12.05.2015 07:00 von Carlo Goldoni

Theater in Nürnberg: Der Diener zweier Herren - Truffaldinos doppelte Dienerschaft aus purer Existenznot macht das Chaos perfekt

Der Diener zweier Herren nuernberg

Nicht mehr festgelegte Maskentypen der Commedia dell’arte, sondern menschliche Individuen bestimmen das Geschehen; (c) Marion Bührle

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Von: GFDK - Staatstheater Nürnberg

Clarice, die Tochter des venezianischen Kaufmanns Pantalone de’ Bisognosi, liebt Silvio, ist aber dem aus Turin stammenden Federigo Rasponi versprochen. Als dieser in einem Duell von Florindo Aretusi getötet wird, fühlt Clarice sich frei und hofft auf die Verlobung mit ihrem Geliebten.

Theater in Nürnberg

Aus Angst vor der Justiz ist aber Florindo verschwunden. Seine Geliebte Beatrice vermutet ihn in Venedig und taucht nun in Männerkleidung ausgerechnet unter dem Decknamen Federigo Rasponi in der Stadt auf. Im Hause des Pantalone sorgt der scheinbar doch nicht getötete Federigo für größte Verwirrung. Doch das herrliche Durcheinander kommt erst richtig auf Touren, als der von Beatrice neu eingestellte Diener Truffaldino nicht nur ihr Diener, sondern auch noch der des verzweifelt gesuchten Florindo wird. Truffaldinos doppelte Dienerschaft aus purer Existenznot macht das Chaos perfekt: Briefe werden verwechselt, Koffer vertauscht, bis schließlich beide Liebenden den anderen für tot halten.

Doch Goldoni wäre nicht der Meister der italienischen Komödie, hielte er nicht bis zum Schluss alle Fäden seines Spiels in der Hand und führte alle Beteiligten zu einem glücklichen Ende. So wird auch aus dem armen geschundenen Truffaldino ein gewitzter Held und der grandiose Diener zweier Herren.

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Carlo Goldoni (1707-1793) zählt zu den großen Reformern des italienischen Lustspiels. Nicht mehr festgelegte Maskentypen der Commedia dell’arte, sondern menschliche Individuen bestimmen das Geschehen. „Lachend wollte er die Wahrheit sagen“ und das „wirkliche Verhalten des Menschen in der Gesellschaft“ studieren, so Henning Rischbieter.

nora.vogt@remove-this.staatstheater.nuernberg.de