05.08.2014 09:25 bildraum als bühne

Werk der Woche: Rauchende Kriegsschiffe, trudelnde Flugzeuge - Axel Sanson malt bizarre Kulissen

Axel Sanson - Kami Kaze

Gefahren wirken niedlich, das Drohpotential der von Axel Sanson komponierten Fiktion, ist in dieser Welt nicht mehr real (c) Axel Sanson/ Courtesy Gallery Thomas Punzmann

Axel Sanson - burning tableAxel Sanson - NarrenschiffAxel Sanson - roof lampAxel Sanson - SamouraiAxel Sanson - tiger lilly
Von: GFDK - Redaktion

Im Vietnamkrieg bezeichnete man mit Mad Minute eine kurze Zeit heftigsten Einsatz automatischer Waffen. Axel Sanson verwendet den Begriff für das konzentrierte Zusammenfügen signifikanter Elemente in einem Bild.

Für Axel Sanson ist der Bildraum eine Bühne, auf der er Elemente komponiert, die, traumgleich, in keinem (zumindest keinem offensichtlichem) Zusammenhang stehen, ja sich gelegentlich sogar widersprechen.

Auf der Suche nach dem Kick

Junge Frauen, gelangweilt sich immer neu erfindend, mit mondänen Pelzcapes und schweren Samtschleifen im langen Haar. Selbstverliebt, versunken im Zauber der eigenen Ausstrahlung, stehen diese Geschöpfe etwas unsicher in der Welt, immer auf der Suche nach einem neuen, kleinen und amüsanten Kick.

Kriegsgeräte werden zur Folklore

Die Gefahr der sie umgebenden Szenerien dringt nicht in ihr Bewusstsein. Rauchende Kriegsschiffe, trudelnde Flugzeuge, in Rüstungen gepackte Samurai. Der Blick der Unschuldigen fällt, ohne das Geschehen wahr zu nehmen, durch diese bizarren Kulissen. Gefahren wirken niedlich, das Drohpotential der von Axel Sanson komponierten Fiktion, ist in dieser Welt nicht mehr real. Das Kriegsgerät vergangener Zeit mutiert zur Folklore, gibt die Bühne für den modischen Auftritt des Zeitgeistes. Wie in der Lasurtechnik legt Axel Sanson diese verschiedenen Zustände der Wirklichkeit übereinander.


Axel Sanson malt mit stark verdünnten Ölfarben, in Grautöne aller Schattierungen, auf Leinwand. Erweitert wird seine Farbpalette von blauen, rosanen, gelben, roten und grünen Pastelltönen. Seine Malweise ist schnell und der Aquarellmalenerei nicht unähnlich. Sein Bildaufbau erinnert, mit seinem Faible für Pyramidal- und Kreiskomposition und seinen Skalierungen der abgebildeten Personen und Objekten, an Vorlagen der Renaissance.

Axel Sanson wurde 1975 in Paris geboren, wo er auch lebt und arbeitet. Er studierte Jura und Kunstgeschichte.

Kontakt: Thomas Punzmann Gallery Frankfurt

info@punzmann-gallery.com

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