26.09.2013 08:00 Walter Serner

Theater in Wien: Die Tigerin - drei „Verströmte“ am Sarg eines außergewöhnlichen Mannes

die tigerin am burgtheater wien

stellt die Frage nach der Möglichkeit von wahren Gefühlen; (c) Georg Soulek

Von: GFDK - Burgtheater Wien

Drei „Verströmte“ am Sarg eines außergewöhnlichen Mannes – Opfer eines Verbrechens. Jede hat ihre eigene Geschichte mit Fec, dem Verstorbenen. Nun ist er da, der Tag der Abrechnung, der Reflexion über ihn und sein Leben mit den Frauen.

Theater in Wien

Sein letztes Abenteuer ist Anlass genug. Fec, der Hochstapler, und Bichette, die ausschweifende, grausame, wilderotische Frau, die in der Pariser Demimonde den Beinamen „Tigerin“ trägt, begegnen einander und verfallen dem Rausch einer Amour fou.

Um dem Leerlauf ihres Lebens und der Langeweile zu entgehen, beschließen sie, ihr gemeinsames Leben, ihre Liebe, zu inszenieren. „Machen wir doch – uns“ ist das Motto, dem sie ab diesem Zeitpunkt zu folgen suchen, und das sie im weiteren Verlauf an die Côte d’Azur führt, um den Reichen mittels amouröser Verwicklungen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Tricks und Inszenierungen führen zum Erfolg – doch nie können die beiden einander vertrauen. Unausweichlich ist daher die Katastrophe, als Bichette beschließt, ihre eigenen Pläne zu verfolgen.

Freunde der Kunst

Walter Serners 1921 entstandener Roman thematisiert die Suggestionskraft der Selbstinszenierung und stellt die Frage nach der Möglichkeit von wahren Gefühlen – in einer Direktheit, die in ihrer Modernität fasziniert.

Konstanze.Schaefer@burgtheater.at