08.04.2017 08:04 Umkehr organischer und anorganischer Bildelemente

Vorgestellt: Die Malerin Iris Hilpert prägt die neue Kunstrichtung Figunetik

Iris Hilpert kuenstleri

Iris Hilperts Gemälde eignen sich für unterschiedliche Lesarten und Interpretationen. ©Iris Hilpert

Iris Hilpert figunetik
Von: GFDK/Ralf Hakl

Entstanden aus der Beschäftigung mit experimenteller Figuration ist Figunetik die dynamische Erweiterung figurativer Ausdruckselemente. Zugleich erfolgt die Sichtbarmachung der Diskrepanz zwischen zunehmend technisierter Kommunikation, daraus resultierender virtueller Scheinwelten und der wahrgenommenen Realität.


Umkehrung von der Wahrnehmung zur Darstellung als Kernpunkt der Figunetik verdeutlicht auch das Gegenteil dessen aufzuzeigen, was man sieht oder weiß bzw. kennt. Dies lässt sich mit allen möglichen bildnerischen Mitteln beliebig erweitern.

Die Variationsmöglichkeiten sind grenzenlos. Organische Elemente werden mit anorganischen bildnerisch vermischt wie im Beispiel „Granat“. Figunetik bezeichnet im weiteren Sinne die Zusammenfassung experimenteller Figuration im Bereich Bildende Kunst.


Das Bild „Granat“ ist der Beginn der Umkehr. Der Körper des Vogels stellt eine Handgranate dar, organische Elemente wurden mit anorganischen bildnerisch vermischt. Damit wird verdeutlicht, dass gesellschaftliche Veränderungen, Gefahr und Bedrohungen bis ins Innere einfließen, eindringen und verändern, so dass die Dinge und man selbst mitunter sich am Ende nicht mehr erkennt, man zu einem Mechanismus wird, der wie ein Rädchen roboterhaft funktioniert

Iris Hilpert nahm im Alter von 10 Jahren privaten Mal- und Zeichenunterricht bei Heinz Löffler. 1983 bis 1985 besuchte sie die Zeichenschule der Porzellanmanufaktur Meißen und ist seit 1992 freischaffend als Malerin und Zeichnerin tätig. In der Malerei arbeitet sie überwiegend experimentell figurativ.


Die von Iris Hilpert entwickelte Ausdrucksform der „Figunetik“ will geduldig entdeckt werden. Der Stil zeigt Ausdruckselemente quasi „verkehrt herum“. Im Gegensatz zum Kubismus, der Figuren auf geometrische Elemente reduziere, verschmelze hier Figuratives und Abstraktes.

Iris Hilperts Gemälde eignen sich für unterschiedliche Lesarten und Interpretationen. Ihre Malerei ist nicht einschmeichelnd, hat aber ein feines Gespür für Farben und Formen. Das verschafft dem Betrachter einen leichteren Zugang zu den oft gewaltsamen und beängstigenden Inhalten.


Neben zahlreichen eigenen Teilnahmen an Einzel- und Gruppenausstellungen engagiert sie sich zudem für die Förderung junger bildender Kunst in Meißen. Ihre aktuelle Personalausstellung „Figunetische Knalltüten zum Elfertee“ im Kunsthaus – und museum in Haren läuft noch bis zum 31.05.2011.


Text: ToMA-Atelier Meißen

Bildbeschreibung:

1) "Granat Öl Iris Hilpert (Meißen)

2) Iris Hilpert in ihrem Artelier

3) "Kaputt", Öl, 50 x 70, 2010, Iris Hilpert (Meißen)

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