21.08.2017 21:30 die Qualitäten des fotografischen Bildes

Werk der Woche: Ilse Haider - erhält den Otto Breicha-Preis für Fotokunst 2011

Die Thematik von Ilse Haider kreist um die Kritik an festgelegten Rollenbildern von weiblich und maennlich, von Stereotypen in Werbung und Alltag

Die Thematik von Ilse Haider kreist um die Kritik an festgelegten Rollenbildern von „weiblich“ und „männlich“, von Stereotypen in Werbung und Alltag. Alle Bilder © Ilse Haider

Die ideale Frau als Schauspielerin oder antike Goettin

Die „ideale Frau“ als Schauspielerin oder antike Göttin.

Der schoene Mann wird gleichermaßen als Bild gezeigt, wie er als spielzeughaftes Objekt ironisiert wird

Der „schöne Mann“ wird gleichermaßen als Bild gezeigt, wie er als spielzeughaftes Objekt ironisiert wird.

Werk von Ilse Haider

Werk von Ilse Haider

Werk von Ilse Haider

Werk von Ilse Haider

Werk von Ilse Haider

Werk von Ilse Haider

Von: Christine Forstner

Da sich an der Thematik und den Geschlechterrollen in den letzten Jahren nichts geändert hat bringen wir noch einmal den Artikel zu der Fotokünstlerin Ilse Haider, die 2011 für ihre Arbeit, den Otto Breicha-Preis für Fotokunst bekommen hat.

Das Museum der Moderne Salzburg vergab den 13. Otto Breicha-Preis für Fotokunst 2011, an die in Salzburg geborene Fotokünstlerin Ilse Haider. Die ehemals Rupertinum-Fotopreis genannte Auszeichnung für ein beachtenswertes fotografisches OEuvre wurde mit der Gründung des Rupertinums im Jahr 1983 gestiftet.

Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre an einen österreichischen oder in Österreich lebenden Fotokünstler oder eine Fotokünstlerin verliehen. Ilse Haider setzt die Reihe der Preisträger nach Alfred Seiland, Otmar Thormann, Branko Lenart, Heinz Cibulka, Manfred Willmann, Walter Berger, Paul A. Leitner, Friedl Kubelka, Seiichi Furuya, Peter Dressler, Ferry Radax und Margherita Spiluttini fort.


Ilse Haider wurde 1965 in Salzburg geboren. Nach dem Studium an der Akademie der bildenden Künste bei Arnulf Rainer und einer Ausbildung beim Fotografen Franz Hubmann studierte sie am Royal College of Art in London. Ihre künstlerische Sprache begründet sich in einer Verbindung von Fotografie und Skulptur, von bildhafter Oberfläche und dreidimensionalem Raum.

Ihre Thematik kreist um die Kritik an festgelegten Rollenbildern von „weiblich“ und „männlich“, von Stereotypen in Werbung und Alltag. Mit der Zuerkennung der Auszeichnung an die 45-jährige Künstlerin setzte die Jury einen Akzent in Richtung einer neuen Auffassung von Fotografie im Kunstkontext und für eine junge Generation von KünstlerInnen, die mit dem Medium Fotografie im erweiterten Sinn arbeiten.


Die Preisträgerin wurde auf Expertenempfehlung ermittelt. Die Jury bestand aus Christa Breicha, Philipp Otto Breicha, Margherita Spiluttini, Charlotte Kreuzmayr und Margit Zuckriegl. Der Preis erinnert an die Initiative des Gründungsdirektors des Museum der Moderne, Otto Breicha (1932 – 2003), der hier die erste fotografische Sammlung des Landes und den Rupertinum-Fotopreis etabliert hat.

Großer Dank gebührt Christa und Philipp Otto Breicha, die mit ihrem großzügigen Beitrag die Dotierung des Otto Breicha-Preis für Fotokunst 2011 in Höhe von Euro 5.000.- erneut ermöglichen.


Die Ausstellung mit Objekten und Fotografien der Preisträgerin zeigt die seit 1983 in Wien lebende Künstlerin als Grenzgängerin zwischen Bild und Skulptur, zwischen Fotografie und Inszenierung. Ihre Themen kreisen um scheinbar festgelegte Geschlechterrollen in unserer Gesellschaft und deren Verunsicherung bzw. deren Dekonstruktion.

Der „schöne Mann“ wird gleichermaßen als Bild gezeigt, wie er als spielzeughaftes Objekt ironisiert wird. Die „ideale Frau“ als Schauspielerin oder antike Göttin wird in den fragmentierten Foto-Relief-Arbeiten in Facetten aufgelöst und damit gewissermaßen der Sichtbarkeit entzogen.

Stereotypische Bilder der Werbeästhetik - mit perfekten Körpern und sexgeladenen Symbolen - werden in den Bildwerken Ilse Haiders als „objets trouvés“, als Ausgangsmaterial für ihre Veränderungen und Metamorphosen verwendet.

 

Ilse Haider. Objekte und Fotografien
Otto Breicha-Preis für Fotokunst 2011
Ausstellung im MdM Rupertinum

 

Kontakt

MdM SALZBURG

Museum der Moderne - Rupertinum Betriebsgesellschaft mbH

Christine Forstner: Presse / Öffentlichkeitsarbeit

Mönchsberg 32, 5020 Salzburg • Austria

T +43.662 84 22 20-601

F +43.662 84 22 20-701

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