12.04.2017 08:00 ECHO-Klassik-Gewinnerin

Vorgestellt: Blockflötistin Dorothee Oberlinger zählt zu den weltweit führenden Musikern auf ihrem Instrument

Dorothee Oberlinger glang ihr Debuet 1997

Dorothee Oberlinger glang ihr Debüt 1997 mit dem 1. Preis im internationalen Wettbewerb SRP/MoeckU.K. in London und einem anschließenden Konzert in der Wigmore Hall. Fotos: Johannes Ritter für Sony BMG

Dorothee OberlingerDorothee OberlingerDorothee OberlingerDorothee Oberlinger
Von: Anne Heilmannn

Die Blockflötistin Dorothee Oberlinger wurde 1969 in Aachen geboren und zählt heute zu den weltweit führenden Musikern auf ihrem Instrument. Als „Instrumentalistin des Jahres“ wurde sie 2008 mit dem renommierten Musikpreis „Echo Klassik“ für ihre CD „Italian Sonatas“ (deutsche harmonia mundi / Sony Music) ausgezeichnet. 

Ebenfalls bei dhm erschien 2008 eine CD mit Werken von Telemann, 2009 folgte eine CD mit Blockflötenkonzerten von Telemann, Graupner und Schultze. Wie bei ihrer aktuellen CD „French Baroque“ wurde sie bei diesen CDs vom Ensemble 1700 begleitet.

Zunächst studierte Dorothee Oberlinger Schulmusik, Germanistik und Blockflöte in Köln, es folgten Aufbaustudien für Blockflöte in Amsterdam und Mailand. Für ihre künstlerischen Leistungen erhielt sie bereits in jungen Jahren zahlreiche Preise und Auszeichnungen.

Ihr Debüt gelang ihr 1997 mit dem 1. Preis im internationalen Wettbewerb SRP/MoeckU.K. in London und einem anschließenden Konzert in der Wigmore Hall. 

Seitdem ist Dorothee Oberlinger regelmäßig zu Gast bei den großen Festivals und Konzertreihen in ganz Europa, Amerika und Japan und spielt als Solistin mit dem von ihr 2002 gegründeten Ensemble 1700 sowie mit führenden internationalen Barockensembles und Orchestern wie den Sonatori de la Giosa Marca, Musica Antiqua Köln, London Baroque, oder der Academy of Ancient Music.

Neben ihrer intensiven Beschäftigung mit der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts widmet sich die Blockflötenvirtuosin immer wieder auch der zeitgenössischen Musik. Dorothee Oberlinger ist Professorin an der Universität Mozarteum Salzburg und Leiterin des dortigen Instituts für Alte Musik.

Ihre  CD French Baroque ist im Januar 2011 bei Sony BMG erschienen.

Nach ihren Aufnahmen von deutschem und italienischem Barock-Repertoire widmet sich die Blockflötistin und ECHO-Klassik-Gewinnerin Dorothee Oberlinger der Blütezeit der französischen Kammermusik.

Mit ihrem Ensemble 1700 ist Oberlinger in die Epoche der beiden französischen Könige Ludwig XIV. und Ludwig XV. zurückgereist, als man in Versailles den galanten Klängen, aber auch volkstümlich gefälligen Kompositionen lauschte, die von Großmeistern wie Marin Marais, Jean Hotteterre und Joseph Bodin de Boismortier stammten. Eingespielt hat Oberlinger ihre Hommage an das „French Baroque“ mit Musikerfreunden wie Vittorio Ghielmi (Viola da Gamba) und Florian Deuter (Violine).

Die ausgewählten Stücke, die von Soli über Duo-Sonaten und Trios bis zu einer amüsanten Musiktheaterszene reichen, spiegeln aber nicht nur den Reichtum der französischen Musik jener Zeit wider. Ganz im Sinne von François Couperin, der die musikalische Verschmelzung unterschiedlichster Geschmäcker und Stile verteidigte, begegnet man in den Werken immer wieder dem Einfluss der Italiener Arcangelo Corelli und Antonio Vivaldi.

So ist ein fünfsätziges Werk für Blockflöte und Basso continuo von Anne Danican Philidor zu hören, der sich mit der Gattungsbezeichnung „Sonate“ an die corellische Sonata da Chiesa anlehnte. Auch der in den Diensten des Sonnenkönigs stehende Gambenvirtuose Marin Marais knüpfte an Corelli an, indem er für seine „Couplets de Folie“ auf die berühmte Folia-Variationen des Römers zurückgriff.

Und Nicholas de Chédeville arrangierte gar für seinen Zyklus „Les Saisons Amusantes“ (Die vergnüglichen Jahreszeiten) Sätze aus Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ - für die Besetzung Musette (eine Art Dudelsack) Violine, Flöte und Basso continuo.

Zu den Raritäten, mit denen Dorothee Oberlinger einen neuen Blick auf die französische Barockmusik lenkt, zählen so auch Kompositionen, die abseits des höfischen Zeremoniells das einfache und sorglose Landleben feierten.

Dazu gehören etwa die charmanten Stücke „Les Delices und das Rondeau „Les Ecos“ mit seinen vogelgleichen Echo-Wirkungen aus der Feder von Jacques Hotteterre Le Romain. Und eine besondere Trouvaille ist die Suite „La Noce champêtre ou l´Himen Pastoral“ für Musette und Basso contionuo von Jean Hotteterre. Gemeinsam mit dem Rezitator und Musette-Spieler François Lazarevitch präsentiert das Ensemble um Oberlinger Episoden rund um ein rustikales Hochzeitsfest.

 

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