01.10.2013 09:11 Zeichen für das menschliche Maß

Werk der Woche: Stefan Rosendahl widmet sich dem Wesen des Unbekannten

Bildhauer Stefan Rosendahl in der Provinz

Der münsteraner Bildhauer Stefan Rosendahl befasst sich mit dem menschlichen Körper als bildgebendes Medium, Abbildung: in der Provinz, 2010, Kunststoff, 1000 x 400 x 140 cm. Abb: © Stefan Rosendahl, Münster.

Bildhauer Stefan Rosendahl - Fluegel

Flügel, 2010, Kunststoff, 140 x 10 x 110 cm. Installation in Everswinkel, St. Magnus, 2012. Abb: © Galerie Pamme-Vogelsang, Köln.

Bildhauer Stefan Rosendahl - Umsitz

Umsitz, 2003, Corten-Stahl, H 187 cm. Abb: © Stefan Rosendahl, Münster.

Bildhauer Stefan Rosendahl - das Dunkel um AD

Das Dunkel um A.D., 2010, Kunststoff, H 150 cm. Installation in Everswinkel, St. Magnus, 2012. Abb: © Galerie Pamme-Vogelsang, Köln.

Bildhauer Stefan Rosendahl - in situ

in situ II – odoror ergo sum, 2007, Kunststoff, H 67 B 37 T 27 cm. © Galerie Pamme-Vogelsang, Köln.

Ausstellung Stefan Rosendahl - in situ

in situ II – odoror ergo sum, 2007, Kunststoff, Installation in Everswinkel, St. Magnus, 2012. Abb: © Galerie Pamme-Vogelsang, Köln.

Bildhauer Stefan Rosendahl - Portrait

Portraitfoto Stefan Rosendahl © Stefan Rosendahl

Von: GFDK - Dr. Gudrun Pamme-Vogelsang

„Das Wesen des Unbekannten“ lautete der Titel der ersten Einzelausstellung von Stefan Rosendahl in der Galerie Pamme-Vogelsang. Gezeigt werden Skulpturen, Installationen und Zeichnungen des münsteraner Bildhauers.  

Grundsätzliche Fragen der Bildhauerei

Die Frage um das rechte Maß zieht sich wie ein roter Faden durch das künstlerische Werk von Stefan Rosendahl. Dabei nimmt der Künstler vor allem bei sich selbst Maß, nicht aus narzistischen Gründen, sondern eher unter einem praktischen Aspekt, denn nichts liegt näher als am eigenen Körper Maß zu nehmen um hiervon ausgehend grundsätzliche Fragen der Bildhauerei und des Menschenbildes zu verhandeln.

Biometrischen Daten auf Körperschablonen abstrahiert

Die Anthropometrie, die Idee um die exakte Bestimmung menschlicher Maßverhältnisse, ist gleichsam die Basis von der aus Stefan Rosendahl seine bildhauerischen Arbeiten entwickelt und diese, indirekt, mit den modernen Möglichkeiten, biometrische Daten zu gewinnen, konfrontiert. Rosendahl reduziert und abstrahiert seine biometrischen Daten auf Körperschablonen, die dem Bildhauer maximale künstlerische Freiheit geben um die so gewonnene Form in ihrer Statik und Dynamik weiter zu entwickeln.

Monumentalität der Skulpturen

Die Arbeiten von Rosendahl beeindrucken im wahrsten Sinne des Wortes in mehrfacher Hinsicht: die Vervielfachung der Körpermaße führen zu einer Monumentalität der Skulpturen; die Reduktion auf Schablonen und die expressive Farbigkeit bringt den Betrachter auf Distanz zum vermeintlich natürlichen Vorbild. Nicht zuletzt führt die Installierung der Skulpturen an ungewöhnlichen Orten und Umgebungen zu einer weiteren Abstrahierung und inhaltlichen Erweiterung des ursprünglichen Abbildes

Auseinandersetzung mit der eigenen Körperlichkeit

Dabei wird der aufmerksame Betrachter immer weiter vom Impuls seiner Gedanken, dem Kunstwerk, weggeführt hin zur Auseinandersetzung mit seiner eigenen Körperlichkeit und dem Menschsein im Allgemeinen und Besonderen. Umgekehrt werden die Ergebnisse seines Denkens wieder zum Kunstwerk und an den Ort zurückgeführt. So oszilliert der Dialog zwischen der konkreten Existenz der Skulptur am Ort und der “Nicht-Existenz“ der gedanklich konstruierten Körper.

Stefan Rosendahl (*1970) hat nach seiner Ausbildung zum Steinmetz in Bremen, Marseille und Münster studiert. In Münster war er Meisterschüler bei Katharina Fritsch. Seit 1994 werden seine Arbeiten in Einzel- und Gruppenausstellungen international gezeigt.

Ausstellung in Köln

Galeriekontakt:

Galerie Pamme-Vogelsang

Dr. Gudrun Pamme-Vogelsang

Hahnenstraße 33 

D-50667 Köln

info@pamme-vogelsang.de

www.pamme-vogelsang.de