07.01.2015 09:00 Blick in die Abgründe

Theater in Regensburg: Der Vorname - in der besten Tradition der französischen kritischen Gesellschaftskomödie

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„Der Vorname“ ist das erste Bühnenstück des Autorenduos Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière; (c) Sarah Rubensdörffer

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Von: GFDK - Theater Regensburg

Das marokkanische Buffet ist eröffnet: Französischlehrerin Elisabeth und ihr Mann Pierre, Literaturprofessor, haben in ihre Pariser Wohnung geladen.

Theater in Regensburg

Die Gäste: Elisabeths bester Freund Claude, Posaunist im Rundfunkorchester, ihr Bruder Vincent, Pierres Jugendfreund, ein Immobilienmakler, und seine Verlobte Anna, aus der Modebranche und im fünften Monat schwanger. Ein richtig netter Abend könnte es werden – doch ist es mit der entspannten Atmosphäre vorbei, als Vincent den Anwesenden den Namen seines ungeborenen Sohnes verkündet und somit allen Anwesenden eine zunehmend kulturpolitische Debatte über die Zulässigkeit, den Sinn und Unsinn seltener, lächerlicher und vorbelasteter Vornamen aufzwingt.

Mehr noch, der Streit eskaliert – längst geht es nicht mehr nur um den Namen des Nachwuchses, sondern um Erziehungs- und Gesinnungsfragen, um Philosophie und Ethik, um Sprache und Schweigen. Und ausnahmslos jeder in der Runde bietet ausreichend Angriffsfläche. Dem Höhepunkt folgt der Absturz, als Françoise, Elisabeths und Vincents Mutter, ins Spiel kommt: Nach dem Abend ist in der Familie nichts mehr, wie es war …

Freunde der Kunst

„Der Vorname“ ist das erste Bühnenstück des Autorenduos Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière. Mit Wortwitz und Dialogen in der besten Tradition der französischen kritischen Gesellschaftskomödie treiben die beiden Autoren atemlos eine Handlung voran, die bei aller Komik und Pointensicherheit auch manchen Blick in die Abgründe eines allzu selbstsicheren, liberalen Bürgertums erlaubt. Nach der Uraufführung in Frankreich 2010 machte „Der Vorname“ auch durch die gleichnamige Verfilmung 2012 auf sich aufmerksam. Delaporte und de la Patellière wurden im gleichen Jahr mit dem „Prix Théâtre“ der Academie Française ausgezeichnet.

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