09.11.2013 09:00 Premiere heute

Theater in Wiesbaden: Die Marquise von O…- nach der Novelle von Heinrich von Kleist

Die Marquise von O premiere am theater wiesbaden

Der Marquise von O… erscheint es wie ein böser Traum: (c) Lena Obst

Die Marquise von O nach heinricg von kleist theater wiesbadenDie Marquise von O Ricarda Beilharz theater wiesbaden
Von: GFDK - Staatstheater Wiesbaden

Der Marquise von O… erscheint es wie ein böser Traum. In ihrem Leib wächst ein Kind heran, dessen Vater sie nicht kennt, an dessen Zeugung sie keinerlei Erinnerung hat. Nur eines weiß sie: Die unbefleckte Empfängnis gehört ins Reich der Mythen, ihr muss ein anderes Schicksal widerfahren sein. An ein Schicksal aber glaubt der Vater der Marquise nicht.

Theater in Wiesbaden

Er bricht mit der einst so geliebten Tochter, die anscheinend der Sittenlosigkeit verfallen ist. Verzweifelt beschließt die Marquise, sich auf die Suche nach dem Unbekannten zu machen, der ihr solches Leid zufügte. Per Zeitungsannonce bittet sie ihn, sich zu erkennen zu geben und den Fehltritt einzugestehen. Und tatsächlich findet sich der Missetäter. Es ist Graf F…, den die Marquise von Herzen verehrt, denn er hat sie in einer Kriegsnacht aus den Händen brutaler russischer Soldaten gerettet. Und nun ahnt die Marquise von O…, was in dieser Nacht, die sie im Zustand der Ohnmacht verbrachte, wirklich vorgefallen ist.

Oft sind Heinrich von Kleists Figuren außer sich, bewegen sich in einem traumwandlerischen Zustand, flüchten in eine Parallelwelt des Unbewussten. In seiner Novelle ‚Die Marquise von O…‘ spitzt der Dichter sein literarisches Motiv zu.

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Die Marquise wird zum Opfer einer Vergewaltigung und weiß von nichts. Ihr gelingt die vollständige Verdrängung einer Straftat, für die sie der strenge Sittenkodex ihrer Gesellschaft als Mitschuldige verurteilt. Nur so ist es ihr möglich, am ungeheuerlichen Verhalten der sie umgebenden Männer nicht zu zerbrechen und unermüdlich für das ihr zustehende Recht zu kämpfen.

Die Regisseurin und Bühnenbildnerin Ricarda Beilharz hat sich am Hessischen Staatstheater Wiesbaden bereits mit einigen starken Frauen der deutschen Dramatik auseinandergesetzt. Nach Yasmina Rezas ‚Der Gott des Gemetzels‘ und Schillers ‚Die Räuber‘ inszenierte sie im Kleinen Haus Brechts ‚Der gute Mensch von Sezuan‘ und Lessings ‚Emilia Galotti‘ und ‚Miß Sara Sampson‘. Im Großen Haus schuf sie für den Opernregisseur Markus Bothe die Bühnenbilder für ‚Viva la Mamma‘, ‚Die Krönung der Poppea‘ und ‚Don Pasquale‘.

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