17.11.2012 10:17 mehr als nur popcornkino

Kino-Empfehlung: Cloud Atlas macht keine halben Sachen - Sechs Geschichten im Film vesetzen den Besucher in Rausch

Von: GFDK - kino.de

Kino-Empfehlung: Cloud Atlas macht keine halben Sachen - Sechs Geschichten im Film vesetzen den Besucher in Rausch. Visionäre Verfilmung des Bestsellers von David Mitchell, in der sechs Geschichten aus sechs Epochen nahtlos ineinander zu einem großen Epos verflochten werden.

Wenn man es denken kann, kann man es auch filmen. Und auch wenn dieses Zitat, das gerne Stanley Kubrick zugeordnet wird, zumindest so nie von ihm gesagt wurde, wie man heute weiß, so trifft es doch auf diesen Film zu, in dem die Wachowski-Geschwister und Tom Tykwer ihre Kräfte vereint und es sich erlaubt haben, groß zu denken und noch größer zu träumen. "Cloud Atlas" ist eines jener wahnwitzigen filmischen Unterfangen, in denen die Macher alles auf eine Karte setzen, um etwas zu erschaffen, was es in dieser Form vorher noch nicht gegeben hat. Um ein Statement abzugeben, das über Unterhaltung weit hinausgeht, in seiner Konzeption und Exekution aber so atemberaubend ist, dass man seine Augen über die volle Laufzeit von 160 Minuten nicht von der Leinwand abwenden kann. Es ist ein bizarrer, ein riskanter Koloss von Film, der sich nicht einfach nur eines der auf den ersten Blick unverfilmbarsten Bestseller der letzten Jahre annimmt, den man sich vorstellen kann, sondern die relativ simple Struktur von David Mitchells Roman sogar auflöst und die Einzelteile noch gewagter, komplexer und auf wunderbare Weise transzendent zusammensetzt.

Während Mitchell seine sechs völlig unterschiedlichen Geschichten aus verschiedenen Zeiten und Orten wie eine Zwiebel zunächst auf- und dann wieder zusammenfaltet, um eine alternative Geschichte der Welt zu erzählen, geschieht in der filmischen Adaption alles parallel und gleichzeitig: Hier ergänzen sich die sechs Einblicke in verschiedene Zeiten und Welten, sie überlappen, kommentieren einander und klingen ineinander nach. Das ist virtuos orchestriert und nimmt nicht von ungefähr die Form einer Sinfonie an, ein Werk in verschiedenen Sätzen, das durch die parallele Erzählung mehr Wucht erhält, aufwallt und abebbt und auf einen großen Höhepunkt zusteuert - was unbedingt Sinn macht: Der Titel des Films bezieht sich auf eine musikalische Arbeit, die eine der Figuren der Geschichten komponiert hat und in den einzelnen Episoden immer wieder anklingt. Als zusätzlicher Geniestreich erweist sich die gewagte Entscheidung, die Figuren in den einzelnen Episoden immer wieder von den gleichen Schauspielern spielen zu lassen: Tom Hanks ist beispielsweise in sechs Rollen zu sehen, und auch Halle Berry, Hugo Weaving, Jim Sturgess, Hugh Grant, Jim Broadbent, James D'Arcy oder Susan Sarandon trifft man an verschiedenen Stellen des Films immer wieder an, in oftmals überraschenden Formen und Ausprägungen - Alter, Hautfarbe und Geschlecht spielen hier keine Rolle. Tom Tykwer hat in einem Interview gesagt, es handle sich eher um Seelen denn Figuren. Besser lässt es sich wohl nicht beschreiben.

Die erste Geschichte beginnt 1850 im Südpazifik und erzählt von der Schiffsreise des an einer tödlichen Krankheit darbenden Notars, der Freundschaft mit einem blinden Passagier schließt. In der zweiten Geschichte, angesiedelt in den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts, findet ein junger Mann eine Anstellung als Assistent bei einem einst genialen Komponisten, der seine besten Jahre hinter sich hat. Mitte der Siebzigerjahre deckt eine Journalistin in San Francisco einen Skandal bei einem Nuklearkonzern auf und begibt sich damit in Lebensgefahr. In der Gegenwart wird ein Verleger auf der Flucht vor Unterwelt-Schlägern von seinem Bruder in ein Altersheim verfrachtet, das sich als siebter Kreis der Hölle entpuppt. In der fünften Geschichte geht es in die Zukunft, in ein futuristisches Seoul, in dem ein einfacher Klon, der in einem Schnellimbiss bedient, zur Leitfigur einer Revolution gegen ein totalitäres System wird. Und schließlich geht es ins Hawaii nach der Apokalypse, wo ein einfacher Ziegenhirte von einer der letzten Überlebenden der modernen Zivilisation mit einer wichtigen Mission betraut wird.

Das sind Geschichten, die allein stehen könnten. Tykwer und die Wachwoskis verbinden sie aber so geschickt, dass man sie sich voneinander getrennt nicht vorstellen mag. "Cloud Atlas" funktioniert als großes Ganzes und nur so: als eine Geschichte. Wenn man nur einen Teil wegnähme, würde das Konstrukt zusammenbrechen. Natürlich gibt es gerade zu Beginn des Films, wo man als Zuschauer gezwungen ist, sich in schneller Abfolge in sechs ungewöhnlichen Welten zurecht zu finden, Momente, in denen die gesamte Unternehmung wie ein aufgeblasener Drogentraum erscheint, in dem der eine oder andere Auftritt eines Schauspielers kurz lächerlich oder ablenkend wirken könnte. Aber wenn die Ouvertüre abgeschlossen ist, alle Figuren da stehen, wo sie stehen müssen, und das wilde Kreuzen durch die Welten und Stimmungen und Genres beginnt, von Slapstick über historisches Drama und Thriller hin zu Science-Fiction-Action, entwickelt sich "Cloud Atlas" zu einem magischen Filmerlebnis, zu einem wahren Epos, das einen zunächst sprachlos hinterlässt (nach Ende der Pressevorführung in Toronto hätte man eine Stecknadel fallen hören, so leise war es), aber dann zu arbeiten beginnt und einen nicht mehr loslässt. Auf den ersten Blick gibt es vermeintlich wenige Ansatzpunkte, die Tykwer und die Wachowskis miteinander verbindet, außer ihren Glauben an die transzendierende Kraft des Kinos und die Überzeugung, die Grenzen des filmisch Machbaren stets austesten zu müssen. Dass sie "Cloud Atlas" wahrhaft gemeinsam gemacht haben, mit zwei Kameramännern, zwei Szenenbildnern, und das Ergebnis ein wunderschönes Werk aus einem Guss geworden ist, ist nicht nur logistisch eine faszinierende Leistung ohne Beispiel, sondern untermauert auch den Ansatz des Films, dass Schicksale zusammenhängen, dass Menschen einander über Epochen hinweg inspirieren und die Erlebnisse des Einen, als Geschichte erzählt, auch zum Erlebnis des Anderen werden können. Es ist ein zutiefst optimistischer Film, der selbst in seinen dunkelsten Momenten nie den Glauben an den Menschen verliert. ts. Quelle: kino.de

 

CLOUD ATLAS ist großes Kino ein Werk für die Ewigkeit und ein Plädoyer für die Menschlichkeit. So faszinierend und vielfältig, dass man sich wünscht, die Reise möge nie enden.

Basierend auf David Mitchells gleichnamigem preisgekrönten Weltbestseller haben die Kinovisionäre Tom Tykwer (LOLA RENNT, DAS PARFUM) sowie die Macher der MATRIX-Trilogie Lana & Andy Wachowski ein einzigartiges Filmerlebnis geschaffen, wie man es noch nicht gesehen hat.

Die imposante Starbesetzung vereint Oscar®-Preisträger Tom Hanks, Oscar®-Preisträgerin Halle Berry, Oscar®-Preisträger Jim Broadbent, Hugo Weaving, Jim Sturgess, Doona Bae sowie Ben Whishaw, James D?Arcy, Zhou Xun und Keith David. Oscar®-Preisträgerin Susan Sarandon und Hugh Grant vervollständigen das internationale Ensemble. Jeder dieser fantastischen Schauspieler begleitet uns in verschiedenen Rollen.

CLOUD ATLAS ist eine Produktion von Cloud Atlas Production, X Filme Creative Pool und Anarchos in Ko-Produktion mit A-Company und ARD Degeto.  
Maßgeblich unterstützt wird das Projekt vom Deutschen Filmförderfonds,  dem Medienboard Berlin-Brandenburg, der Film- und Medienstiftung NRW,
der Mitteldeutsche Medienförderung, dem FilmFernsehFonds Bayern und
der  Filmförderungsanstalt.

Buch und Regie: Lana & Andy Wachowski, Tom Tykwer
Produzenten: Grant Hill, Stefan Arndt, Lana & Andy Wachowski, Tom Tykwer
Ausführende Produzenten: Philipp Lee, Uwe Schott und Wilson Qiu
Ko-Produzenten: Peter Lam, Tony Teo und Alexander van Dülmen
Assoziierte Produzentin: Gigi Oeri

Cast: Tom Hanks, Halle Berry, Jim Broadbent, Hugo Weaving, Jim Sturgess, Doona Bae, Ben Whishaw, James D?Arcy, Zhou Xun, Keith David
mit Susan Sarandon und Hugh Grant

Kinostart: 15. November 2012 im X VERLEIH

www.cloudatlas-derfilm.de