10.09.2017 08:44 Galerie Adler präsenterte Susanna Majuri

Geschichtenerzählerin des Nordens. Die finnische Fotokünstlerin Susanna Majuri porträtiert Menschen in Island, Dänemark, Norwegen und Schweden

Die Kuenstlerin Susanna Majuri ist die Geschichtenerzaehlerin des Nordens

Die Künstlerin Susanna Majuri ist die Geschichtenerzählerin des Nordens. Alle Bilder: © Susanna Majuri

Susanna Majuri portraetiert Menschen in Island, Daenemark, Norwegen und Schweden

Susanna Majuri porträtiert Menschen in Island, Dänemark, Norwegen und Schweden

Die Fotografien von Susanna Majuri gleichen Filmstills, die aus einem Maerchenfilm oder einem Thriller stammen koennten

Die Fotografien von Susanna Majuri gleichen Filmstills, die aus einem Märchenfilm oder einem Thriller stammen könnten

Ihre Impressionen verknuepft Majuri dann zu Bildergalerien ihres eigenen Lebens

Ihre Impressionen verknüpft Majuri dann zu Bildergalerien ihres eigenen Lebens

Die Fantasie ist in Wirklichkeit gegenwärtig

Die Fantasie ist in Wirklichkeit gegenwärtig

Man koennte auch sagen dass Susanna Majuri Geschichten illustriert

Man könnte auch sagen dass Susanna Majuri Geschichten illustriert

Die Modelle sind nur leicht bekleidet, erscheinen oft bewusstlos

Die Modelle sind nur leicht bekleidet, erscheinen oft bewusstlos

Von: GFDK - Galerie Adler

„Das Wasser ist ausserordentlich bemerkenswert. Es trägt Koerper. Wasser ist Farbe. Meine Hauptcharaktere prüfen die verschiedenen Möglichkeiten der Existenz. Luft wird zu einem Wasserlauf. Ist da ein Licht, ein Weg?“ (Susanna Majuri, 2008)

„Ich begebe mich bei diesen Shootings in eine fiktive Realität. Mein Herz schlägt schneller, wenn ich die Anwesenheit von Überraschungen fühle. Du bist verliebt, hast dich aber trotzdem von dem Kanal verabschiedet.

Du vergisst das Schiff und es sinkt.“Geschichten sind etwas Wunderbares! Man kann in ihnen versinken, eine andere Gestalt annehmen und dennoch steckt in jedem Märchen ein Fünkchen Wahrheit. Die finnische Fotokünstlerin Susanna Majuri (*1978) ist die Geschichtenerzählerin des Nordens und in ihren Gedanken ist sie dabei stets in Island, dem Land ihrer Träume.

Die wunderliche Insel mit ihren Gletschern, Wasserfällen und Geysiren hat es ihr schon lange angetan. Die Ideen für ihre Arbeiten kommen aus dem Land der Märchen, Fabeln, Geschichten und der Musik.

Ihre Impressionen verknüpft Majuri dann zu Bildergalerien ihres eigenen Lebens und ihrer eigenen Gefühle. Susanna Majuri porträtiert Menschen in Island, Dänemark, Norwegen und Schweden, denn wenn es nach Majuri geht, steckt in allen nordischen Ländern ein Stück Island.

Diese landschaftlichen Gemeinsamkeiten begeistern Susanna Majuri genauso wie die Sprachenvielfalt, die in diesen Ländern vorherrscht. So gibt sie ihren Arbeiten auch stets Titel in verschiedenen Sprachen, denn diese sollen verschiedene Zugänge zu den Bildern ermöglichen.

Man könnte auch sagen, dass Majuri Geschichten illustriert, so als seien sie Bilder einer gemeinsamen Sprache aller nordischen Länder. Selbstverständlich sind ihre Bilder reine Fiktion, so wie Menschen die Geschichten über ihr Leben erzählen. Und doch hat man teilweise den Eindruck, einigen Gestalten aus den Märchenbüchern der Gebrüder Grimm, von Hans Christian Andersen oder Selma Lagerlof zu begegnen.

Die Fotografien gleichen Filmstills, die aus einem Märchenfilm, einem Thriller oder einer unglücklichen Romanze stammen könnten. Dies zeigt das enorme narrative Potential, welches ihre Arbeiten genauso auszeichnet wie das Gespür für Komposition und Inszenierung.

In den Fotografien außerhalb des Wassers erschafft sie Panoramen, welche die Gemütszustände und Gefühle der Figuren transportieren, und das obwohl sie uns nie ihre Gesichter zeigen. Ihr mysteriöses Verhalten scheint der Landschaft eine tiefe emotionale Bedeutung zu geben. Das Wasser kann dabei schützend und einladend sein, aber auch verschlingend und bedrohlich.

Für ihre neueren Arbeiten hat Susanna Majuri bis zu sechs Meter breite und mit Motiven bedruckte Wachsstoffe produziert, die sie dann auf den Grund eines Schwimmbades herablässt. Ihre Modelle tauchen dann hinab und Susanna Majuri wird zur Regisseurin. In diesen Szenarien geht es ihr nicht um die Hintergründe als vielmehr um die geheimen Geschichten, die ihre Mädchen in sich tragen.

In ihren Fotografien zeigt sie das gesamte Spektrum des Mädchenseins, von der Schwester zur Freundin und zur Geliebten, meist porträtiert im Moment der eigenen Körpererfahrung. Die Protagonistinnen spielen stets eine dualistische Rolle, sie sind Heldinnen der Geschichte und Objekte sexueller Begierde zugleich.

Die Modelle sind nur leicht bekleidet, erscheinen oft bewusstlos, vielleicht sogar tot. Sie werden von den dunklen Strömen des Meeres umspült oder werden von der kristallinen Transparenz eines Schwimmbades umgeben. Das Wasser wird hier auch zum Ort der Gefahr, an dem die Protagonistinnen schwerelos werden und ihnen keine Luft zum Atmen bleibt.

Majuri lässt die Körper verschwimmen und die Wasseroberfläche erscheint wie von Pinselstrichen erschaffen. Sie nutzt das Wasser als sei es Farbe und setzt es mit seiner absorbierenden und metaphorischen Dimension sehr bewusst ein.

All die seltsamen Geschichten, die Sehnsüchte und verborgenen Geheimnisse verdichtet Susanna Majuri zu Bildatmosphären, die uns bei aller Märchenhaftigkeit dennoch plausibel erscheinen. Schließlich übernimmt der Betrachter den abschließenden Teil des Geschichtenerzählers, denn er ist es, der mit seinen eigenen Projektionen die „Geschichten des Nordens“ zum Leben erweckt.

„Ich möchte zeigen, dass man Fantastisches auch ganz in der Nähe finden kann. Fiktion vermischt sich mit unserem Leben. Die Fantasie ist in Wirklichkeit gegenwärtig.“

Galerie ADLER Frankfurt am Main  

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