20.05.2015 09:00 Giuseppe Verdi

Theater in Weimar: Die Räuber (I Masnadieri) - Franz will die absolute Macht und er will sie alleine

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Wo Menschen unfähig sind, sich einander mitzuteilen, entsteht eine Leere und Sinnlosigkeit; (c) Matthias Horn

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Von: GFDK - Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar

Franz will die absolute Macht und er will sie alleine – zu diesem Zweck diskreditiert er seinen Bruder Karl beim Vater Moor. Karl, dem damit die Heimkehr unmöglich wird, gründet eine Räuberbande und überzieht das Land mit Gewalt. Seine Verlobte Amalia ist nun Franz ausgeliefert. Als Karl entdeckt, dass Franz auch noch den Vater ins Grab bringen will, kehrt er voller Rachegedanken zurück, die blutdürstigen Räuber hinter sich.

Theater in Weimar

Verdi und sein Librettist Andrea Maffei liefern eine eigenständige Interpretation des berühmten Schiller-Dramas. Schon zur Entstehungszeit des Stückes warfen angepasstere Geister Schiller vor, in seinen »Räubern« monströse Charaktere erschaffen zu haben. Verdi geht noch weiter und vergrößert das Typenhafte der Figuren: Bosheit, Hass, Trauer und eruptive Gewalt erwachsen aus einer mit präziser musikalischer Geste ausformulierten Einsamkeit. Fragt man nach der Quelle von Gewalt, so gibt Verdi eine mögliche Antwort: Wo Menschen unfähig sind, sich einander mitzuteilen, entsteht eine Leere und Sinnlosigkeit, die mit körperlicher und seelischer Grausamkeit ausgefüllt wird.

Volker Lösch hat im Schauspiel immer wieder Stoffe des bürgerlichen Kanons mit der gegenwärtigen sozialen Wirklichkeit konfrontiert. Auch hier geht er der Frage ›Wie entstehen Hass und Gewalt inmitten unserer demokratischen Gesellschaft?‹ mit den Mitteln einer brisanten Recherche nach: Für die Inszenierung in Weimar führen wir Interviews mit Vertretern der gewaltbereiten rechten Szene in Thüringen, und legen Bilder und Texte aus diesen Begegnungen wie eine Folie hinter die klassische Handlung.

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