30.08.2017 09:17 Wirklichkeitsschichten

Werk der Woche - Die Künstlerin Anne Wölk befasst sich mit dem Thema Zeit und greift Science Fiction Material zurückliegender Jahrzehnte auf

Vergangenheit und Gegenwart im Hier und Jetzt von Anne Woelk

Vergangenheit und Gegenwart im Hier und Jetzt von Anne Wölk. Alle Bilder (c) Anne Wölk

Anne Wölk setzt einer derart eingeschraenkten Betrachtungsweise eine vielfaeltige entgegen

Anne Wölk setzt einer derart eingeschränkten Betrachtungsweise eine vielfältige entgegen.

Momente der Wirklichkeit in Schichten zu fassen ist ihre Arbeit

Momente der Wirklichkeit in Schichten zu fassen ist ihre Arbeit.

Aehnlich verhaelt es sich Anne Woelk zufolge mit dem Raum

Ähnlich verhält es sich Wölk zufolge mit dem Raum.

Weitere Werke von Anne Woelk

Weitere Werke von Anne Wölk

Weitere Werke von Anne Woelk

Weitere Werke von Anne Wölk

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Weitere Werke von Anne Woelk

Weitere Werke von Anne Wölk

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Weitere Werke von Anne Wölk

Von: GFDK - Adrian Luncke

Nehmen wir auf unsere Wirklichkeit Bezug, so wenden wir für gewöhnlich die Kategorien von Raum und Zeit auf sie an. Wir gliedern sie in ein Hier und Jetzt, ein Dort und Dann... und schaffen somit Systeme der Abfolge und der Trennung. Für die Beschreibung von Ereignissen oder Situationen greifen wir Momente aus diesen Systemen heraus: Sie geschehen zu einer bestimmten Zeit, an einem bestimmten Ort.


Anne Wölk setzt einer derart eingeschränkten Betrachtungsweise eine vielfältige entgegen. So schlägt sie vor, Momente der Wirklichkeit in Schichten zu fassen – Schichten, die aufeinandertreffen, die sich wie unterschiedliche Meinungen aneinander reiben und sich letztlich zu einem reichen Ergebnis zusammenfügen:

Ihren Umgang mit dem Thema Zeit verdeutlicht Anne Wölk, indem sie Science Fiction Material zurückliegender Jahrzehnte aufgreift. Ebenso wie die Vergangenheit die Gegenwart vorbereitet und auf diese Weise in ihr enthalten ist, verhält sich die Gegenwart zur Zukunft – an die Stelle der zeitlichen Reihung setzt Anne Wölk also Beobachtungen der Gleichzeitigkeit.


Ähnlich verhält es sich Wölk zufolge mit dem Raum: Ein Hier ist ohne ein Dort unbestimmt und letztlich gar nicht zu denken – und trotzdem sind Hier und Dort nicht zwangsläufig auch örtlich voneinander getrennt. So versinnbildlicht die Stadtlandschaft eben die Zusammenkunft von Stadt und Land – zwei Räume, die meist als distinkt verstanden werden. Mit der Aufnahme von Markierungen, wie sie Menschen in der Natur, etwa auf Baumstämmen, hinterlassen, überträgt die Künstlerin diese Gedanken zur Überlagerung auf das einzelne Objekt.


Dabei betrifft Gleichzeitigkeit auch den Charakter vieler anderer Gegenstände und unserer Bezugnahme auf sie: Das Wesen einer Eislandschaft besteht nicht allein in dem visuellen Eindruck, den sie beim Betrachter hinterlässt; auch ihre kaum sichtbare molekulare Struktur ist unabdingbar Teil desselben.


Ähnliches gilt für Tags und Schriftzüge, mit denen Writer der Streetart-Szene ihre Reviere im Stadtraum markieren. Wie Betrachter sie verstehen, hängt nicht zuletzt von ihren Vorkenntnissen ab: Können Eingeweihte die Codes auch inhaltlich deuten, bleibt Uninformierten allein die Auseinandersetzung mit ihren ästhetischen Qualitäten.

Keine dieser Verständnisweisen übertrifft jedoch die andere – sie sind schlicht unterschiedlicher Art. Und ein Phänomen in seiner vollen Wirkung zu erfassen, so legt Anne Wölks Arbeit letztlich nahe, heißt, viele dieser Facetten in einem Crossover-Prozess zu einem Eindruck zu verdichten.

Das tut die Künstlerin , indem sie nicht nur Elemente zeigt, die zunächst recht unterschiedlich erscheinen, sondern auch, indem sie ihr eigenes künstlerisches Medium, die Malerei, auf seine Möglichkeiten untersucht:

Anne Wölk deutet Räumlichkeit durch Überlagerungen an, zeigt Konkretes und Abstraktes, arbeitet mit einer breiten Farbpalette und hinterfragt das Verhältnis von Leinwand und aufnehmendem Raum. Das ergibt Kunstwerke, die den Betrachter wohl deshalb in ihren Bann ziehen, da sie sich, gestalterisch vielfältig und farblich intensiv, als harmonisches Ganzes darstellen. So macht das beeindruckende Spiel mit Vielfalt und Einhalt den besonderen Reiz von Anne Wölks Arbeiten aus.


Adrian Luncke M.A

Vita
geboren 18.10. 1982 in Jena, Thüringen
Ausbildung
2008-2009 Meisterschülerin bei Prof. Antje Majewski
2004-2007 Malereistudium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, (Diplom 2007) Klasse Prof. Katharina Grosse und Prof. Antje Majewski
2006 Chelsea College of Fine Art and Design, London, UK Sudienreise nach Tokyo, Kyoto, Japan
2001-2004 Malereistudium an der Burg Giebichenstein Halle, Klasse Ute Pleuger
2004 Tutor 3./4. Studienjahr Naturstudium/ Aktzeichnen Burg Giebichenstein Halle


Auszeichnungen:
2012 Feldforschung in situ, artist in residence, Bodensee Art Fund, Wasserburg am Bodensee
Katalogförderung der Union Investment Stiftung, Frankfurt am Main
Finalistin Jean-Claude Reynal Scholarship,
Bordeaux Frankreich
2011 Grand Prize, Papirmasse Art Magazine, Montréal, Kanada
Finalistin Art Takes Miami, 2011, New York, USA
2008 Residenzstipendium Kunstverein Werkstatt Plettenberg
Stipendium der Marianne Ingenwerth-Stiftung, Bonn
2006 Erasmus Stipendium, exchange program, Chelsea College of Fine Art and Design, London
2004-2008 Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes,
2001 1.Platz Malerei 9. Thüringer Landesausstellung, Erfurt

Ausstellungen (Auswahl)
2012 “Plausible Dreams“, Kreuzberg Pavillon, Berlin
“Feldforschung in situ. Anne Wölk“, Bodensee Art Fund, Wasserburg (Solo)
“This Is Hardcore“, Shanghai Business Center, Potsdam
“MyPlace“, Kunstverein Münsterland, Coesfeld (Kat.)
“Beautiful!“, Private View - Platform for Contemporary Art Projects, Berlin
“I‘M SORRY. I DID NOT REALIZE YOU!“, Port Art Gallery, Ankara, Türkei
“Home Office of the Fan Fiction Empire“, The Residence Gallery, London, Großbritannien
“Formation“, PLAN.OPEN, Arbeit Gallery, London, Großbritannien
“Postcards From the Edge“, Cheim & Read, New York, USA
2011 “Slideluck Berlin IV“, .HBC, Berlin
“Realismus“, orth für aktuelle Kunst, Aulich Merkle Stiftung, Offenbach am Main, (Kat.)
“Drawing Connections“, Siena Art Institute, Sienna, Italien
“A drawback“, Atelierhof Kreuzberg, Berlin, (Kat.)
“Technology won‘t save us“, im Rahmenprogramm der 12. Istanbul Bienniale Art Suites Gallery, Istanbul, Türkei, (Kat.)
“On Painting“, Ghyczy, Berlin
“Young European Landscape“, Galerie Wolfsen, Aalborg, Dänemark, (Kat.)
“Peep Show“, Tape Modern, Berlin
“Krieg im Frieden“, Kunstpavillon, München
“FITAX 1500“, GRIMMUSEUM, Tupajumi foundation, Berlin
“The Sketchbook Project“, Brooklyn Art Library, New York und Austin Museum of Art, Texas, ... USA
“Young European Landscape“, Collegium Hungaricum Berlin, (Kat.)
“Realismus“, Galerie Epikur, Wuppertal
“Lost“, Galerie im Park, Bremen
2010 “A HARD RAIN ́S GONNA FALL“, BSA Showroom, Berlin
Teilnahme am editorial project, organisiert von Latitudes,
“The Last -Newspaper“, New Museum, New York, USA
“D12/ Dirty Dozen“, Alter Ego archive, Grimmuseum, Berlin
“Die Kunst der Natur ist die Natur der Kunst“, Künstlerverein Walkmühle, Wiesbaden, (Kat.)
“Lyrics“, Galerija EX ARTE, Ljubljana, Slowenien, Solo
“A Communist Gala“, Cuchifritos Gallery, New York, USA
2009 “CHRISTMAS PALM“, Freies Museum Berlin
“DOUBLE-SELF“, mbf-Kunstprojekte, München, Solo
“Young Art Promotion Project“, Galerie Zulauf, Freinsheim
“Watchlist 10“, JKB Temporary, Berlin
“1,2,3“, Uferhallen, Berlin
“Zirkus Minimus“, Walden Kunstausstellungen, Berlin
2008 “Eberhard-Dietzsch Award“, Geraer Bank eG, Gera, (Kat.)
“Highlights of German Academies“, Dina4 Projekte, Berlin
“Utopia of Space“, Kyrgyz National Museum of Fine Arts, Bishkek, Kyrgisien
“Horizons“, Galerie Adlergasse, Kulturverein riesa efau, Dresden, Solo
“Tag und Nacht“, Kunstverein Werkstatt Plettenberg, Solo
“Quotes - The Art of Allusion“, Vonderbank Artgalleries, Berlin
2007 “Selection 2007“, Elgiz Museum of Contemporary Art, Istanbul, Türkei
“Signale“, Ostrale, Dresden
“Life Spotting“, Vonderbank Artgalleries, Berlin

www.annewoelk.de