24.04.2012 07:44 mittelalterliche Texte zeichnen kraftvolle Bilder

Theater in Rostock: Carmina Burana - Weltliche Gesänge für Solisten, Chor und Orchester konzertante Aufführung - Premiere am 27.4.2012

Quelle: Volkstheater Rostock

Von: Bärbel Schlapmann

»Es wird doch eine anständige Sache werden, die sich gewaschen und rasiert hat«, schrieb Carl Orff 1934 an den Archivar Michel Hofmann, der ihm bei der Zusammenstellung der lateinischen und mittelhochdeutschen Texte für die »Carmina burana« behilflich war. In einem Antiquariat war Orff auf eine Ausgabe des »Codex buranus« gestoßen, einer um 1230 entstandenen Handschrift, die jahrhundertelang im Kloster Benediktbeuern aufgewahrt worden war.

Mit der Anrufung der antiken Schicksalsgöttin Fortuna beginnt Orffs Auswahl seiner »Benediktbeurer Lieder«. Die Unbeständigkeit des Glücks bildet den inhaltlichen Rahmen der weltlichen Lieder, die den Frühling, die Schenke (»In taberna«) und schließlich die Liebe zum Thema haben. Die mittelalterlichen Texte zeichnen kraftvolle Bilder, und dies in einer teils deftigen Sprache. So heißt es in der Vagantenbeichte: »Bei den Sündern will ich sein / nicht bei den Erlösten! / Wenn die Seele flöten geht / muss der Leib mich trösten« oder im Liebesteil: »Wenn Bursch und Mädel ganz allein / beisammen sind im Kämmerlein / dann wird sich alles finden / Liebe wird sich entzünden. / Mit Gliedern, Armen, Lippen, dann / ein unsagbares Spiel hebt an.«
»Son bischen Erotik« war laut Orff durchaus gewünscht und angesichts der lateinischen Sprache ließ er Hofmann wissen: »Zum Glück versteht man die Schweinerein schlecht, aber so wird’s andern auch gehen.«

 

 

MUSIKALISCHE LEITUNG Florian Krumpöck

MIT Lisa Mostin, Olaf Lemme, dem Opernchor des Volkstheaters Rostock, der Singakademie Rostock e.V. und der Norddeutschen Philharmonie Rostock

 

 

Premiere (konzertant): 29. April 2012, 18:00 Uhr, Theaterzelt

 

Termine bis 28.5.2012

 

Bärbel Schlapmann
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