11.05.2015 07:00 Johann Wolfgang Goethe

Theater in München: Torquato Tasso - eifersüchtig legt er sich mit dem Diplomaten Antonio an

theater muenchen

Als man die Strafe gnädig aufhebt, möchte er von seiner wiedererlangten Freiheit Gebrauch machen; (c) Matthias Horn

Von: GFDK - Residenztheater München

Der Dichter Torquato Tasso, am Hof des Fürsten von Ferrara gerade für die Fertigstellung seines neuen Manuskripts geehrt, hadert mit seiner Rolle als Unterhaltungsarbeiter für anregende Mußestunden, dem im realen Getriebe der Welt und der Politik nichts zugetraut wird.

Theater in München

Eifersüchtig legt er sich mit dem Diplomaten Antonio an, der für Ferrara soeben einen politischen Erfolg errungen hat, und wird dafür mit Hausarrest bestraft. Als man die Strafe gnädig aufhebt, möchte er von seiner wiedererlangten Freiheit Gebrauch machen und den Einflussbereich des Mäzens verlassen, muss aber feststellen, dass man sich weigert, ihm das Manuskript wieder auszuhändigen.

Die Dichtung gehört dem, der für sie bezahlt hat. Und das ist offensichtlich nicht der Dichter. Der Widerspruch beherrscht aber nicht nur die Beziehung zwischen Künstler und zahlendem Publikum, sondern tobt in Tasso selbst, der Schauplatz des Dramas, könnte man sagen, ist sein Kopf, in dem ein Stück entsteht, das nicht fertig werden will.

Philipp Preuss, in Bregenz geboren, ist Regisseur, Autor und bildender Künstler, dessen Arbeiten unter Einsatz verschiedener Medien bilderreich und versonnen den Strukturen der Texte nachgehen, mit denen sie sich befassen. "Reines" Theater also, wenn man so will.

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