14.12.2014 09:31 Final Fantasy

Werk der Woche: Magdalena Peszkowska´s Trinker Kreationen

Magdalena Peszkowska Trinkgelage

Magdalena Peszkowskas Bilder sind auf grauem Karton gemalt und mit matter Farbe bedeckt wurden, da vermischt sich das Heilige und das Profane. alle Fotos M. Peszkowska/ Copyright by Galerie Sandhofer

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Von: GFDK - Magdalena Cos

Die Bilder aus dem Zyklus „Final Fantasy“ von Magdalena Peszkowska sind eine Serie subtiler, figurativen Kompositionen, die in eine verlassene, aus der Hektik herausgerissene, monotone, und scheinbar erstarrte Landschaft platziert wurden.

Von beunruhigender Vegetation bewachsen wird sie zur magischen Dimension. Das ist nicht mehr der Hof, es ist ein Schutzraum für die Hauptfiguren. Als ob die Künstlerin ihnen einen sichereren Platz zuweisen würde und sie gleichzeitig isolierte, um ihnen die Bedingungen für ihre intimen Begegnungen zu schaffen.

„- Weil die Seele, mein Herr, leichter als Wodka ist; und wenn einer sich einen hinter die Binde kippt, dann steigt die Seele in die Höhe auf, bis sie endlich herausgeschwemmt wird.

- Und nur dann kann man sie in einem Menschen sehen?

- Jawohl.

- Und wenn einer zu viel trinkt, kann die Seele vollständig ausfließen und nicht mehr zurückkehren?

- So ist es, und der Mensch stirbt.“

Janusz Korczak - Fragment einer Reportage

Verschmolzen in formlose Formen

Die erstarrten Helden dieser Bilder mit regungslosen Blicken in die Leere sind allesamt „Trinker“. Mit alkoholischen Getränken in der Hand, in der Gruppe stehend, Gruppen bildend, werden sie zu einer sternbildartigen Konstellation. Sie verbinden sich, trennen sich, verschmelzen miteinander. Letztendlich sind sie keine einzelnen Gestalten, auch keine Gruppe. Integriert, miteinander und mit ihren Haustieren verbunden bilden sie formlose Formen. Wir sehen sie in der Ferne, in einem intimen Format sehr deutlich. Leicht von oben betrachtet, niedriger als die Augenhöhe des Betrachters platziert, werden sie in der Tat - umgekehrt - erhaben.

Auf grauem Karton gemalt

Sehr präzise Ausführung, Finesse, akribische Arbeit mit einem Pinsel, der den Durchmesser eines Haares hat, Geduld und Rücksicht, mit der die Künstlerin die Details behandelte, macht aus den Trinkern beinahe Heilige. Nicht ohne Bedeutung ist hier auch die Anknüpfung an die malerische Sprache der frühen Renaissance und ihre sakralen Vorführungen. Nur dass Peszkowskas Bilder statt auf Leinwand auf grauem Karton gemalt und mit matter Farbe bedeckt wurden, da vermischt sich das Heilige und das Profane. Die Schlaumeier rauchen Zigaretten mit den Philosophen. Sie verschlingen Wurst, sind zärtlich zueinander, machen Geschäfte miteinander, streicheln ihre Hunde, und „saufen Wodka“. All das außerhalb der Wohnung, daher öffentlich, kollektiv in ihrer gegenseitigen Gesellschaft fühlen sie sich wohl und entspannen. Verdeckt durch die Büsche, vom Gras und der Dunkelheit eingehüllt schwelgen sie in ihrer „final fantasy“.

Peszkowska baut ein Mysterium auf

Die Wodkaflasche ist nur ein Vorwand, ein Werkzeug, die einfachste Weise um die Seele zu streicheln (wer von uns hat auch nicht manchmal versucht sie so zu beruhigen?), mit ihrer Hilfe wird die tiefere Bedeutung des Phänomens enthüllt.

Final Fantasy – Schluss-Fantasie

Ein Traum, das ist der Titel dieses Zyklus. Etwas erwartetes, Erlösung bringendes. Erleichterung im Finale. Das Extreme. Schwankend über einem Abgrund. Der Moment, in dem wir uns ergeben, vielleicht hingeben, die Kontrolle verlieren. Diese eine der intimsten menschlichen Erfahrungen wird hier zum Leitmotiv. Final Fantasy ist auch ein nicht zufälliges Zusammentreffen mit dem Titel der berühmten japanischen Reihe von Computerspielen. Auch wenn wir hier in der formellen Form keine direkten Zusammenhänge haben, ist das mechanische der Gestalten von großer Bedeutung. Die Figuren sind wie programmiert, durch ihre Natur determiniert, unvollständig, vereinfacht, in Relation mit der Gruppe verstrickt. Geformt, bearbeitet und in einen imaginären Raum eingefügt. Feinde von sich selbst, gestärkt miteinander verbunden, trotzen sie den Kräften von außen.

Welcher Sucht unterliegen wir?

Düstere, großteils dunkle Farbtöne, kontrastreiche, minimalistische Ebenen, die Zusammenstellung von Details mit dynamischen Elementen, verstärken das Gefühl der unter die Haut gehenden Spannung. Als ob irgendwo unter der Oberfläche etwas pulsiert und sprudelt. Was wird das Finale dieser Fantasie sein? Ob die in Reflexion eingefrorenen Gestalten ihre gewünschte Ruhe finden? Mit welcher Hilfe wird sich die Spannung entladen? Peszkowska weckt uns mit ihren „Trinker Kreationen“ aus einem Traum voller Routine und zwingt zu der Überlegung, ob unsere „erhöhte Perspektive“ wirklich eine Daseinsberechtigung hat. Ob uns nur die Requisiten und Kostüme zufällig von den „Berauschten“ unterscheiden? Welcher Sucht unterliegen wir und welcher ergeben wir uns. Wen grenzen wir aus und was für Recht haben wir dazu?

Magdalena Cos

 

Ausstellung in Salzburg Final Fantasy von Magdalena Peszkowska

29.11.2014-14.01.2015

 

Kontakt:
Öffnungszeiten:

Mo bis Fr 17:00 bis 19:00 Uhr

Samstag nach Vereinbarung

Galerie Sandhofer
Dietrichsteinstraße 6a/12
5020 Salzburg
Tel: +43-650-7283828
info@galerie-sandhofer.com
www.galerie-sandhofer.com

 

Vita MAGDALENA PESZKOWSKA

Born in 1980 in Gdańsk, Poland. Studied in Department of Painting at Academy of Fine Arts in Gdańsk (1999-2004). Diploma with special recognition in painting in 2004.

Collective selected exhibitions:

2004- „Na marginesie” MM Gallery, Gdańsk Shipyard

2005- „Wiosna młodych” Refektarz Gallery, Kartuzy

2008- „Cielesność figury” Na Jesionowej Gallery, Gdańsk

2009- the exhibition of Sandhofer Gallery artists, Palaise Hauser, Austria

2010- 1st Gdańsk Art Biennale finalists’s exhibition „Tożsamość miejsca”,

2010- 8th Triennale Miniatur finalists’s exhibition, Wozownia Gallery, Toruń

2012- the opening exhibition of Po co?Gallery, Wrocław

2013- "Poco sztuka w Agorze" CK Agora, Wrocław

2014- Gallery U Birthday, Wrocław

2014- „Inne“ Platon Gallery, Wrocław

Individual selected exhibitions:

2004- „The stands” Academy of Fine Arts, Gdańsk

2009- „Kupie suknie” Szewska 36 Gallery, History of Art Institute, Wrocław

2010- „The stands” Sandhofer Gallery, Austria

2010/2011- „Schwarzwald” Sandhofer Gallery, Austria

2012- “Situation” U Gallery, Wrocław

2014- “The stands” Capitol Theatre, Wrocław

2014 – “Final Fantasy” Sandhofer Gallery, Salzburg, Austria

Accomplishments:

2010 finalist of 1st Gdańsk Art Biennale „Tożsamość miejsca”,

2011 finalist of 40th “Bielska jesień 2011” Painting Biennale, BWA Bielska Gallery, Bielsko-Biala