29.06.2012 08:08 Küssen erlaubt, aber Knutschen verboten

Xanadu in Wiesbaden - Karen Müller als Clio, die Führerin der Musen verliebt sich in einen Sterblichen

(c)Lena Obst

Von: Lucia Zimmermann - 14 Bilder

Venice Beach, Mitte der 1980er Jahre: Rollerblades und Stulpen beherrschen die Szene. Der junge Straßenkünstler Sonny malt große Gemälde auf den Asphalt und träumt insgeheim davon, ein altes Theater zum Leben zu erwecken. Er möchte eine Rollerdisco daraus machen, doch er weiß nicht, wie er das anstellen soll. Plötzlich wird sein neuestes Werk, ein Bildnis des Olymps, mit seinen Göttern und Musen lebendig.

Die Muse Clio hat Mitleid mit ihm und beschließt, dem sterblichen Sonny zu helfen. Sie wird aber von allen gewarnt: sie darf sich ihm nicht als Muse zu erkennen geben und sich auf keinen Fall in ihn verlieben, sonst wird sie von Zeus verbannt.

Sie beschließt, sich zu tarnen, sich Kira zu nennen und einen anderen Akzent anzunehmen. Sie bringt Sonny mit dem alten Geschäftsmann Danny zusammen. Er ist der Besitzer des heruntergekommenen Gebäudes und hat früher selbst von einem eigenen Theater geträumt. Auch er wurde einst von einer Muse geküsst, die verdächtige Ähnlichkeit mit Kira hat.

Danny lässt Sonny mit seiner Idee zunächst abblitzen, wird aber dann doch von seiner alten Theaterleidenschaft gepackt. Nach einer kleinen Intrige der anderen Musen passiert, was nicht passieren darf: Sonny und Kira verlieben sich ineinander.

Das Musical ‚Xanadu‘ basiert auf dem gleichnamigen 1980er Jahre Kultfilm mit Olivia Newton-John, Michael Beck und der Musical-Legende Gene Kelly in seiner letzten Filmrolle. Der Soundtrack, der zum Teil von Olivia Newton-John, zum Teil vom legendären Electric Light Orchestra stammt, führte monatelang weltweit die Charts an. Die Songs ‚Magic‘, ‚All Over The World‘ und ‚Xanadu‘ waren und sind Kult. Das Musical ‚Xanadu‘ gewann 2007 den Outer Critics Circle Award als bestes Musical, den Drama Desk Award für das beste Buch und war nominiert für einen Tony Award in der Kategorie bestes Musical und bestes Buch.

Die Szenen dieses Duos gehören zu den Höhepunkten der Inszenierung: Stimmlich sind beide top, darstellerisch legen sie sogar noch eine Schippe drauf. Felicitas Geipel überzeugt als mondäne Xanthippe mit Wallemähne in Disney-Manier, Charlotte Katzer als plumpe Wuchtbrumme lebt ihren Part mit jeder Faser und fällt selbst bei den Tanzszenen nicht aus der Rolle.

Grandios die temporeichen Ensemble-Choreografien mit flotter Livemusik. Denn es macht richtig Laune, jedem einzelnen der zehn Darsteller nicht nur auf die Füße, sondern vor allem ins Gesicht zu blicken. Fast allen gelingt das Kunststück, die Individualität ihrer noch so kleinen Rolle voll herauszustellen. Augenzwinkernd verträumt, frech, beherzt – Kompliment!

Wiesbadener Kurier/Tagblatt, 16.04.2012

Musical nach dem gleichnamigen Film von Richard Danus und Marc Rubel

Musik und Songtexte von Jeff Lynne und John Farrar

Buch von Douglas Carter Beane

Deutsche Dialogfassung von Daniel Call

Musikalische LeitungFrank Bangert
Inszenierung und ChoreografieIris Limbarth
BühneBritta Lammers
KostümeHeike Ruppmann
Mit:
Kira / ClioKaren Müller
Sonny MaloneTim Speckhardt
Danny Maguire / ZeusJulian Leithoff
Melpomene / MedusaFelicitas Geipel
Calliope / AphroditeCharlotte Katzer
Erato / Peisonoe / HeraKatrin Gietl
Terpsicore / Aglaope / Hermes / ZentaurusNorman Hofmann
Thalia / Thelxiepie / ZyklopFabian Gallmeister
Euterpe / Mädchen mit Fahrrad / Molpe / ThetisJuliane Back
Eros / Urania / Dream Danny / HimeropaJoshua Hien
Band:
Polyhymnia-PianoFrank Bangert
BassHansi Malolepssy
GuitarPatrick Hoss
DrumsHolger Dietz
 
  Doppelbesetzung in alphabetischer Reihenfolge

Freitag, den 29.06.2012, 20.00 Uhr

Wartburg

Samstag, den 30.06.2012, 20.00 Uhr

 

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