16.07.2014 09:00 Anton Tschechow

Theater in Tübingen: Die Möwe - Sozialdiagnose, Zeitstudie und Künstlerdrama in einem

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Neue Formen brauchen wir, und wenn es die nicht gibt, dann brauchen wir besser gar nichts; (c) Patrick Pfeiffer

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Von: GFDK - LTT

„Wir brauchen neue Formen. Neue Formen brauchen wir, und wenn es die nicht gibt, dann brauchen wir besser gar nichts.“

Theater in Tübingen

In der Sommerfrische auf dem Landgut der Sorins: Man vertreibt sich die Zeit mit Stiche­leien, langweilt sich auf hohem Niveau und träumt von vergangenen Zeiten - wenn man sich nicht gerade nach Moskau sehnt. Der junge Dichter Kostja hat seiner Freundin Nina ein Stück auf den Leib geschrieben. Es kommt zur Uraufführung auf einer Liebhaberbühne im Garten – und dabei zum Eklat mit seiner Mutter Irina Nikolaevna, selbst Schauspielerin, und ihrem Freund Trigorin, bereits erfolgreicher Schriftsteller. Denn Kostjas Mutter glaubt weder an sein Talent noch an seine Kunst. Und dann verlässt ihn auch noch seine Freundin Nina – für den erfolgreicheren Trigorin.

Jahre später kommt sie zwar reumütig zum mittlerweile erfolgreichen und in Moskau lebenden Kostja zurück, kann sich aber immer noch nicht für ein Leben mit ihm entscheiden. Kostja, obwohl am Ziel seiner Träume, bleibt enttäuscht und an der Realität gescheitert zurück.

Das Drama des russischen Realisten Tschechow, geschrieben Ende des 19. Jahrhunderts, ist Sozialdiagnose, Zeitstudie und Künstlerdrama in einem. Das LTT untersucht diesen Klassiker auf seinen Gehalt in der Frage nach zeitgemäßen Theaterformen und nach der Position des Künstlers in der Gesellschaft. Tschechow nannte seine Stücke zwar häufig Komödien, doch untersuchte er auch immer die Bereiche zwischen Komödie und Tragödie.

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