20.09.2013 09:00 Komödie

Theater in Wiesbaden: Ein Sommernachtstraum - mit Shakespeare kommt man nie zu Ende

Ein Sommernachtstraum premiere am staatstheater wiesbaden

Und wo ist die Komödie; (c) Lena Obst

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Von: GFDK - Staatstheater Wiesbaden

Von der Liebe in allen Facetten, von der brennenden Sehnsucht, die als andere Möglichkeit nur den Tod kennt. Von der Unterwerfung der Frau durch den Mann, von der Eifersucht eines Paars, das die besten Zeiten hinter sich hat. Und von einer Fee, die einen Esel begehrt. Davon erzählt Regisseur Manfred Beilharz in seiner Inszenierung von Shakespeares Ein Sommernachtstraum.

Theater in Wiesbaden

Am Tag und in der Nacht, in der Stadt und im Wald begegnen sich junge und ältere Paare. Zeit und Ort der Handlung spiegeln die Ambivalenz der Liebe wieder, die jeweils eine sehr helle und eine sehr dunkle Seite hat. Ob der Herrscher Theseus die Amazone Hippolyta gegen ihren Willen zur Hochzeit zwingt. Ob die jungen Männer im ersten Moment für Hermia schwärmen und im nächsten Helena zur begehrenswertesten aller Frauen erklären. Ob die Elfenkönige Oberon und Titania sich einen erbitterten Streit um einen Lustknaben liefern – Shakespeare lässt keinen Zweifel daran, dass Liebe immer auch Leid bedeutet.

Und wo ist die Komödie? Neben dem gewitzten Kobold Puck können wir vor allem über sechs naive, sehr rührende Handwerker lachen, die eine Liebestragödie proben. Dies mit dem kindlichen Ernst von Dilettanten, die das Handwerk der Schauspielkunst nicht beherrschen.

Und wenn der eifrigste Spieler, Niklaus Zettel, durch Pucks Boshaftigkeit in einen Esel verwandelt und von Titania verführt wird, so ergibt das die komischsten und menschlichsten Szenen des ganzen Stückes. So schafft es William Shakespeare, die (alp-)traumhafte Erzählung über die mühsame Annäherung vierer Liebespaare in eine leichte, beschwingte Sphäre zu versetzen. Die Atmosphäre einer Sommernacht entfaltet sich, in der vieles unwirklich, nichts aber dauerhaft bedrohlich erscheint.

„Mit Shakespeare kommt man nie zu Ende“ – getreu dieser Feststellung des Shakespeare-Experten Jan Kott beschäftigt sich Intendant Manfred Beilharz in seiner letzten Wiesbadener Spielzeit nun zum zweiten Mal mit der Komödie 'Ein Sommernachtstraum'. Nach Kleist und Horváth inszenierte Beilharz in der Spielzeit 2011/12 Shakespeares Tragödie 'Othello' und in der vergangenen Spielzeit Ibsens 'Die Wildente' sowie Brecht/Weills 'Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny'. Alle drei Stücke werden, neben der seit langem erfolgreich gezeigten Inszenierung von Büchners 'Woyzeck', auch in der neuen Spielzeit wieder auf dem Programm stehen.

Schauspiel in Wiesbaden

Der Bühnenbildner Benjamin Lebreton studierte in Paris Architektur und Szenographie. Seit 2005 arbeitet er als freier Bühnenbildner für Theater, Film und Musikproduktionen. Mehrere Inszenierungen hat er bereits mit dem Choreographen Mourad Merzouki und seiner Compagnie Käfig erarbeitet, zuletzt den Tanzabend 'Yo Gee Ti', der in diesem Jahr bei den Maifestspielen gastierte. Im Augenblick arbeitet er an einem Kafka-Projekt in Lyon.

Mit der Kostümbildnerin Renate Schmitzer verbindet Manfred Beilharz eine langjährige Zusammenarbeit, zuletzt bei 'Othello' und 'Die Wildente'. Am Staatstheater Wiesbaden schuf sie außerdem die Kostüme für 'Simon Boccanegra' und für alle weiteren Schauspiel- und Operninszenierungen des Regisseurs Dietrich Hilsdorf. Ihre Kostümausstattung für 'West Side Story' ist derzeit am Sadler‘s Wells Theatre in London zu sehen.

Freunde der Kunst

Mit einigen Schauspielern, die im Sommernachtstraum erstmalig in den jeweiligen Rollen zu erleben sind, verbindet Manfred Beilharz eine längere Zusammenarbeit: Rainer Kühn (Zettel) war Puntila, Adam in 'Der Zerbrochene Krug' und Woyzeck, Michael Günther Bard (Oberon) war Othello und Gregor Werle, Wolfgang Böhm (Puck) hat unzählige Rollen gespielt, Michael Birnbaum (Peter Squenz) war Jago in 'Othello', Alfred ('Geschichten aus dem Wiener Wald') und Hjalmar Ekdal in 'Die Wildente', Magdalena Höfner war im gleichen Stück als Hedwig zu sehen.

Premiere Freitag, den 20.09.2013, 19.30 Uhr

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