Antworten, nach eigenen Wegen des Verstehens, nicht ohne die Irritation, die ihn bei der Suche durch die Bildräume stets begleitet.

Marie-Louise Abele, Freie Journalistin, Reutlingen

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18.07.2020 DAVINA MICHELLE startet international durch

GFDK - Künstler Vorgestellt

Die holländische Sängerin DAVINA MICHELLE startet international durch - Aktuelle Single „my own world“ – Debütalbum erscheint im August bei BMG Music.

Es ist das Jahr 2017, als Davina Michelle den Hit “What About Us” covert und auf Youtube online stellt. Das Video geht viral, das Cover bekommt ungeahnte Aufmerksamkeit und wird auch von Sängerin P!nk entdeckt, welche mit den Worten reagiert:

„Jetzt weiß ich, wie der Song tatsächlich klingen sollte!“

Nur drei Jahre später landet die heute 24-jährige Davina Michelle drei Nummer #1 Singles in ihrem Heimatland Niederlande, was sie dort zur erfolgreichsten Sängerin aller Zeiten in den niederländischen Top 40 macht.

Mittlerweile erreicht Davina Michelles YouTube-Kanal mehr als eine Millionen Abonnenten, sie reiste für zwei ausverkaufte Clubtouren durch Europa und die USA und durfte als Highlight ihrer jungen Blitzkarriere als Support-Act für P!nk deren Konzert mit über 50.000 Zuschauern eröffnen.

Man kann also mit Sicherheit behaupten, dass Davina Michelle den Support von Pink gut zu nutzen wusste. Sie veröffentlichte seither Hitsingles wie „Skyward“ (25 Mio. Spotify Streams und 4,8 Mio. YouTube Views), „Better Now“ (11 Mio. Spotify Streams, 2 Mio. YouTube Views) sowie den Official Dutch F1 Grand Prix Song “Beat Me” (12 Mio. Spotify Streams & 2,2 Mio. YouTube Views).

Jetzt kommt Davina Michelle nun mit ihrer neuen Single „my own world“ heraus und kündigt die Veröffentlichung ihres Debütalbums gleich im Anschluss im August an.

Den Song “my own world” schrieb sie während der Quarantänezeit, in der auf Grund von covid-19 alle ihre Shows abgesagt werden mussten. Sie stellte sich die Fragen:

Wer bin ich außer meiner Bühnenpersönlichkeit? Zu wem bin ich geworden, nachdem ich vier Jahre lang jeden wachen Augenblick mit meiner Karriere verbracht habe?"

“Ich bin ein Produkt, ich bin Material. Das hat das Mädchen in mir verändert." Wie jeder Davina-Song ist auch "my own world" eindringlich und kraftvoll.

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27.06.2020 Preisträgerkonzert mit Julia Kadel

GFDK - Künstler Vorgestellt

Wer in Zeiten von Corona das Programm für eine gesamte Saison plant, muss ein unerschütterlicher Optimist sein.

Dr. Berthold Klostermann, der Künstlerische Leiter der Reihe „Jazz in Essen“ im Grillo-Theater, ist ein solcher, und so hat er diesmal sechs Konzerte von September 2020 bis Mai 2021 zusammengestellt, damit das Publikum wieder das erleben kann, was der französische Jazzer Michel Portal einmal so beschrieben hat: „Jazz bietet mir die einzige Möglichkeit, frei zu sein, zu schweben, zu träumen."

Die jazzige Spielzeit beginnt auch im kommenden Herbst wieder mit der Verleihung des Essener „Jazz Potts“, einem Preis für innovative Jazzmusiker, der 1998 von Viktor Seroneit († 2011) und Niklaus Troxler für den „Plakat Kunst Hof Rüttenscheid“ begründet wurde.

Die Preisträgerin 2020 heißt Julia Kadel

23. Preisträgerin ist in diesem Jahr eine Frau, die es nach Jutta Hipp (1956) als erste und bis heute einzige deutsche Jazzmusikerin geschafft, vom legendären Blue-Note-Label veröffentlicht zu werden, und das schon mit ihrem Debütalbum:

Julia Kadel. Mit ihrem mittlerweile dritten Album „Kaskaden“ (2019), erschienen beim Label MPS, hat die ehemalige Psychologiestudentin ihren Ruf als originelle Pianistin, Komponistin und Leiterin eines traumhaften Trios weiter ausgebaut.

„Ein scheinbar konventionelles Format, das den Hörer aber in eine erstaunlich abwechslungsreiche Klangwelt aus Jazz, Geräuschhaftem und Kammermusikalischem zieht; zu hören ist filigrane Musik der lyrischen Art, wobei stets der kollektive Prozess im Mittelpunkt steht“, schwärmt Berthold Klostermann.

Und Julia Kadel selbst hat einmal über ihr Art, mit dem Trio Musik zu machen, folgendes gesagt: „Improvisieren ist so gewaltig, weil man in jedem Moment alle Möglichkeiten hat.

Man sucht zu dritt gleichzeitig in einem ständigen Prozess des Moments nach Energie, nach Magie, nach Schönheit, nach Hässlichkeit, nach Kraft. Nach etwas Wahrem. Und alle treffen Entscheidungen nach ihren intuitiven Neigungen. Und dann passiert, was eben passiert.“

Bei Wikipedia kann man Lesen: Julia Kadel begann im Alter von sieben Jahren mit dem Klavierspiel. Sie erlernte zunächst klassisches Klavier und kam mit 15 Jahren zum Jazz. Sie studierte bis zum Vordiplom Psychologie an der Humboldt-Universität Berlin und 2009 bis zum Diplom 2014 Jazzklavier an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden.

Sie leitet ein Trio mit dem deutsch-norwegischen Bassisten Karl-Erik Enkelmann (* 1987) und dem Schlagzeuger Steffen Roth (* 1989). 2014 erschien das Debüt-Album des Trios Im Vertrauen bei Blue Note Records/Universal, das beim Überjazz Festival in Hamburg präsentiert wurde.

Das Preisgeld in Höhe von 2000 Euro wird wieder vom Essener Kabarettisten Hagen Rether gestiftet.

Corona-bedingt ist die Platzkapazität im Essener Grillo-Theater derzeit leider eingeschränkt. Aus diesem Grund wird das Preisträgerkonzert, das Julia Kadel gemeinsam mit ihren Trio-Musikern Karl-Erik Enkelmann (Bass) und Steffen Roth (Schlagzeug) bestreitet, am Sonntag, dem 20. September gleich zweimal zu erleben sein: um 17:00 und um 20:00 Uhr.

Die Reihe „Jazz in Essen“ wird realisiert in Kooperation mit dem Kulturbüro der Stadt Essen und gefördert von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.

Eintritt € 22,00; Tickets ab dem 3. August unter Tel.: 0201/81 22-200

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30.04.2020 Sänger und Song-Interpretet

GFDK - Künstler Vorgestellt

Er hat eine der bekanntesten Stimmen im deutschsprachigen Raum: Als Peter Shaw, zweiter Detektiv aus "Die drei Fragezeichen" begeistert Jens Wawrczeck ein Millionenpublikum in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Er wirkt in zahlreichen Hörspielproduktionen mit, hat die Textvorlagen von Alfred Hitchcocks Thrillern in einer eigenen Hörbuchreihe eingelesen und dazu ein sehr erfolgreiches Bühnenformat entwickelt und spielt mit Leidenschaft Theater.

Jetzt gibt es eine ganz neue Seite des vielseitigen Künstlers zu entdecken: die des Sängers und Song-Interpreten.

Für seine erste CD "Celluloid", die am 8. Mai 2020 erscheint, hat Jens Wawrczeck eine sehr persönliche Auswahl von zwölf Songs aus amerikanischen, französischen und spanischen Filmen zusammengestellt und eingesungen.

Im Booklet erzählt er zu jedem Lied eine kurze Geschichte, immer gibt es eine emotionale Verbindung zum Film und zur Musik.

"Aus dem unermesslichen Fundus fantastischer Filmsongs eine Auswahl zu treffen, war keine leichte Aufgabe", sagt Jens Wawrczeck. "Einige der Songs stammen aus Filmen, die mir viel bedeuten, bei anderen liebe ich die Melodie oder den Text".

Unter den Titeln sind Hits wie "You Only Live Twice" aus dem gleichnamigen James Bond Film und "Porque te vas" aus Carlos Sauras "Cria Cuervos", aber auch Songs aus Filmen wie "At The Crossroads" aus "Doctor Doolittle" und "Wait Until Dark", der im Thriller mit Audrey Hepburn nach einem nervenzerreissenden Finale für einen versöhnlichen Ausklang sorgt.

Besonders freut Jens Wawrczeck, dass ihm für die CD eine abwechslungsreiche Mischung gelungen ist, die zu den Blechbläser-Arrangements passt.

"Die unterschiedlichen Stimmungen der Songs harmonieren sehr gut zusammen. Als die Auswahl der zwölf Titel schließlich feststand, war ich sehr überrascht, dass die Titel fast alle aus den 60er- Jahren stammen - aber das ist eben ein Stil, der mir sehr gut gefällt."

Als Peter Shaw steht Jens Wawrczeck seit 40 Jahren in der Öffentlichkeit, und auch als Sprecher und Schauspieler tritt er regelmäßig vor Publikum auf. Den Schritt zum Sänger hat er erst jetzt gewagt.

"Heimlich war ich immer Sänger" sagt er lachend. "Singen war schon als Kind meine große Leidenschaft. Aber es ist das Persönlichste, was man auf der Bühne machen kann.

Beim Singen kann ich mich viel weniger verstecken als hinter einer Theaterfigur oder einem fremden Text. Inzwischen bin ich mutiger geworden und jetzt ist für mich der richtige Zeitpunkt, auch als Sänger in Erscheinung zu treten."

Mit Leonhard Mahlich und Christopher Noodt fand Jens Wawrczeck die idealen Partner für sein Filmsong-Projekt. Sie verstanden seine Art, in Bildern zu kommunizieren.

"Die beiden sind hervorragende Musiker und völlig uneingenommen an das Projekt herangegangen, denn normalerweise machen sie eine ganze andere Art von Musik.

Für die Interpretation der Filmsongs habe ich Szenen im Kopf, die entweder aus Filmen stammen oder die Emotionen der einzelnen Titel transportieren. Die beiden haben sofort verstanden, was ich meine."

Jens Wawrczeck ist passionierter Filmfan seit seiner frühesten Kindheit.

"Dass ich auf meinem Debütalbum celluloiderprobte Songs singe, ist kein Wunder" sagt er. "Mein Taschengeld habe ich meist für Schallplatten mit Filmmusik ausgegeben - die erste war "Some like it hot".

Von der CD-Idee zu "Celluloid" bis zur Umsetzung im Tonstudio hat es allerdings sehr lange gedauert: "Ich wollte diesen Reigen von Filmsongs, die mich über viele Jahre begleitet haben, selbst interpretieren", sagt Jens Wawrczeck.

"Dabei ging es mir nicht darum, die bestehenden, oft wirklich großartigen Aufnahmen zu verbessern, sondern meine Liebe und meine Begeisterung für diese Songs auszudrücken".

 Jens Wawrczeck: »Celluloid«

 Filmsongs

Gesang: Jens Wawrczeck

Musiker: Leonhard Mahlich, Christopher Noodt, Boris Löbsack, Michael Pahlich,Oliver Fox, Sebastian Borkowski, Christian Ahrens, Natali Böttcher, Guido Jäger,Giovanni Nicoletta,

Tracklisting:

  1. At The Crossroads (Doctor Dolittle)
  2. Vivre Pour Vivre (Vivre Pour Vivre)
  3. Voulez-Vous Danser Avec Moi? (Voulez-Vouz Danser Avec Moi?)
  4. Porque Te Vas (Cria Cuervos)
  5. You Only Live Twice (You Only Live Twice)
  6. Bibbidi Bobbidi Boo (Cinderella)
  7. Move Over Darling (Move Over Darling)
  8. Senza Fine (The Phoenix Love Theme) (The Flight Of The Phoenix)
  9. Walk Through The World With Me (Goodbye, Mr. Chips)
  10. For Love Of Ivy (For Love Of Ivy)
  11. Wait Until Dark (Wait Until Dark)
  12. Wish Me A Rainbow (This Property Is Condemned)

„Celluloid“ erscheint auf CD und Vinyl am 8. Mai 2020 bei audoba/Goldbek Records

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28.03.2020 Ein diffuses Gefühl von Angst

GFDK - Künstler Vorgestellt

Wenn man die Bilder von Michaela Schwarz-Weismann betrachtet, überschleicht einem im Angesicht unserer Zeit ein unruhiges Gefühl. Ein diffuses Gefühl von Angst könnte man auch Sagen.

Michaela Schwarz-Weismann setzt sich mit den Augenblicken des Schlafens, in denen ein Stadium des Stillstands, der Ruhe und einer gewissen Leere erreicht wird, auseinander. Ruhig, tiefgründig, mehrschichtig. Die Künstlerin macht sich Gedanken über das, was tatsächlich passiert oder nicht passiert, wenn Menschen loslassen, wegsinken – und über die Bedeutung dieses essentiellen Moments.

Michaela Schwarz-Weismann ist eine beharrliche Künstlerin, die sich ihren Themen lange und langsam nähert, genau beobachtet, Tiefen, Inhalte und Ambivalenzen auslotet, eine Meisterin des Präzisen, der klugen Reduktion, die zu sinnlich-emotional stark aufgeladenen Werken führt.
Alexandra Grubeck, Kuratorin

Die derzeitigen Umstände rücken unser aller Lebensbereiche in ein neues Licht. Im Falle der Ausstellung "Enchanted Garden" der Künstlerin Michaela Schwarz-Weismann im OÖ. Kunstverein in Linz – eröffnet noch bevor Covid-19 das Land lahm legte – gewinnen die Arbeiten jetzt zusätzlich an Brisanz.

Schon lange beschäftigt sich die in Tirol aufgewachsene Malerin, die am Royal College of Art in London und an der Angewandten in Wien studierte, die Themen Stillstand, Schlaf, Verwundbarkeit. Der Corona bedingte Shutdown scheint die Blaupause für die pastellfarbigen, schwebenden Männer und am Kopf stehenden Frauen zu sein.
 
Die komplexe Ausstellung, kuratiert von Alexandra Grubeck, umfasst die Werkgruppen „Enchanted Garden“ und „Sleeping Men“.

"Letztendlich haben all ihre Werke immer mit dem Menschen in seiner Verwundbarkeit, seinem möglichen Scheitern an sich, an der Welt, auch dem existentiellen Verzweifeln daran, zu tun. Innehalten, etwas spüren und im besten Fall neu denken, dies sind Impulse, die die Künstlerin anbietet, dazu laden die Begegnungen mit ihren vielschichtigen Arbeiten ein. Was daraus entstehen kann, liegt an uns, so banal das auch klingen mag".

(Alexandra Grubeck, September 2019)

Die Ausstellung wird nach dem Ende der Covid-19 Maßnahmen vorraussichtlich wieder zu sehen sein.

 

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28.02.2020 Die deutsche Künstlerin Sophia Süßmilch

GFDK - Künstler Vorgestellt

Die deutsche Künstlerin Sophia Süßmilch ist für ihre Performances und Malerei bekannt. In ihren Arbeiten stehen Ordnungsschemata, gesellschaftliche Normen sowie Schönheitsideale und Geschlechterrollen im Mittelpunkt.

Gremlinartige kleine Menschenmonster, anthropomorphe Gestalten und Fabelwesen zeigen sich dabei als Grenzgänger zwischen Gut und Böse. Durch die fröhlich-bunten Oberflächen strahlen die latent aggressiven und triebhaften Obsessionen der Erwachsenenwelt des Hier und Jetzt.

In der Ausstellung Sophia Süßmilch. Bei Langeweile öfter mal das ABC aufsagen sind neben Malereien auch zahlreiche fotografische Werke bis 19.04. im studio der Neuen Galerie Graz zu sehen.

Die aktuelle Schau zeigt vor allem Werke aus den Bereichen Malerei und Fotografie und thematisiert dabei immer wieder die uns umgebenden Ordnungsschemata und gesellschaftlichen Prinzipien.

„Das Alphabet ist die Ordnungsform der Enzyklopädie. Mit der Beschwörung des enzyklopädischen Systems nimmt es Süßmilch mit nichts weniger als dem gesamten abendländischen Wissen und dessen Ordnungsschemata auf.

Mit ihren ironisch-subversiven Darstellungen unterminiert sie deren paternalistischen Ernst und mit der willkürlichen Adaptierung führt sie deren Prinzipien ad absurdum“, so Kurator Roman Grabner.

In ihren Arbeiten dekonstruiert Süßmilch Ordnungsprinzipien und hinterfragt sie – ihre Bilder wirken trotz der plakativen, bunten Sujets auf den ersten Blick oft irritierend. Neben ihren malerischen Werken finden sich auch fotografische Arbeiten in der Ausstellung.

Hier zeigt sich die Künstlerin selbst in verschiedenen Posen, oft eng verschlungen mit ihrer Mutter. Begleitet werden ihre Werke jeweils von aussagekräftigen Titeln wie etwa Can you please stop taking drugs, Paul.

„Durch den Titel eines Kunstwerks wird eine weitere Bedeutungsebene eingezogen: Werktitel machen neue Denkräume auf und können oft auch einen humorvollen Aspekt einbringen“, so Sophia Süßmilch.

„Ihre frechen und beiläufigen Titel sind aus der Perspektive einer jungen Künstlerin geschrieben, die mit den Konsequenzen dieser Formalismen leben muss“, ergänzt Kurator Roman Grabner.

Die Relevanz der Werktitel findet sich auch in der Konzeption der Ausstellung wieder, folgt die Präsentation der Werke doch einer alphabetischen Reihung.

Die studio-Schau Sophia Süßmilch. Bei Langeweile öfter mal das ABC aufsagen ist noch bis 19. April bei freiem Eintritt in der Neuen Galerie Graz zu sehen.

Sophia Süßmilch. Bei Langeweile öfter mal das ABC aufsagen
studio, Neue Galerie Graz, Joanneumsviertel, 8010 Graz
22.02.–19.04.2020

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19.02.2020 Sie liebt poesie und geschichten

GFDK - Künstler Vorgestellt

Ende 2015 haben wir die Künstlerin Mélinée hier vorgestellt. Nun kommt in kürze ihre neue CD auf den Markt und daher wollen wir noch einmal an Sie erinnern.

Mélinée offenbart ihre Zweifel und ihren Spleen wie viele unterschiedliche Landschaftsbilder der Befindlichkeit, spricht über ihre Liebesabhängigkeiten, ihre Begegnung mit einem „Astronhomme“ oder „AstronoMann“, oder zeichnet ein eindrucksvolles Bild von Tangotänzern… Erweist ihrem Akkordeon oder der deportierten Jüdin Etty Hillesum eine Reverenz  oder erzählt uns vom schwierigen Metier der Schauspielerei…

Ihre Texte sind dicht und wohl gefeilt geschrieben, gleichzeitig persönlich und poetisch, von universeller Kraft. In ihnen finden sich Hoffnung und Nostalgie, aber auch hintergründiger Witz und Humor, als passender Kontrapunkt zur Melancholie. Das alles zusammen ergibt diese „melancomische“ Welt, die ihr ganz eigen ist.

An ihr Akkordeon angeschirrt sammelte sie erste Erfahrungen auf einigen Toulouser Bühnen mit ihrem Komplizen Maxime Dupuis am Cello. Zusammen gewannen sie im Mai 2010 den dritten Platz beim Prix Nougaro.

Als „Berlinerin“ lernte sie 2012 die Cellistin Samira Aly, 2013 den Gitarristen Jonathan Bratoëff  kennen, mit denen sie auftritt und im Frühling 2014 eine CD aufnehmen wird.

Mélinée schreibt Liebeslieder

Ihre Lieder wurzeln in „L'Amour avec un grand Aïe“, (Der Liebe mit einem großen L-eid) der enttäuschten, unmöglichen oder nur geträumten Liebe, aus denen Lieder gemacht werden. Sie selbst gerät bei all dem ins Wanken, lässt Federn und löst dabei ihre eigene,  angerührt  von denen, die sie ihre „musots“ nennt („Maskuline Form der Muse, Köstlichkeit meiner Worte“).

Im Goethe-Institut von Toulouse spielt sie weiter Theater, steigt ein in Werthers Sprache und hält sich immer mal wieder kurz auf der anderen Seite des Rheins auf, wo ihre Faszination für Berlin immer größer wird. 2010 landet sie dort und in einer Liebesgeschichte.

Mélinée liebt Berlin

Berlins Geschichte und seine Orte, seine urbane Poesie und seine beunruhigende Zukunft inspirieren die Sängerin zu ergreifenden Versen.

« Weil ich die Leute vom Tacheles – das berühmte, besetzte Berliner Künstlerhaus, das jetzt geschlossen ist – getroffen habe und mit neuen Musikern gespielt habe, konnte ich über diese Schwelle gehen, habe ich mich endlich getraut, Toulouse zu verlassen.

Ich hab es nie bereut, es war ein Traum, der in Erfüllung ging und damit ein so ganz anderes und spannendes Leben, das begann, weit weg von den Dämonen meiner Heimatstadt…

Meine Liebe zu Berlin bleibt unangetastet, auch wenn es die Zeit des Tacheles, nach der ich mich manchmal sehne, nicht mehr gibt und mich die Zukunft der Stadt beunruhigt.

Diese Stadt beruhigt, inspiriert mich, entfaltet mich… Wenn ich weg von ihr bin, fehlt sie mir, wie Anderen ein Mann, für mich ist es die Stadt meines Lebens! »

Mélinée über ihr neues Album Timezone

Insgesamt sind auf dem Album 17 Original-Kompositionen zu hören (darunter eine Version vom  Fernsehturm auf Deutsch).

Der Gitarrist Jonathan Bratoëff begleitet mich auf der Bühne seit zwei Jahren. Er ist ein anerkannter Komponist und Musiker der britischen Jazz-Szene, immer auf der Suche nach neuen Einflüssen und verliebt in meine Texte – deshalb war es für mich eine klare und einfache Entscheidung, ihm die künstlerische Leitung des Albums anzuvertrauen.

Jonathan hat ein mediterranes Temperament,  das sich mit einer perfektionistischen  Seite  verbindet, und hat die Aufnahme des Albums mit viel Leidenschaft geleitet.

Die Arrangements der Lieder, mal gipsy, mal jazzig oder rockig, tragen und schmücken Mélinées Poesie.

Jonathan hat die Musik in Partituren gesetzt, deshalb mussten wir wenig zu sechst proben. Wir haben die Stücke während einer Woche in Berlin im Studio Audio Cue aufgenommen, unter den Bedingungen eines Live-Auftritts. Nur der Akkordeon-Part wurde in der Nähe von Toulouse aufgenommen.

Kann man sich einen besseren Ort vorstellen als die Berliner Jam-Sessions um virtuose Jazzmusiker ausfindig zu machen? Drei von ihnen wurden so entdeckt:

Marcel Krömker (Kontrabass), Eugenio Corsaro (Piano) und Joe Smith (Schlagzeug). Sie waren von der Idee meines Albums gleich begeistert. Seit einem Jahr schon spielte ich mit der Cellistin Samira Aly, die einen klassischen Parcours hinter sich hat.

Was den wunderbaren Akkordeonisten Grégory Daltin betrifft, so ist er ein langjähriger Freund. Ich konnte einfach niemanden anderen bitten bei uns mitzuspielen!

Derzeit tritt Mélinée hauptsächlich in Trio auf zusammen mit dem Gitarristen Jonathan Bratoëff und dem Kontrabassisten Carmelo Leotta.

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