20.05.2013 08:00 Heroische Komödie in fünf Akten

Theater in Wuppertal: Fantasie oder Wirklichkeit? Jakob Peters-Messer lässt die Grenzen in seiner Interpretation von Massenets Oper „Don Quichotte“ verschwimmen

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Fantasie oder Wirklichkeit? Jakob Peters-Messer lässt die Grenzen in seiner Interpretation von Massenets Oper „Don Quichotte“ verschwimmen; (c) U. Stratmann

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Von: GFDK - Wuppertaler Bühnen - 5 Bilder

Fröhlich huldigen die Menschenmenge und die vier Kavaliere Pedro, Garcias, Rodriguez und Juan der schönen Dulcinée, die auf ihrem Balkon erscheint und ein Chanson für die Menge singt. Während der verliebte Juan die Erwiderung seiner Liebe zu Dulcinée ersehnt, versucht Rodriguez, ihn mit Hinweis auf die denkwürdige Erscheinung Don Quichottes abzulenken. Schon naht der Ritter von der Langen Gestalt, zusammen mit seinem treuen Diener Sancho Pansa.

Begeistert vom jubelnden Empfang, lässt Don Quichotte in der Menge Geld verteilen. Während Sancho im Gasthof dem kulinarischen Genuss frönt, bringt Don Quichotte Dulcinée ein Ständchen, was den eifersüchtigen Juan auf den Plan ruft. Dulcinée trennt die beiden Kampfhähne und fordert von Don Quichotte, als Liebesbeweis ihr von Räubern gestohlenes Collier zurück zu bringen. Mit einem Liebesgedicht für Dulcinée auf den Lippen reitet Don Quichotte durch die Mancha, begleitet vom missmutigen Sancho, der eine solch tiefe Liebe nicht verstehen kann.

Theater in Wuppertal

Als sich der Morgennebel lichtet, weckt ein vermeintlicher Riese in Gestalt einer Windmühle den Kampfgeist des Ritters. Mit der Lanze will er das Ungetüm bekämpfen, doch ein Windmühlenarm erfasst ihn und zieht ihn in die Höhe. Endlich stöbert er die Banditen auf – und wird gefangen genommen. Als er zu beten beginnt, geschieht das Wunder: die Räuber sind so gerührt, dass sie ihn freilassen, ihm das geraubte Schmuckstück aushändigen und sogar seinen Segen erbitten.

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Überglücklich kehrt Don Quichotte zu Dulcinée zurück und platzt in ein großes Fest. Mit dem Collier hält Don Quichotte um Dulcinées Hand an, doch sie weist ihn ab, obwohl sie eine eigenartige Verbindung zu ihm spürt. Mit gebrochenem Herzen und verhöhnt von der Gesellschaft flüchtet Don Quichotte mit Sancho in den Wald. Todkrank hört er ein letztes Mal Dulcinées Stimme und stirbt mit dem Namen der Geliebten auf den Lippen.

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1910 feierte Massenet den triumphalen Erfolg der Uraufführung seiner letzten Oper, die besonders die tragische Note von Cervantes Roman betont. Zwischen überschäumender Lebenslust und tiefer Furcht vor Vergänglichkeit zeichnet der Komponist feinfühlig-psychologisch seine Protagonisten und führt in überwältigender Klangpracht und feinster Instrumentationskunst Grand Opéra und Opéra comique zusammen.

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