20.08.2012 06:14 Nach dem Kultroman von Hunter S. Thompson

The Rum Diary - Johnny Depp als Journalist im Puerto Rico von 1960, der Erfolg sucht, aber Rum und schöne Frauen findet

Von: kino.de

 

The Rum Diary - Johnny Depp als Journalist im Puerto Rico von 1960, der Erfolg sucht, aber Rum und schöne Frauen findet

Mittel- und ahnungslos trifft Journalist Kemp 1960 auf Puerto Rico ein, um für eine lokale Zeitung zu arbeiten. Schon bald erkennt er, dass der amerikanische Traum hier mit dem Ausverkauf des Paradieses und desillusionierten Kollegen bezahlt wird, die ihren Frust in Alkohol ertränken.

Als er den einflussreichen, ihm wohlgesinnten PR-Strategen Sanderson kennenlernt, winken Kemp erstmals beruflicher Erfolg und Geld. Wenn da nicht dieser verdammte Rum, diese lästige Arbeit und Sandersons bildhübsche Freundin Chenault wären.

Kritik

Johnny Depp erlebt den Ärger im Paradies und die unheilige Wirkung von Alkohol, Ausbeutung und schönen Frauen.

Hollywood-Star Depp und Hunter S. Thompson, journalistischer Chefexzentriker und Romancier, waren ein merkwürdiges, sich selbst und einander aber treu bleibendes Paar. Nach "Fear and Loathing in Las Vegas", seiner ersten Hauptrolle in einer Thompson-Adaption, setzte Depp den Kampf um eine Verfilmung von "Rum Diary" fort, den der Autor selbst, mit großen Frustrationspausen, seit den 1960er Jahren geführt hatte.

Als Produzent holte er Regisseur Bruce Robinson, fast 20 Jahre nach "Jennifer 8", aus dem Ruhestand, und ermöglichte so einen Film, der einen Kompromiss zwischen den Sensibilitäten seines 2005 verstorbenen Freundes und den Erwartungen an eine postkaribische Depp-Produktion zu finden versucht. Womit es komische Vignetten, aber auch reichlich Alkohol und Dahintreiben im Hinterhof des Lebens zu bestaunen gibt.

Depp selbst ist auch Erzähler und Hauptfigur des Films, tritt 1960 auf Puerto Rico seinen neuen Job bei einer Zeitung an, die im Mittelmaß um ihre Existenz kämpft und zum Parkplatz schreibender Existenzen geworden ist, die Engagement nur noch beim Alkoholkonsum zeigen. Kemp (Johnny Depp) ist dabei keine Ausnahme, zieht mit Kollege Sala durch die schäbigen Bars und betäubenden Nächte, in denen der Schweiß fühlbar am Körper klebt wie der chronische Geldmangel an den Protagonisten.

Die authentisch wirkende Atmosphäre ist das größte Plus dieser Verfilmung, die mitunter Personen des Romans zusammenführt, dessen dramaturgische Eckdaten aber lose übernimmt: Die unverhohlene Kritik am amerikanischen Postkolonialismus, der Paradiese ausbeutet und nur Amerikaner reich werden lässt - und das romantische Dreieck zwischen Kemp, einem vermögenden, einflussreichen PR-Strategen (Aaron Eckhardt) und dessen verführerischer Freundin, die mit Amber Heard konsequent besetzt ist.

Plot spielt eine untergeordnete Rolle in "Rum Diary", das in den ersten beiden Dritteln seine stärksten Momente hat, sich jeder Postkartenfotografie verweigert, um auch visuell das Schäbige im Paradiesischen herauszuarbeiten, und sich an Zuschauer wendet, die in der Beobachtung ungewöhnlicher Charaktere und eines auch hier überzeugenden Superstars vielleicht keinen echten Rausch erleben, aber doch Entspannung finden. kob.

USA 2011
Laufzeit: 119 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Johnny Depp
Aaron Eckhart
Michael Rispoli

Regie: Bruce Robinson
Verleih: Wild Bunch

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