17.11.2012 08:58 mit großartigem Bühnenbild und Kostümen

Theater: Wiesbadener Weihnachtsmärchen - Peterchens Mondfahrt neu erzählt

Theater: Wiesbadener Weihnachtsmärchen - Peterchens Mondfahrt neu erzählt

Peterchens Mondfahrt (c) Lena Obst/ Martin Kaufhold

Von: Staatstheater Wiesbaden - 9 Bilder

Es gab einst einen Maikäfer, der hieß Sumsemann. In seiner Hochzeitsnacht verlor er durch einen Holzdieb ein Bein. Der Holzdieb wurde daraufhin von der Nachtfee mitsamt dem Beinchen auf den Mond verbannt. Von diesem Tag an wurden alle seine Nachfahren mit nur fünf Beinchen geboren. Nur mit der Hilfe von zwei Kindern, die noch nie ein Tier gequält hatten, wäre es einem von ihnen vergönnt, das Beinchen wiederzuholen und so den Fluch zu beenden.

Die Legende der Sumsemänner wird immer noch erzählt. Sie lebt weiter fort, auch in Form eines alten mechanischen Aufziehkäfers im Kinderzimmer von Peter und Anne. Aber mit seinen fünf Beinchen ist er kein besonders attraktives Spielzeug für den verwöhnten Peter. Der Aufziehschlüssel für den alten Metallmaikäfer ist schon vor etlichen Jahren verlorengegangen, und so fristet er ein trauriges, fast vergessenes Dasein zwischen Kinderkommode und Bettkasten. Bis zu jener zauberhaften Vollmondnacht, in der Anne den Schlüssel wiederfindet. Die Kinder erwecken die uralte Mechanik wieder zum Leben und damit den letzten Urahn der legendaren Sumsemänner. Wie erstaunt sind die beiden Kinder, als plötzlich ein lebensechter Maikäfer vor ihnen steht, doch Herr Sumsemann hätte sich am liebsten vor lauter Angst tot gestellt. Als er jedoch von den Kindern erfährt, dass sie die Legende vom sechsten Beinchen kennen und beide beteuern, noch nie einem Tierchen etwas zuleide getan zu haben, bittet er sie, die Prophezeiung der Nachtfee wahr werden zu lassen.

Die beiden Geschwister zögern nicht lange und beschließen, Herrn Sumsemann dabei zu helfen, das sechste Beinchen vom Mond zurück zu holen. So brechen sie nach ein paar Flugübungen zu ihrer märchenhaften und fantastischen Reise zum Mond auf.

Karten für das Stück zur Weihnachtszeit vermittelt ab sofort die Theaterkasse des Staatstheaters Wiesbaden. Künftig betreut Sie unser Team bei allen Anfragen von Schulen und anderen Besuchergruppen.

Erreichbar unter: 0611 132 300
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Das detailverliebte Bühnenbild (Nina Wronka) ist eine Wucht, die Kostüme (Heike Ruppmann) sind fantasievoll und schaffen es, jeder Rolle einen ganz eigenen Charakter zu verleihen – in einer Inszenierung, in der fast alle Schauspieler mehrere Rollen übernehmen. Der große Bär bringt – mit Honigbrot besänftigt – Kinder und Käfer schließlich zur Kanone, die sie auf den Mond schießt. Es ist ein Mond aus einer anderen Zeit, auf den weder Neil Armstrong noch Kollegen einen Fuß gesetzt haben. Herrlich geheimnisvoll und schaurig düster. Und so wird das Finale, der Showdown mit dem bitterbösen Mondmann, zum Höhepunkt der Inszenierung: Die Drei kämpfen mit Holzschwert, Fäusten und magischem Schlafsand gegen den axtschwingenden Unhold und erobern zu guter Letzt selbstverständlich das sechste Beinchen zurück. Thomas Jansen liefert als Kinderhasser mit psychopathischen Zügen eine starke Leistung und beweist durch die Unterschiedlichkeit seiner weiteren Rollen als trotteliger Sternbert, ätherische Windliesel und gemütlicher Weihnachtsmann eine ungeheure Wandlungsfähigkeit. Ein großes Kompliment geht auch an die Bühnenmusiker Timo Willecke und Lucas Dillmann, welche die eigens komponierte Musik mit viel Gespür umsetzen.

Wiesbadener Kurier/Tagblatt, 13.11.2012

‚In allen Dingen steckt ein Zauber‘, sagt die Mutter, als sie Anne und Peter zu Beginn die Gute-Nacht-Geschichte vorliest. Und gibt damit die Richtung vor: Denn dieses Weihnachtsmärchen ist tatsächlich eine bezaubernde Reise, die längst nicht nur kleine Zuschauer entzücken wird. Wilhelminische Science fiction, gar für Kinder? Das gab es vor hundert Jahren in der Tat. (...) so glänzt ‚Peterchens Mondfahrt‘ in Oliver Wronkas Regie durch allen Prunk eines Weihnachtsstücks, das Kindern ab 5 Jahren ein schönes Erlebnis auf der großen Bühne bieten soll (...) Nina Wronkas Bühne und Heike Ruppmanns Kostüme setzen den Ansatz jedenfalls sehr schön um. Die Musik von Timo Willecke und Lucas Dillmann, die beide wie 1912 aufgemacht sind und dem Vibraphon & Co loungig-angenehme Klänge entlocken (visuell ahmen sie ein Jahrmarktskino von damals nach), wird von ‚Peterchen‘ an der E-Gitarre kinderkompatibel angerockt. Besonders glänzen Opitz als Sandmann und die bayerisch polternde Lilian Mazbouh als Donnertrude, doch auch die Wichtel (alles in Doppel- und Dreifachbesetzung gespielt) sind recht süß.

Frankfurter Neue Presse, 13.11.2012

Peterchens Mondfahrt in Wiesbaden neu erzählt mit großartigen Bühnenbild und Kostümen. (...) Ganz besonders beim Wiesbadener Weihnachtsmärchen: die Musik ist selbst komponiert und handgemacht. Die Geschichte von Mut und Freundschaft, für die beiden Leiter des Jungen Staatstheaters – zeitlos. (...) einfach zauberhaft.

Hessenschau

Das Stück ist eine Explosion der Klänge und Farben, in der jeder Charakter fein nuanciert gezeichnet ist. Das macht sich nicht nur in den herrlich phantasievollen Kostümen bemerkbar, sondern auch in der Sprache. So schmettert die Donnertrude mit bayerischem Dialekt, und der Wassermann babbelt Hessisch. Nun darf in derart monumentalem Kindertheater auch die Musik nicht fehlen, und die eigens für das Stück komponierten Lieder sind wahre Ohrwürmer. Es darf verraten werden, dass ‚Peterchens Mondfahrt‘ eines der wenigen Theaterstücke ist, dem nach dem Applaus noch eine Zugabe folgt.

Frankfurter Rundschau, 16.11.2012

 

 

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