12.04.2015 08:00 nach dem Roman von Ian McEwan

Theater in Weimar: Der Zementgarten - die Familie ist das stärkste Bündnis gegen den Rest der Welt

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»Der Zementgarten« entwirft eine psychologische Studie über Heranwachsende, die plötzlich auf sich gestellt sind und ihr Leben selbst in die Hand nehmen müssen; (c) Thibaut Henz

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Von: GFDK - Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar

Die Familie ist das stärkste Bündnis gegen den Rest der Welt.

Theater in Weimar

Für die vier Geschwister Jack, Tom, Julie und Sue ist das isolierte, abgeschirmte Leben im Familienbund der Normalzustand. Nach dem Tod des Vaters leben sie zurückgezogen mit ihrer kranken Mutter in einem kleinen Haus am Stadtrand – ohne Besuch und ohne Kontakt zur Außenwelt. Als sie dann eines Morgens die Mutter tot in ihrem Bett finden, beschließen die Geschwister zusammenzuhalten: Die Mutter wird heimlich im Keller einzementiert und das Leben soll unverändert weitergehen. Doch die eingeschworene Kinderkommune bekommt Risse.

Haus und Garten verwahrlosen zunehmend, Jack und Julie konkurrieren um die Führungsrolle, Sue zieht sich in Fantasiewelten zurück und schreibt im Keller Briefe an die tote Mutter. Und Tom nuckelt plötzlich wieder am Daumen und beginnt, sich wie ein Baby zu verhalten. Das Vater-Mutter-Kind-Spiel entgleitet. Als Julie eines Tages ihren Freund Derek mit nach Hause bringt, droht das Familiengeheimnis aufzufliegen.

Ian McEwans Roman »Der Zementgarten« entwirft eine psychologische Studie über Heranwachsende, die plötzlich auf sich gestellt sind und ihr Leben selbst in die Hand nehmen müssen. Einfühlsam beleuchtet McEwan den skurrilen Versuch, die Fassade der Normalität aufrecht zu erhalten – die Suche nach Ausdruck und Identität, das Aufkommen von Sexualität und Eifersucht sowie das brutale Rollenspiel einer unbedarften Jugend.

Freunde der Kunst

Regisseurin Nina Mattenklotz stellt nach »Und dann« ihre zweite Arbeit am DNT vor. Sie inszenierte an den Theatern in Magdeburg und Heidelberg, in Stuttgart, Hamburg sowie in Wien und Zürich.

service@nationaltheater-weimar.de