02.06.2011 06:00 ein Film für Frauen über Frauen

Kinotrailer: Das Blaue vom Himmel - neuer Hans-Steinbichler-Film mit Hannelore Elsner und Karoline Herfurth

Von: kino.de

 

Kinostart 2.6.2011: Das Blaue vom Himmel  - neuer Hans-Steinbichler-Film mit Hannelore Elsner und Karoline Herfurth.

Mit der deutschen weiblichen Schauspiel-Elite hat Hans Steinbichler sein 60 Jahre umspannendes deutsch-baltisches Familiendrama ausgeschmückt.

Nach den Kritikererfolgen "Hierankl" und "Winterreise" verlässt Steinbichler den regionalen Alpenraum, bleibt aber seinen Themen Heimat, Familiengeheimnisse und den Lügen der Vergangenheit treu. Er konzentriert sich mehr denn je auf starke Frauenrollen, in der die prominenten Schauspielerinnen gefordert sind. Es ist ein deutsch-lettisches Frauenschicksal, das Parallelen zu Christian Schwochows "Novemberkind" aufweist und zu Filmen vom Experten für verlorene Heimat, Volker Koepp. Dessen Sprecherin Fritzi Haberlandt absolviert hier auch einen Kurzauftritt.

Auf zwei Zeitebenen spielt die emotionale Familiengeschichte, erzählt einmal von der TV-Redakteurin Sofia (Juliane Köhler mit nur einem Gesichtsausdruck), deren lieblose Mutter Marga ("Die Unberührbare" Hannelore Elsner) hochgradig verwirrt und aggressiv in die Psychiatrie eingeliefert wird. Die Suche nach den Ursachen ihrer Amnesie führt Mutter und Tochter nach Riga, dem Vorkriegsfamiliensitz, den sie im politisch unruhigen Nachwendejahr 1991 aufsuchen, als abermals eine russische Invasion droht. Zum anderen illustriert Steinbichler die 1930er vorwiegend im lettischen Strand-Herrenhaus, wo die junge Marga (fabelhaft: Karoline Herfurth) den untreuen Juris ehelicht, der ein Eifersuchtsdrama heraufbeschwört. Das führt zu einem kalten Racheplan, als die deutschstämmige Bevölkerung heim ins Reich gerufen wird. Das Erinnern, das Marga Zeit ihres Lebens unterdrückte, bestimmt die zwischen den Zeiten pendelnde Dramaturgie.

Hannelore Elsner darf sich als "Verrückte" schauspielerisch austoben, was sich durchaus dem anspruchsvollen, sperrigen Stil ihrer Zeitebene anpasst. Anders ist der Stil in der älteren Zeitebene. In der 30er-Jahre-Idylle gibt es elegische Kamerafahrten durch Buchenhaine und bildet Karoline Herfurth ein großartiges emotionales Zentrum. Sie trägt das Historien-Melodram mit großer Intensität, die nicht auf den gesamten Film übergreift. Mitunter stören TV-Ästhetik und aufdringliche Musik die leisen Zwischentöne und das verträumte Klavierthema. Bedächtig, aber nachdrücklich dringt Steinbichler wieder einmal in ein Gefühls-Chaos von tragischen Dimensionen vor, was den Figuren eine Aussöhnung mit der Vergangenheit und einen Neuanfang ermöglicht.
tk. Quelle: www.kino.de

 

Drama - Deutschland 2011
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren - 104 Min. - Verleih: NFP (Warner)
Start: 02.06.2011

 

 

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