27.08.2017 07:21 Ein ambitionierter Weg

Werk der Woche: der junge Künstler Igor Bleischwitz setzt eine außergewöhnliche Farbdominanz in seinen Werken ein

Igor Bleischwitz Der Weg von einer Idee zum konkreten Bild

Igor Bleischwitz - Der Weg von einer Idee zum konkreten Bild. Alle Bilder © Igor Bleischwitz

Von der weißen Flaeche bis zu einer Komposition in Farbe

Von der weißen Fläche bis zu einer Komposition in Farbe

Die außergewoehnliche Farbdominanz wird hier eingesetzt um die Subjektivitaet des Kunstwerkes zu verschleiern

Die außergewöhnliche Farbdominanz wird hier eingesetzt um die Subjektivität des Kunstwerkes zu verschleiern.

Von: Tinatin Ghughunishvili-Brück

In der zeitgenössischen Malerei wird die Wahl des Bildmotivs als einer der wichtigsten Indikatoren für die künstlerische Positionierung des Schaffenden betrachtet.

Das Motiv eines Kunstwerkes ist der Titel seiner komplexen Geschichte, in gewisser Weise das Unterbewusstsein des eigentlichen thematischen Gegenstandes. Die Komponente, sowie der Entstehungsprozess der einzelnen Werke lassen sich lediglich erahnen.

Der Weg von einer Idee zum "konkreten" Bild, oder von der weißen Fläche bis zu einer Komposition in Farbe und Form ist ebenfalls sehr subjektiv. Diese Diskrepanz eines Kunstwerkes zwischen einer intimen Substanz und einer öffentlichen Bestimmung ist der Grund seiner immensen Wirkung. Das Spektrum dieser Wirkung reicht von Faszination bis hin zum Unverständnis oder gar Abneigung.


Igor Bleischwitz dämpft diese Intimität in seinen Arbeiten durch die Autonomie und Intensität der Farbe. Aufgrund ihrer räumlichen Präsenz, ihrer greifbar-satten Struktur und ihrer Materialität kann die Farbgebung seiner Gemälde als monumental bezeichnet werden.

Die außergewöhnliche Farbdominanz wird hier eingesetzt um die Subjektivität des Kunstwerkes zu verschleiern. Auf diese Weise wird die Aufmerksamkeit von einem Gemälde im Speziellen auf die Ausdruckskraft der Malerei im Allgemeinen gelenkt. Ein ambitionierter Weg und eine außergewöhnliche Leistung.


Die Gemälde von Igor Bleischwitz deuten eine Verbindung des abgeklärten Neoexpressionismus mit den surrealen Szenarien an. Die Auflösung der Formgrenzen und eine mäßige Deformation zu Gunsten der Verschmelzung des Gegenstandes mit seiner Umgebung charakterisieren die Formsprache dieses jungen Künstlers.

Vergeblich sucht man nach Relevanz oder Vorlieben. Die pastöse Materialität des sterblichen Fleisches à la Chaim Soutine wird von Igor Bleischwitz mit ähnlicher Eindringlichkeit gezeigt wie die ätherischen Landschaften des Geistigen seiner Bilder.


Diese spannende Gleichberechtigung zeichnet einen authentischen, suchenden Künstler aus, der den Betrachter immer aufs Neue zu überraschen vermag.

Tinatin Ghughunishvili-Brück
Kunsthistorikerin M.A.

Aktuell ist der Künstler in einer Dauerausstellung mit Titel "In Farbe getränkt" auf der Onlinegalerie www.tetartet.de zu sehen

Über den Künstler

1981 in Scheskasgan/Kasachstan geboren

1996 Übersiedlung nach Deutschland

2005-2007 Studium Werbegrafik-Design Darmstadt (Diplom)

2007-2011 Studium der Freien Kunst an der Hochschule für Grafik-Design und Bildende Kunst in Freiburg/Deutschland bei Ben Hübsch, Klaus Merkel, Dietrich Schön  (Diplom)


Ausstellungen:

 2011   Gruppenausstellung "KLASSE", Georg-Scholz-Haus, Kunstforum Waldkirch

2010   Gruppenausstellung mit Gregor Warzecha, Eva Seelbach, Uli Okujeni in "FICKUS-SEKTOR", Freiburg

2009   Gruppenausstellung "Bombastischerweise möglich", Alter Güterbahnhof, Freiburg

2008   Gruppenausstellung "GUT", Kunstverein Kirchzarten

 

Galeriekontakt:

tetartet.de

zeitgenössische  kunst

 

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80634     münchen

tel.   089 - 1678 5993

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