08.04.2017 10:54 Gottfried Böhmer hatte die junge Künstlerin entdeckt

Vorgestellt - Anna Vilents - Malerin - Lebt und arbeitet in Düsseldorf

Anna Vilents

Anna Vilents- Gottfried Böhmer hatte die junge Künstlerin entdeckt. Foto: GFDK

Von: Dr. Frank Maier-Solgk

Von Dr. Frank Maier-Solgk

Was haben Ziegenfrauen, Adler und Wolf, Wolf und Ziege mit Boris Becker, Claudia Schiffer und Dieter Bohlen gemeinsam? Es sind Bildmotive, die von der Hand der jungen russischen Malerin stammen. Zum einen fantastisch arrangiert, ins Mythische reichende Übergänge zwischen Mensch und Tier, Tierkörper mit Menschenköpfen zum Beispiel, die die Urgewalt der Triebe ebenso demonstrieren wie die Physiognomie menschlicher Eitelkeit.


Diese großformatigen surrealen Körperporträts gehören zur Reihe „Metamorphosen", die in der Ausstellung des Kunst- und Kulturfestivals „The Exhibition - Women Only 2002" des Kunstvereins Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf - Berlin zu sehen war.

Gottfried Böhmer, künstlerischer Leiter des Vereins hatte die junge Künstlerin, Anna Vilents, beim Rundgang an der Kunstakademie entdeckt und sofort unter Vertrag genommen.

Ab Freitag den 14. März präsentierte die Künstlerin ihre Ausstellung erneut - erweitert um die vollständige Bilderreihe „Pseudo-Stars" in den Atelierräumen des Messemagazins Düsseldorf, die bereits im Vorfeld für Medienresonanz gesorgt hat.

Eine neue Variation des Themas „Triebe und Eitelkeiten", die in diesem Fall ihre Allgegenwärtigen Medien-Ikonen als Aufhänger nutzt? „Was wären unsere heutigen Stars ohne RTL, VOX, Pro 7, Bild, Bunte oder Gala? Würde sie wirklich jemand kennen? fragt sich Anna Vilents. „

In uns ist immer auch Tierisches, dass wir zu zivilisieren nur versuchen können", meint die jüngste Meisterschülerin an der Düsseldorfer Akademie, die für ihre jungen Jahre bereits eine bemerkenswerte Entwicklung absolviert hat.
1980 wurde sie in der Ukraine geboren.

Nach der Wende kam sie 1993 mit ihren Eltern und ihrem Bruder nach Deutschland: es folgten Jahre, die vor allem von schwierigen schulischen Problemen geprägt waren. Mit 18 erreichte sie eines ihrer wichtigsten Ziele, die Aufnahme in die Kunstakademie, da sie kein Abitur besaß, über eine besondere Begabtenprüfung.

Und nun, 22-jährig ist sie Schülerin von Prof. A. R. Penck zugleich wie gesagt jüngste Meisterschülerin der Akademie und auf dem besten Weg zu einer vielversprechenden Künstlerkarriere. In den vergangenen 2 Jahren nahm sie bereits an Ausstellungen in Frankfurt, Berlin und Köln teil und sie erhielt die Silber-Medaille des Europäischen Preises für jüdische Kunst.

Ihr Ausgangspunkt scheint ein ausgesprochen analytisches Interesse zu sein. Dass aber wird nicht intellektuell, sondern plastisch in ausdrucksstarker Eindeutigkeit umgesetzt - ohne absichernde Orientierung am bekannten ästhetischen Größen. Für ihre Metamorphosen-Reihe hat Anna Vilents dabei eine raffinierte Tropftechnik verwendet, mit der sie aber - anders als ihr berühmter Erfinder Jackson Pollock im figürlichen bleibt.

Und was ihre aktuelle Reihe „Pseudo-Stars" betrifft, so begegnen wird Becker & Co verfremdet im Gewand von Heiligen und Madonnen zur Zeit der Renaissance. Aber Anna Vilents ist keine Zeitgeist-Reporterin, ihr kritischer Blick gilt ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Phänomenen, die sie mit viel Kraft und Scharfblick unter die Lupe nimmt. Zunehmend offenbar auch mit einem Schuss Ironie.

Messemagazin Ausgabe 2/2003